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Overhead-Mikrofon für Theater

  • ostpunki
  • 27. Februar 2008 um 20:28
  • ostpunki
    Beiträge
    1.201
    • 27. Februar 2008 um 20:28
    • #1

    Hallo.

    Ich suche zwei Overhead-Mikrofone, die für Theateraufführungen gedacht sind.
    Sie sollen den Schall aus einer Pseudo-Halbkugel abgenommen werde, aus der man sonst im Zuschauerraum keine deutlichen Worte versteht.
    Es handelt sich dabei um eine Festinstallation, die von Laien bedient wird.
    Somit müssen die Mikros Nierenmikros sein, die möglichst Rückkoppelarm sind und auf vier Meter Entfernung möglichst den die Akteure mit möglichst viel Volumen abnehmen (nicht wie z.B. LD Kondensatormikrofone (oder sehr preiswerte)).

    Die Obergrenze sollten die Rode Nt5, oder ähnliche darstellen!

    Welche Mikros sind dafür am besten geeignet und preislich interessant?
    Gibt es Alternativen zum Klassischen?
    Welches hat das beste Preis/Leistungsverhältnis?
    Welches Mikrofon sollte man mindestens einsetzen (Gesichtspunkt = preisoptimiert) ?

    MfG.
    Benni.

  • Georg_Koeln
    Profi
    Beiträge
    529
    • 27. Februar 2008 um 21:30
    • #2

    Hallo Benni,

    ich habe schlechte Nachrichten für Dich: So, wie Du Dir das vorstellst, wird es höchstwahrscheinlich nicht funktionieren.

    Exakt sowas habe ich mal in der Schulaula des Sohnes eines Kumpels von mir ausprobiert. Wir waren abends da, Saal war leer. Ich habe wahlweise ein paar SM57er als auch anschließend ein paar KM-Kondensers (Rode NT5 und Beyer MCE-530) an die Decke gehängt, jeweils 4 Stück über die Bühnenbreite verteilt. Abstand zum Sprecher war ca. 1 m. Die Lautsprecher waren ca. 7 - 8 m VOR der Bühne aufgebaut. Sollte theoretisch eigentlich rückkopplungssicher genug sein.

    Resultat war folgendes: Ich habe zunächst mal die Anlage eingepfiffen, sowohl erstmal mit EQ als auch anschließend mit Feedback-Destroyer (Peavey Feedback Ferret, funktioniert recht gut). Dann hat sich mein Kumpel auf die Bühne gestellt und LAUT gesprochen (o ja, er kann schon eine recht laute Stimme entwickeln). Ergebnis: Ich habe ihn in Naturlautstärke gehört, dann langsam die Fader aufgezogen, und bevor ich auch nur eine Andeutung einer sprachlichen Verstärkung über die Boxen wahrnehmen konnte, fingen die schon an zu koppeln.

    Resultat: Wenn ich das mit einem Abstand Mikro - Sprecher von ca. 1 m und einem Abstand Bühne - Box von ca. 7 - 8 m nicht hinkriege, dann ist ein solches Vorhaben mit einem Abstand von 4 m von Mikro bis Sprecher von vornherein zum Scheitern verurteilt, da ich mal vermute, dass die Box in deinem Fall nicht viel weiter weg als in meinem Testaufbau stehen können wird.

    Vielleicht (!) kann man über solcherart aufgehängte Mikros eine Aufnahme erstellen, aber wohl keine Beschallung, die den Namen auch verdient.

    Mein Tipp: Headsets für die Schauspieler, und die Anlage nach Möglichkeit nicht unbedingt von totalen Laien bedienen lassen, sondern vielleicht von Leuten, die eine ungefähre Ahnung von dem haben, was sie da tun sollen.

    Grüße,

    der Georg

    We're on a mission from God. - Elwood Blues

  • bemi
    Reaktionen
    64
    Beiträge
    1.755
    • 27. Februar 2008 um 21:50
    • #3
    Zitat von "Georg_Koeln"

    ich habe schlechte Nachrichten für Dich: So, wie Du Dir das vorstellst, wird es höchstwahrscheinlich nicht funktionieren.


    doch, geht vielleicht, man muss die Miks halt ordentlich ausrichten. Gerne mache ich solche Geschichten dann mit Digipult und dessen param. EQ.

    Niere runterhaengen geht natuerlich nicht. Besser Mikrofone mit passender Richtcharakteristik (je nach Weite und abzunehmender Flaeche) abhaengen und (mittels Drahtkonstrukt ans Kabel) in Richtung Sprecher ausrichten.

    Ich habe das sowohl schon mit AKG C1000, Rode NT5, Senni K6 also auch teureren Kandidaten von Sennheiser gemacht, immer relativ problemlos.

    In letzter Zeit verwende ich dafuer Rode NT1A, "geradeaus" abgehaengt. Die nehmen dann automatisch seitlich auf, billig und tut.

    EQ - grafisch oder parametrisch - ist aber immer Pflicht.


    ciao
    bemi

    EDIT: Typo raus

    Viele Grüße aus dem Allgaeu - Michael "bemi" Bernhard
    https://bemiton.wordpress.com/

    Einmal editiert, zuletzt von bemi (28. Februar 2008 um 07:16)

  • Georg_Koeln
    Profi
    Beiträge
    529
    • 27. Februar 2008 um 21:55
    • #4

    Ich hatte für meinen Testaufbau ganz normale Mikrostative ins Rigg gehängt, die Mikros waren also Richtung Bühne geneigt. EQed waren die auch bis Anschlag, zusätzlich noch FB-Destroyer drin (mit dem ich normalerweise eine Monitorbox so laut kriege, dass der taube Sänger schon abwinkt). Resultat s.o.

    Probiers am besten aus, mehr als schiefgehen kanns nicht.

    Georg

    We're on a mission from God. - Elwood Blues

  • cheesy
    Beiträge
    579
    • 28. Februar 2008 um 12:49
    • #5

    Hi Benni,

    ich denke, mit normalen Kleinmembran-Kondensorn wirst du keine richtigen ergebnisse Erzielen können, weil du diese nicht richtig ausgerichtet bekommst.

    Du solltest also zu Chor-Mikros greifen, die zum Abhängen gebaut wurden (EV RE90 oder AudioTechnika Pro45). Diese haben den Vorteil, das die Kapseln sehr klein sind und du sie in richtung Bühne anwinkeln kannst.

    Ich habe gute Erfahrungen gemacht, wenn du die Mikros am Portal abhängst (also an der vorderen Bühnenkannte) und mit ca. 45 Grad auf die Bühne (richtung Rückwand) richtest.
    Sollte die Bühne sehr tief sein, kann es nötig sein, dass du eine zweite Reihe über die Mitte der Bühne hängst (ebenfalls richtung Rückwand). Hier solltest du dann aber über ein Delay die Laufzeiten anpassen.

    Genau so wichtig, wie die Ausrichtung der Mikros ist auch die Ausrichtung der Boxen. Hier solltest du versuchen, nicht die Wände zu beschallen, da der reflektierte Schall natürlich auf der Bühne sehr schnell zu Rückkopplungen führen kann. Also am besten von oben auf die Zuschauer (wenn möglich natürlich). Auch sollte die PA verzögert werden, um die Laufzeit zwischen "Natursignal" und PA auszugleichen.

    Wunder darf man hier natürlich nicht erwarten. Aber einen Gewinn von 6-10 db ist schon drin. Als Faustregel verwende ich immer, wenn man die Sprecher in der ersten Reihe unverstärkt hören kann, schafft man es mit abgehängten Mikros in die letzte Reihe.

    Viel Erfolg,
    cheesy

  • ostpunki
    Beiträge
    1.201
    • 28. Februar 2008 um 14:50
    • #6

    Danke für die Antworten.

    Das Pro45 ist ne feine Idee!
    Gibt es noch weitere in der gleichen Liga?

    Das mit den Boxen ist soein Problem, vor einigen Jahren von einer Firma installiert und als Schulmusikanlage ausgehändigt, ist sie doch mehr eine JBL Dolby-Home-Anlage. (egal, die Leiterin ist überzeugt und wünscht nun eben die Mikrofonierung, damit der zweite (hintere Teil) der Bühne für die Zuschauer auch klar und verständlich wird)

    Das wirkliche Problem mit den Rückkopplungen erschließt sich alleine durch die Gewölbedecke des Raumes/Halle und seiner geringen Ausmaße (hat ca. 200 qm).

    MfG.
    Benni.

  • lüder fitschen
    Profi
    Beiträge
    9
    • 8. März 2008 um 00:21
    • #7

    Hallo Leute,
    Ich arbeite in einer Mehrzweckhalle (d. h. für nichts richtig geeignet) und werde u. a. auch immer wieder mit Theatergastspielen konfrontiert.
    Ich habe es durchsetzen können, dass in die Verträge hineingeschrieben wird, dass unsere "Mikroports" (Sennheiser MKE 2) verpflichtend zu nutzen sind.
    Einige Tourneetheater schaffen es leider weiterhin unsere Geschäftsführung zu beschwatzen und diesen Passus zu streichen.
    In diesem unangenehmen Fall arbeite ich bis jetzt mit folgender Konstellation:
    An der Rampe 7 Mikrofone abwechselnd 4 Kondenser-Nieren und 3 Shotguns als Keule. Im Portal befinden sich die gleichen Keulen (Portal L, Portalbrücke M, Portal R), dazu hänge ich in einen Bühnenzug 3 Kondenser-Nieren und im hinteren Bereich eine Kondenser-Kugel.
    Das Problem der Gesichtsvermieter (Schauspieler) ist natürlich das subjektive Empfinden ihrer Sprachlautstärke aus dem Saal, die leider nicht die tatsächliche Situation reflektiert.
    Also, wenn der Schauspieler sich einem vermeintlich guten Gefühl hingibt, kann der Zuhörer jemanden auf der Bühne sprechen hören, versteht aber leider nicht den Text.
    Es geht also nicht nur um Mikrofone und Lautsprecher, sondern in erheblichem Maße um die Raumakustik.
    Also ist die Nutzung von Sendern mit am Haaransatz geklebten Sennheiser MKE2 als gebotenes Mittel zu betrachten.
    Ich habe vor kurzem alternativ zu den Rampenmikros Grenzflächen von Audio Technica (U851R) ausprobiert und war ob der Ergebnisse dieser Schadensbegrenzung,- denn mehr können Richtmikros für Beschallung nie sein - positiv überrascht.
    Ich werde weiter damit experimentieren müssen und teile der geneigten Forumgemeinde meine Erfahrungen mit.

  • mringhoff
    Profi
    Reaktionen
    6
    Beiträge
    5.262
    • 15. März 2008 um 11:43
    • #8
    Zitat von "Lüder Fitschen"

    Ich habe es durchsetzen können, dass in die Verträge hineingeschrieben wird, dass unsere "Mikroports" (Sennheiser MKE 2) verpflichtend zu nutzen sind...


    das macht aber auch nur dann Sinn, wenn es zum Stück passt.
    Nichts ist nerviger, wenn man drei Schauspieler gut versteht und der Rest dann untergeht, nur weil halt eben drei Sendestrecken zur Verfügung standen.

    Mit gekonnter Mikrofonierung, guten Auspfeifen und hochwertigen, gerichteten Lautsprechern kann man auch viel herausholen.
    Natürlich ist dann so ein Theaterstück lange nicht so laut wie ein Musical, bei dem jeder Hanswurst mit einem Headset rumäuft.

    Hast Du schon mal mit Grenzflächenmikros gearbeitet? Das ist auch eine ganz feine Sache, vor allem kann man diese manchmal super gut in die Dekortion oder ins Bühnemobiliar unterbringen.

    Selbstverständlich gehört dann noch ein aufmerksamer Tontec ans Pult, der jedesmal genau die - und nur die - Mikros aufmacht, die auch gerade gebraucht werden.
    Dazu gehört es natürlich, daß man erstens das Stück schon mal gesehen hat und zweitens auch die Schauspieler immer wieder genau dort hingehen, wo die Mikros versteckt sind...
    Dann klappt das auch in Mehrzweckhallen ganz gut...

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  • lüder fitschen
    Profi
    Beiträge
    9
    • 21. März 2008 um 00:38
    • #9

    Hallo mringhoff,
    ich glaube Du hast mich missverstanden. Schauspiel mit MKE 2 heisst bei mir: Entweder Alle Schauspieler bekommen ein Bodymike oder Keiner.
    Die Situation mit den Shotguns, Grenzflächen oder sonstigen Richtrohren stellt sich nur, wenn die Gesichtsvermieter die Entscheidung bzgl. Bodymikes selbst treffen dürfen, weil sie den entsprechenden Passus unseres Vertrages streichen, ohne dass sich die Geschäftsführung wehrt.
    Ich habe übrigens eine VA mit den Grenzflächen von Audio Technica (U851R) durchgeführt und war sehr erstaunt über die gute Qualität der Schadensbegrenzung. Ich habe 6 dieser Mikros in gleichmäßigem Abstand (12m Bühnenbreite) in Linie des Schmuckvorhangs auf den Fussboden geklebt und hatte bei durchschnittlichem Sprachpegel, erstaunlich gute Ausbeute.

  • dasich
    Profi
    Beiträge
    960
    • 22. März 2008 um 11:51
    • #10

    Es gibt Mikrofone, mit denen das, was du vor hast sehr gut Funktioniert.
    Das sind die Microtech Gefell KEM-970 Kardioid - Ebenen - Mikrofon.
    Hast du bestimmt schon mal im Fernseh gesehen. Das sind die "Bundestag-Mikros".
    Wenn ich jetzt aber dabei schreibe, dass die ca. 7000€ /Stück kosten, legt sich wahrscheinlich jeder auf den Boden.
    ABER: sie sind jeden Cent Wert.
    Wenn es nämlich um sowas wie hier geht, sind sie wohl die einzige wirklich gut funktionierende Lösung.

    Es grüßt der Stephan

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