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  2. billbo

Beiträge von billbo

  • Passive Frequenzweichen

    • billbo
    • 17. September 2013 um 12:45
    Zitat

    Auch in der Zumietung finde ich's dann doof, da man hier die Kisten net alleine vermieten kann, sondern den Controller oder gar Amprack mit rausgeben muss,
    klar, kommt drauf an für was zugemietet wird, aber gerade "MuFu" Kisten sollte Plug & Play sein.

    Denk' das doch bitte mal konsequent zu Ende. :wink:
    (ich habe noch nie eine Kiste ohne dazugehöriges Amping vermietet, auch in der Nichtselfpoweredzeit nicht. Ich bin doch nicht lebensmüde!)

    Zitat

    Allein schon wenn man z.B. viele gleiche Systeme aufhängt (Discoanwendungsfall: Einfach mal ein Rudel 12"er aufgehangen) - würde jede Box aktiv gefahren, müsste man zigfach DSP,PSU, etc... bezahlen - so reicht ein Amp, fertig.

    Würde mir als Discobesitzer jemand so was verkaufen wollen, dürfte er gleich wieder nach hause fahren. Der gesamte Laden abhängig von einem Einzelgerät? Das wäre in etwa so, als würde der Wiesenschankwirt zum Eröffnungswochenende auf eine einzige Hightech Zapfanlage bauen. Macht das Ding Freitag Abend die Grätsche, kann er die Saison abhaken.
    Gerade im Alltagsbetrieb ohne ständig anwesendes/ erreichbares Fachpersonal ist Redundanz lebenswichtig. Bei 10 autarken Aktivkisten ruft mich der Chef am nächsten Montag entspannt an. Hömma, die 2. von rechts macht seit dem WE irgendwie Ärger. Kannst du bei Gelegenheit mal nach dem Rechten schauen?

    Standalone – Holzschachteln ohne Amping/ Processing, dafür eventuell gar noch mit Passivweichen drin und Ampracks irgendwo in der Ecke oder im Nebenraum, sehe ich mittelfristig ähnlich wie PAR Lampen mit Farbfilterhalter und Dimmerschrank. Es wird sie noch sehr lange geben – dort wo's auf Wirtschaftlichkeit nicht groß ankommt, in bestehenden Altinstallationen, als nostalgisch angehauchte Liebhaberei aus der 'guten alten Bastelzeit' der 70er und 80er. Wenn ich dagegen für die Zukunft plane (planen muss), bleiben sie bereits jetzt außen vor.

    Mit freundlichem Gruß
    BillBo

  • Passive Frequenzweichen

    • billbo
    • 17. September 2013 um 00:04

    Das sehen wir ähnlich. Bis auf die Festinstallationen – was glaubst du wie scharf der Wirt schon lange auf den demnächst endlich wieder frei werdenden Techniknebenraum ist...

    Hier geht’s aber ja schon wieder bzw. immer noch um komplizierte Passiv – Verhaue mit Korrekturgliedern, Hochlastwiderständen, Allpässen, usw. usw. In meinen Augen wunderbare Boxenbastelnostalgie, für die ich mich privat auch durchaus begeistern kann.
    Für den professionellen/ kommerziellen Einsatz stehen wir jedoch m. E. gerade auf dem Sprung hin zum 'intelligenten' Lautsprechersystem – eine Veränderung, die ich als mindestens ebenso bedeutend ansehe wie die vom tonnenschweren Analog - Großmischplatz zum handlichen digitalen Schweizer Taschenmesser. In wenigen Jahren wird sich kaum noch jemand daran erinnern, dass es mal Lautsprecherboxen ohne Dateneingang (oder Antenne dran :wink:) gab. Und ich finde es ein bisschen verwunderlich, dass das insbesondere hier im Forum, aber auch vom einen oder anderen renommierten Hersteller, offenbar geflissentlich übersehen/ verdrängt wird. Beim Schweizer Taschenmesser, eigentlich ja nichts weiter als eine luxuriöse Tonfernbedienung, muss unbedingt noch mal alles mögliche hin und her "remoted" werden – das diesbezgl. gewaltige Potential bei den Lautsprecheranlagen selbst wird dagegen von vielen schlicht nicht zur Kenntnis genommen.
    Die Zeit von handgelöteten Aktiv – und Passivweichen, Prozessoren, 19“ Endstufen, Systemracks, Leistungspatchfeldern, Lastkabelbäumen, ... geht ihrem Ende entgegen. Die Zukunft (und z. T. auch bereits die Gegenwart) gehört, wie in vielen Bereichen, auch hier integrierten Komplettsystemen :!:

    Mit freundlichem Gruß
    BillBo

  • Wie kurzfristig werdet ihr gebucht?

    • billbo
    • 16. September 2013 um 21:35
    Zitat von "niggles"


    Glückwunsch!

    Mein Beileid! :D

    Zitat

    Wir haben sehr viele Geschichten die wir sozusagen eh machen. Da such ich mir zum Teil
    2-3 Monate die Termine im Internet selber raus, da ich genau weiß 2-3 Wochen vorher
    klingelt das Telefon.

    Fluch und Segen des Informationszeitalters, kenne ich genau so. Der eine oder andere Kunde erwartet das inzwischen ganz automatisch; da kommt am Tag vorher allenfalls noch eine SMS "Frühstück morgen um 11:00, kommst du selbst vorbei?" :D

    Mit freundlichem Gruß
    BillBo

  • Passive Frequenzweichen

    • billbo
    • 16. September 2013 um 21:25

    Welch eine Zukunft sollte es noch für große, schwere, Leistung und Wirkungsgrad fressende, aufwändige Passivweichen geben, wenn ein komplettes Aktivmodul incl. PSU, Amps und DSP auf dem Markt bereits heute kleiner, leichter, und dabei auch noch günstiger zu haben ist?

    Mit freundlichem Gruß
    BillBo

  • dB Technologies Flexsys Concert System

    • billbo
    • 16. September 2013 um 17:00
    Zitat

    ich gehe bei der beurteilung der leistungsfähigkeit eines anlage grundsätzlich von den pegeln aus, die mit der DIN15905 konform sind.

    Schon klar. Es gibt aber genügend Tricks regelkonform so zu mischen, dass man auch bei sehr lärmigem Publikum noch ein bisschen was von der Band hört ('Badewannenmix', gezieltes Ausdünnen, frequenzselektives Limitieren der messsensiblen Mittenbereiche). Ob das dann immer noch so besonders schön klingt ist eine andere Frage - zumindest muss das Lautsprechersystem das für die geplante Größenordnung aber auch rüberbringen können.

    Mit freundlichem Gruß
    BillBo

  • dB Technologies Flexsys Concert System

    • billbo
    • 16. September 2013 um 14:22
    Zitat

    wow, wie die meinungen über vernünftige pegel doch auseinandergehen können... :wink:

    Was vernünftige Pegel sind bestimmt gerade in solchen Größenordnungen leider auch in hohem Maße das Verhalten des Zielpublikums.
    In meinem Lieblingsvenue bin ich vor 500 Hardcore Teeniefans eines Castingshowgewinners mit dem Haussystem praktisch am Ende. Bei einem Rockkonzert für eher gesetztere Jahrgänge habe ich dagegen noch lockere 6-10dB Platz.

    Mit freundlichem Gruß
    BillBo

  • Materialschlacht bei "Rock in Rio"

    • billbo
    • 16. September 2013 um 14:10

    Ja. Verglichen mit 'Großen' eine relative Pommesbude. Die in einigen Bereichen (z. B. viele Boxen liefern) zwar ganz gut aufgestellt ist, andere dafür (verrat' ich nicht :D ) nur sehr schlecht bzw. überhaupt nicht kann.
    Ist imho ein Fehler, den viele machen - "Alles" können zu wollen. Gerade auf großen Baustellen läuft viel über Kooperationen; das hat u.a. eine ganze Menge mit Risikoverteilung zu tun. Da hat einer (der Generalunternehmer) dann offiziell zwar den schwarzen Peter. Das ist aber nicht unbedingt der, der auch das meiste Material stellt - die Vorteile solcher (geschäftlichen) Konstellationen im nicht immer nur grundsoliden Veranstaltungsbereich dürften auf der Hand liegen.

    Mit freundlichem Gruß
    BillBo

  • Sicherheit vor/bei/auf Veranstaltungen–Prüfung laut BGV A3

    • billbo
    • 16. September 2013 um 12:34
    Zitat

    ... ich prüfe meine geräte und stromleitungen deshalb vor allem aus eigenem interesse und möchte das in zukunft auch auf rechtlich sicherere beine stellen.

    Das mag offensichtlich niemand abschließend verbindlich beantworten.
    Das Geschäft mit der Angst ist so alt wie die Angst selbst. Völlige Absolution gibt's in diesem Fall nur als kostenpflichtiges Jahresabo beim Elektroablassfachhandel.

    Mit freundlichem Gruß
    BillBo

  • Materialschlacht bei "Rock in Rio"

    • billbo
    • 16. September 2013 um 12:27
    Zitat

    so weit, so beeindruckend...

    Soo furchtbar viel ist das nicht. An der Hauptbühne eines größeren Dorfmusikfestes der härteren Gangart in der norddeutschen Tiefebene hängt insgesamt mehr.

    Zitat

    - warum nutzt man für so ne riesen liva-va so furchtbar ineffiziente subs - 95dB pro doppel 18er :shock:

    Wirkungsgradangaben muss man verstehen. Ohne entsprechende Bezugspunkte (Halbraum/ Vollraum, Frequenzbereich) sind sie nutzlos; daher auch die vielen Phantasieangaben, die durch die Reklameprospekte geistern.

    Zitat

    - gibts tatsächlich veranstalter die solche mengen und werte im lager haben, oder wird das direkt von jbl gestellt?

    Etwa 2/3 davon in vergleichbarer Qualität eines vergleichbar aufgestellten Herstellers in schlüssiger Zusammenstellung könntest du übermorgen bei mir im Lager abholen, ohne dafür die Bestände von Kooperationspartnern in Anspruch nehmen zu müssen. Und wir sind allenfalls eine kleinere/ mittlere Allerweltsbude; da gibt's ganz andere Kaliber am Markt.

    Zitat

    - warum hat man die 2x 16 subs die aufm boden stehen nicht erwähnt? sollte das ein anderes fabrikat sein?

    Das solltest du die zuständige PR Agentur fragen.

    Zitat

    - warum überhaupt br-subs? es heißt doch immer br macht bei open air bzw outdoor nicht viel bzw. nur bis zu einer bestimmten größe sinn... hat das vlt die jbl-marketingabteilung entschieden?

    Das haben vermutlich a) der Konstrukteur des Systems und b) der verantwortliche Einkäufer der Produktionsfirma so entschieden.

    Zitat

    man soll es ja nicht glauben, aber auch in südamerika gibt es große companies :D

    Jepp - in Brasilien übrigens einige der größten selbständigen überhaupt. :wink:

    Mit freundlichem Gruß
    BillBo

  • Livemitschnitte

    • billbo
    • 14. September 2013 um 18:02

    So klingt im gemeinen Alltag durchaus so manch eine Kapelle aus der Liga derer, die dann leider gerade auch keinen eigenen Mischer dabei haben. :?

    Mit freundlichem Gruß
    BillBo

  • Stromaufnahme von Endstufen

    • billbo
    • 14. September 2013 um 17:45
    Zitat

    Wie machen das denn die großen Jungs, die "mal eben" mit zig Amps um die Ecke kommen?

    Die kommen halt nicht nur mit den Amps um die Ecke und suchen dann erst mal den Hausmeister. :D
    Die bringen auch ihre speziell auf’s Systemamping ausgelegten Stromunterverteilungen mit und docken die an die bestellten und von der Stromfraktion - in aller Regel auch große Jungs - gelegten Hauptversorgungen an (Bsp.: zwei 63er für Subs/ Nearfills, je ein 63er pro PA Seite, ein 63er Bühne und Monitor). So was wird im Vorfeld entsprechend abgeklärt.
    Wenn dann an den Unterverteilungen was fällt hat die PA Firma ein Problem. Wenn die 63er NHs fallen (was extrem selten vorkommt) hat der Elektriker ein Problem. Wenn die anschließend eingesetzten 80er NHs dann auch wieder fallen hat die PA Firma wieder ein (diesmal ernstes) Problem.

    Mit freundlichem Gruß
    BillBo

  • Sicherheit vor/bei/auf Veranstaltungen–Prüfung laut BGV A3

    • billbo
    • 13. September 2013 um 15:01

    Wäre es vermessen daraus schließen zu wollen, dass es in der Hauptsache längst nicht mehr um Sicherheit, sondern um die Schaffung des Berufes 'zugelassener Prüfer' geht?
    Den es natürlich so nicht geben kann. Erfüllt er nämlich alle dafür theoretisch notwendigen Voraussetzungen, macht er sich nachweislich der fortwährenden Verletzung des Arbeitszeitgesetzes schuldig und gehört umgehend ausgecheckt/ abgemahnt.

    Bei deiner Ausführung zum LaKa denke ich dass du – absichtlich oder nicht – Pflichten aus Erstinbetriebnahme/ Inverkehrbringung und Wiederholungsprüfung durcheinander wirfst. Ich kann mir nur schwer vorstellen dass letztere beinhalten kann, die Prüflinge auf der Suche nach versteckten Regelverletzungen in ihre Einzelteile zu zerlegen. Obwohl ich selbst das inzwischen nicht mehr für völlig ausgeschlossen halte. Und obwohl ich das bei meinem Inventar durchaus auch schon mal so mache, wenn mir irgendetwas spanisch vorkommt.

    Zitat

    Daher kann ich auch sehr gut nachvollziehen, dass der geneigte Leser denkt:
    Prüfe ich falsch, ist's genauso wenig wert, wie gar keine Prüfung, also spare ich mir den Aufwand eben ganz...

    Wir drehen uns also im Kreis und sind inzwischen wieder bei meiner 'Anfangsvermutung': die Vorstellung, Sicherheit per Verordnung zu buchstabengetreuem Handeln bis hin ins letzte Detail erreichen oder gar erzwingen zu können, ist eine fixe Idee phantasieloser Verwaltungsbeamter und missionarisch ambitionierter Berufsbedenkenträger. Die Wirklichkeit funktioniert anders.

    Für mich sieht die dann ganz konkret so aus:
    Ich habe (in grauer Vorzeit) einen elektrotechnischen Beruf erlernt.
    Ich beschäftige mich seither regelmäßig beruflich mit der Materie.
    Die speziellen Anforderungen im Bereich VT waren mir dabei in der Praxis bereits bekannt, bevor es das Wort überhaupt gab.
    Ich kann ein Messgerät sowohl im Milliampere- als auch im Megaohmbereich unfallfrei ablesen, auch ohne gut/ schlecht – Anzeige. Die mir bekannten 701/702 spezifischen Testgeräte (unsere sind von Metrel) scheinen mir im Übrigen so gestaltet, dass sie auch von deutlich weniger mit der Materie vertrauten Personen fehlerfrei bedienbar sind.
    Ich betreibe meine Gerätschaften weiterhin mit gutem Gewissen und in der Gewissheit, die bzgl. Sicherheit geltenden 'anerkannten Regeln der Technik' zwar nicht buchstabengetreu, dafür aber sinngemäß, effektiv und ergebnisorientiert anzuwenden.
    Ich werde das mit extrem hoher Wahrscheinlichkeit niemals vor einem Richter so darlegen müssen, da im gewerblichen Bereich schwere Elektrounfälle außerhalb des eigentlichen Elektrikerberufsumfeldes so gut wie unbekannt sind.

    Ich bitte um Steinigung. :?

    Mit freundlichem Gruß
    BillBo

  • Wie kurzfristig werdet ihr gebucht?

    • billbo
    • 12. September 2013 um 23:46
    Zitat

    "Gebongt. Wir sehen uns am Donnerstag um 0800." *klick*
    :shock:

    Bleibt zu hoffen, dass sich der Kollege am Donnerstag um 08:00 auch zuverlässig und zweifelsfrei an Existenz, Inhalt und Verlauf des Gesprächs erinnern kann. :D
    Hab' ich nach solchen Panikaktionen ("fällt dir vielleicht noch jemand ein, der jemanden kennen könnte, den man noch anrufen könnte?") nämlich auch schon mal erlebt: "Upps! Was machst du denn hier? Oh, da ist jetzt aber glaube ich richtig was schiefgelaufen. Hat dich denn niemand benachrichtigt, dass wir jetzt doch nicht ... ? Okay, also, du hast jetzt ein freies Wochenende. Kannst du uns vielleicht ein bisschen entgegenkommen und lediglich Transportkosten und Reisetage berechnen?"
    Manchmal isses ja doch schon auch ein wenig eine Spaßbranche.

    Mit freundlichem Gruß
    BillBo

  • Sicherheit vor/bei/auf Veranstaltungen–Prüfung laut BGV A3

    • billbo
    • 12. September 2013 um 23:22

    Also doch am Ende nichts weiter als eine generalstabsmäßig geplante und bis ins Detail konsequent umgesetzte Umsatzsicherungsmaßnahme für die Elektro-, Prüf-, Zertifizier- und Überwachungsbranche? Wir arbeiten die Bestimmungen dafür aus, was wann wo auf welche Weise wie oft zu prüfen ist - und haben praktischerweise auch gleich die einzigen dafür legitimierten Prüfer im Angebot?

    Sorry. Ich weiß, Polemik ist rhetorisches Ar...lochsverhalten. Aber das konnte ich mir jetzt nicht verkneifen.

    Mit freundlichem Gruß
    BillBo

  • Wie kurzfristig werdet ihr gebucht?

    • billbo
    • 12. September 2013 um 16:23

    Ausgeschlossen! Ich hab' mir sagen lassen (hab' mal gehört) dass die Industrie - und Messeschiene in solche Sachen perfekt organisiert ist und sowas dort, anders als im bösen R&R, unmöglich vorkommen kann.

    Mit freundlichem Gruß
    BillBo

  • Sicherheit vor/bei/auf Veranstaltungen–Prüfung laut BGV A3

    • billbo
    • 12. September 2013 um 14:07

    Mit deinen ungeliebten Grauzonen werden wir leben müssen, so lange es Menschen gibt. Sie sind das natürliche Ergebnis grundlegender menschlicher Verhaltensweisen.
    Der Mensch funktioniert nicht so, wie Reglementierer und ihre Hilfssheriffs das gerne hätten. Er akzeptiert Regeln, Gesetze, Normen, Ge – und Verbote nicht mit freudiger Zustimmung oder gar uneingeschränkter Begeisterung; selbst dann nicht, wenn er sie rational problemlos nachvollziehen kann. Er empfindet sie als Versuch der Bevormundung, registriert sie mit einem genervten Achselzucken, und denkt ab der gleichen Sekunde bis an sein Lebensende darüber nach wie, wann, wo, bei welcher Gelegenheit und mit welchem Risiko er sie in welchem Maße übertreten kann, ohne dass das für ihn unangenehme Konsequenzen hat. Ein Monster ist er deshalb trotzdem nicht – das ist schlicht Ausdruck seiner Kreativität im Umgang mit dem Leben. Ohne die wäre er kein Mensch.

    Übertragen wir die relativ spezielle und komplexe Problemzone Arbeitssicherheit mal auf einen viel einfacheren Bereich unseres Alltagslebens, bei dem wir’s aber mit durchaus ähnlichen Zusammenhängen zu tun haben: Sicherheit im Straßenverkehr. Auch hier gelten klar definierte, vergleichsweise sogar eher wenige und sehr einfach verständliche Regeln, die jedermann problemlos zur Kenntnis nehmen, erlernen und einhalten kann bzw. es sogar muss; incl. Pflicht zur Erlangung eines Scheins, mit dem er das bei Bedarf nachweisen kann. Perfekte Voraussetzungen also für völlige Rechtskonformität im Alltag, und das auch noch weitgehend ohne Verwendung schwammiger Begriffsmonster wie 'anerkannte Regeln der Technik'.
    Richtig?
    Ergebnis: niemand hält sich dran.
    Beispiel? Gerne. Lassen wir die Hobbyrennfahrer ruhig außen vor und schauen uns die 'Professionals' an. Die erlaubte maximale Höchstgeschwindigkeit für Lkw auf Autobahnen beträgt 80 km/h. Klar, eindeutig, unmissverständlich. Zeige mir einen Lkw – Fahrer, der nicht hin und wieder mal schneller fährt. Mehr noch, zeige mir einen einzigen Lkw – Fahrer, der nicht ständig mindestens 88 km/h fährt (die Grenze, ab der’s beim Erwischtwerden teuer wird); es sei denn, er kann am Berg gerade nicht.
    Wenn du mir den vorstellst lasse ich ab dem Tag meine Dreierdosen einmal pro Woche kostenpflichtig prüfen.

    Und trotzdem funktioniert Straßenverkehr in der Praxis. Recht gut sogar, wenngleich die absoluten nackten (Unfall-)Zahlen zunächst mal eher erschrecken. Warum?

    1.) Weil er es muss. Paragraphenreiterisches Bestehen auf buchstabengetreuer Einhaltung sämtlicher Vorschriften hätte sofortigen wirtschaftlichen Stillstand zur Folge.
    2.) Weil gegen die Gefahren grober Regelmissachtungen technische Vorkehrungen getroffen wurden/ werden, welche bei Bedarf auch angepasst/ verbessert werden. Der FI des Truckers ist der Drehzahlbegrenzer.
    3.) Weil stichprobenartig kontrolliert wird (Polizei, BAG), und in krassen Fällen dabei auch schon mal sofortige Zwangsstilllegung (als konkrete Form echter Gefahrenabwendung) und unangenehme rechtliche/ finanzielle Konsequenzen drohen.
    4.) Weil – und da sind wir ganz nah am Thema – regelmäßig geprüft wird. Der Truck muss 1x jährlich zur Hauptuntersuchung und 2 – 4x zur BSU.
    Na also! :)

    Bei Punkt 4 gibt es (falsch: sehe ich) nun allerdings einen riesengroßen Unterschied bei der Verhältnismäßigkeit zwischen Aufwand und Ergebnis, und in der Folge natürlich auch bei der Akzeptanz unter denen, die’s betrifft. Versagende Bremsen am 40Tonner werden mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit wahrhaft katastrophale Folgen haben – irgendwann rauscht das Teil ins Stauende, in die Baustelle, über die rote Ampel; günstigstenfalls ins Auslaufkiesbett. Der an – oder abgegammelte Schutzleiter an der Dreierdose wird mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit dagegen überhaupt niemals irgendwelche Folgen haben – der vorgeschaltete FI würde im Ernstfall trotzdem funktionieren; irgendwann gammelt der Rest auch ab, und das Ding wird instandgesetzt oder kommt in die Tonne.

    Meine drei Forderungen ( :roll: öhem, nennen wir’s mal Anregungen):
    Arbeitet weiterhin an technischen Verbesserungen und deren Einbeziehung in die Baustellenwirklichkeit. Nettes Stichwort zum Googeln 'Lichtbogenerkennung'.
    Kontrolliert häufiger. Das ist, da sich VT weitgehend in öffentlichen Bereichen abspielt, problemlos möglich. Und legt bei wirklich eklatanten Mängeln auch tatsächlich still.
    Verschont die Leute von auferlegtem uneffektivem, als sinnlose, teure und unverhältnismäßige Gängelei empfundenem Zwangsaktionismus. Der bewirkt zuverlässig, dass das Thema Sicherheit statt mit Eigeninteresse mit Gleichgültigkeit oder sogar Abwehrhaltung in Verbindung gebracht wird, und verschlimmert so die Lage statt irgendwas zu verbessern.

    Mit freundlichem Gruß
    BillBo

  • ab Oktober RAM bei Adam Hall???

    • billbo
    • 11. September 2013 um 16:00

    Die Zeit für Endstufen ohne Lautsprecher dran läuft eh gerade aus - wozu dann die Aufregung? :roll:

    Mit freundlichem Gruß
    BillBo

  • unpräzisere basswidergabe durch cardioid-anordungen?

    • billbo
    • 11. September 2013 um 15:55
    Zitat

    für openair finde ich die anforderung nach nierenförmig abstahlenden bässen als eher gering an, es sei denn man möchte gezielt nachbarschaftsbereiche mit weniger basslärm "beglücken".

    Wobei die Erfahrung zeigt, dass gerade solches heute auch schon mal gezielt nachgefragt wird. Der eine oder andere nicht völlig auf den Kopf gefallene Ordnungsamtsleiter möchte a) dass sein Stadtfest auch weiterhin stattfindet, hat b) erkannt, dass die Anwohner sich nicht durch Musik gestört fühlen, sondern durch rhythmisches BummBumm, und hat c) schon mal gehört, dass man "da heutzutage was machen kann". Und es kommt so tatsächlich die konkrete Anfrage ob es möglich ist, dass es "da hinten am Seniorenstift nicht so wummert".
    Kriegen wir hin, Chef. 4m Laufsteg vor die Bühne, EFA drunter - passt.

    Mit freundlichem Gruß
    BillBo

  • Sicherheit vor/bei/auf Veranstaltungen–Prüfung laut BGV A3

    • billbo
    • 10. September 2013 um 14:38
    Zitat

    Profis mit Badelatschen.

    Von denen, wie bereits angemerkt, in D alle 2 Jahre einer einen Arbeitsunfall mit tödlichem Ausgang erleidet; die Personengruppe mit der mit Abstand makellosesten Arbeitsunfallbilanz. Viel Verbesserungspotential sehe ich da nicht. Und ob unter einer zusammenbrechenden Tower – Großbühne das vorschriftsmäßige Schuhwerk wirklich was gebracht hätte wage ich offen zu bezweifeln.

    Da sich die Gemüter hier offenbar wieder etwas beruhigt haben riskiere ich mal so was wie ein persönliches Zwischenfazit. Bitte, ganz ohne Totschlagargumente, Unterstellungen, Verunglimpfungen; dafür sind Subbass - und Chinaampthreads geeigneter. Und auch keine Plattitüden à la jeder einzelne Unfall ist einer zu viel, denn das sollte für wirklich jeden hier der kleinste gemeinsame Nenner sein.

    Punkt 1: bringen festgelegte Intervalle, Prüfplaketten und Protokollierungspflichten tatsächlich ein Mehr an (Elektro-) Sicherheit? Mein Bauchgefühl sagte nein, meine eigenen Recherchen widerlegen das nicht. Und offenbar bin ich nicht der Einzige der zumindest die Möglichkeit in Betracht zieht, es könnte am Ende gar eher umgekehrt sein (Stichwort Sorglosigkeit): die Kiste kann noch so heruntergekommen und wenig vertrauenerweckend wirken – es klebt schließlich ein amtlich aussehendes Pickerl drauf; also wird das alles schon so seine Ordnung und Richtigkeit haben.

    Punkt 2: gibt es überhaupt ein als realistisch anzusehendes Verbesserungspotential? Mein Bauchgefühl sagte ja. Die Zahlen sagen klar nein. Ich habe mich noch mal ein bisschen mehr eingelesen (VDE, BG ETEM, ...) – das Netz macht’s leicht. Bei den 4 tödlichen 'Strom' Arbeitsunfällen (und der überwiegenden Mehrzahl aller sonstigen meldpflichtigen) pro Jahr handelt es sich demnach praktisch ausschließlich um Fachpersonal Elektro. Nicht die Putzfrau mit dem defekten Industriesauger oder der Stagehand mit dem unsachgemäß gewarteten/ gehandhabten Starkstromkabel sind also die Opfer. Sondern beinahe ausschließlich Fachleute aus dem Elektrohandwerk; zumeist bei der Durchführung von Reparatur – und Wartungsarbeiten in Verbindung mit menschlichem Versagen (zu wenig Sicherheitsabstand bei HV, Nichtsichern gegen Wiedereinschalten, usw., oder gar sträflicher 'Mutprobenleichtsinn' "wer traut sich da dranzufassen?").

    WENN das aber so ist – ich schreib’s unter allem Vorbehalt! – dann sehe ich hier weder eine funktionierende Schutzmaßnahme noch überhaupt irgendein Schutzziel. Und das führt zwingend zu der Frage: welchen Interessen dient die ganze Sache dann?
    Zitat Falco: Es geht darum, geltende Gesetze und den Stand der Technik einzuhalten, also rechtskonform zu sein.
    Ich habe mal grob überschlagen: allein in unserer relativen 'VT Pommesbude' gibt’s, alle Dreierdosen, Netzanschlusskabel, Steckernetzteile, Schukoverlängerungen usw. miteingerechnet, mit Sicherheit viele tausend elektrische Betriebsmittel, deren ordnungsgemäßer Zustand der Rechtskonformität wegen ein bis zweimal im Jahr geprüft und dokumentiert werden muss. Man arbeitet mittels ständiger Normenänderungen und Regelverschärfungen kontinuierlich daran, dass dies ausschließlich 'Zertifizierte' tun dürfen. Und selbstverständlich muss anschließend auch regelmäßig von Fachleuten überprüft werden, ob auch wirklich ausschließlich überprüfte Arbeitsmittel eingesetzt werden. All dies zu bezahlen von der Allgemeinheit (sorry, doch eine Plattitüde, aber mir fiel nichts treffenderes ein).
    In D gibt’s dreieinhalb Millionen Gewerbebetriebe...
    Auf Deutsch: ein gigantisches Geschäft. Die Abofalle der (Staubsauger)beutelhersteller und Tinten(drucker)fabrikanten in groß, amtlich legitimiert und perfektioniert.

    Ich finde Verschwörungstheorien lächerlich und verstehe absolut nichts von erfolgreicher Lobbyarbeit. Aber, alle Achtung, wenn’s hier tatsächlich um Sicherheit geht – dann zu 99,9% um die Einkommenssicherheit von Prüfern, Elektrikern, Rechtsanwälten und Versicherern.

    Mit freundlichem Gruß
    BillBo

    Hat sich jetzt mit ein paar anderen Beiträgen überschnitten - ich drück trotzdem 'Absenden'.

  • Sicherheit vor/bei/auf Veranstaltungen–Prüfung laut BGV A3

    • billbo
    • 8. September 2013 um 22:46

    Falco, dir ist schon klar, dass ich bewusst provokant formuliere?

    Totschlagargumente? Nein, und zwar nicht nur weil der Begriff in diesem Kontext daneben ist.
    Ich argumentiere nicht einmal. Ich erlaube mir zu meinen Beobachtungen selbständig zu denken und dort wo’s laut wird zu hinterfragen, wo der Sinn dahinter sein könnte und wer in wessen Interesse laut wird.
    Dass du als Arbeitsschutzler mich mit diesbezüglichen Statistiken nach Belieben über den Haufen rennen kannst ist mir klar. Ändert in diesem Fall aber nichts daran, dass Unfalltod durch Stromschlag im gewerblichen Deutschland offenbar so gut wie nicht vorkommt. Wenn ich allerdings substantielle Verbesserungen auf meine Fahnen schreibe muss ich bereits ganz zu Anfang auch darüber nachdenken, ob und wo denn überhaupt Potential dafür da ist – mit relativieren (im Sinne von da will sich nur wieder mal jemand bequem rausreden) hat das nichts zu tun.

    Zitat

    Ich glaub es hackt! Wenn bei billbo bishe noch nichts passiert ist, dann hat er Glück gehabt. Ich wünsche weiterhin viel Glück.

    Falsch. Sicher hat BillBo auch ein bisschen Glück gehabt, so wie jeder, der bislang einigermaßen unfallfrei durchs Leben gekommen ist. Passiert ist aber vor allem deshalb nichts, weil BillBo selbständig zu denken gelernt hat, bewusst unnötige Risiken vermeidet und in praktischen Sicherheitsfragen falls notwendig schon mal die Initiative ergreift, auch ohne dass bzw. bevor es dafür irgendeine spezielle Verordnung gibt/ gab. Elektroprüfung? Stromverteiler haben wir auch 1985 schon mindestens einmal im Jahr auseinandergeschraubt, auf versteckte Fehler untersucht und verdächtige Schwachstellen prophylaktisch repariert/ geändert/ nachgebessert/ ausgetauscht. Heute pappt anschließend noch ein bunter Button drauf – eine substantielle Verbesserung der Sicherheit erkennt in dem Ding lediglich meine Betriebshaftpflicht. Und leider geht der Aufwand für draufkleben, dokumentieren, archivieren, ... dabei zwangsläufig vom Aufwand für die eigentliche Prüfung ab.
    Weißt du wie viele zertifizierte Fachelektriker ich als kleiner Tonler im Leben schon darauf aufmerksam gemacht habe, dass sie den Potentialausgleich ihres schicken Stromkastens doch bitteschön auch mit der entsprechenden Schelle an der 2m daneben stehenden Towerbühne verbinden mögen?

    Und genau da geht’s wieder zu meinem eigentlichen Anliegen, auf das du nicht weiter eingehst: Sicherheit im Alltag ist eine Bewusstseinsfrage. Der Versuch, sie per Verordnung zu erzwingen, muss und wird scheitern. Er setzt den perfekt agierenden Menschen voraus und geht damit an dessen Natur komplett vorbei. Im Prinzip fast ein klassisches Paradoxon: wäre der Mensch perfekt, bräuchte es überhaupt keine 'Sicherheitsmaßnahmen'.
    Ich hab’ noch mal kurz den eingeschlafenen 'Projekt Schriftenübersicht' Thread überflogen. Bereits der erste Satz beschreibt das Dilemma: Regelwerke in drei-, wenn nicht vierstelliger Zahl. Für den Veranstaltungstechniker. Das tut sich niemand an. Im besten Fall wird selektiv wahrgenommen, was opportun erscheint; im schlechtesten Fall die komplette Thematik bewusst oder unbewusst ignoriert oder verdrängt: alle Regeln kennen, geschweige denn einhalten, kann ich sowieso nicht; also kann ich’s auch gleich ganz lassen. Innere Resignation, die letztlich nur noch ihren eigenen Regeln folgt.
    Das Resultat kannst du in den vielen teils haarsträubenden Beispielposts nachlesen und – brauch’ ich dir wohl nicht zu sagen – auf jeder x- beliebigen Baustelle bewundern (wenn du allerdings wirklichen Nervenkitzel suchst schaust du dir nicht die verhältnismäßig top gewartete blitzsaubere Veranstaltungs – E-Technik an, sondern schlenderst über eine gemeine Hochbaustelle deiner Wahl oder gehst in den nächsten Frisörsalon – dort findest du zu den Geräten auch die wirklich schutzbedürftigen, weil über keine innere Beziehung zum Thema Technik oder gar Strom verfügenden Menschen). Theoretisch ist überall alles penibelst bis ins kleinste Detail geregelt. Praktisch hält sich niemand dran, nicht mal die Regulierer selbst.
    Und vorgegaukelte Sicherheit ist schlimmer als gar keine.

    Mit freundlichem Gruß
    BillBo

Anstehende Termine

  • Kombiseminar Sachkundiger für Anschlagmittel und Traversensysteme (AnschlägerPlus)

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