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Lebensdauer Digitalendstufen

  • morethanmusic
  • 5. Mai 2008 um 12:37
  • morethanmusic
    Reaktionen
    1
    Beiträge
    934
    • 5. Mai 2008 um 12:37
    • #1

    Ich denke seit längerem über eine weitere Umstellung auf Digitalendstufen (Digam) nach. Gerade habe ich aber gelesen das die Lebensdauer von Digitalendstufen auf ca 5 Jahre begrenzt sein soll. Die Kondensatoren sollen nachlassen und somit die Leistungsfähigkeit sinken.

    Ist das korrekt? Denn dann wäre das Thema für mich eher uninteressant. Wie kostspielig ist es Digitalendstufen (Markengeräte) zu recappen?

    Ich habe die Suche bereits bemüht, bin aber nicht weiter fündig geworden, ich sehe es aber so das ein eigener Thread zu diesem Thema eh sehr sinnvoll ist.

  • klangcharakter
    Beiträge
    644
    • 5. Mai 2008 um 22:38
    • #2

    Jede andere Endstufe hat doch auch Kondensatoren...
    Was soll daran gerade bei "Digital"endstufen anders sein?

  • Wolfgang
    Beiträge
    1.377
    • 6. Mai 2008 um 21:09
    • #3

    es geht weniger um das "digital", als mehr um das "schaltnetzteil"...

    der grund dafür ist der, daß die glättungskondensatoren mit einer sehr hohen frequenz aus dem netzteil beansprucht werden. dadurch kommen die verluste im kondensator entsprechend verstärkt zur geltung, da ja öfter nachgepulst wird als mit den üblichen 100 hz aus einem 50hz-brückengleichrichter.
    diese verlustwärme heizt die elkos entsprechend stark auf, wodurch diese erstens hitzefester sein sollten und dennoch zewitens allmählich austrocknen.

    sind die elkos von minderer qualität, so halten die derartige strapazen nicht allzulange aus.


    gr/w


    edit: dann gibt es noch eine zweite kritische stelle-- nämlich das ausgangsfilter. vom pwm-signal, das ja aus einer entsprechend hohen grundfrequ besteht, die entsprechend moduliert wird, möchte man das niederfrequente verstärkte signal rekonstruieren.

    das geht, indem man die einzelpulse aufintegriert, also durch ein tiefpassfilter schickt. hier entscheiden die angeschlossenen lastimpedanzen darüber, ob und wiestark das filter korrekt arbeitet. bei schlecht angepasster last ( z.b: komplexer impedanzgang eines speakers) kommt es teilweise zur unterdämpfung des filters, also gibt es zustände, wo an den bauteilen des filters ( hier wieder kondensatoren) neben einer hohen regulären belastung u.u. spannungsüberhöhungen auftreten können. auch sowas trägt nicht zur erhöhten lebensdauer bei.

    Gruss
    Wolfgang

  • Jens Droessler
    Reaktionen
    2
    Beiträge
    9.074
    • 7. Mai 2008 um 17:23
    • #4

    Hmm, ich hatte hier ein recht langes Post geschrieben, aber es ist scheinbar verschwunden... probiern wirs nochmal, aber nur das, was nicht inzwischen schon gesagt wurde.

    Die Elkos in einer konventionellen Endstufe halten 10-20 Jahre bei ordentlicher Qualität und Dimensionierung. Bei Schaltnetzteilamps dürfte es die Hälfte sein, mit billigen Bauteilen auch weniger, wegen der erwähnten hochfrequenten Taktung. Bei Class D-Amps KÖNNTE noch erschwerend hinzukommen, dass auch die Entladung hoch getaktet ist, aber ich denke das macht nicht viel aus.
    Bei konventionellen Amps mit dem Alter von 15+ Jahren wird man allerdings platte Elkos nicht unbedingt bemerken, da das Netzteil eh auf "Datenblattleistung = Dauerleistung" ausgelegt ist und dann einfach richtig Strom zieht.

    Generell muss man bei Endstufen damit rechnen, irgendwann die Kondensatoren zu ersetzen. Der Vorgang des Kapazitätsverlusts ist schleichend, und nach ein paar Jahren höchstens durch A/B-Vergleich mit einer neuen Endstufe des Typs zu bemerken... oder wenn mal ein lange vermisster Kumpel vorbeikommt und sagt "Ey, früher ging da aber mehr im Bass".

  • LITOX
    Reaktionen
    1
    Beiträge
    390
    • 9. Mai 2008 um 11:21
    • #5

    Hätte da noch eine zum Kondensatoren tauschen falls jemand Zeit und Lust hat. Mein Elektronikladen nämlich nicht :(

    *** http://www.litox.info ***

  • bbs
    Beiträge
    26
    • 9. Mai 2008 um 20:43
    • #6

    hallo

    Das oben geschriebene stimmt so. Nach meiner erfahrung sind 5 jahre bei den 1 he geräten jedoch nur in der vermietung möglich. Ich habe selber schon über 10 stück nach 2 jahren im dauerbetrieb ( gut gelüftet und staubfrei ) entsorgt. Entsorgt aus dem grund da in den schaltnetzteilen nur kleine elkos jedoch in sehr grosser stückzahlen parallel verwedet werden, und der arbeitsaufwand einfach zu gross wird sie zu ersetzen. Das gleiche ist übrigens bei den meisten fehlern bei pc s zu beobachten.Uebrigens fehler im ausgangsfilter machen sich gut bemerkbar wenn beim nachbar der ukw empfang im rauschen untergeht.

    Bei den normalen geräten 2 / 3 HE ist das nur halb so wild. Das man es erst bemerkt wenn der bass nach lässt, entspricht nicht meiner erfahrung, da in fast jedem fall die schutzschaltung oder eine sicherung wegen trockenen elkos ihren dienst zuerst versagt. Die dicken elkos machen in der regel fast keine probleme. Nur als beispiel habe ich letzte woche 8 Crown DC 300 A die jetzt schon über 30 jahre in einem tanzlokal
    ( werden nie ausgeschalten ) ihren dienst verrichten zum reinigen in der werkstatt. Ich traute meinen augen nicht , alle elkos hatten selbst bei 1 khz gemessen noch mindestens den aufgedruckten wert.

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