1. Home
  2. Chat
  3. Forum
  4. Kalender
    1. Termine
    2. Karte
  5. Lexikon
    1. Letzte Änderungen
  6. Marktplatz
    1. Bewertungen
  • Anmelden
  • Registrieren
  • Suche
Dieses Thema
  • Alles
  • Dieses Thema
  • Dieses Forum
  • Artikel
  • Forum
  • Termine
  • Lexikon
  • Marktplatz-Eintrag
  • Seiten
  • Erweiterte Suche
  1. PA-Forum
  2. Forum
  3. Hobby Forum
  4. Boxen Reparatur und Selbstbau

Frage zu Flankensteilheiten / Filtercharakteristiken

  • Hagen Jaeger
  • 24. Juni 2009 um 14:38
  • Hagen Jaeger
    Beiträge
    486
    • 24. Juni 2009 um 14:38
    • #1

    Hallo liebe Selbstbaugemeinde,

    wie ihr wisst bin ich ein Mensch des "einfach mal ausprobierens" und danach war mir gerade eben mal :grin: ...

    Also folgendes . Ich habe eine 15"/1"-Box hier (ist erstmal egal welche) . Die passive Weiche für die Box steht mir leider noch nicht zu Verfügung . Testweise, weniger zum Kontrollieren der Komponenten - mehr aus Neugierde -, habe ich die Box dann mal aktiv angesteuert .

    Die Box besitzt normal eine akkustische Trennfrequenz bei 1300 Hz, HT 18 dB/Oct, TMT 12 dB/Oct . Die Elektrischen kenne ich nicht (könnte man vielleicht ausrechnen, aber ich hatte gerade schon Schule ;) ) .

    So, also ich bin erstmal in den Keller gegangen und habe den TMT und HT mit 24 dB/Oct LR getrennt, Trennfrequenz gleich eingestellt (LR hat ja bei der Trennfrequenz seinen -3 dB-Punkt) . Klingt komisch, klar, der HT ist auch zu laut . Dann habe ich mal mein Gehör und viele Teststücke benutzt um die Lautstärke des HT einzustellen . Ging recht flott, vielleicht nicht auf 0,1 dB genau - aber ist ja auch nur sporadisch ;) . Soundet auf jeden Fall schonmal supi .

    So, dann habe ich angefangen mit verschiedenen Flankensteilheiten zu experimentieren . Habe mal das von der Passivweiche eingestellt, also 18/12 (in die Simu geschmissen und die Frequenzen so geändert bis Überschneidungspunkt wieder -3 dB war) . EIngestellt, angehört ... Hm . Stimmt was nicht . AAh, na klar, HT verpolen . Ok, klingt ok . Aber irgendwie war das vorher schöner (keine Ahnung warum, 18/12 klang etwas ... "verwaschener" ?) . Also weiter im Programm .

    Mehr spaßeshalber als dem Ernst des Testes wegen gint ich dann mal auf 48 dB/Oct Butterworth hoch ( :shock: so ein frecher Junge :lol: ), da gehts ja ganz flott wieder runter . HT und TT Frequenz nur minimal auseinander (1,2 und 1,3 kHz) und sich den Mist mal anhören .

    ... Ja was soll ich sagen ? Das klingt richtig gut . Gefällt mir jetzt mit Abstand am Besten ! Dabei ist diese hohe Flankensteilheit doch immer total verrufen, Phase dreht sich viel zu oft, GD steigt total hoch ... Aber warum hör ich das nicht ? Also mit der Phase gibts keine Probleme, das würde man ja im Frequenzgang hören . Und Groupdelay ? Also ich höre da echt selbst mit viel Mühe keinen Unterschied in der Qualität der Stimmen zu den Versuchsaufbauten von vorher .

    Desweiteren bin ich jedes mal testweise "um die Box rumgegangen" . Abstrahlung gefiel mir auch hier eindeutig am Besten, selbst unter recht steilen Winkeln hört man die Stimme noch super während bei den Anderen da teilweise was gefehlt hat (war auf einmal sehr Grundtonlastig) . Aber das kann doch nicht so wirklich sein ?

    So . Jetzt frage ich mich aber : Was ist denn nun so schlecht an so einer steilen aktiven Trennung ? Der HT kann tiefer laufen, da stark entlastet und klingen tuts für mich als "etwas erfahrener" Controllerbediener am Besten .

    Ein Kollege meinte : "Nee, lass das, damit verbiegst du dir alles . Das ist kaum berechenbar" . Dem Wiederspreche ich nicht, aber warum meint mein (noch durchaus anspruchsvolles) Gehör was anderes ?

    Ich würde nur gern wie immer verstehen warum . Wer kann mir helfen ?? Mich wurmt das :lol:

    Grüße - Hagen Jaeger

    p.s : Das war jetzt ein reines Experiment mit dem menschlichen Gehör, ohne Messen . Nachweisen kann ich nix, aber ich schreib ja hier nicht einfach irgendeinen Mist rein um Leute zu nerven ;) . Ich will nur wissen ob ich - und andere auch - bisher falsch von sehr steilen Filtern gedacht haben, oder ob es ein fatales Gegenargument gibt was auf den ersten Eindruck nicht hörbar aber später doch merkbar ist ? Help :)

    Der Ton macht die Musik :)

  • Jonnytrance
    Gast
    • 24. Juni 2009 um 17:16
    • #2
    Zitat von "Hagen Jaeger"

    (LR hat ja bei der Trennfrequenz seinen -3 dB-Punkt) .


    LR hat -6dB :wink:

  • Hagen Jaeger
    Beiträge
    486
    • 24. Juni 2009 um 18:59
    • #3

    Kakke, stimmt :shock: ...

    Mal schnell anders eingestellt - klingt wirklich besser :lol: . Bei manchen Tracks klingt aber das BW 48 besser, von daher würde meine Frage bestehen bleiben ... würde gern einfach etwas mit euch drüber reden, interessiert mich ungemein und was gelernt habe ich ja jetzt schon :grin: ...

    Kardinalsfehler ... :oops: Aber ich berichtige es nicht, kann ruhig jeder sehen, ich bin net perfekt ;) .

    Grüße - Hagen Jaeger

    Der Ton macht die Musik :)

  • Slaid
    Beiträge
    142
    • 24. Juni 2009 um 20:04
    • #4

    Ich hab auch die Erfahrung gemacht, das wenn ich ziemlich steil trenne (zwischen Sub und Top) es sich viel besser anhört und es net so unklar und dröhnig klingt...

    SUCHE Voice Acoustic Subhorn-115

  • Hagen Jaeger
    Beiträge
    486
    • 24. Juni 2009 um 20:12
    • #5

    Das wiederrum konnte ich nicht feststellen, es sei denn ich trenne sehr tief . Dann machts aus dem Sub halt nur noch Bumm :grin: .

    Obwohl das im kleineren Raum manchmal zum Unterdrücken nerviger Moden nützlich sein kann ...

    Irgendwie sehr zwiespaltig . Oder doch nicht ?? :lol:

    Grüße - Hagen

    Der Ton macht die Musik :)

  • mike j.
    Reaktionen
    1
    Beiträge
    2.924
    • 24. Juni 2009 um 21:44
    • #6
    Zitat

    Ich hab auch die Erfahrung gemacht, das wenn ich ziemlich steil trenne (zwischen Sub und Top) es sich viel besser anhört und es net so unklar und dröhnig klingt...

    Weil der Bass so weniger Midanteile wiedergibt. Der Bass klingt auch besser wenn du ihn nach oben hin bei 60Hz trennst - gleich wie bei Topteilen, bei denen eine 12" Pappe auf 1500Hz rauf spielt (nicht lachen, sowas gibts leider öfters).

  • Hagen Jaeger
    Beiträge
    486
    • 24. Juni 2009 um 22:02
    • #7
    Zitat

    gleich wie bei Topteilen, bei denen eine 12" Pappe auf 1500Hz rauf spielt (nicht lachen, sowas gibts leider öfters).


    Bei der LMT-212 gehts sogar bis 1800 Hz und die klingt sahne . Deswegen - bitte nicht verallgemeinern ;) .

    Gibt auch Bässe die höher getrennt besser klingen (CB 18 könnt ich mir vorstellen), aber ich denke beim Großteil der Bässe hast du recht .

    Ist allerdings die Frage was besser klingt : 80 Hz But 48 oder z.B. 60 Hz But 24 :wink: .

    Grüße - Hagen

    Der Ton macht die Musik :)

  • Jobsti
    Reaktionen
    11
    Beiträge
    7.942
    • 25. Juni 2009 um 00:38
    • #8

    Habe gerade gestern ne 15/1,4er Kiste aktiv getrennt, wenn aktiv getrennt wird, sollte definitiv ein Delay eingestellt werden.
    Bei mir kam zB raus:
    15er: 1KhZ 18dB But, 72mm Delay
    1,4er: 1,6kHz 12dB LR. Gain-5dB
    Akustische Trennfrequenz: 1,28kHz


    Warum sind die Trennfrequenzen und die Filter unterschiedlich und sind nicht super steil und liegen ganz nahe beieinander?
    Dazu schaue man sich einfach die Frequenzgänge der Treiber ohne Trennung an, dann sollte das offensichtlich werden.

    PS: Messung in 1,7m Höhe, 2m Entfernung, ergo sind alle Pegel 6dB höher als auf der Messung und der Bassbereich unter 200Hz ist nicht aussagekräftig (ausgefenstert).


    Das kurz angesprochene "Problem" von den Subs:
    Das "Problem" ist hier nicht mit steiler oder tiefer Trennung zu lösen, sondern mit der korrekten Ankopplung und Gain der Topteile.
    Tipp: SubGain net einfach lauter machen, wenn Bass net stark genug erscheint, sondern einen LowShelf rein.


    Anm.:
    Die neuen Oberton Neodymchasis gefallen mir ;)

    MfG

    Mit freundlichen Grüßen
    B. Jobst | Fa. Jobst-Audio | 36396 Steinau Ulmbach | Germany | http://www.Jobst-Audio.de
    http://www.audiofotos.eu | Kostenfreier Bilderhoster für eure Forenbilder
    Nützliche Tools | Limiter berechnen, Schaltungen usw.

  • Jonnytrance
    Gast
    • 25. Juni 2009 um 01:03
    • #9
    Zitat von "Jobsti84"

    Tipp: SubGain net einfach lauter machen, wenn Bass net stark genug erscheint, sondern einen LowShelf rein.


    Aber Gain erhöht Groupdelay nicht, Shelving schon :wink:

  • Jobsti
    Reaktionen
    11
    Beiträge
    7.942
    • 25. Juni 2009 um 14:06
    • #10

    Alternative?
    Mehr Gain, aber früher/steiler trennen klingt anders.

    Naja, ich denke, hier muss jeder selbst entscheiden, was für sein System die richtige Wahl ist.

    Mit freundlichen Grüßen
    B. Jobst | Fa. Jobst-Audio | 36396 Steinau Ulmbach | Germany | http://www.Jobst-Audio.de
    http://www.audiofotos.eu | Kostenfreier Bilderhoster für eure Forenbilder
    Nützliche Tools | Limiter berechnen, Schaltungen usw.

  • Jonnytrance
    Gast
    • 25. Juni 2009 um 16:43
    • #11
    Zitat von "Jobsti84"

    Naja, ich denke, hier muss jeder selbst entscheiden, was für sein System die richtige Wahl ist.


    So sehe ich es auch.

    Zu GD kann ich folgendes sagen. Bei höheren Frequenzen ist GD trotzdem sehr gering und nicht soo wahrnehmbar wie bei den tiefen. Nur baue ich ne passive Weiche die mit 48 dB/Okt filtert, wird die Weiche zu groß, zu schwer und zu teuer erscheinen.

    Bsp. die hochsteilere FIR Filtern mit sehr hohem Latenz werden auch nicht für tiefe Frequenzen benutzt, sondern erst ab ca. 500-600Hz, darunter IIR.

  • Hagen Jaeger
    Beiträge
    486
    • 26. Juni 2009 um 15:55
    • #12

    Leuchtet alles ein, das mit den 48 dB/Oct wär auch 'n ganz schönes Ding, am Besten noch Allpass dahinter, dann kannste bald die komplette Rückwand der Box als Weichenplatine benutzen :grin: ...

    Filter mit hohen Flankensteilheiten stehen in Verruf . Das ist so . Nur wenn sie tatsächlich so schlecht wären - warum gibts die dann in jedem Controller ? Irgendeinen Sinn müssen sie ja erfüllen und ich habe erlich gesagt noch nie von einem Top gehört, dass mit 48 dB/Oct aktiv getrennt wird, das Höchste war immer 24 dB/Oct wobei auch da schon einige "allergisch" reagieren .

    Ich meine zum Bleistift bei einem schönen 15"er der aber 'nen hässlichen Peak bei 2kHz rum hat (auf Achse)kann man diesen ja viel besser wegfiltern, oder ? Und den Hochtöner kann man auch tiefer trennen wenn die Flankensteilheit sehr hoch ist, denke bei 48 dB/Oct und entsprechendem 1,4"er + Horn sind 1 kHz akkustische Trennfrequenz + sacklaut locker drin . Oder irre ich in meinen Überlegungen ?

    Grüße - Hagen

    p.s : Da meine Passivweiche immer noch nicht da ist werde ich die Top's auf einem Event aktiv trennen . TMT ist um Hornlänge verzögert, Trennung mit LR 24 jetzt richtig eingestellt . Kurzer Test in meinem Keller = Sahne :D . Da soll mir noch einer sagen, dass man Messequip braucht um mit 'nem aktiv getrennten Top Spaß zu haben, das geht per Gehör und mit ein paar Eckdaten echt richtig gut .

    Der Ton macht die Musik :)

  • Jonnytrance
    Gast
    • 28. Juni 2009 um 20:18
    • #13

    JBL verwenden ab und zu 48dB Flankenseilheit.

  • Hörnli
    Beiträge
    1.880
    • 29. Juni 2009 um 23:51
    • #14
    Zitat von "Hagen Jaeger"

    Ich meine zum Bleistift bei einem schönen 15"er der aber 'nen hässlichen Peak bei 2kHz rum hat (auf Achse)kann man diesen ja viel besser wegfiltern, oder ? Und den Hochtöner kann man auch tiefer trennen wenn die Flankensteilheit sehr hoch ist, denke bei 48 dB/Oct und entsprechendem 1,4"er + Horn sind 1 kHz akkustische Trennfrequenz + sacklaut locker drin . Oder irre ich in meinen Überlegungen ?


    Das mit dem hässlichen Peak ist schonmal eine wichtige Bemerkung. Gerade weil die Frequenz solcher Peaks schon im Partialschwingungsbereich liegt klingen sie noch dazu besonders lange nach, und werden deswegen vom Hochtöner auch dann nicht maskiert, wenn sie 12dB leiser als der HT sind. Hat man die Peaks oberhalb der Trennfrequenz im Griff, also wenigstens 24dB leiser als der HT, egal ob jetzt mit steiler Trennung, oder mit einem Notch, dann stellt man zuweilen fest daß man garnicht so tief trennen muß (Tieftrennwahn). Ich würde ganz einfach sagen, daß man den vergrößerten Freiheitsgrad "Off-Band-Noise"-armer Trennungen für einen guten Übergang des Abstrahlwinkels nutzen sollte. Es gibt immer höchstens einen "Sweet Spot" an dem die Trennfrequenz passt, aktiv ist der wesentlich leichter zu finden und zu realisieren. Aber auch passiv gehts, wie Fabian zeigt.
    Wer HTs mit 12dB- Filtern trennt (Flachtrennwahn) sollte bedenken, daß unterhalb der Trennung zumindest der gleiche Hub entsteht, oft sogar mehr weil das Horn nicht mehr lädt. Dieser gleiche Hub unter der Trennung wird dann erst von der Eigenreso des Treibers aufgehalten (darunter dann 24dB/oct), oder anders ausgedrückt, zwischen Eigenreso und Trennung hubt das Diaphragma mindestens genauso viel wie auf der Trennung und darüber. Man hört zwar tatsächlich (vermeintlich) nichts, weil so eine kleine Membran kaum Schall erzeugt, aber Messungen der IM oder aufmerksame AB-Vergleiche bringen zuweilen erhebliche Unterschiede zutage. Gerade im PA-Bereich (mit in der Regel insgesamt nur 3 Wegen und hoher Leistungsnutzung) verschenkt man mit der Bestückung gekaufte Potentiale - wenn man nicht wenigstens mit 24dB/oct (MT/HT) trennt. Insbesondere große Blechdeckel klingen mit IM noch kranker als ohnehin schon.

    Gruß

    Lebe wohl, Michael Ebners Universum

  • tufkasr
    Beiträge
    310
    • 30. Juni 2009 um 22:52
    • #15

    Oder: HT-Hoerner (mit guenstigem Abstrahlverhalten) und relativ niedriger Grenzfrequenz (~800 Hz) einsetzen, das MT-System aber hinsichtlich der Abstrahlung so entwerfen, dass theoretische Trennung des HT weit hoeher liegen kann (z.B. >1.8kHz). Die hohe akustische Strahlungswiderstand am Hornhals zwischen 1kHz und 1.8kHz senkt die Diaphragmenauslenkung und reduziert die IM. Jetzt lassen sich z.B. auch 24dB/oct akustisch realisieren, ohne die Effekte der IM. Nachteil: die gestiegenen harmonischen und nichtharmonischen Verzerrungen durch die Verlaengerung des Horns (und unter Umstaenden starke Einengung der Hornabstrahlung >8kHz).

    Es bleibt die Frage: welche Form der Verzerrung ist unangenehmer? Und (ganz ketzerisch): spielt das alles ueberhaupt eine Rolle, wenn ich ernsthaft versuche in 30m einen verzerrungsarmen Klang zu erzeugen. Nichtlineare Artefakte sind bekanntermaszen kommutativ - ich hab hier ein Horn, bei dem mess ich bei 150dBSPL am Mund (f=2fc) 2.5% erste harmonische Verzerrung - nach 30m sind es dann 15%. Und: die nichtlineare Wellenausbreitung erzeugt ebenfalls IM...

    Ergo: es fehlt schlicht eine praktisch implementierte DSP-Plattform fuer den Audio-Bereich. Die beschriebenen Nachteile koennte man galant umschiffen, waere man durch DCX & Co. nicht auf analoge Filterkonzepte festgelegt! Die erschwinglichen Boards von z.B. Analog Devices muessen aber erst aufwendig umgebaut werden (Symmetrierung, Notschaltung, Stummschaltung, USV, etc. pp.).

  • Hörnli
    Beiträge
    1.880
    • 1. Juli 2009 um 04:30
    • #16

    Moin,

    Zitat von "svenr"

    Nichtlineare Artefakte sind bekanntermaszen kommutativ - ich hab hier ein Horn, bei dem mess ich bei 150dBSPL am Mund (f=2fc) 2.5% erste harmonische Verzerrung - nach 30m sind es dann 15%. Und: die nichtlineare Wellenausbreitung erzeugt ebenfalls IM...

    ketzerisch, könnte es sein, daß die Messung am Mund zur Fehleinschätzung der Verzerrung in 30m führt? Am Mund würde jedenfalls ich eine überhöhte Sensivity des Grundtons erwarten. Zudem sind die Buchstaben "IM" ein wahnsinnig reduzierter Begriff für eine vielzahl unterschiedlich hörbarer Artefakte. Selbst harmonische Verzerrungen werden unzulässig vereinfacht ohne Zeitdomäne beurteilt, so kommte es zu erheblichen Wahrnehmungsunterschieden bei gleichen Werten.
    Was man hört und was dem Plebs mangels Hörerfahrung vordergründig egal ist kann nicht Argument sein. Denn eine gute Beschallung ist immer erfolgreicher als eine Schlechte. Klirrarmut ist hier eine wichtige Schlüsseleigenschaft mit riesigem Handlungsbedarf. Wenn Gäste auf Nachfrage wie Ihnen die Veranstaltung gefallen habe kein Wort über die Beschallung verlieren ist das Ziel erreicht. Häufig werden die Lautsprecher von Gästen als solches bemerkt, dafür ist der Lautsprecherklirr verantwortlich.

    Natürlich kann man Lautsprecheranlagen speziell für geringe Flankensteilheiten und minimale Phasendrehungen entwerfen und dann auch problemlos passiv oder flach trennen. Mehr Wege, geringere Leistungsdichte, größere schwerere Kästen - wer will das? Mit DCX & Co allein lässt sich bisheriges passiv oder im Flachtrennwahn betriebenes Material erheblich im Wert steigern. Hier lässt sich mit FIR nichts hörbar besseres erreichen. Allerdings ermöglicht der Einsatz von FIR Lautsprecherkonstruktionen, die IIR nicht summieren könnten. (Beam steering). Doch wirklich überlegene Produkte sind nicht in Sicht, oder gar schon erschaffen. Lediglich der Umgang mit Architekten wird einfacher, weil man im Notbehelf unmöglich angeordnete Zeilenlautsprecher mit FIR elektronisch besser kippen und biegen kann als mit IIR. FIR ist nichts weiter als ein Notbehelf, subjektiv besserer Klang wurde noch nie nachgewiesen, wie auch, unser Gehör hört bei FIR die selben Artefakte wie bei IIR, kann aber mit "besserer" Phase nichts anfangen.

    Gruß

    Lebe wohl, Michael Ebners Universum

  • tufkasr
    Beiträge
    310
    • 1. Juli 2009 um 12:54
    • #17

    Fehleinschaetzung der Verzerrung? Ueberhoehung der Sensitivity am Mund? Kann dir nicht recht folgen. Die 2.5% D2 am Mund sind (fuer diesen Treiber) hauptsaechlich Folge der nichtlinearen Wellenleitung im Horn - die hohen Schalldruecke nahe des Halses (und die erwachsenden stark unterschiedlichen Wellengeschwindigkeiten als folge der adiabatischen Prozesse) fuehren zur 'Aufsteilung' der Welle. Mit zunehmender Expansion der Hornkontur reduziert sich der Effekt. Aber: die nichtlineare Wellenausbreitung bleibt bestehen, auch wenn rein sphaerische Ausbreitung erfolgt. Und: das Auftreten nichtlinearer Entfernungen verhaelt sich linear zur Entfernung, aber quadratisch zum Schalldruck!

    Die 30m Angabe ist uebrigens auch eine Messung, welche sich mit der Vorhersage laut einer einfachen nichtlinearen Wellengleicung deckt. Ketzerisch nochmal: was bringt es, die 2.5% Verzerrungen am Hornmund auf ein Mindestmasz zu reduzieren, wenn ich die weiteren 12.5% Verzerrungen bis zum Erreichen des Hoerplatzes ignoriere? Kniffelige Frage - die Loesung ist so einfach wie kompliziert.

    Zitat Hr. Hoernli: "Hier lässt sich mit FIR nichts hörbar besseres erreichen (verglichen zu DCX & Co.; Anm. d. K.)" Hust - ich habe so eine Ahnung, dass diese Aussage u.U. auf objektive Kritik und Zurueckweisung stossen koennte...

    Und: DCX & Co. lassen unbedingt neue Moeglichkeiten erwachsen (deren Potentiale im Schnitt zu 15..20% ausgeschoepft werden). Aber: z.B. IIR-Filterung eines 1" am Horn (hier mit AD Shark) - damit kann ich a) steil trennen, b) durch approximative Kaiser-Filterung ein nahezu konstantphasiges System schaffen, c) Resonanzen des Horn selektiv bedaempfen ohne (wie bei parametrischen EQs) das Leistungsspektrum der linearen Uebertragungsfunktion zu veraendern, etc. pp. Verzerrungen ist praktisch nur sehr schwer beizukommen; wenn ich Filter, welche nicht an Problemen der Phasenverzerrung kranken, nutzen kann, bieten sich Wege, auch diese Verzerrungen 'subjektiv' wohlwollend zu reduzieren.

    Und noch was Ketzerisches: Ich wette, dass 50% dessen, was subjektiv mit dem Begriff 'Verzerrung' beschrieben wird, eigentlich resonanten Ursprungs ist! Aber - kaum jemand im Wastelland misst das Resonanzverhalten korrekt - und daran ist auch die Voreinstellung diverser Software mit schuld.

  • Jobsti
    Reaktionen
    11
    Beiträge
    7.942
    • 1. Juli 2009 um 16:14
    • #18

    Hier stellt sich mir dann wieder die Frage,
    ob es den "riesen, komplizierten" Aufwand bis ins kleinste Detail wirklich wert ist.

    Unterscheidet der Großteil der Zuhörerschaft wirklich zwischen Gutem, sehr Gutem und absolut 100%ig extrem gutem Sound?
    Wird das bezahlt, merkt das wer ohne geschultem Ohr, wem ist's das wert?

    Natürlich, mit so nem Denken kommen wir natürlich nicht vorran und würden in der Zeit stehen bleiben, aber für das PPA geht das schon ziemlich weit gerade.

    ABER da das Selbstbaubrett im PA eh geschlossen werden soll, sind wir gerade auf dem richtigen Weg hier!
    Von daher, bitte weitermachen, extrem interessant 8)


    Wollte ich nur mal so einwerfen, muss net beachtet werden.

    Zitat

    die Loesung ist so einfach wie kompliziert.


    Wir versuchen am Hörplatz zu reduzieren und net am Mund.?!

    Zitat

    Ich wette, dass 50% dessen, was subjektiv mit dem Begriff 'Verzerrung' beschrieben wird, eigentlich resonanten Ursprungs ist! Aber - kaum jemand im Wastelland misst das Resonanzverhalten korrekt - und daran ist auch die Voreinstellung diverser Software mit schuld.


    Ich persönlich wünsche mir Aufklärung und frage mich, wer mit Voreinstellungen misst?

    Zitat

    Wenn Gäste auf Nachfrage wie Ihnen die Veranstaltung gefallen habe kein Wort über die Beschallung verlieren ist das Ziel erreicht. Häufig werden die Lautsprecher von Gästen als solches bemerkt, dafür ist der Lautsprecherklirr verantwortlich


    Das sollte schon ziemlich jedem aufgefallen sein, klingts nicht, nervt und klingt unangenehm, was idR. doch wirklich den verzerrungen zuzuschreiben ist,
    meckern Gäse oder reden drüber.
    Klingt es angenehm, sagt keiner was.

    Die Frage wäre dann nur von was der Klirr kommt?
    Vom weit überzogenen Pioneermixer, den Clippenden Amps oder doch den Lautsprechen selbst, welche einfach überlastet werden oder nicht ausreichend dimensioniert sind,
    ggf. auch einfach falsch angesteuert/getrennt.
    Unangenehm kanns aber auch genau so klingen, wenn wir den Raum nicht in den Griff bekommen, ungeschichte Aufstellung, ohne jegliche Anpassungen usw.

    Aber ja, in den meißten Fällen sind es oft einfach auf die Verzerrungen der Lautsprecher zurückzuführen.

    Zitat

    FIR ist nichts weiter als ein Notbehelf


    Derzeit noch, oder wird immer so bleiben? 8)

    PS: Subjektiv kann besser ODER beim anderen auch schlechter sein, oder vielleicht gar identisch sein, deswegen ist es sujektiv ;)

    MfG

    Mit freundlichen Grüßen
    B. Jobst | Fa. Jobst-Audio | 36396 Steinau Ulmbach | Germany | http://www.Jobst-Audio.de
    http://www.audiofotos.eu | Kostenfreier Bilderhoster für eure Forenbilder
    Nützliche Tools | Limiter berechnen, Schaltungen usw.

  • Hagen Jaeger
    Beiträge
    486
    • 1. Juli 2009 um 17:30
    • #19

    Darf ich nochmal eine "Zzusammenfassung für Dumme" machen ? flache Flanke vs. steile Flanke :

    flache Flanke : wenig Phasenprobleme, wenig Groupdelay welches besonders im Bassbereich nicht erwünscht ist . manchmal genug Flankensteilheit durch natürlichen Abfall der Einzeltreiber . Passiv einfach zu realisieren . Vermindert allerdings Klirr weniger, entlastet HT nicht so gut, trennt nicht wirklich gezielt, man muss immer schauen wo noch wieviel dB kommen (bei nem bei 1 kHz getrennten 15"er mit 122 dB und 12 dB/Oct getrennt - also hart am Limit - hätten wir immer noch 110 dB bei 2 Khz, wo es wahrscheinlich schon mächtig hässlich wird !!) .

    steile Flanke : gezielte Abtrennung / Entlastung der Treiber, effektiveres Ausblenden von Verzerrungen der einzelnen Komponenten in Bereichen die sie garnicht spielen sollen . Schutz / Entlastung des HT, da das Diapragma kaum noch tieferen Mittelton spielen muss . Allerdings kompliziertes Handeln der Phase, passiv sehr schwer umzusetzen und höheres Group Delay was vor Allem im Bassbereich doof klingen kann .

    Ist die Zusammenfassung so richtig ? Wenn was hinzuzufügen ist, bitte - Aber nicht mit irgendwelchen Abkürzungen und so weiter um sich schleudern ;) .

    Und nun das Spannendste : Für was würdet ihr euch entscheiden und warum ? Für mich ist jetzt erstmal der Bassbereich interessant, aber auch MHT-Bereich wobei es da noch stärker auf die Konstruktion ankommt als im Bassbereich .

    Irgendwie bin ich ein Anhänger der steilen und sehr steilen Filter, es erscheint mir einfach was die seehr wichtige Leistungsverteilung anbelangt (Lautsprecher sind ja eh total uneffektiv .....) am Sinnvollsten . Außerdem ist besonders der Hochtonzweig was die Leistung angeht um einiges unkaputtbarer als mit einer flachen Flanke (Da ich mit bevorzugt mit "kleinen" Hochtönern arbeite ist mir das schon wichtig) .

    Dann nochmal was anderes . Irgendwie habe ich das schon oft gefragt, aber jeder geht mir aus dem Weg . Wie messe ich die akkustische Phase von Top und Sub ? Ich würde diese gerne mal richtig einstellen und schauen wie der Unterscheid zum "einfach mal so trennen" ist . Manchmal habe ich das Gefühl eines Loches im Nutzbass was aufgrund von falscher Phase entstehen könnte .

    Messmikro von T.Bone, ARTA-Demo und ein USB-Interface Alesis IO/2 besitze ich . Muss doch irgendwie zu machen sein, oder ?

    Grüße - Hagen

    Der Ton macht die Musik :)

  • tufkasr
    Beiträge
    310
    • 1. Juli 2009 um 18:29
    • #20

    Jobsti schreibt: "Wir versuchen am Hörplatz zu reduzieren und net am Mund?" Und hier liegt die Crux - Nichtlineare Verzerrungen am Hoerplatz sind zum ueberwiegendsten Teil Produkt der nichtlinearen Wellenausbreitung in der Luft (ich ignoriere alle Verzerrungskomponenten des Eingangssignals). Nichtlineare Echtzeitentzerrung benoetigt komplexe Algorithmen (da fehlen die einsatzfertigen Geraete) und Systeme mit hoher Richtwirkung konstant ueber einen weiten Frequenzbereich. Die braucht aber der Hobbyist nicht (und nur die 2 oder 3 Weltmarktfuehrer werden in den naechsten Jahren Systeme mit Echtzeitkompensation der Wellenausbreitung auf den Markt werfen).

    Das Problem reduziert sich dramatisch, wenn die Beschallungsabstaende sinken. Anstatt Hochleistunssysteme auf utopische 30m hin zu entwickeln, koennte es sinnvoller zu sein, verteilte Systeme fuer wesentlich geringere Beschallungsabstaende zu konzipieren. Der gesunkene Bedarf an akustischer Leistung pro System kaeme widerum der Senkung der Verzerrungen zugute. Aber die Wirtschaftlickeit - und: dankt der alkoholisierte Festzeltbesucher den gesteigerten Aufwand? Es kommt eben auf die Maszstaebe an - wenn nur noch der kleinste gemeinsame Nenner zaehlt, eruebrigt sich alles obenstehende.

    Nochmal Jobsti: "[...] klingts nicht, nervt und klingt unangenehm, was idR. doch wirklich den verzerrungen zuzuschreiben ist, [...]" Ohne dir zu nahe treten zu wollen, aber du wirfst alle subjektiven Maengel in einen Topf.

    @ Hagen - die mechanische, elektrische und akustische Domaene sind reversibel ineinander abbildbar, will heissen, ich veraendere etwas in einer, also aendert sich die Systemidentifikation auch in allen anderen. Filter muessen stets in der Domaene betrachtet werden, in der sie interagieren. Also Schallwellen in der akustischen. Wenn du von 24dB/oct Filterung sprichst, musst du die akustische Domaene meinen. Das kann z.B. bedeuten, dass nur ein 12dB/oct elektrisches oder mechanisches Filter benoetigt wird, um die akustische Uebertragungsfunktion zu erreichen.

    Ich geh dir bezueglich der Frage nach der Phasenmessung auch aus dem Weg. Aber hier ein paar Tipps:
    - Grundlagen der akustischen Messtechnik, der Systemidentifikation und der Fouriertransformation (D'Appolito, J. "Lautsprechermesstechnik" oder so aehnlich)
    - Grundlagen der elektrischen Filter und der Interaktion von Messungen akustischer und elektrischer Uebertragungsfunktionen (beide Buecher von Vance Dickason, die Webseite von Siegfried Linkwitz)
    - Grundlagen und Anwendung der Laplace- und Fouriertransformation, um die Zusammenhaenge zwischen Zeitdomaenen- und Frequenzdomaenendarstellung eines Systems besser zu verstehen

    Ein ganz hervorragendes Paper von Siegfried Linkwitz (1978) beschreibt die prinzipielle Entwicklung eines 3-Wege-Systems (auf Webseite zu finden). Dort findet sich ein hervorragender Leitfaden.

    Nur so viel: du musst zuerst ein guenstiges elektrisches Filter waehlen, dann die akustischen Eigenschaften beider Systeme entsprechend veraendern, und dann die Gruppenlaufzeit- und Phasenunterschiede zwischen den Systemen ausmitteln, um eine Uebertragungsfunktion / Impulsantwort moeglichst nah am theoretischen Original zu erhalten. Dafuer sind aber eine Vielzahl von akustischen Messungen erforderlich! Nur Mut, nach 2 Wochen Feierabendlektuere kannst du loslegen!

    P.S. Wo kommt denn dieses FIR vs. IIR Gemurmel her? Unabhaengig von den Erfordernissen der DSP-Plattform - ich moechte eine Anwendung sehen, welche innerhalb einer bestimmten Toleranzgrenze in einer der beiden Formen NICHT implementiert werden kann.

Anstehende Termine

  • PA-Forum Stammtisch LeatCon

    Dienstag, 6. Oktober 2026, 13:00 – 14:00
  • PA-Forum Stammtisch LeatCon

    Mittwoch, 7. Oktober 2026, 13:00 – 14:00
  • PA-Forum Stammtisch LeatCon

    Donnerstag, 8. Oktober 2026, 13:00 – 14:00
  • Competent Person for Event Rigging according to IGVW SQQ 2 | Level 1 | Munich (English)

    Dienstag, 13. Oktober 2026 – Freitag, 23. Oktober 2026
  • Combined seminar for experts in lifting gear and lifting beam systems (AnschlägerPlus)

    Dienstag, 13. Oktober 2026 – Donnerstag, 15. Oktober 2026

Letzte Themen

  1. IHOS DSP 6.4 / Kingray GPA415 FIR Designer .txt Dateiformat?

    ThomasA
    5. Oktober 2026 um 19:16
  2. Neuer Mixer in Sicht: Behringer FLOWCASTER

    funkbrother
    5. Oktober 2026 um 16:21
  3. VI400/600 - Steuerung Local Rack über Mixing Station und Virtual VI ohne Surface?

    robert müller
    4. Oktober 2026 um 23:18
  4. Leatcon 2026 Forumstreffen

    skyper
    3. Oktober 2026 um 10:00
  5. Eminence Kappa 15 (LF) Bauvorschläge für Bassreflex oder Horn

    soundralf
    2. Oktober 2026 um 12:44
  6. Kleine PA und nur Fragen!!!

    Alex Bundschuh
    1. Oktober 2026 um 18:47
  7. Welche DI-Box/Line-Übertrager für Laptop/Kopfhörerausgang?

    wusel123
    30. September 2026 um 12:29
  8. Ersatzteilversorgung Lautsprecher (speziell Seeburg A3 MKII)

    Hanseat
    29. September 2026 um 18:25
  9. Neues Online-Simulationstool für Treiber / Gehäuse / Leistung / Filter

    Blancblue
    29. September 2026 um 13:16
  10. Subwoofer 80cm x 40cm x 80cm

    zegi
    28. September 2026 um 17:06

Benutzer online in diesem Thema

  • 1 Besucher
  1. Datenschutzerklärung
  2. Impressum
Community-Software: WoltLab Suite™