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Funkempfänger gestört durch Phantomspannung

  • norbert jersch
  • 23. April 2010 um 18:06
  • norbert jersch
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    • 23. April 2010 um 18:06
    • #1

    Hallo,
    einer meiner Sennheiser ew-100 Funkempfänger sendet beim Einschalten der Phantomspannung extreme Störgeräusche - wie Mittelwelle/AM bei Gewitter, also es rauscht stürmisch und knackt. Die Geräusche treten sofort beim Verbinden über das XLR-Kabel (Kabel ist OK!) auf. Bevor ich das Ding offiziell zum Servicefall erkläre, wäre ich über Infos zu möglichen Ursachen oder weiteren vorab- Prüfmöglichkeiten dankbar.

    Bemerkt habe ich das Problem, als ich einen Feedbackdestroyer (alphaton FC-100, Stromversorgung über Phantom) zum Testen eingeschgeschleift hatte. Die Störungen treten auch auf, wenn das Gerät zwar eingeschaltet, aber kein Mikro angeschlossen ist.

    Das Problem kann natürlich auch vorher schon vorhanden gewesen sein, da ich längere Zeit keine Phantomspannung benötigt hatte. Im direkten Vergleich erscheint mir bei diesem ew-100 das Rauschen auch ohne Phantom etwas stärker zu sein als bei den anderen. Die 3 anderen Empfänger zeigen sich unbeeindruckt und funktionieren normal. Pult ist Soundcraft mfxi-Serie.

    Norbert Jersch

  • oton
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    • 23. April 2010 um 18:58
    • #2

    viele Funkempfänger reagieren allergisch auf Phantomspeisung ... laß sie doch einfach aus .. :D

    oTon Music - Marcus Thiel - Hilsbrunnenstrasse 8 - 76530 Baden-Baden

    http://www.popakademie.de
    http://www.otonmusic.de
    http://www.event-akademie.de

  • derautor
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    • 23. April 2010 um 19:50
    • #3

    Dass die evolution-Empfänger Ärger mit anliegender Phantompower verursachen, das ist mir neu. Scheint ja auch nur ein einzelnes Gerät zu sein, also vermutlich ein Defekt in der Ausgangsstufe (Koppel-C).

    Ich kenne das noch von den alten 1083-VHF-Geräten, da geht mit anliegender Phantompower gar nichts mehr. evolution hingegen ist meiner Erfahrung nach stressfrei.

    Also Service oder Phantom einfach auslassen. Ist natürlich bei Kleinmixern mit gruppenweise Phantom schwierig :(

    es grüßt

    derautor

    Immer schön vorm Soundcheck herverkabeln.....

  • Jueof
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    • 23. April 2010 um 23:27
    • #4

    Hi, was hast du denn für einen G2 oder G3 oder den ganz alten? LG

  • norbert jersch
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    • 24. April 2010 um 01:04
    • #5

    ...ein paar Antworten:

    1. Empfänger sind alle G2: 3x ew-100 +1x ew-300 im Rack. Und nur einer der ew-100 macht Probleme.
    2. Phantom abschalten: geht halt nicht, da schon manchmal jemand sein eigenes Mikrofon mitbringt - meistens Kondensator....und der im Prinzip und sonst völlig ausreichende 12-Kanalmixer kann nun mal nur alle oder keinen. Kabel wurden geprüft, alle Anschlüsse und Mics untereinander getauscht. Es liegt eindeutig am Empfänger.
    3. Ein gebrauchtes Ersatzgerät zu ersteigern könnte billiger und auch weniger zeitaufwendig als Reparatur sein.

    Gruß Norbert Jersch

  • simonstpauli
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    • 24. April 2010 um 01:55
    • #6

    Hast Du es schon mal mit einem Groundlift probiert? Je nach Mischpultmodell ist es auch eine brauchbare Lösung, auf symmetrisch Klinke zu adaptieren und den Line-Eingang zu nutzen (wenn er denn symmetrisch ist), der meist keine Phantomspeisun anbietet.

    Christian Tepfer * Monitor-Operator, HF-Betreuer, FOH-Mischer, Klang-Gestalter
    http://klanggestaltung.wordpress.com/

  • Jueof
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    • 24. April 2010 um 08:24
    • #7
    Zitat von "simonstpauli"

    Hast Du es schon mal mit einem Groundlift probiert? Je nach Mischpultmodell ist es auch eine brauchbare Lösung, auf symmetrisch Klinke zu adaptieren und den Line-Eingang zu nutzen (wenn er denn symmetrisch ist), der meist keine Phantomspeisun anbietet.

    Kinke line in und phantom power da. Mit solchen kabeln haben sich schon einige ihre unsymetrischen instrumente zerstört. Da es ja offentsichtlich nur einen betrifft muß der defekt am g2 selber liegen. Das gerät gehört zur reperatur. Vermutlich ein defekt in der elektronischen symetrie ausgangsstufe LG

  • norbert jersch
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    • 24. April 2010 um 10:18
    • #8

    Ich sehe folgende Möglichkeit als "Notoperation: Der Empfängerausgang hat XLR sym und Klinke asym. Das Pult hat Klinke sym als Line-Eingang mit 20dB geringerer Empfindlichkeit. Ich könnte mir vorstellen, dass "Empfänger XLR sym" zu "Klinke sym Pult (line in)" zumindest keinen Schaden verursachen sollte. Unabhängig davon werde ich mal ausloten, was die Reparatur kosten würde.

    Norbert Jersch

  • Online
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    • 24. April 2010 um 10:36
    • #9

    sonst entkoppel die Phantomspeisung doch versuchsweise über einen Kabeladapter...

    (Einfach in die zwei Signaladern jeweils einen Kondensator mit vielleicht 4,7µF in Serie hängen,
    16V Spannnungsfestigkeit sollten genügen.)
    Mit etwas Geschick bekommst Du das ganze sogar in einem XLR-Stecker unter

    Trust it - tilt it! Der universlle Neigeadapter für AV-Geräte auf Traverse: http://www.trusstilt.de
    Analog über Cat Lösungen und Anschlussfelder für Ampracks: http://www.cat-core.deNächster Messeauftritt: 6.-8.10.26 in Hamburg: https://leatcon
    PA-Forums-Treffen: täglich 13:00 bei mir am Stand A2/F06

  • simonstpauli
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    • 24. April 2010 um 10:47
    • #10

    Oder, wenn's schnell gehen muß und am Line-Eingang des Pultes Phantomspeisung aufliegt: DI-Box dazwischen.

    Christian Tepfer * Monitor-Operator, HF-Betreuer, FOH-Mischer, Klang-Gestalter
    http://klanggestaltung.wordpress.com/

  • michael kraft
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    • 24. April 2010 um 13:33
    • #11

    Also ich hatte dieses problem auch mit unseren EW-Strecken. Abhilfe gab es nur mit DI-Boxen dazwischen. Ich habe nun im Rack 4mal den Übertrager NT1 (ca. 10 Euro pro Stück) von Neutrik dazwischen gelötet, und Ruhe war für immer.

    Der Versuch immer aufzupassen, ob da Phantom anliegt oder nicht, ist nicht nur nervig auf die Dauer, sondern ist bei kleinen Mixern manchmal auch einfach nicht zu umgehen.

    Das Problem ist eben der Kondensator des Empfängers, der sich fälschlicherweise auflädt, und nur nach Tagen sich wieder entlädt, und dann ist auch alles wieder OK mit dem Empfänger.

  • norbert jersch
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    • 24. April 2010 um 15:46
    • #12

    Vielen Dank für die Tips - das mit der DI-Box klappt perfekt.! :)

    Noch nicht klar bin ich bei der Frage, ob ich trotzdem reparieren lassen soll oder nicht. Oder: Garantiert eine Reparatur die Beseitung des Problems oder können Bauteileschwankungen es trotzdem wieder erzeugen?


    michael kraft: es geht wohl um den NTE 1? Wie verlötet/symmetriert man den denn - ist doch m.E. asymmetrisch? Abschirmung durchschleifen?

    Norbert Jersch

  • Jueof
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    • 25. April 2010 um 03:49
    • #13
    Zitat von "michael kraft"

    Also ich hatte dieses problem auch mit unseren EW-Strecken. Abhilfe gab es nur mit DI-Boxen dazwischen. Ich habe nun im Rack 4mal den Übertrager NT1 (ca. 10 Euro pro Stück) von Neutrik dazwischen gelötet, und Ruhe war für immer.

    Der Versuch immer aufzupassen, ob da Phantom anliegt oder nicht, ist nicht nur nervig auf die Dauer, sondern ist bei kleinen Mixern manchmal auch einfach nicht zu umgehen.

    Das Problem ist eben der Kondensator des Empfängers, der sich fälschlicherweise auflädt, und nur nach Tagen sich wieder entlädt, und dann ist auch alles wieder OK mit dem Empfänger.

    Da scheint es denn wohl serien streuungen zu geben und es wäre ein entwicklungsfehler. Wie viele der g2 sind denn betroffen?

  • michael kraft
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    • 25. April 2010 um 10:27
    • #14
    Zitat

    michael kraft: es geht wohl um den NTE 1? Wie verlötet/symmetriert man den denn - ist doch m.E. asymmetrisch? Abschirmung durchschleifen?

    jepp, es ist der NTE 1, passiert halt wenn man nur aus dem Gedächtnis was schreibt. ... wir werden halt nicht jünger ... :roll:

    also ich habe im Rack die Anschlußkabel mit den Übertragern versehen, da im Empfänger nicht so richtig Platz ist, und ich beim Wechsel der Generationen nicht immer wieder diese Arbeit machen muss. :) Die XLR-Buchse der Empfänger ist symmetrisch! Desweiteren könnte man so auch die Klinkenbuchse symmetrieren, indem man an die Seite des Klinkenanschlusses die primäre Seite des Übertragers zwischen Masse und Signal lötet, und an der sekundären Seite den Übertrager an Heiß und kalt des XLR-Steckers lötet. Schirm dann an Masse, und schon habe ich eine symmetrische Leitung. 8) (Masse fürs kabel kommt dann vom angeschlossenen Mixer) :P eine DI-Box macht auch nichts anderes! 8)

    Es ist eigentlich kein Defekt der Empfänger, kannst es aber dennoch einschicken. Wird sich aber nichts groß daran ändern. Hab es mit Sennheiserleuten besprochen. Normalerweise sollten solche galvanischen Trennungen eigentlich Serie sein, ist aber bei den EW-Serien halt nicht der Fall. Mich stört es aber auch nicht weiter, da ich mir Abhilfe geschaffen habe.

    Wichtig wäre halt, dass man nicht irgendwelche Übertrager nimmt, sie sollten schon ein gewisses Frequenzspektrum abkönnen.

    Gruß Micha

  • niggles
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    • 25. April 2010 um 21:15
    • #15
    Zitat von "michael kraft"


    Das Problem ist eben der Kondensator des Empfängers, der sich fälschlicherweise auflädt, und nur nach Tagen sich wieder entlädt


    Wer nicht so lange warten will drückt mal kurz ein bißchen Alufolie in den XLR-Anschluß des Empfängers bzw. des angeschlossenen Klinkenadapters und dreht den Squelch raus. Nach ein paar Minuten haben sich die Spannungsverhältnisse in der Ausgangsstufe normalisiert.
    Wenn der Empfänger dann noch immer Geräusche macht hat tatsächlich der Ausgangstreiber einen ab bekommen und muß repariert bzw. ausgetauscht werden. Passiert vor allem dann wenn man alte 100er Empfänger mit einer potenten Phantomspeisung (ältere Pulte von SC und A&H haben da gern mal wesentlich mehr als 48V anliegen wenn der Regler durchgeglüht ist) verbindet. Das geht im Extremfall bis zu geplatzten Elkos und Totalausfall des Empfängers :cry: Betroffen sind hier vor allem die G1 und frühe Serien der G2.
    Abhilfe schafft nur ein externer Trennübertrager. Ich hab aber auch auch schon Empfänger gesehen bei denen man stumpf Pin 1 aus dem XLR-Chassisstecker ausgebaut und die Klinkenbuchse mit Heißkleber zugekleistert hat... :?

    Economics in eight words: "There ain't no such thing as free lunch."

  • norbert jersch
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    • 26. April 2010 um 10:57
    • #16

    Das sind alles sehr hilfreiche Informationen gewesen - Danke!

    Ich habe mal alles für ca. 1 Tag ruhen lassen. Der Funkempfänger läuft jetzt wieder normal, ohne erhöhtes Rauschen. Es scheint also nur ein "Phantom-Problem" zu sein. Ich werde in nächster Zeit mal den NTE 1 einschleifen.

    Zwischen Ausgang der DI-Box und Mixer ist jetzt aber auch keine Spannung mehr vorhanden, so dass ich dort kein Gerät wie den Feedbackdestroyer ohne zusätzliches Netzteil einschleifen kann.

    Alternativ schaue ich mich mal nach einem gebrauchten ew 300 oder 500 um und nehme das alte für meine Aktivlautsprecher-Funkstrecken.

    Gruß Norbert Jersch

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