Problem: Das Ordnungsamt freut sich jetzt schon drauf, die kommende Veranstaltung aufgrund zu hoher Lautstärke abzubrechen, und hat ein kleines Einsatzkommando der Polizei schon im Vorfeld extra für die Veranstaltung abgestellt...War wohl letztes Jahr zu laut...Ob ich verhaftet werde? ![]()
Es ist also davon auszugehen, daß das Amt in der Nachbarschaft Messungen durchführen wird. Da die geforderten 50dB (oder sind es 60?) beim nächsten Nachbarn die Veranstaltung eigentlich sinnlos und überflüssig machen, wurden schon mal folgende Maßnahmen getroffen:
Am Start sind sehr eng abstrahlende (40mal30) Hornsysteme, die genau auf die ZuhörerInnen ausgerichtet werden, sowie mindestens 2 Delayspeaker an unterschiedlichen Stellen des Geländes.
Konkrete Frage: Ist es möglich, mir einer speziellen frequenzselektiven Energieverteilung im Mix die Pegelmesser zu narren bzw. weniger anzeigen zu lassen? Was nervt die Nachbarn am meisten: Bässe? Stimmen? Gitarren?
Nicht daß ich solche Veranstaltungen nicht schon desöfteren machen musste, jedoch freue ich mich über extravagante und schlaue Tipps und Tricks zu diesem Thema.
Grüße vom Toff
Tipps zu Beschallung unter Lärmschutzauflagen?
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Bei uns ist es so, daß die Anwohner sich meist über den "zu lauten" Bass beschweren...
Der Bass fließt ja i.d.R. nicht die Messung ein (Bei uns misst das Amt A-Bewertet)...
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wenn du dich bei den Kollegen besonders unbeliebt machen willst kanst du folgendes versuchen: (wenn das hinhaut, seid ihr zumindest für dieses Jahr alle Sorgen los)
Zitat aus dem Tontechniker-Forum (http://f11.parsimony.net/forum16949/)
Zitat von "Rainer"Alles anzeigen
Geschrieben von Rainer am 16. März 2003 21:05:37:Als Antwort auf: dB-Beschränkung geschrieben von Noelch am 15. März 2003 18:59:25:
Hallo Noelch,
Mein guter Rat in solch einem Fall: Lasse Dir von diesen Ordnungshütern unbedingt das Meßgerät zeigen und achte darauf, ob es PTB-Zulassung hat (erkennbar an dem umgekehrten stilisierten "S" mit den 2 Zahlen drin) und achte unbedingt darauf, daß das Ding eine gültige Eichplakette trägt und von der Eichbehörde versiegelt ist !!! Ist dies nicht der Fall, dann jag' diese Meßknechte bis vor die Tore Ekrons! Jag' sie daß sie die Schlappen verlieren!
Eine Messung die rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen kann - ich schrieb es kürzlich in einem weiter unten stehenden Thread - setzt eichpflichtige Meßgeräte voraus.
Ich schreibe das nicht aus Wichtigtuerei, sondern weil ich die Beóbachtung gemacht habe, daß bei Ordnungsämtern anscheindend so manches Ding gedreht wird, was am Rande der Legaltiät liegt. Dazu ein Beispiel: Ich habe über mehrere Monate hinweg eine Gruppe eines Ordnungsamtes beobachtet bei ihren Geschwindigkeitsmessungen mit einer Eso-Lichtschranke. Und da ich von denen 1 mal geblitzt worden bin, habe ich mir dies Burschen besonders vorgeknöpft: ich habe mir den Eichschein des Gerätes kopieren lassen und ich habe ein polizeiliche Anzeige erstattet wegen Kennzeichenmißbrauch: die haben nämlich bei ihren Messungen 3 verschiedenen Autos benutzt - jedemal ein anderes. Aber: jedesmal das selbe Autokennzeichen! Und das war der Aufhängepunkt. Seit der Anzeige fahren sie nur noch mit ein und dem selben Auto.
Das zweite: Als ich kürzlich tanken mußte, sah ich an den Zapfsäulen der Tankstelle ungültige Eichplaketten! Noch von 2002. Eigentlich hätte ich die Zahlung verweigern müssen.
Daher also: Immer darauf achten, daß das Gerät gültig geeicht ist, sonst ist die Messung ungültig.
Grüße
Rainer -
Zitat von "PA-Peter"
Der Bass fließt ja i.d.R. nicht die Messung ein (Bei uns misst das Amt A-Bewertet)...
Ich hoffe, anderswo auch, steht schließlich so in der TA Lärm.
Für diejenigen, die gerade die A-Bewertungskurve nicht im Kopf haben:
100 Hz: - 18 dB
50 Hz: - 30 dB
20 Hz: - 50 dBAlso, lass Dir von tthorsten den EQ einstellen, dann pass das...

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Untenrum geht bei A-Bewertung schon einiges. Nur nicht zimperlich sein.
Weiterhin ist wichtig, daß in einem - weiß nicht genau wie - bemessenen Zeitraum nur wenige Pegelspitzen auftreten dürfen, die über dem Nennwert liegen.
Der Trick ist also, möglichst undynamisch zu mischen.
Problem hierbei ist meist der Gesang. Da hilft Ducking. Einfach einen Aux-Weg auf den Sidechain-Return eines Kompressors legen, der in eine Subgruppe eingeschliffen ist. Auf diese Gruppe routet man nun Voice-Killer wie z.B. Gitarren oder Keyboards. Den Aux-Weg post Fader z.B. beim Gesang soweit aufdrehen, daß er Gitarren und Keyboards beim Einsatz sozusagen wegdrückt.
Damit kannst Du den Gesang mal locker 3dB leiser fahren und er ist trotzdem vorne.Ach, noch was: Tops auf jeden Fall auch vertikal einwinkeln, das wird oft vergessen.
Auch ist es oft nur eine Resonanz, die weit trägt. Vielleicht mal in der Umgebung hören gehen und entsprechend am EQ drehen.
Gruß JAN -
Schon mal thanx für die Antworten.
tonzwerg: Klar, vertikales Ausrichten ist selbstverständlich. Der Veranstalter wollte durchsetzen, daß nur kleine PS15mäßige Tops wegen der schlanken Optik aufgestellt werden, doch gerade mit Hinweis auf die bessere enge vertikale Directivity der großen Horntops ließ er sich von dieser "optisch lauteren" Lösung überzeugen. Das mit dem Ducking wollte ich durch einen TC Finalizer in der Summe lösen, der kann das auch ganz gut. Guter Tip übrigens mit den Resonanzen.@all: Scheint ja ein interessanter Zwiespalt bzgl. der Bässe zu sein. PA-Peter verstehe ich zwar so, daß gerade weil die Bässe mangels Erfassung durch Messfilter lauter aufgedreht werden können, die Anwohner bassgenervt sind.
Meine Erfahrung ist allerdings, daß auch bei einem "ausgewogenen" Mix die Bässe nerven.Also abwägen:
Entweder erst gar nicht nerven -> Bässe leiser -> niemand beschwert sich.
Oder nerven mit lauten Bässen -> tausend Beschwerden -> auf die Gewichtung des Filters bauen... ??
Zur Dynamik: Gucken die Männer vom Amt kritisch auf jede Pegelspitze? Dann natürlich undynamisch mischen. Oder mitteln die? Kommt wahrscheinlich auf den Aufwand an?
In vier Stunden gehts los, werde hinterher mal berichten.
Grüße vom Toff
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Nene, die Bässe drehe ich auch nicht weiter auf als sonst!
Die Anwohner beschweren sich halt immer über den Bass (haben mal bei ner größeren Sache dem direkten Nachbarn fast das Gläserregal geleert)...
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Wo wird denn da eigentlich gemessen? So einem Meter vor einem Stack oder in einer bestimmten Entfernung? Wenn in größerer Entfernung gemessen wird könnte man ja vielleicht die Phase von einem Stack drehen so das es zu auslöschungen kommt. Wenn die Vögel dann weg sind kann man ja alles wieder in den originalzustand versetzen.
Gibts die TA Lärm eigentlich irgendwo online? -
Zitat von "Oliver"
Gibts die TA Lärm eigentlich irgendwo online?
Ja.
Einfach "TA Lärm" in Google eingeben....
http://www.umweltbundesamt.de/laermprobleme/anlagen/talaerm.pdf
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Toff:
Wenn die eh am Messen sind, dann ist der Zug mit "wenig Bass, dann beschwert sich keiner" sowieso abgefahren. Da werden sich Leute solange beschweren, wie irgendwo Licht brennt.
Das mit der Summenkompression funktioniert zwar, allerdings hauen Dir dann die lauteren Signale (z.B. Gesang) das ganze Fundament weg, was den Sound etwas schwammig macht,. Deswegen gebe ich nur den Mitten-Matsch-kram auf die Ducking-Gruppe. Das funktioniert sehr gut, ich mache das inzwischen fast immer bei Konzerten so.
Relevant ist bei so einer Sache, mit den verantwortlichen Meßtrupps zusammenzuarbeiten und entsprechend zu reagieren, wenn sie etwas sagen.
Ich habe mir damals bei einer Stadtfest-Geschichte einfach mit denen ausgehandelt, daß wir 90dB (a) am FOH nicht überschreiten und dabei blieb es auch größtenteils. Da dann alle Fremdmischer von den Bands das leider nicht geschafft haben, stand ich am Ende recht gut da und man sah, da0 ich bereit war, zu kooperieren. Und so ging's dann eigentlich recht gut. -
So, der Job ist gelaufen. LAAAAAANGWEILIG! FEIGLINGE! Keine SEKs, keine Messtrupps, keine Beschwerden. Nichts! Und das entgegen vorheriger persönlicher Auskünfte des Ordnungsamtsobermäcs... ts ts.
Jetzt in ernsthaft: Man sollte sich dann doch öfter mal selbst per Pegelmesser kontrollieren. Ich habe mir max. 95 / durchschnittlich 92 dB (A) am FOH auferlegt, was entgegen einiger Vorurteile durchaus druckvoll klang. Bilde mir ein, entspannter als sonst nach Hause gekommen zu sein.
Interessant wird’s in den Bässen: Die A-Bewertung nimmt in der Praxis (Zahlen siehe ADMINS Posting) derart viele Tiefen raus, daß der Pegelmesser in A-Einstellung kaum Unterschiede bei drastisch differierenden Basspegeln anzeigt. Die „Nervigkeit“ von Bässen ist also so kaum einschätzbar. Mit C-Bewertung lagen die Pegel zwischen 105 und 110 dB am FOH, eben je nach im Mix angelegtem Fundament.
Ich habe vorsichtige Basspegel gefahren, und als auch nach 2 Stunden nicht eine Beschwerde kam, durfte die letzte halbe Stunde des Konzerts etwas lauter und bassiger werden. Ergebnis u.a. auch ein zufriedener Veranstalter („mußte sonst öfter schon mal hohe Strafen zahlen und kriege sonst dutzende von Beschwerden bei ähnlichen Veranstaltungen“), was sich in sofortiger Neubuchung fürs nächste Jahr niederschlug.tonzwerg: Genau das Fundament lässt der Finalizer aufgrund der Mehrbandtechnik relativ unangetastet. Sonst wäre er sein Geld und die Anwendung in der Summe kaum Wert...
Andererseits fordert deine Gruppenduckinglösung natürlich meinen Spieltrieb heraus... Habe sowas mal mit Bassdrum und E-Bass gemacht, das funktioniert auch ganz gut.Gruß vom Toff
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Das Problem bei den Baßlautstärken ist halt, daß sie zwar nicht gegen die Lärmbestimmungen verstoßen, trotzdem aber sehr weit tragen und eben wahrgenommen werden. Ich vermute allerdings, daß bei 90% der Leute, die sich wegen dem Baß beschweren, die Meßwerte völlig in ordnung wären. Aber da mißt ja dann keiner. Außerdem darf ja dann auch kein Flugzeug drüberfliegen oder ein Auto vorbeifahren oder so...
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Ja Lautstärken Beschränkungen etc. werden uns allen noch sehr viel Spass machen.
Ich hab es ja schon gerochen.