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Erfahrungen LAB Gruppen 2000c / 2002

  • bernd1989
  • 15. Februar 2009 um 15:27
  • bernd1989
    Beiträge
    226
    • 15. Februar 2009 um 15:27
    • #1

    Hallo miteinander,

    ich bin gerade dabei mir neue Amps zuzulegen. Nun bekam ich ein Angebot für eine LAB Gruppen 2000c (angeblich identisch der 2002) und möchte mich nun etwas erkundigen. Generell gefällt mir der Amp schon, das geringe Gewicht, die hoche Ausgangeleistung und das Design fand ich schon immer klasse. Leider finde ich sehr wenig über die Stufen, mich würde interessieren wie sie sich vor allem im Bassbereich machen (die älteren Schaltnetzteilstufen machen da ja angeblich Probleme). Dann wegen Servicefreundlichkeit, Ausfälle, Erfahrungen...

    Gruß Bernhard

  • Jonnytrance
    Gast
    • 15. Februar 2009 um 15:39
    • #2

    Die digitale LAB´s sind keine Basswundern, dafür für Tops optimal.
    Gut und leicht und gut für Bass geeignet ist MC² E45.

  • treibsand
    Verifiziert
    Reaktionen
    1.563
    Beiträge
    9.426
    Marktplatz Einträge
    1
    • 15. Februar 2009 um 16:50
    • #3

    Naja, die Lab2000 ist ja nun ein anderes Baujahr...
    Wunder darfst du nicht erwarten, das dürfte ja auch schon das Datenblatt verraten. Im Vergleich zu anderen "Basswaffen" macht die alte Serie auch nicht unbedingt ein übermässig gutes Bild.

    Aber:
    1. ist das hier Party-PA und die LAb ein absolut rennomiertes und erprobtes Gerät.
    2. erwarten viele User sinnlos viel Bass, den auch moderne Stufen nicht erzeugen. Im Rudel wird sie (mangels Lieferbarkeit) wol kein neues PA-System antreiben, als einzelner Amp aber durchaus empfehlenswert.
    3. musst du bei einem so alten Amp auch mal die Vorgeschichte durchleuchten - ein 10 Jahre geprügelter Amp dürfte deutliche Verschleisserscheinungen aufweisen.

    Wenn du keinen Wert auf Modern und "In"legst, ist so eine LAB mit ~600-800€ ein Dauerbrenner.

    ...hauptberuflicher Sarkastiker.

  • matthias bronko
    Beiträge
    489
    • 15. Februar 2009 um 17:16
    • #4

    Für Topteilbetrieb unumstritten optimal.
    Für Bass an 8Ohm stereo auch kein Problem. Bass an 4Ohm wird es zu vergleichbar anderen Modellen schon dünner. Gerade für den Verleih war mir der interne Limiter sehr wichtig. Hier wird nicht gnadenlos der Strom zurückgeregelt, sondern die Railspannung abgesenkt -> saubere Wiedergabe und vor allem wirksamer Schutz der Speaker. Weiterhin lässt sich die Ausgangsleistung über ein Schaltmatrix reduzieren . Wenn die Kiste mal mit 2 Fullrange15 raus geht, kann ich die Leistung von 1kW auf ein gesundes Maß reduzieren, womit ich flexibler sein kann.

    Ich habe die LAB´s angeschafft aus folgenden Gründen:
    äußerst zuverlässig
    sehr gut für Mid-High-Anwendung
    gute & funktionierende Limiter (optisch)
    schaltbare Leistungsbegrenzung (MLS)
    guter Service
    sehr leicht
    hochwertige Teile
    kein SMD-Verhau
    anerkannte und gern gesehene Technik


    Die 2000c verichtet bei mir an doppel12-Top, sowie selten an einen Single18er pro Seite ihren Dienst. Für kleinere Sachen verwende ich die 1200C Quattro.
    Mein Rücken ists mir jedenfalls dankbar und ich möchte die Teile auch nicht mehr hergeben - ganz im Gegenteil.

    Was soll die dir angebotene Kosten?
    Welchen Einsatzzweck soll sie erfüllen?

  • puma
    Beiträge
    1.398
    • 15. Februar 2009 um 20:25
    • #5

    Wenn der Preis stimmt und das Gerät technisch einwandfrei läuft, machst du damit nichts falsch.
    Die Lab Gruppen Stufen sind, auch trotz des alten Baujahres, absolute Profigeräte mit denen sich wunderbar arbeiten lässt. Ich würde solch ein gebrauchtgerät auf alle Fälle einer aktuellen, neuen Chinastufe vorziehen.
    Wenn es allerdings ausschließlich um die Anwendung im Bassbreich geht, würde ein Blick auf andere Gebrauchtgeräte in diesem Preisbereich (z.B. Camco DL Serie, für Bass spitze) sicher auch nicht schaden.

  • pkoeper
    Reaktionen
    1
    Beiträge
    631
    • 15. Februar 2009 um 22:00
    • #6

    Moin!

    Bei uns tut eine 2000c in Verbindung mit einer 4000er jedes 2te
    Wochenende Discobetrieb.

    Die 2000c treibt je Kanal 2 Seeburg K2 und die 4000 je Kanal
    4 Seeburg TSE Sub mehr als Zufriedenstellend an.
    Sehr leckerer Klang, und das mehr als laut bei nahezu Standgas.

    Wartung ist supereasy, Instandhaltung ebenso. Über die Jahre hinweg
    lernt man die Kinderkrankheiten der LABs kennen.

    Und ein jedesmal treibt einem der Kommentar des DJs
    "Hey, fetter Sound!"
    ein Grinsen ins Gesicht.

    Sag mal wieviel du für die 2000c auf den Tisch legen sollst, ja nach Preis
    ist das Gerät echt kaufenswert.
    Im Gegensatz zu unseren XTI4000 möchte ich die LABs nimmer missen.

    Viele Grüße
    Philipp
    PS: Sollte mal was sein mit den LABs, melde dich!

  • bernd1989
    Beiträge
    226
    • 16. Februar 2009 um 13:30
    • #7

    Hallo,

    danke für eure zahlreichen Antworten. Leider konnte ich erst jetzt antworten...

    Die Lab 2000c würde ich für 870,- Euro brutto bekommen. Ist wahrscheinlich eh schon oberstes Limit aber angeblich ist sie im Top Zustand.

    Am Samstag war ich auf einem Job in München zusammen mit meinem Kollegen. Der betreibt seine LP118 Subs mit HK-VX2400 / Yorkville AP4040. Ich muss sagen ich bin seit Samstag total begeistert von diesem Amp. Verarbeitung und Output sind einfach spitze. Dazu auch noch billiger als die LAB, allerdings halt doppelt so schwer. Jetzt bin ich echt im zwiespalt... :( AP4040/VX2400 hätte eben wegen einfacher Zumietung mit meinem Kollegen Vorteile => Es ist immer schöner lauter gleiche Amps zu haben... Hat denn grad jemand eine AP4040 für ca. 600 Euro übrig??

    Gruß Bernhard

  • matthias bronko
    Beiträge
    489
    • 16. Februar 2009 um 13:34
    • #8

    Wenn du bei der AP4040 im Bass nichts vermisst, dann wird dich die LAB nicht weniger enttäuschen. Die AP4040 ist genauso eine Referenz für Topteilamps. Bei der Yorki ist das aber nicht das Resultat des Netzteils (wie bei der LAB) sondern kommt das von der Kaskadenschaltung der Leistungstransistoren.
    Wenn dir die 4040 gefällt, dann würde ich dringend mit der Lab vergleichen

  • Jürgen Klingel
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    • 16. Februar 2009 um 17:30
    • #9
    Zitat von "Matthias Bronko"

    Bei der Yorki ist das aber nicht das Resultat des Netzteils (wie bei der LAB) sondern kommt das von der Kaskadenschaltung der Leistungstransistoren.


    Hallo,
    Matthias:
    Bis jetzt ist in mehreren Threads von Dir die Aussage aufgetaucht, dass die Kaskadenschaltung besonders "musikalisch" klingen soll.
    Mich würde mal interessieren: An was für (technischen) Argumenten machst Du diese Aussage fest?

    Verglichen mit einer mit potentem MOS-FET geschalteten High-Rail-Spannung, die mit einem Satz Komplementärpärchen auskommt, hat man den doppelten Aufwand an Transistoren und durch die Reihenschaltung wird da einmal mehr an den Transistoren Energie verheizt und der Innenwiderstand des Amps erhöht --> schlechtere Bass-Performance.
    Also zunächst sehe ich mal nur Nachteile, also warum klingts besser? :wink:

    Sorry, wenn ich diesen Thread zumülle :oops:

    Gruß, Jürgen

    Lieber mit Röhre geampt, als in Selbige geschaut!

  • Jonnytrance
    Gast
    • 16. Februar 2009 um 19:05
    • #10

    Schlechte Bassperformance ist klar. Dafür ist die Stufe durch diesen Schalungskonzept sehr impulsiv. Kling sehr dynamisch. Von 1200W RMS kann die bis 2175W im Music liefern.

  • matthias bronko
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    • 18. Februar 2009 um 16:50
    • #11

    Hallo Jürgen!
    Nun ich hätte es vielleicht etwas anders ausdrücken sollen. Die Kaskadenschaltung nur allein wird es auch nicht herausreißen. Der Vorverstärker hat da auch noch ein Wörtchen mitzureden.
    Das positive in der Kaskade sehe ich für die geringere Pv am Transistor und die Kaskade wird wohl auch der SlewRate / Impulswiedergabe zu gute kommen. Der höhere Innenwiderstand gegenüber einfacher AB wird sicherlich die Impulswieder in den tiefen Frequenzen und hohen Spannung etwas bremsen, doch von schlechter Bassleistung möchte ich auch nicht sprechen.

  • rockline
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    • 18. Februar 2009 um 17:52
    • #12

    Bei der Betrachtung der Yorkville Schaltung ist eines wichtig: die jeweils übergeordnete Transistorreihe MJ21915/MJ21916 (wie die Audiostage jeweils 4 parallel) hat mit der relativ geringen Stromfähigkeit des TO220 MOSFETS IRF630N zu tun, der ja für die Railspannungsumschaltung von 78V auf 145V zuständig ist. Der kleine MosFet kann ja grade mal 6A Dauerstrom, respektive knapp 9A Peak. Da bleibt ja nur der Weg über die weitere Stromstufe bestehend aus den 4 MJ21..... TO3 Kameraden!
    Inzwischen gibt es auch MosFets die mehr Strom können, aber warum Yorkville genau diesen Weg gegangen ist weiß ich nicht genau. Ich vermute mal, dass es zum Zeitpunkt der Konstruktion die beste Lösung war. Wir dürfen nicht vergessen, dass die AP Serie bereits etliche Jahre auf dem Markt ist.

    Die Klangqualität resultiert meiner Ansicht nach aus dem Stromspiegelkonzept der Treiberschaltung. Die Aufgabe der Treiberschaltung (oder Vorstufe) ist ja das kleine Eingangssignal von ca. 1,5V auf eine Amplitude von über 90V zu verstärken, um die Stromstufe aufzusteuern. Das bei einer derartigen Verstärkung viel Mist durch unlinearitäten passieren kann ist keiner großen Erklärung wert.
    Bei Yorkville bedient man sich eines umfangreichen 2 stufigen Vorverstärkers mit konsequent symmetrischer Signalführung. Das Design ist eine bekannte, typische Konstruktion hochwertiger HiFi Geräte. In Verbindung mit den sehr klirrarmen Endtransistoren (einer der Hauptmerkmale dieses Transistortyps ist der geringe Klirr von nur 0,08% bei 5V/5A) kommt eben ein hervorragendes Klangbild dieser Yorkville AP Endstufen heraus.

    Die Netzteile sind eher sparsam ausgelegt. Wobei anzumerken ist, dass die verwendeten Trafos sehr haltbar sind. Bei unzähligen Reparatur und Servicetätigkeiten an Yorkville AP Verstärkern, ist mir immer wieder dieses unbeschreiblich, eigenwillige Konstruktionsdesign der Geräte aufgefallen. Man hat wirklich "konstruiert", mit teilweise merkwürdigen Lösungen. Letztere entsprechen aber typischem Industriedesign, mit Verbindungswegen, die man auf den ersten Blick überhaupt nicht vermutet.

  • Jürgen Klingel
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    • 19. Februar 2009 um 00:58
    • #13

    rockline:
    Hab mir die Schaltung der Yorki mal zu Gemüte geführt, muss Dir Recht geben, der betriebene Aufwand birgt einige Feinheiten, die sich bezüglich Stabilität und Linearität positiv auswirken.

    Sehe ich das richtig:
    Alleine die Kaskadenschaltung macht noch keinen besseren Klang? Einsichtig bin ich in punkto Spannungsfestigkeit, die erhöht sich durch eine Kaskade natürlich.
    Habe hier eine Zeck Endstufe (PT-Serie), die mit einem flinken und äußerst stromfesten (ID=50A) MOS-FET die Rails schaltet. Das Ding klingt weder schräg, noch mangelts da an Bass-Power...

    Naja, eigentlich ging´s hier ja um LAB Gruppen :wink:

    Gruß, Jürgen

    Lieber mit Röhre geampt, als in Selbige geschaut!

  • rockline
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    • 19. Februar 2009 um 09:33
    • #14

    Bei den alten Zeck hatte man die Vorteile des geringen Gatestroms der Hitachi MosFets ausgenutzt, um eine einfache, stromschwache Treiberschaltung nutzen zu können. Im Grunde genommen ist das eine vollständige MosFet Endstufe, bei der nur zum Zweck der höheren Ausgangsströme eine billige Bipolarendstufe nachgeschaltet wurde. So brauchte man nur zwei der relativ teuren Hitachi TO3 MosFets anstelle stromstarker Treiberstufen, und erledigte den Rest mit Motorola (vielleicht auch RCA, ich weiß es nicht mehr) Transistoren.
    Man sagte den MosFets auch eine gewisse hochohmigkeit im Durchlassbereich nach, was sich bei niedrigen Lastimpedanzen bemerkbar machen könnte. Auch dieser vermeintliche Nachteil von MosFet Endstufen konnte durch die Verwendung von Bipolarendtransistoren vermieden werden. Die beiden MosFets in der Zeck steuerten ja nur den hochohmigen Basisstrom der Endstufe!
    Die Zeck Schaltung war schon ok. Betriebsspannungsumschaltung gab es noch nicht, und bei 2 x 80V war auch genug Spannung für gute 500 -600 Watt drin.

    Bei der PT Serie wird wohl das übliche Konzept mit MosFet Railumschaltung genutzt. Das findet man ja auch bei allen anderen Kisten. Nicht zuletzt auch bei den Solution², die das dreifach mit kleinen MosFets problemlos machen.
    Man bedenke: heute gibt es FETs, die es vor Jahren nicht gab!
    Bei QSC und anderen Herstellern wurden allerdings zeitgleich zur Yorkville AP Entwicklung auch schon reine MosFet Railumschaltungen verwendet. Philosophie, Betriebssicherheit, oder welche Gründe auch immer dahinter stecken weiß ich leider auch nicht.

    Yorkville ist wie gesagt eine HiFi Schaltung, die man manchmal in hochwertigen Geräten der 80er/90er Jahre sehen konnte. Natürlich ohne die Railumschaltung und Reihenschaltung der Ausgangstransistoren. Bei der Yorkville bedient man sich auch eines interessanten Konzepts um die Umschaltschwelle zu erkennen, und kurzfristig zu regeln.

  • bernd1989
    Beiträge
    226
    • 19. Februar 2009 um 21:52
    • #15

    Also wenn man das hier so liest könnte man kaum glauben dass man sich im Party-Pa Forum befindet :) Echt klasse wie schön und professionell hier diskutiert wird.

    Auch wenn es hier um Lab Endstufen geht und wir vom Thema abgeweicht sind hat sich das Ganze nun eh erledigt. Ich bin nun im Besitz einer Camco Tecton 24.4. Ich werde diese morgen oder am Samstag abholen und dann geht die gleich mal mit aufn Job. Mal sehen, ob sie mich überzeugt :)

    Gruß Bernhard

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