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USV oder Alternative?

  • norbert jersch
  • 22. November 2013 um 12:33
  • norbert jersch
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    • 22. November 2013 um 12:33
    • #1

    Ich baue in einem 150 Jahre alten Theater für eine Tagung und Party eine Licht- und Tonanlage auf. Es gibt dort zur externen Verwendung 1x32A, 1x 16A CEE. Leider scheint die Absicherung nicht optimal installiert zu sein, denn beim Glühweinkocher (an 16A) ist der Wein in die Heizung gelaufen und der folgende Kurzschluss hat trotz Überspannungsschutzleisten meinen Laptop und einiges an Kleinelektro in fast Totalschaden verwandelt (Mainboard neu, Graka neu....) - zum Glück beim Mixer und Lichtpult nichts angerichtet und Ersatzlappy dabei.

    Die Möglichkeit, derartiges in Zukunft zu vermeiden, könnte eine USV sein, da dort ein vollständige galvanische Trennung stattfindet. Allerdings sind die Dinger sehr schwer und unhandlich. Gäbe es eine sichere Alternative? Anzuschließen wären ca. 600W.

    Norbert Jersch

  • tufkadib
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    • 22. November 2013 um 13:48
    • #2
    Zitat von "norbert jersch"

    Gäbe es eine sichere Alternative? Anzuschließen wären ca. 600W.


    Du könntest einen Spartrafo nehmen, 400V / 230V. Der ist für 600W nicht mal sonderlich groß.

    MfG
    DirkB

  • radartuete
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    • 22. November 2013 um 14:06
    • #3
    Zitat von "norbert jersch"

    vollständige galvanische Trennung


    und

    Zitat von "Dirk B"

    Spartrafo

    passt nicht zusammen! Außerdem ist eine "Überspannungsschutzleiste" bei einem Kurz oder Masseschluß wirkunglos. Ein RCD (früher FI-Schutz genannt) wäre hier eher angebracht.

    Gruß radartuete

  • Mechwerkandi
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    • 22. November 2013 um 15:59
    • #4

    Bei fragwürdigen Situationen der Stromversorgung nutze ich für die Kleinleistungs-Geräte (Mixer, Zuspieler etc.) eine Kombination aus Kfz-Ladegerät, einem Pufferakku und einem Wechselrichter.
    Die Sachen hab' ich mal irgendwo zusammengesucht, das reicht realistisch bis etwa 150-200W cont.
    Vorteile sehe ich in der komplett entkoppelten Stromversorgung mit "Not"-Funktion (abhängig der Akku-Größe) und dem Umstand, das es keine Umschaltung zwischen Netz- und Akkubetrieb existiert.

    Leider funzt das nicht sinnvoll für Geräte höherer Stromaufnahme...

  • tufkadib
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    • 22. November 2013 um 16:17
    • #5
    Zitat von "radartuete"


    und

    passt nicht zusammen! Außerdem ist eine "Überspannungsschutzleiste" bei einem Kurz oder Masseschluß wirkunglos. Ein RCD (früher FI-Schutz genannt) wäre hier eher angebracht.


    Vollständige galvanische Trennung ist weder notwendig noch sinnvoll, eben weil dann kein FI mehr greift. Zweitens findet eine galvanische Trennung in jedem Gerät statt. Gut, im Lorenz LVAB15 nicht...

    MfG
    DirkB

  • niggles
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    • 22. November 2013 um 16:28
    • #6
    Zitat von "norbert jersch"

    Ich baue in einem 150 Jahre alten Theater für eine Tagung und Party eine Licht- und Tonanlage auf. Es gibt dort zur externen Verwendung 1x32A, 1x 16A CEE. Leider scheint die Absicherung nicht optimal installiert zu sein, denn beim Glühweinkocher (an 16A) ist der Wein in die Heizung gelaufen und der folgende Kurzschluss hat trotz Überspannungsschutzleisten meinen Laptop und einiges an Kleinelektro in fast Totalschaden verwandelt (Mainboard neu, Graka neu....)

    Das war keine "schlecht installierte Absicherung" sondern einfach ein fehlender oder nur noch an ein paar Drähtchen kontaktierter Neutralleiter. Eine USV *kann* solche Schäden verhindern, geht dabei aber je nach Qualität der verbauten Regelung bisweilen selber in Rauch auf. Echte Doppelwandler-USVen gibts ja in der Leistungsklasse so gut wie gar nicht. Vor allem günstige Kompakt-USVen haben gar keinen aktiven Überspannungsschutz und geben die 400V erst mal ein paar Sekunden lang direkt weiter bis irgendwo eine Sicherung durchbrennt. Dazu kommt noch das erhöhte Ausfallrisiko durch einen Defekt der USV selbst.
    Die aktiven Spannungsüberwacher von Furman (PL-Plus) schalten in solchen Fällen ab, auch das kann aber für empfindliche Netzteile von Laptops, Mischern oder Effektgeräten zu langsam sein.
    Der beste Schutz ist mMn immer noch CEE-Anschlüsse vor Benutzung messen und keine hauseigenen "Euter" und andere fragwürdigen Selbstbaukonstrukte als Unterverteilung akzeptieren.

    Economics in eight words: "There ain't no such thing as free lunch."

  • tufkadib
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    • 22. November 2013 um 16:44
    • #7
    Zitat von "niggles"


    Das war keine "schlecht installierte Absicherung" sondern einfach ein fehlender oder nur noch an ein paar Drähtchen kontaktierter Neutralleiter.


    Deswegen ist es ja auch am klügsten, den Neutralleiter gar nicht erst zu benutzen.

    MfG
    DirkB

  • TomyN
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    • 22. November 2013 um 19:01
    • #8

    Was macht Dein Wunderteil dann bei einer fehlenden Phase?

    SIM II Operator und Dante Level I-II-III (Dante sogar dreimal :)
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  • tufkadib
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    • 23. November 2013 um 10:16
    • #9

    Kommt drauf an. Wenn der Trafo zwischen L1 und L2 hängt, passiert bei einem Ausfall von L3 oder N schlicht und einfach gar nichts, die Geräte funktionieren weiter.
    Fehlen L1 oder L2, kommt eben einfach keine Spannung für die Geräte heraus. So, und jetzt die Frage: was ist nun im Fehlerfalle für 230V-Geräte besser: 400V oder 0V ?
    Abgesehen davon sind Leiterspannungen weniger von Schwankungen betroffen als Strangspannungen.

    MfG
    DirkB

  • billbo
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    • 23. November 2013 um 10:59
    • #10

    Die Idee ist so bestechend einfach wie perfekt!
    ZU einfach für VA - Technik Junkies? Immerhin ist da gar kein Mikroprozessor im Spiel... ist so was denn heute überhaupt noch erlaubt? :roll:

    Mit freundlichem Gruß
    BillBo

    "Okay. Wir machen das mit den Fähnchen."

  • WolfgangK
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    • 23. November 2013 um 11:28
    • #11

    Wir haben in den 1990er Jahren auf jedem Bauernhof (wg. "Bauernstrom") einen Spartrafo dabei gehabt, zwischen zwei Phasen gehängt und damit auch die Endstufen betrieben. Damals waren die Leistungen ja noch überscharbar. Es funktionierte tadellos.

    Die Fehlerbeschreibung im Eingangspost kann ich aber trotzdem nicht nachvollziehen. Im Extremfall würde das ja bedeuten, dass jeder Kurzschluss bei jeder Veranstaltung Geräte an den anderen Phasen gefährdet. Wir haben auch schon Kurzschlüsse gehabt, aber deshalb sind nicht gleich auch andere Geräte "im Kollektiv" mit in den Elektronikhimmel gegangen.

    Was meinst du denn mit "Leider scheint die Absicherung nicht optimal installiert zu sein" genau? Was hast du für eine Vermutung?

    Kann ggf. auch eine 32A-Verteilung mit eigenen Sicherungen und Fehlerstromschutzschalter helfen? Wiegt nicht so viel wie ein Spartrafo und du kannst 20kVA dran hängen.

    Viele Grüße
    Wolfgang

    Ton: Neuman KM18x, Yamaha DM7, LAB-Gruppen IPX/PLM+, Kling&Freitag CA1215, Line212, SWx15E, ...

    Licht: GrandMA 3 compact, GLP X4, ...

  • tufkadib
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    • 23. November 2013 um 17:01
    • #12

    Der zu kaufende Spartrafo muß eine Kernleistung von nicht mal 260W haben. Sowas wiegt um die 4kg. Eine Blechkiste mit einem Henkel, ggf. Absicherung, Ausgangssteckdosen.
    Schaffer, Tauscher, Riedel usw. stellen sowas bestimmt auf Anfrage auch gern her.

    Eine Verteilung löst das Problem des N-Abrisses nicht, ebensowenig wie ein FI das Problem des N-Abrisses erkennt. Dem ist es egal, ob Beschallungszeugs seinen Strom über L1 bekommt und über N zurückliefert oder ob Beschallungszeugs zwischen L1, L2, L3 hochgeht, weil dabei kein Differenzstrom entsteht.
    Wenn man N-Abriß erkennen will, müßte man die Spannungsdifferenz zwischen dem Sternpunkt und Erde messen und schnell abschalten.
    Ich bezweifle, daß eine Verteilung handlicher ist als die Kiste mit dem Trafo drin.


    MfG
    DirkB

  • TomyN
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    • 23. November 2013 um 18:09
    • #13

    Nein, du musst dreimal die Spannung N-L überwachen. Ansonsten wird das Ding zu unsicher. Evtl. würde es noch mit einer Spannungsmessung N -> 'Virtueller Nullpunkt' gehen.

    Ich hätte jetzt an einen Drei-Phasen Trafo gedacht, daher die Frage. Aber wenn man natürlich nur L1 und L2 belastet, dann macht es schon Sinn...

    Tomy

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  • niggles
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    • 23. November 2013 um 22:30
    • #14
    Zitat von "WolfgangK"


    Die Fehlerbeschreibung im Eingangspost kann ich aber trotzdem nicht nachvollziehen. Im Extremfall würde das ja bedeuten, dass jeder Kurzschluss bei jeder Veranstaltung Geräte an den anderen Phasen gefährdet. Wir haben auch schon Kurzschlüsse gehabt, aber deshalb sind nicht gleich auch andere Geräte "im Kollektiv" mit in den Elektronikhimmel


    Der relativ niederohmige Glühweinkocher und die relativ hochohmigen Geräte des TE hingen an 2 unterschiedlichen Aussenleitern. Der Kontakt des Neutralleiters war zwar noch vorhanden aber so lose dass er sich im Kurzschlussmoment losgebrannt hat. Ab diesem Zeitpunkt hingen der kurzgeschlossene Kocher und die Geräte in Reihe zwischen zwei Aussenleitern -> 400 V auf die Geräte, und zwar so lange bis irgendwas durchbrennt. Für diesen Fall sind die LSS nicht ausgelegt weil die Leitungen ja nicht überlastet wurden.

    Economics in eight words: "There ain't no such thing as free lunch."

  • WolfgangK
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    • 24. November 2013 um 10:58
    • #15

    Hallo Niggles,

    ... und das hast du so detailliert aus dem Eingangspost herausgelesen?

    Ich bin da mal etwas zurückhaltender. Der Beschreibung von Norbert Jersch habe ich erstmal folgendes entnommen: "Leider scheint die Absicherung nicht optimal installiert zu sein". Von zwei unterschiedlichen Außenleitern und losgebranntem Nullleiter stand da nix. Ich will ja nicht ausschließen, dass es so war. Aber sicher scheint diese Erkenntnis bislang nicht zu sein. Sicherungen sitzen immer schon in den Außenleitern und nicht im Nullleiter. Eine nicht optimale Absicherung würde aus meiner Sicht also erstmal bedeuten, dass eine Phase ausgefallen ist. Damit kann ich mir die Ausfälle der anderen Geräte nicht erklären.

    Sollte es aber so gewesen sein, wie du annimmst, also der Nullleiter weg gewesen sein, sind deine Folgerungen natürlich richtig. Ohne Nullleiter liegt die höchste Spannung an den Geräten an, die in Summe am wenigsten Strom aus dem Drehstromsystem entnehmen.

    @ Norbert Jersch: Hast du im Rahmen deiner Fehlersuche einen losgebrannten Nullleiter oder sonstige Probleme mit dem Nullleiter vorgefunden? Kannst du weitere Infos liefern?

    Viele Grüße
    Wolfgang

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  • norbert jersch
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    • 24. November 2013 um 16:47
    • #16

    So, ich bin wieder da - hatte am WE eine sehr anstrengende VA, da 2 Kollegen ausgefallen waren.

    Ich vermute auch ein Nulleiterproblem, weiß es aber nicht. Aber ich werde vor der nächsten VA dort um eine Überprüfung der elektrischen Anlage bitten.

    Eine 32A Verteilung mit FI/RCD hätte ich. Könnte aber nicht schnell genug sein.

    Norbert Jersch

  • tufkadib
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    • 24. November 2013 um 17:03
    • #17
    Zitat von "norbert jersch"


    Eine 32A Verteilung mit FI/RCD hätte ich. Könnte aber nicht schnell genug sein.


    Das ist aber schön.
    Schau mal, was ich sehr richtig schrieb:

    Zitat

    Eine Verteilung löst das Problem des N-Abrisses nicht, ebensowenig wie ein FI das Problem des N-Abrisses erkennt. Dem ist es egal, ob Beschallungszeugs seinen Strom über L1 bekommt und über N zurückliefert oder ob Beschallungszeugs zwischen L1, L2, L3 hochgeht, weil dabei kein Differenzstrom entsteht.

    Möglicherweise hatte billbo recht... :roll:


    MfG
    DirkB

  • norbert jersch
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    • 24. November 2013 um 17:32
    • #18

    Ich bin noch einmal genau durchgegangen, was kaputt gegangen ist:

    1. die Steckerleiste mit Überspannungsschutz
    2. der Laptop - Fehlerbericht: Kurzschluss auf Mainboard, danach waren auch GraKa, Audiokarte, und CPU defekt.

    Interessant ist, was nicht kaputt gegangen ist: das Laptop Netzteil, die Akkus. Der Akku hatte wohl intern (zu spät) abgeschaltet, ging aber nach etwa 30 Minuten wieder.

    Norbert Jersch

  • WolfgangK
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    • 25. November 2013 um 16:25
    • #19

    Hallo Norbert,

    solange die Ursache nicht wirklich klar ist, sind alle Empfehlungen und Tipps genauso richtig, wie sie auch uneffektiv sein können.

    Bei deiner Liste an defekten wie nichtdefekten Dingen könnte es ja auch sein, dass die Ausfälle nicht zusammenhängen.

    Wie ich darauf komme? Nun, die Steckdosenleiste mit Überspannungsschutz ist defekt gegangen. Die geht aber nicht bei 400V kaputt, die maximal angelegen haben könnten, wenn der Nullleiter abgerissen und sich die Leiterspannungen ausgetobt hätten. Wobei ich auch die 400V max nicht glaube, weil im Kurzschussfall die 400V aufgrund des hohen Stromes an einem Spannungsteiler anliegen, der aus den Cu-Widerständen der Zuleitung besteht. Geprüft sind die Steckdosenleisten normalerweise auf 1kV. Bei 1000V zwischen den Anschlüssen darf noch kein Kurzschluss, Lichtbogen, ... entstehen.

    ... oder hing die Steckdosenleiste zufällig gar nicht vor dem Laptop sondern vor dem Kocher?

    Viele Grüße
    Wolfgang

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  • norbert jersch
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    • 25. November 2013 um 16:56
    • #20

    Die Leiste hing definitiv nicht vor dem Kocher, die Leiste war ausschließlich für meine nicht-Audio-Komponenten bestimmt. Die sehr viel hochwertige Audio-Leiste mit dem Mixer hielt Stand, die LS waren an einem anderen Stromkreis angeschlossen. Und alle Ereignisse traten zusammen auf.

    N. Jersch

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