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Schülerchor "laut" bekommen

  • HeikoB
  • 6. Dezember 2012 um 22:48
  • HeikoB
    Verifiziert
    Beiträge
    3
    • 6. Dezember 2012 um 22:48
    • #1

    Hallo zusammen,

    ich habe immer mal wieder ein Problem:

    Unsere Schule hat einen Chor, je nach Veranstaltung 10..30 Personen stark. Meist sind das doch recht schüchterne "Persönchen" die versuchen so leise wie nur möglich zu singen. Trotz meiner Aufforderung klappt das leider nie so wirklich.
    Als Location haben wir zuerst die Sporthalle, Akustikdecke, also im Prinzip unproblematisch und dann unterschiedliche Kirchen.
    Bisher habe ich folgendes probiert:
    PA: HK Audio 2KW
    Delay Line, AKG C1000S (4 Stück)
    sonstiger Kleinkram
    Der Chor wird von einer Schülerband dr, b, g, g begleitet und ist fast gar nicht zu hören.
    Wo stelle ich welche Mikrofone hin um das maximale aus dem Chor raus zu holen.
    Also ne Band abzunehmen und zu mischen bekomme ich hin, beim Chor verzweifle ich.
    Wäre dankbar über hilfreiche Tipps, bitte nicht: Die sollen lauter singen, das funktioniert nicht, leider.

    Grüße Heiko

  • Audiowerk
    Verifiziert
    Beiträge
    2.757
    • 6. Dezember 2012 um 23:54
    • #2

    Hier wird wieder eine seitenlange Diskussion losbrechen, wie wir die schon tausendmal gehabt haben. Vielleicht kommt sogar einer, der erklärt, dass das ohne Schoepsmikrofone nicht geht :lol:. Daher will ich es mir zur Aufgabe machen, hier pragmatisch zu reagieren:

    Stell die vier C1000 nebeneinander im etwa gleichen Abstand (aus optischen Gründen) vor den Chor. Richte sie horizontal in Richtung der Sänger aus, vielleicht so auf 2,10m Höhe, ganz leicht nach unten abgewinkelt. Die oft zu sehende Abnahme von schräg hoch oben macht mehr Atmo und sorgt für ein undifferenzierteres, verwascheneres Klangbild, bei dem man Texte nicht mehr so deutlich verstehen kann. Für eine Choraufnahme in der Kirche kann das das Mittel der Wahl sein, live würde ich das nicht machen. Lote die Grenze zwischen verschmelzungsfähigem Chorsound und Closeupmiking aus. Es gibt räumliche Abstände, bei denen der Techniker schon erste Einzelstimmen heraushört, aber insgesamt noch ein gut gemischtes Klangbild entsteht. Dem Publikum fällt das nicht auf, die sehen Leute und wundern sich nicht, dass sie deren Stimmen hören (obwohl sie eigentlich ein undifferenziertes Konglomerat solcher wahrnehmen sollten). Du hast dadurch noch etwas mehr Druck auf den Leitungen gewonnen. Viele Chorabnahmen in dieser Liga scheitern mit mangelnder Lautstärke oder koppelndem Gepfeife oft daran, dass die "Techniker" das angehen wie beim Fernsehen: Mikrofone mit maximal ausgezogenem 210/2 hoch oben in der Luft, als ob sie Flugzeuge abnehmen wollten - oder aus welchen Gründen auch immer fünf Meter vor dem Chor. Die härteste Variante kommt immer von den SAE-Trotteln, die sowas mit XY-Schiene machen und dummes Zeug dazu faseln.

    Und nimm Abstand davon, dass du einen säuselnden Chor mit deiner Technik rock'n'roll-tauglich lautdrehen kannst. Versuche es gar nicht erst - es endet sowieso im Desaster. Es klingt scheiße und pfeift und hupt. Du kannst stützend verstärken und dem Chor etwas mehr Durchsetzungsfähigkeit verleihen... mehr ist nicht drin. Erst recht nicht, wenn die Choristen meinen, jetzt, wo da Mikros stünden, bräuchten sie schon gar nicht mehr laut und kräftig zu singen. Sowas kriegt man aus der Laienbagage einfach nicht raus. Die sehen vier Mikrofone und denken, jetzt erbebt der Konzertsaal von der Lautstärke des stimmlich Dargebotenen.

    Lass dir nichts erzählen, dass du neue Mikrofone kaufen musst. Bis du in die Liga vorstößt, in der andere Wandler handfeste Vorteile wie Gain before feedback verschaffen, hast du Ausgaben von vierstelligen Eurobeträgen vor dir. Das ist hier indiskutabel. Deine C1000 sind Brot-und-Butter-Material, aber nicht schlecht und man kann damit einen Chor vernünftig abnehmen, wenn nicht gerade der WDR mit dem Ü-Wagen da ist.

  • karel noon
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    • 7. Dezember 2012 um 00:16
    • #3

    noch pragmatischer: nimm die mikros weg, setze die freundinen (angebetete) der drei/vier "rudelführer" in den sall und probe so, entweder kommt nichts mehr,
    dann mußt du eben andere zum "rudelführer" machen, oder es gibt plötzlich volle dröhnung, weil sich da jemand beweisen möchte.

    mit anderen worten, außer näher dran mit den mikros (ja, die bestehenden, außer man schenkt dir was besseres) bleibt eben nur psychologie um den chor lauter singen zu lassen. da hilft alle technik der welt nichts.

    Privater Account mit meiner persönlichen Meinung.

    Sollte es ein Problem mit meiner Neutralität zu einem Thema geben mache ich das im Beitrag kenntlich. :thumbup:

    http://www.noon.ruhr

    Application Support Engineer - HK Audio

  • simonstpauli
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    • 7. Dezember 2012 um 00:17
    • #4

    Etwas Präsenz kannst Du dem Chor geben, "laut" muß er sich selbst machen. Und der Chor muß vom Chorleiter getreten werden, laut zu singen und auf gar keinen Fall wegen der Beschallung verhaltener zu sein. Dann geht das in die Hose. Die Band in ein Plexiglasaquarium zu packen ist keine Option, denke ich.

    Und ja, das geht auch mit C1000S, genau so, wie Audiowerk das beschrieben hat. Im Notfall geht es auch mit 3 "irgendwelchen" Condensern.
    Eine weitere relativ kostengünstige Lösung mit etwas mehr Kanälen: 1 SM58 pro 2 Chorsänger. Damit geht auch etwas mehr Verstärkung, aber auch in diesem Fall beginnt der Sound an der Quelle, d.h. der Chor muß singen

    Christian Tepfer * Monitor-Operator, HF-Betreuer, FOH-Mischer, Klang-Gestalter
    http://klanggestaltung.wordpress.com/

  • Loloverde
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    • 7. Dezember 2012 um 00:26
    • #5

    Howdy

    Audiowerk hat das schonmal gut zusammengefaßt: So nah ran an die Quelle wie möglich. Wenn es nur 12 Sänger sind, könnte man sie in Dreier-Gruppen um die vier Mikros stellen.
    Man kann die Chormikros auf eine Gruppe geben und diese Gruppe dann entsprechend entzerren. Das spart das ständige nachkorrigieren in vier verschiedenen Kanälen. Ich würde die Mikros auch nicht im Panorama verteilen. Sonst ist das Mikro rechts noch lauter auf dem rechten Lautsprecher. Bin aber eh ein großer Verfechter von Mono im Konzertsaal. Wenn die Rückkopplungen wirklich nicht in den Griff zu bekommen sind, kann man die Mikros auch entgegen der Bühnenplazierung im Panorama verteilen (rechtes Mikro mehr nach links).

    Aber mein Zweckpessimismus sagt mir, daß du im Angesicht der mitspielenden Band eh keine Chance hast. Ich hätte aber auch keine ;)

    Gruß
    Rainer

    http://www.thewhitelodge.de

  • kob1
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    • 7. Dezember 2012 um 05:57
    • #6

    Hi,

    viel Richtiges ist schon gesagt worden, hier noch mal mein Senf dazu:

    Das Problem ist dass du den Chor nicht "Laut" bekommst, dh
    -) Mics ran, PA weit weg (ohne die Ortung komplett zu zerstören)
    -) in Gesangsstimmen mikrofonieren, ohne dass der Chor die Aufstellung großartig verändern muss (das ist ungewohnt und bringt meistens noch weniger Pegel)
    -) bei Männerstimmen die "guten" raussuchen und bevorzugen, ev. dort mit 58ern
    -) die PA auf Linie der Mics verzögern
    -) EQ deiner Wahl in die Mic Gruppe und die ersten 3,4 Freq die koppeln rausziehen (erst wenn die Aufstellung fertig ist!)
    in diffusen Umgebungen kann man den LoCut recht hoch ansetzen und oben ein bisschen nachhelfen.

    Jetzt noch aufpassen, dass nicht zuviel Band in die Chormikros kommt, dem Drummer das Holz verstecken und B und G die VolumePotis abmontieren.

    Viel Erfolg!

    LG

  • zegi
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    • 7. Dezember 2012 um 07:40
    • #7
    Zitat von "kob1"


    -) Mics ran, PA weit weg (ohne die Ortung komplett zu zerstören)

    Ich würde die PA möglichst so positionieren, dass sich der Chor nicht über die PA hört, sondern evlt. nur die Band über Monitore. Ansonsten gibt's immer den Effekt "Huch, ich höre mich über die Lautsprecher, ich singe vorsichtshalber lieber noch leiser..."

    Hört aber der Chor die Band relativ laut, kann es den gegenteiligen Effekt haben.

    Der Ton macht die Musik.

  • Jeremy
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    • 7. Dezember 2012 um 08:29
    • #8

    Du stehst vor dem ganz alten Problem mit den Chören: Man kann die zwar mit einem relativ hohen technischen Aufwand einigermaßen laut bekommen, aber selbst wenn Du jedem einzelnen Chormitglied ein 500-EUR-Headset an die Backe klebst, das ganze vom absoluten Chorprofi über die höchstmoderne Luxus-PA samt exqusisitem Pultplatz regeln lässt, wird es sich immer noch nach leisen Stimmchen anhören, wenn das eben leise Stimmchen sind. Schaffst Du (oder der Chorleiter) es dagegen, dafür zu sorgen, dass die den Stöpsel aus dem Kehlkopf ziehen und herzhaft Gas geben, dann kommst Du mit einem Bruchteil des Aufwandes zu einem erheblich besseren Ergebnis.

    Ein Chor, der sich als solcher versteht (sich also nicht als reines Vokalensemble betrachtet), muss zunächst mal unplugged funktionieren. Das gilt insbesondere auch für die Band im Zusammenspiel mit dem Chor. Die Defizite, die hier im Bereich der Arrangements und der Probenarbeit offenbleiben, wirst Du mit keiner Technik der Welt ausgleichen können. Ich habe Dich so verstanden, dass es dabei um Schüler geht. Das sagt mir, dass die bei der Chor-Geschichte nicht nur Spass haben, sondern eben auch was lernen sollen. Das, was es hier zu lernen gibt, besteht für mich vor allem darin, dass man eigene Defizite eben gerade nicht nur von einem dazubestellten Dienstleister "wegmachen lassen" kann, sondern dass man zunächst mal den eigenen Teil ordentlich zu liefern hat, bevor andere was dran drehen sollen. Das gilt insbesondere auch für die Band. Haben die verstanden, dass sie einen Chor *BEGLEITEN*? Oder sehen die im Chor bloß die Backgroundvocals der Band?

    Ich habe bewusst darauf verzichtet, irgendwelche wirklich technischen Ratschläge zu geben, denn das, was Du damit wirst beeinflussen können, ist nur ein winziger Teil dessen, was schon vorher passieren sollte. Danach wird's einigermaßen unproblematisch (nicht direkt völlig trivial, aber mit Sachverstand und Spucke gut in den Griff zu bekommen, und zwar unabhängig von irgendwelchen Markennamen).

    (Edit: typo)

    Harvard'sches Gesetz für Tierversuche: "Unter sorgfältigst kontrollierten, dokumentierten und jederzeit reproduzierbaren Laborbedingungen verhalten sich Versuchstiere immer so, wie es ihnen gerade passt."

    2 Mal editiert, zuletzt von Jeremy (7. Dezember 2012 um 10:03)

  • LC2412
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    • 7. Dezember 2012 um 09:20
    • #9

    +1 :idea:

  • oton
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    • 7. Dezember 2012 um 10:13
    • #10

    +2

    Bei solchen Beschallungen würde ich auf jeden Fall mit Einzelmikrofonierung handgehalten plädieren. SM58 Kopien aus den Netz, Conrad, schietegal. Zur Not mit y-Kabeln zusammengefasst wenn die Kanäle nicht reichen. Es wird nicht "schöner" klingen, aber du bekommst es laut. Und ein paar singen dann ja doch laut, das klingt zwar nicht so nach "Chor", darauf kommt es in solchen Situationen aber auch nicht an. Anwesende Elternteile bei Schulveranstaltungen bekommen schon orgastische Zustände wenn man ihren Sprössling nur hört ... den Rest biegt die Liebe zum eigenen Fleisch und Blut auf der Bühne schon gerade ... :D

    Die allgemeinen Tips zu "wie singt ein Chor" sind zwar richtig, aber meistens hat gerade ein Beschaller keine Zeit, um noch schnell 20-30 Leute tiefenpsychologisch aufzurüsten. Da ist es besser, einen guten Witz in Petto zu haben, entspannte gut gelaunte Chöre singen doppelt so gut ... :wink:

    vielleicht ein paar Drummer- oder Bratschistenwitze, je nach Muikprogramm und Begleitband .. das zieht immer ... :D:D:D

    oTon Music - Marcus Thiel - Hilsbrunnenstrasse 8 - 76530 Baden-Baden

    http://www.popakademie.de
    http://www.otonmusic.de
    http://www.event-akademie.de

  • lisa f.
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    • 7. Dezember 2012 um 13:31
    • #11

    +11

    Ich habe Deinen Eingangspost schon gelesen und verstehe, dass Du das nicht hören willst - aber Du kommst nicht drum herum, dass der Chor erstmal liefern muß. Man kann das mit denen üben - und man kann mit denen auch Mikrofonsingen üben, einzeln und im Ensemble, damit sie ihre Angst davor verlieren. Ein Mikrofon kann einem Sänger nur helfen, es ersetzt nie seinen Auftrag, erstmal zu singen. Das gilt für Kinder und Jugendliche genauso wie für Erwachsene.

    Da Ihr eine Schule seid habt Ihr bestimmt die Chance, mit den SchülerInnen das verstärkte singen zu üben, damit es am Ende so normal ist wie jede Chorprobe. Dazu einen Tipp: Beim üben einen dezenten Hall drauf tun.

  • andy006
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    • 7. Dezember 2012 um 14:06
    • #12

    Hallo,
    tontechnisch ist hier alles gesagt und auch wenn Du es nicht hören willst ....no input - no output.

    Allerdings erinnere ich mich an meine Chorzeit ganz gut und an die Zeit der Stimmbildung und Atemtechnik. Das Ergebnis war ein ordentliches Maß an output.

    Da vielleicht mal ansetzen??? :wink:

    Grüße der Andy

    Wer Augen hat der höre ------- besser?

  • Online
    ds-audio
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    • 7. Dezember 2012 um 14:11
    • #13

    Moin

    Chor lauter singem
    und
    Band leiser spielen(vielleicht E-Drums)

    oder anderen Job suchen.

    Gruß
    Dieter

    http://www.ds-audiomobil.de
    ___________________

  • Jens Droessler
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    • 8. Dezember 2012 um 01:54
    • #14

    Muss das sonderlich schön klingen oder hauptsächlich laut, also hörbar sein? Wenn letzteres: Was hast du für ein Mischpult? Gibts da Subgruppen?

    Wenn ersteres: Wie lang ist deine Peitsche? :D

  • Audiowerk
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    • 8. Dezember 2012 um 02:00
    • #15

    Kollegen, ob jetzt Mischpult, Subgruppen, Mikros - das ganze Gequatsche über den technischen Popanz ist müßig. Man kann es nicht schöner subsummieren als wie folgt:

    Zitat von "andy006"

    no input - no output

  • Jens Droessler
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    • 8. Dezember 2012 um 02:47
    • #16

    Wie genau hilft das einem Techniker, der eben einen leisen Chor auf der Bühne hat? Wenn ich z.B. ein Weinfest betreue und da nunmal der Grundschulchor der Nachbarschule nebenan auftritt, nehme ich mir sicherlich nicht vorher eine Woche Zeit, um denen beizubringen, wie man laut singt. Da komme ich hin und dann wird technisch das Beste draus gemacht!
    Manche Leute hier haben vielleicht einen Stand in unserer Branche, wo sie sagen können "Ist doch nicht mein Ding, wenn die nix rausbekommen. Pah!", die meisten könnens aber nicht. Und trotzdem wird hier jeder so behandelt! Der Threadstarter hat doch klar beschrieben, dass er eine andere Lösung sucht als den chor zu mehr Pegel zu peitschen. Auch wenn das die bessere Lösung ist, warum muss jeder andere Vorschlag im Keim erstickt werden?

  • Audiowerk
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    • 8. Dezember 2012 um 13:17
    • #17
    Zitat von "Jens Droessler"

    Da komme ich hin und dann wird technisch das Beste draus gemacht!


    Völlig richtig, da pflichte ich selbstverständlich uneingeschränkt bei. Die Grenzen aber, die die Physik dem "Besten" setzt, sind in diesen Fällen stets sehr eng gesetzt, Optimierungsmöglichkeiten sind nur marginal vorhanden. Und ich bin der Ansicht, dass man den Kollegen, die da noch keine praktische Erfahrung mit haben, das klar sagen muss. Dies mit dem Zweck, dadurch (hoffentlich) zu vermeiden, dass wilde Experimente und schlaue Ratschläge vor Ort umgesetzt werden und es eben pfeift und hupt wie Sau oder der Sound blechern und tonnig klingt. Das ist alle Male schlimmer als ein geringer Pegel aus der Beschallung und sorgt oft für Ärger mit Chorleitern, Laienmusikern, Musikschullehrern etc., den man auf so einem Job einfach nicht braucht. Man kann mit diesen technisch Unbeleckten nicht fachlich diskutieren - die hören eine Rückkopplung nach der nächsten und werden darüber garstig; zu Recht. Also alles mit Zurückhaltung und Contenance durchführen und nach Brot-und-Butter-Manier arbeiten. Keine Experimente! Es wird sonst auch vor dem Publikum einfach nur peinlich.

  • tufkaklto
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    • 8. Dezember 2012 um 13:59
    • #18
    Zitat von "Jens Droessler"

    Wie genau hilft das einem Techniker, der eben einen leisen Chor auf der Bühne hat? Wenn ich z.B. ein Weinfest betreue und da nunmal der Grundschulchor der Nachbarschule nebenan auftritt, nehme ich mir sicherlich nicht vorher eine Woche Zeit, um denen beizubringen, wie man laut singt. Da komme ich hin und dann wird technisch das Beste draus gemacht!
    Manche Leute hier haben vielleicht einen Stand in unserer Branche, wo sie sagen können "Ist doch nicht mein Ding, wenn die nix rausbekommen. Pah!", die meisten könnens aber nicht. Und trotzdem wird hier jeder so behandelt! Der Threadstarter hat doch klar beschrieben, dass er eine andere Lösung sucht als den chor zu mehr Pegel zu peitschen. Auch wenn das die bessere Lösung ist, warum muss jeder andere Vorschlag im Keim erstickt werden?


    Großteils Zustimmung.

    Ich habe auch als Techniker keine Chancen, wenn ich wo bin und so ein Chor läuft auf.

    Das man das beste draus macht, sollte logisch sein, alles Andere ist unprofessionell.
    Allerdings muß man auch manchmal klar erkennen, wenn man nichts ausrichten kann.
    Es gilt trotzdem das NINO Prinzip. No Input, No Output.
    Und das man im Vorfeld was ändert, da hat man meist wenig Einfluss darauf.
    Wenn, dann schafft das der Dirigent oder Chorleiter.
    Wenn nämlich die Schüler zur Show kommen, und die sind ängstlich, dann werden sie leise.
    Daran scheitert dann der Techniker.
    Aufstellung der Band und deren Monitore wäre ein Thema, schau bloß, das die Dir nicht mit irgendwas Richtung Mikros spielen.

    Viele guten Tips wurden schon genannt, Mikros möglichst nah, C1000 rangieren bei mir ganz unten auf der Liste, wenn es aber nichts anders gibt, dann die nehmen, NT5 sind auch ein Tip.

    Amp und Boxen Brett _ Die Vuvuzela des Forums

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  • Audiowerk
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    • 8. Dezember 2012 um 17:49
    • #19
    Zitat von "klauston"

    Das man das beste draus macht, sollte logisch sein, alles Andere ist unprofessionell.
    Allerdings muß man auch manchmal klar erkennen, wenn man nichts ausrichten kann.


    Und ab da ist es entscheidend, was man tut: professionell weiterarbeiten! Das bedeutet: man fängt nicht an, hektisch zu werden, andere Mikrofone hervorzukramen, mit Stativen herumzutanzen oder wie bekloppt an Kanal-EQs oder grafischen Klangregelwerken in Masterwegen herumzufingern, bis am Ende die Übertragungskurve einem Abbild der Vulkaneifel im Großraum Gerolstein ähnelt. Meine Erfahrung ist ganz klar: ab dem von Klaus genannten Point of no Return ein radikales Finger-weg-Gebot, selbst auferlegt. Und dann die Show pannenfrei an sich vorüberziehen lassen.

  • Jeremy
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    • 8. Dezember 2012 um 19:05
    • #20

    Nochmal zurück zum Ausgangspost:

    [quote="HeikoB, für den dies hier der erste Post war,"]Unsere Schule hat einen Chor, je nach Veranstaltung 10..30 Personen stark. [/quote]
    Es geht also nicht um irgendeine Schule, sondern um diejenige, die der Fragesteller scheinbar immer noch besucht.

    Jedenfalls trifft er öfter auf den CHor, was hieraus hervorgeht:

    Zitat

    Trotz meiner Aufforderung klappt das leider nie so wirklich.

    Nochmal ein Indiz für eine Schule:

    Zitat

    Der Chor wird von einer Schülerband dr, b, g, g begleitet und ist fast gar nicht zu hören.
    ...cut...
    Wäre dankbar über hilfreiche Tipps, bitte nicht: Die sollen lauter singen, das funktioniert nicht, leider.

    Heiko ist auf der Suche nach einer Lösung, die im schulischen Rahmen mit schulischem Sänger- und Technikerpersonal klappt. Das heißt im Regelfall, dass über die bereits beschaffte Technik hinaus normalerweise kein zusätzliches Budget zur Verfügung steht. Sollte es anders sein, dann nicht unbedingt um so besser, denn die Folge einer aufwendigeren Annahme ist nur, dass man es auch wirklich bis in die letzte Reihe hört, wie dünn die Stimmchen sind.

    Nicht alles, was hinkt, ist gleich ein Vergleich, aber ich greife doch mal zu einem:

    "Wir haben an unsere Schule einen Klavierspieler, der bei schulischen Veranstaltungen oder auch mal in Kirchen auftritt. Leider traut der sich kaum, die Tasten zu drücken, und es bleibt immer an mir hängen, ein Klavier aufzustellen, das lauter rüberkommt. Wäre es besser, statt des vorhandenen Kawai GW-20 mit einer E-901 Grenzfläche drin einen Bösendorfer 290 Imperial samt DPA-4099-Mikrofonierung aufzustellen, damit man ihn besser hört?"

    Nein. Es wäre nicht besser. Zumindest nicht in diesem Zusammenhang. Wenn da Gonzalo Rubalcaba auf der Bühne steht, sieht es ganz anders aus, aber nicht hier.

    Meine Empfehlung bleibt die gleiche: Packt das Problem an der Wurzel an. Probt grundsätzlich nur noch mit Band und Anlage und holt nach und nach jeden der Sänger von der Bühne, um sich das anzuhören (einer mehr oder weniger scheint ja da oben eh nicht zu fehlen). Sollte der Weg zur Besserung schon an der ersten Selbsterkenntnis scheitern, dann sollte man auch die Konsequenzen ziehen und sagen, dass eine Verstärkung so lange nicht stattfindet, wie die Defizite *VOR DEM MIKRO* nicht behoben sind. Punkt, Schluss, aus. Möglicherweise holen die sich dann jemanden von außen, der dann mit anderen Mikrofonen, anderer Erfahrung und anderem Knowhow irgendsowas wie eine Chorabnahme zustandebringt. Das wird dauern, nicht einfach sein, Geld kosten, nicht gut aussehen, Aufwand verursachen und trotzdem nicht wirklich optimal klappen.

    Wenn man überhaupt irgendwo die Möglichkeit hat, auf einen Laienchor schon im Vorfeld einzuwirken, dann doch wohl hier an der Schule, wo sowohl Sänger als auch Techniker vor Ort sind und sich zusammenraufen können, oder etwa nicht? Aber es scheint ja vereinzelt körperliche Schmerzen zu verursachen, wenn man zugeben muss, dass auch mit der eigenen heiligen Technik-Kuh und vor allem mit dem eigenen Knowhow nicht jedes Beschallungsproblem zufriedenstellend gelöst werden kann.

    Jetzt aber Ende der Tirade.

    Harvard'sches Gesetz für Tierversuche: "Unter sorgfältigst kontrollierten, dokumentierten und jederzeit reproduzierbaren Laborbedingungen verhalten sich Versuchstiere immer so, wie es ihnen gerade passt."

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