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China Rules!

  • partyfever
  • 24. August 2006 um 09:40
  • partyfever
    Beiträge
    199
    • 24. August 2006 um 09:40
    • #1

    Tach' Leute,

    muss schnell mal was loswerden... Wollte mir für kleine Bandanwendungen ein günstiges Mischpult kaufen. Behringer und Sirus-Level sollte es nicht unbedingt sein; und ich wollte auch die europäische Wirtschaft ein wenig unterstützen... habe mich deshalb für ein Allen & Heath WZ entschieden. Immerhin doch "etwas" teurer als Behringer & Co.

    Als der Karton gestern bei mir ankam bin ich fast umgefallen; denn es stand überall dick "Made in China" drauf... (Mittlerweile sind die Chinesen sowieso sehr selbstbewusst geworden; denn "Made in China" steht immer grösser drauf; so als eine Art Qualitäts-Siegel) :grin:

    Ich konnte das Pult noch nicht testen. Immerhin scheint es recht stabil zu sein. Allerdings die Drehknöpfe könnten vom VEB Hartplastewerk Leuna stammen... :grin: Naja; wenn's tut soll's mir Recht sein. Aber ich war doch schon recht erschüttert dass offensichtlich mittlerweile alles in China gebaut wird; selbst bei den vermeintlich amtlichen Herstellern... Habt Ihr ähnliche Erfahrungen? Ich schätze mal dass es nicht mehr lange dauert bis die Chinesen 1:1 den europäischen Produktstandard erreicht haben :shock: Okay, mal von dem fehlenden Umweltschutz und den quasi nicht vorhandenen Löhnen abgesehen... :grin:

    So, das wollte ich mal loswerden; jetzt geht's mir wieder besser :lol:

    Partyfever

    Einmal editiert, zuletzt von Partyfever (24. August 2006 um 11:54)

  • hell&dunkel
    Moderator
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    Marktplatz Einträge
    2
    • 24. August 2006 um 11:38
    • #2

    Herzlich willkommen in der schönen, neuen Welt der globalisierten Wirtschaft.
    Ist es ein PA20?

    Hier befindet sich i.d.R. die Signatur

  • partyfever
    Beiträge
    199
    • 24. August 2006 um 11:54
    • #3

    Es ist ein A&H WZ 12:02 DX, welches mil mit fleundlichen Glüssen übelsendet wolden ist... :grin: Die Schieberegler sind etwas wackelig; eigentlich vom Eindruck kein Unterschied zur Behringer-Klasse. Die Audio-Qualitäten werde ich in den nächsten tagen mal genauer unter die Lupe nehmen; vielleicht gibt's da ja einen Unterschied... Immerhin ist das Pult "Designed in the UK". "Designed in China & Made in the UK" wäre ggf. besser... :lol:

    Einmal editiert, zuletzt von Partyfever (24. August 2006 um 11:57)

  • restless
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    • 24. August 2006 um 11:56
    • #4
    Zitat von "eine Hersteller-Homepage"

    Our PA Series mixers are manufactured in China, as are the Xone:92, 62, 32 and 02 models; we have also recently established production lines to build the GL2400, MixWizard316:2, 14:4:2 and 12:2 models.

    Das ist leider korrekt, wobei es hier klare Unterschiede gibt: Einige Hersteller verlagern nur die Fertigung in den fernen Osten und betreiben auch eine mehr oder weniger wirksame Qualitätssicherung - andere kaufen einfach auf und lassen ihr Label aufdrucken. Hier liegen teilweise Welten dazwischen, weil die Chinesen (noch) sehr schlechte Konstrukteure sind und ausserdem andere Qualitätsansprüche als Europäer und speziell Deutsche haben.
    So ist das leider. Ich versuche ja auch, mein Sortiment weitgehend Chinafrei zu halten (aus mehreren Gründen), das gelingt aber nicht immer. Begeistert bin ich davon nicht.


    Übrigens: MEINE beiden Mix Wizard sind Made in UK. :grin:

    Achim u. Manuela Bald GbR
    http://www.lautsprecherteile.de

  • slaytalix
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    1
    • 24. August 2006 um 12:10
    • #5

    Stimmt. Soweit ich weiß, sind die Wz³ aus England. Die GL 2400 kommt wieder aus China - die GL 2800 dann made in GB :oops: :wink:

    Immerhin aber mit Qualitätssicherung QS by A & H

    Apollo Audio & E-Bike Rental.

    https://apolloaudioandebike.jimdo.com

    https://apollo-audioservice.jimdofree.com/

  • Ravemaster
    Beiträge
    4.506
    • 25. August 2006 um 12:07
    • #6

    ein weiteres Problem ist auch "entwicklung" made in china.

    hört sich zwar ein bisschen merkwürdigan aber die besten entwicklungen kommen zumeist aus europa oder den staaten (ausnahmen,...)

    wenn z.B. in euroa entwickelt und in china gebaut ist das was ganz anderes als in china entwickelt und in china gebaut. wobei das ja nicht nur für china gilt.
    greetz Malte

  • manuela
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    9.103
    • 25. August 2006 um 12:22
    • #7

    wenn EAW und Meyer auch in China anfangen krieg ich einen Lachkrampf. Wird ja dann auch bald so kommen :grin: :grin: :grin: mein abgerocktes GL2200 ist ebenso noch "Ohne"

    die Feuerzeuge der Gäste sind kleine Sterne die am Himmel unseres Alltags weiterleuchten.

  • tufkadib
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    2.687
    • 25. August 2006 um 12:48
    • #8
    Zitat von "Ravemaster"

    ein weiteres Problem ist auch "entwicklung" made in china.

    hört sich zwar ein bisschen merkwürdigan aber die besten entwicklungen kommen zumeist aus europa oder den staaten (ausnahmen,...)

    wenn z.B. in euroa entwickelt und in china gebaut ist das was ganz anderes als in china entwickelt und in china gebaut. wobei das ja nicht nur für china gilt.
    greetz Malte

    Bald nicht mehr. Es läuft doch ein gewaltiger Technologietransfer EU -> China, der durch nichts als Geldgier begründet ist.
    Dabei ist das bissel PA-Technik eher als Marginalie einzuordnen, man schaue z.B. mal in die Fahrzeugproduktion, Schienenfahrzeug- und Flugzeugbau.
    Ich frage mich wirklich, wie blind, dumm oder geldgeil man sein muß, um sowas zuzulassen. Wenn ich denen High-Tech verkaufen wöllte, würde ich die Geräte aber so bauen, daß sie sich beim ersten Auseinandernehmen in erbsgroße aseptische Teile zerlegen.

    Sobald die Chinesen alles haben, was nötig ist, brauchen sie die doofen Europäer nicht mehr, dann bauen die alles selbst. Und dann wird in den Teppichabteilungen der hiesigen Firmen das große Heulen und Zähneklappern losgehen.

    MfG

    DirkB

  • partyfever
    Beiträge
    199
    • 25. August 2006 um 13:48
    • #9

    Ja Leuts; ich fürchte die Chinesen haben Stufe 1 hinter sich gelassen und beginnen nun mit Stufe 2... während in Stufe 1 einfach kopiert und nachgebaut wurde; hat sich die aufwändige Kopiererei mit Stufe 2 von selbst erledigt. Denn wenn die Europäer alles dort bauen lassen heisst das ja nix anderes als dass sie den Chinesen unbezahlbares Gedanken- und Ingenieursgut quasi geschenkt zur Verfügung stellen; und sie ohne teure Entwicklings- oder Kopierarbeit einfach mit der Produktion hochwertiger Waren in eigenen Betriebsstätten anfangen können. D.h. anstatt Allen&Heath klebt man dann halt ein Schild mit Synq & Co drauf, und man verkauft es für die Hälfte in alle Welt ... kann man ja eh' nicht kontrollieren Ui Ui Ui....

  • manuela
    Beiträge
    9.103
    • 25. August 2006 um 14:48
    • #10

    es ist heute völlig normal daß chinesische Delegationen nur anreisen wenn sie zum Auftrag auch das Know How bekommen. Einige von denen können bestens deutsch, in Wort und Schrift, d.h. sie machen ihre Hausaufgaben mit größter Sorgfalt. Sie kaufen dann 3 bis 5 mal ein um den Anstand zu wahren, anschließen bauen sie den Kram selbst. Ich hatte zur PLS-Zeit die Ehre und war blaß vor Staunen über die hochkarätigen Fachleutchen, auch die Damen die zur Betreuung des Messestandes mitwaren konnten problemlos mitplaudern wenn es um solche Dinge wie Buck-Konverter und Vollbrücken-Durchflußwandler ging 8)
    Von wegen nachbauen, die Schulbildung dort ist ausgesucht klasse ! Und zudem längst nichtmehr Männersache...

    die Feuerzeuge der Gäste sind kleine Sterne die am Himmel unseres Alltags weiterleuchten.

  • Currywurst
    Beiträge
    2.435
    • 25. August 2006 um 15:12
    • #11

    Mein Audiointerface M-Audio FW 410 wird in der mittleren Preisklasse als amtliches Gerät gehandelt. Natürlich Made in China. Wobei die Firma sicher nicht ihren Sitz in China hat.

    In 5-10 Jahren wird keiner mehr von Billigkram aus China reden. Man nehme zB. die PAS212, wenn nun pro Box 100€ mehr in Qualität, Verarbeitung und Zuverlässigkeit gesteckt werden, ist sie konkurrenzlos.

    Currywurst mit Pommes-
    besser als Sex!

  • tufkadib
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    2.687
    • 25. August 2006 um 15:14
    • #12

    manuela:

    und genau das wird bald in den deutschen Firmen (oder bei den Aktionären) für lange Gesichter sorgen. Deutschland hat schon keine Bodenschätze weiter; also sollte man meinen, daß jeder Pfennig in Bildung, Forschung und Entwicklung gesteckt wird.
    Aber nein, unsere Neoliberalisten versuchen ja, Deutschland zu einem Niedriglohn- und Jobberland zu machen.

    MfG

    DirkB

  • outliner
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    3.031
    • 25. August 2006 um 21:53
    • #13
    Zitat von "DirkB"

    Aber nein, unsere Neoliberalisten versuchen ja, Deutschland zu einem Niedriglohn- und Jobberland zu machen.

    sag doch einfach:plattmachen mit system.
    es ist einfach zum kotzen,und alle kucken zu,denn viele begreifen eh nicht wie ihnen geschieht und einige stecken sich die taschen voll und lenken mit gegenseitigen schuldzuweisungen davon ab.
    wann kommt die erste malerfirma aus china nach deutschland zum arbeiten?auf unseren baustellen denkt man schon,man ist auf nem basar.
    ein heisses thema,aber da es den straftatbestand der volksverhetzung gibt,höre ich lieber auf zu schreiben. :evil:

    Wenn keiner weiß, worum es geht, dann geht es hundertprozentig um Geld.

  • restless
    Verifiziert
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    565
    • 27. August 2006 um 00:25
    • #14

    Es sind zwar nur noch wenige Hersteller im mittleren Preissegment, die nicht in China produzieren und auch nicht in jeder Produktsparte, aber es gibt sie!
    Das wird aber leider nur zu oft übersehen, weil Produkte wie die oben angesprochene Omidröhn so attraktiv wirken. By the way: einigermaßen brauchbar heisst nicht gut! Und von guten Treibern aus Eigenentwicklung sind die Chinesen noch weit entfernt.

    Ich warte auf den Tag, an dem die Chinesen hier die Veranstaltungen für 50 Cent am Wochenende machen. Dann haben wir es endlich geschafft :grin:

    Achim u. Manuela Bald GbR
    http://www.lautsprecherteile.de

  • fschleif
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    950
    • 5. September 2006 um 17:01
    • #15

    Ich gebe Euch in allen Punkten recht - und wundere mich deswedgen nur noch mehr: Das alles, was wir hier sehen müssen, ist alles andere als neu; wir haben es in den 70er Jahren in Japan erlebt (angefangen hat es dort mit der Kopie deutscher Motorräder (deren Herkunft man sogar am Klang erkennen konnte) und deutscher Kameras. Wo wir heute stehen, braucht man nicht zu erwähnen: Bis auf im wesentlichen zwei Hersteller (BMW und Leica) finden Motorräder und Kameras (und hier wird am digitalen Markt einmal mehr geschlafen) aus Deutschland nicht mehr statt.
    Nach Japan kam Taiwan, und die Japaner fingen an, dumm aus der Wäsche zu gucken. Nun ist es China... Taiwan wundert sich (noch), Japan guckt noch ein wenig dümmer - und wir?...

    Man kann Fehler einmal begehen - aber doch nicht immer und immer wieder!!!

    Was Manu zum Bildungsniveau in China sagt, kann ich z.T. bestätigen. Nach meiner Erfahrung gibt es dortt zwar hochwertige Ausbildung, diese aber nur für eine ganz kleine Bevölkerungselite (alles andere bekommen wir hier gar nicht erst mit). Hier ist auf theoretischem Gebiet zwar westlicher Standard erreicht, sobald jedoch praktische Arbeit mit einfliesst (z.B. Laborarbeit im weiteren Sinne), wird es sehr finster. In Kombination mit einem sehr straffen Hierarchiesystem in China darf man von dort (noch) keine allzu grossen Innovationsschübe erwarten. Das ist ein Unterschied zu Japan, da sich die gesellschaftlichen Strukturen dieser beiden Kulturen sehr stark unterscheiden. Dennoch ist die "Gefahr" im Ergebnis recht ähnlich, da aufgrund der schieren Menge an Menschen auch der kreative Output in wenigen Jahren mit unserem Standard aufschliessen sollte.

    Strategieen, als Kleinunternehmer dieser Entwicklung entgegen zu wirken, sind rar: keine Produkte aus China kaufen ist aufgrund des so entgehenden Wettbewerbsvorteils unpraktikabel (der Kunde ist im Zweifel nicht patriotisch und viele Aufträge gehen eben über den Preis). Einzige Möglichkeit, zumiondest den hier ansässigen Unternehmen die Prodktion in Übersee weniger schmackhaft zu machen, ist IMHO ein vehementes Pochen auf den bisher gewohnten Qualitätsstandard. Ein Unternehmen, das noch nicht vollständig ver-BWLisiert wurde (im Sinne von: wo können wir Kosten sparen - koste es was es wolle), wird auf schlechte Propagande aufgrund von schwindender Qualität empfindlich reagieren...

    So meine Meinung zu diesem (heiklen) Thema

    Gruss

    Frank

  • Fornax
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    957
    • 6. September 2006 um 07:47
    • #16

    Das einzige was Deutschland retten kann ist: Bildung, Forschung, Entwicklung. D muß immer einen Schritt vorraus sein, nur so kann man überleben. Billige Akkordarbeit kann auch China & Co. erledigen. Wirklich innovativ sein kann nicht jeder.

    Wenn ich sehe, wie seit den 80ern in best. Firmen die FE (Forschung/Entwicklung) - Abteilungen aus Kostengründen zusammengestrichen wurden, da könnte mir die Hutschnur hochgehen. Und warum? Weil irgendwelche BWL-Idioten nur auf die Bilanz gucken, kurzfristig denken, wegstreichen, "outsourcen" und dadurch langfistig die Substanz (das Know-How) der Firma plätten. Kostet ja Geld.

    Das ist wie, als würde man sich die Gliedmaßen abschneiden um Energie zu sparen (damit man weniger essen muß), dann aber feststellt, dass man sich nicht mehr bewegen kann.

    Eine Hoffnung bleibt: Wenn die Chinesen so weitermachen, haben sie rucki-zucki ein Problem: massive Umweltverschmutzung und Wohlstand für einen Teil d. Bevölkerung (den aber alle im Land haben wollen) und die daraus folgenden massiven Konsequenzen. *grins*

    Hier noch ein feines Bild von einem See (bei Wuxi), in den ohne Sinn und Verstand alle möglichen lustigen Abwässer der angrenzenden Ortschaften und Industriegebiete geleitet werden: Kloake. Die Aufnahme hat vor 4 Wochen ein Kumpel gemacht, der dort arbeitet. Da kommen Stories rum, da greift man sich an den Kopf... :D

    In 10-20 Jahren haben die Chinesen aufgrund ihrer 1-Kind-Politik einen massiven Anteil von alten Menschen, da können wir mit unserere Alterspyramide in D. nur müde gähnen. Bin gespannt, wie die das Problem in den Griff bekommen.

    Der Lauteste ist nicht immer der Klügste.

  • 4Art
    Profi
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    6.135
    • 6. September 2006 um 08:16
    • #17

    Was mich jetzt etwas erstaunt ist der mit den wackligen Potis...

    Ich habe gerade gestern in einer Installation ein WZ16:2 hoch 3 verbaut. Potis nach wie vor verschraubt, Haptik wie bei den grösseren Pulten und Potistabilität Lichtjahre von allen anderen Chinesen. Habe ich da was verpasst :shock:

  • fschleif
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    950
    • 6. September 2006 um 09:23
    • #18

    @ Fornax: Mit der Forderung nach mehr F&E in Deutschland hast Du mit Sicherheit recht. aber nicht nur in Unternehmen wird da massiv gekürzt, auch die Uni spielen da mit, indem sie den "akademischen Mittelbau" wegstreichen, also die Leute, die sich langjährig um Forschung und Lehre kümmern und damit einen grossen Teil des Wissenstransfers leisten.
    Trotzdem kann das meiner Meinung nach nicht die einzige Lösung sein, da in jeder Gesellschaft ein Gefälle in der lesitungsfähigkeit vorliegt. Will sagen, auch in D muss es niedriger qualifizierte Arbeiten geben, denn in diesen Bereichen ist ein Grossteil der Bevölkerung zu beschäftigen. Das lässt sich nicht nur auf Bereiche beschränken, in denen die Arbeit zwingend vor Ort stattfinden muss (wie z.B. Strassenbau o. ä.), sondern muss sich auch auf die Produktion auswirken. Hier sind wiederum die BWLer gefragt. Das geht nur mit massivem Umdenken, aber dann rechnet es sich auf auf Seiten der Bilanz. Als Anstoss könnte man sich das so vorstellen, dass z. B. eine vernüftige Gewinnbeteiligung Bestandteil der Tarfiverträge ist. Somit ist eine grosse Motivation für gute Arbeit vorhanden. Rechnet man jetzt kürzere Lieferzeiten, weniger aufwendige Logistik und schlankere QS gegen die höheren Lohnkosten auf und bnerücksichtigt weiterhin, dass man bei Produktion im eingenen Land viel schenller und felxibler auf Schwankungen am Markt reagieren kann, was nicht zuletzt in einem schnelleren Produktzyklus resultiert, dürfte Produktion in D auch aus betriebswirtschaftlicher Sicht (aus volkswirtschaflticher ohnehin...) lukrativ werden. Hat man diesen Schritt getan, ist ein Ausbau der F&E die logische Konsequenz: da man über eine qualitativ hopchwertige und äußerst flexible Produktion verfügt, kann man neusete Impulse aus F&E direkt im Produkt umsetzen (muss das erst den langen Weg nach Übersee machen, dort kommuniziert werden und dann auch die entsprechend hohen Stückzahlen direkt versprechen, hat man schon verloren). Es einige Beispiele, wo das schon wunderbar klappt. Mir ist die Firma PI in Karlsruhe bekannt, die High-Tech Nanopositioniereinheiten entwicklet und in D produziert (und auch hier den Service übernimmt) - dabei agiert sie weltweit und recht erfolgreich mit einer grossen, ständig aktualisierten und dennoch abwärtskompatiblen Produktpallette...

    so sind es viele Zähne, die möglichst zeitgleich ineinander greifen müssen, um mit dem Problem fertig zu werden. Sogesehen ist es dann eigentlich nicht China, was uns zusetzt, sondern unsere eigene Misswirtschaft. Haben wir diese im Griff, stellt sich für Unternehmen die Frage, in Fernost zu produzieren gar nicht erst.

    Gruss

    Frank

  • Fornax
    Beiträge
    957
    • 6. September 2006 um 09:56
    • #19

    fschleif

    Leider werden solche Firmen viel zu wenig hofiert, publik gemacht. Es fehlen solche Vorbilder und teilweise auch der Wille von eingeschliffenen Bahnen abzuweichen, auch in der Firmenpolitik innovativ zu sein, etwas mehr für die Firma übrig zu haben als nur die schöne Bilanz zu sehen.
    Die meiten Menschen in D sehen nur noch die Motivation darin ihre Kohle zu verdienen und dann heimzugehen, "nach mir die Sintflut". Keine Verantwortung, keine Motivation, keine gewachsenen Strukturen.

    Manchmal wundert es mich, wie es überhaupt noch funktionieren kann.

    Das es auch hier anders funktioniert sieht man ja anhand o.g. Firmen, z.B. auch Trigema. Das sind Firmen, die den Mitarbeitern einen Wert vermitteln, Firmen die sich im Laufe der Zeit an neue Marksituationen angepaßt haben, sich gedreht haben, ohne den Mensch aus dem Auge zu verlieren. Der Rest hat keine Substanz.

    Der Lauteste ist nicht immer der Klügste.

  • fschleif
    Beiträge
    950
    • 6. September 2006 um 10:07
    • #20

    Da hast Du mit Sicherheit recht. Trigema ist in diesem Zusammenhang wohl sicherlich das Vorzeigeunternehmen. Ich denke, es gibt aber vor allem im Mittelstand noch einige weitere, die aber, wie Du gesagt hast, nicht genug publik gemacht werden.
    Ohne, dass sich eine komplette Belegschaft mit ihrer Firma identifizieren kann und dies auch tut, verlaufen jegliche Bemühunen im Sande. Um ein solches "Wir-Gefühl" hinzubekommen, muss man aber ganz oben anfangen und eben genau diese "Nach-mir-die-Sintflut-Mentalität" abstreifen. Viellicht sind Studiengänge wie Wirtschaftsethik ja der richtige Anfang - zumindestz machen sie deutlich, dass die Problematik zumindest erkannt wird. Können die Inhalte dann auch noch an "die Front" weitergegeben werden, liesse sich vielleicht einiges stemmen. Es ist nur leider zu befürchten, dass bis es soweit ist, das Kind schon längst im Brunnen liegt...

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