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Ballasttank und Pyro

  • ADMIN
  • 10. August 2010 um 11:46
  • billbo
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    Beiträge
    3.671
    • 17. September 2010 um 12:33
    • #21

    W. Peter, die Ungenauigkeit hast Du hineingebracht. Dein Krangewicht ist unverzichtbarer Bestandteil der Konstruktion, ohne den der Kran auch unter Idealbedingungen nicht funktionieren kann. Der Ballasttank dagegen eine zusätzliche Sicherung gegen widrige Umstände; sind diese ausgeschlossen, ist er entbehrlich. In der geschlossenen Halle funktioniert das Towerkonstrukt auch ohne, der Kran nicht. Daher ist die unterschiedliche Bewertung der Versagensmöglichkeit nachvollziehbar.

    Ich könnte fast alle Deiner Aussagen unterschreiben – wenn ich dahinter nicht, mal mehr, mal weniger explizit, diese Grundeinstellung durchschimmern sähe:

    Zitat

    1. Es gibt 100% Sicherheit, aber nicht immer und nicht überall.

    Ich behaupte: es gibt niemals 100% Sicherheit. Nirgendwo, zu keiner Zeit. Nicht auf dem Papier (‚verordnet‘), und schon gar nicht in der Praxis.
    (Sicherheits -) Management bedeutet stets, das zu erreichende (Schutz –) Ziel abzuwägen gegen den dafür erforderlichen Aufwand. Es gibt Bereiche/ Branchen (Luft – und Raumfahrt, Seeschifffahrt, Kraftwerksbau, Medizintechnik, ...), da wird aus nachvollziehbaren Gründen überproportional viel Wert auf Sicherheit gelegt. Wert im Sinne von teuer. Schau Dir mal einen simplen Schwachstromsteckverbinder an, der KKW – Spezifikationen erfüllt. Du wirst staunen, was der kosten kann. Es wäre sicherlich vorteilhaft, diesen auch für Durchsageanlagen bei öffentlichen Veranstaltungen zu nutzen. Erhöhte Betriebssicherheit kann auch dort nicht schaden; da aber Ausfallwahrscheinlichkeit, Auswirkungen derselben und Kosten für den Mehraufwand in keinem nachvollziehbaren Verhältnis zueinander stehen wird es nicht vorgeschrieben oder gemacht.
    Trotzdem passieren aber auch dort, wo Sicherheit richtig ins Geld geht, immer wieder Unglücke. Und zwar wesentlich häufiger, als sie systembedingt (mehrfache Redundanz, vielfache sich gegenseitig überwachende Teilsysteme) passieren dürften. Fehlerursache ist fast immer der Mensch, der Sicherheitsregeln nicht versteht, nicht einhält, eine Flut von verordneten Verhaltensregeln als Maßregelung empfindet und in der Folge innerlich auf ‚Dienst nach Vorschrift‘ schaltet. Dort sollte ansetzen, wer sich dazu berufen fühlt; und nicht bei Beton statt Wasser.

    Es gibt keine absolute Sicherheit. Nicht mal dann, wenn ich sicherheitshalber morgens lieber gleich im Bett liegen bleibe. Ich kann sie auch nicht kaufen, für kein Geld der Welt.

    Du handelst nicht zufällig mit Betongewichten oder hast kostenpflichtige Sicherheitsschulungsmaßnahmen im Angebot?

    Mit freundlichem Gruß
    BillBo

    "Okay. Wir machen das mit den Fähnchen."

  • tufkaklto
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    1
    Beiträge
    7.116
    • 17. September 2010 um 14:28
    • #22

    Zitat:
    1. Es gibt 100% Sicherheit, aber nicht immer und nicht überall.


    Ich sehe es wie BillBo

    Es kann niemals 100 %ige Sicherheit geben.
    Hätten wir die, dann würden keine Flugzeuge abstürzen und keine Raumschiffe explodieren.

    Wer in der Praxis in diesem Job wirklich arbeitet, der weiß auch, das es diese Sicherheit niemals geben kann.

    Wir können nur versuchen, diese auf ein vernünftiges Mindestmaß zu reduzieren.
    Diese Ballasttanks werden von genug Statikern in Bühnenkonstruktionen eingerechnet und akzeptiert.
    <Wenn diese ein wirkliches Gefahrenpotential sehen würden, dann wären die niemals erlaubt.

    Wenn sich aber jeder in seinem eigenem Bereich um Sicherheit kümmert und seine Aufbauten / Arbeiten nach bestem Gewissen und Überlegungen durchführt, und für alles, was den eigenen gelernten Zuständigkeitsbereich überschreitet, bzw was man nicht mehr wirklich weiß sondern nur schätzt, einen Fachmann zu Rate zieht, dann wären wir schon mal ziemlich sicher.

    Ich sehe in fehlenden oder falsch aufgebauten Windverbänden ein größeres Problem als an Wassertanks.

    Und das sieht man öfters als Pyro neben diesen Tanks......

    Amp und Boxen Brett _ Die Vuvuzela des Forums

    Ganz großer Fan des " Themen als gelesen markieren " Buttons

  • Hamster
    Beiträge
    223
    • 17. September 2010 um 22:31
    • #23

    Äh... Ich zitiere der Einfachheit halber aus dem deutschen Wikipedia (darf man das?):

    "Das Risiko ergibt sich aus der Multiplikation der Schadenshöhe mit der Eintrittswahrscheinlichkeit bzw. der Gefährdungsrate, je nachdem, ob es sich um ein zeitlich begrenztes Wagnis oder um ein fortdauerndes Risiko handelt, summiert über die verschiedenen Gefährdungen."

    Die Frage nach der Brennbarkeit von Ballasttanks ist zur Bewertung des Risikos absolut notwendig.

    Dazu gehört dann in der Risikobewertung die Feststellung der möglichen Folgen und eine Festlegung auf eine Wahrscheinlichkeit, mit der das passiert. Letzteres ist zugegeben diskussionswürdig. Wenn es aber so ist, das der Verlust des Ballastwassers eine Gefährdung der Bühnenkonstruktion und damit der körperlichen Unversehrtheit von darauf oder davor befindlichen Menschen darstellt, ist der Faktor "Schadenshöhe" so hoch, dass der Faktor "Eintrittswahrscheinlichkeit" gar nicht mehr klein genug sein kann, um das Risiko als Ganzes ignorieren zu können.

    Im Klartext heisst dass: wenn die Wahrscheinlichkeit, dass Pyro den Ballasttank schmilzt, NICHT sehr, sehr, sehr gering (100% sicher: gleich null) ist, muss mit etwas nicht brennbarem ballastiert werden, also z.B. Stahl, Beton, Wassertanks aus Stahlblech oder ganz vielen Feuerwehrleuten.

    Edit: Risikobewertung ist übrigens nicht Aufgabe des Statikers.

    Die Ausgangsfrage war: wie gering ist diese Wahrscheinlichkeit? Ist sie klein genug oder nicht?

    100% Sicherheit kann es nicht geben, es stellt sich wie immer die Frage, zu welchem Preis man dem Ideal "100%" wie nahe kommen kann. Ab einem gewissen Punkt ist es immer billiger, die ganze Sache sein zu lassen, als die entsprechende Massnahme umzusetzen. Das gilt Kernkraftwerken in der Ukraine, Massenveranstaltungen im Ruhrgebiet und möglicherweise für Pyro an wasserballastierten Bühnen.

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