Das hat natürlich auch ein bisschen was mit dem generellen Branchenpreisgefüge zu tun. Damals fuhr man halt mittags zu zweit mit 'nem alten Möbelwagen los und hatte abends DM 3000 oder 4000 mehr in der Tasche. Manchmal auch plus Mwst.
Noch viel früher hatte ich tatsächlich mal den verwegenen Plan, das RIM Modularmischpult zu bauen (mein erster RIM Katalog ist von '75
). Musste dann aber feststellen, dass davon EIN Kanalzug (als Bausatz) fast doppelt so teuer sein sollte wie ein komplettes MM Electronics – Pult vom berüchtigten regionalen Grauimporteur meines uneingeschränkten Vertrauens. Das war mir damals unbegreiflich; ein erster kleiner Dämpfer für die schöne Idee 'mit Selbstbau wird alles günstiger'.
Zu dieser Zeit fuhren die findigen Chefs schäbiger kleiner Hinterhofläden einmal im Monat mit dem alten Transit zu geheimnisumwitterten Orten in England, luden das Ding bis unters Dach voll, hielten dem deutschen Zoll ein paar fingierte Kleinbetragsquittungen ihrer konspirativen britischen Kumpels unter die Nase, und kamen mit einer Tonne Marshall, Orange, MM, Canary, WEM, Celestion, usw. zurück auf den heimischen Hof. Und verscherbelten das Zeug dort binnen drei Tagen mit 100 bis 500% Aufschlag an die dankbaren und überglücklichen lokalen Nachwuchsrockenroller.
Im seriösen deutschen Musikalienfachhandel gab es bis da nur Framus, Hohner und Echolette. Und zum Firmenjubiläum eine einsame, unverkäufliche Telecaster hinter dickem Glas.
Mit freundlichem Gruß
BillBo