Zitat von "markus f."Was mich ja zu dem Thema mal interessieren würde: Aderendhülsen ja oder nein?
Offiziell sagt man ja, braucht es nicht, sind ja Klemmen etc.pp - die Praxis in Installation oder "live" zeigt aber zumindest mir, dass Speakon ohne Hülsen auf Dauer nicht unbedingt gesund ist (die "Zunge" in der Klemme schiebt halt nach unten und "hinten" gleichzeitig)...
dazu möchte ich folgendes beitragen:
der grund, warum man bei den ersten speakons unbedingt aderendhülsen verwenden musste, ist folgender:
wenn man eine madenschraube direkt in ein litzenkabel schaubt (und lautsprecherkabel sind in der regel litzenkabel), dann werden einzelne litzen einfach abgeschert.
es ist dann nicht vorhersehbar, wie gut die elektrische verbindung ist - und vor allem; wie lange sie überhaupt hält!
mit einer aderendhülse kann man dieses problem umgehen, weil sich die klemmschraube nicht mehr direkt in die litzen dreht, sondern auf die "ummantelung" der aderendhülse drückt. damit ist die bruchgefahr der litzen also gebannt.
ich habe früher immer wieder mal kabel gesehen, die ohne aderendhülsen angefertigt waren. und warum habe ich das entdecken müssen? richtig, weil ich fehlerhafte verbindungen reparieren musste. alte speakons ohne aderendhülsen waren also einfach nur pfusch.
die neueren Speakons (die es ja nun auch schon sehr viele jahre gibt) haben eine kleine metallzunge eingebaut.
damit kann man das kabel direkt, also ohne zusätzliche aderendhülse, einführen.
die klemmschraube dreht sich dann ebenfalls nicht direkt in die litzen des kabels, sondern drückt auf die metallzunge und diese verklemmt dann das litzenkabel. ebenfalls ohne einzelne litzen abzuscheren.
diese verbindung sollte im gegensatz zur alten sogar ohne aderendhülsen ausgeführt werden, weil sich hier sonst unnötige zusätzliche übergangswiderstände ergeben.
das verlöten von speakonsteckern habe ich noch nicht praktiziert. verlöten ist sicherlich die dauerhafteste art der verbindung, die verarbeitung ist aber aufwändig.
bisher ist mir noch kein von mir angefertigter Speakon vorgekommen, bei dem sich die verschraubung gelöst hätte. deshalb denke ich über verlöten nicht weiter nach (ausser an meinen amprack-anschusspanels, hier habe ich die kabel an den buchsen verlötet)
noch ein wort zu verlöteten kabelenden, die direkt in die speakons geschraubt werden: (ja, das habe ich auch schon gesehen)
das ist ebenfalls keine wirklich clevere idee. das lötzinn ist ja relativ weich und kann in der verklemmung "fliessen", vor allem wenn es bei hohem stromfluss warm wird, dadurch können sich höhere übergangswiderstände ergeben, was die unsaubere klemmstelle noch weiter erwärmen kann.
aus diesem grund ist es z.b. bei netzstromverbindungen absolut verboten, verlötete kabelenden in schraubverbindungen zu benutzen. diese vorgehensweise sollte man bei speakonkabeln ebenfalls vermeiden, obwohl hier die gefahr eines steckerbrandes natürlich eher unwarscheinlich ist.
ich bekenne mich hier jedenfalls zum Speakon-system. ich benutze nichts anderes mehr. in den letzten etwa 25jahren habe ich einige hundert davon verarbeitet und konnte keine wirklich relevanten probleme feststellen. und wenn mal ein stecker mechanisch verschlissen ist, dann kommt einfach ein neuer dran. das geht normalerweise ratz-fatz (ausser natürlich bei 4mm² und vollbelegung
)