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Kolbenmembran - Strahlungsimpedanz, Schallleistung etc.

  • unknown_artist
  • 9. Januar 2011 um 23:32
  • unknown_artist
    Beiträge
    2.849
    • 9. Januar 2011 um 23:32
    • #1

    Aufgrund der Diskussionen zu den Kriterien einer richtigen Basswiedergabe und dem erzielbaren Schalldruck.
    Folgende Betrachtungen gelten für eine Kolbenmembran die in einer unendlichen Schallwand eingebaut ist. Vor und hinter ihr ist ein unendlich großes Volumen. Dies alles liegt beim Urps natürlich nicht vor. Es soll hier auch mehr um Größenordnungen gehen. Also los:

    Die oben abgebildeten Funktionen bilden die Strahlungsimpedanz eines Kolbenstrahlers ab. X ist wie immer der Imaginäranteil. R der Realanteil.
    Links das ganze im linearen Maßstab-rechts im logarithmischen. gestrichtelt sind die Näherungen die wie folgt angenommen werden:

    R(2ka) =(ka)²/2 für ka<2
    R(2ka)=1 für ka>2
    X(2ka)= 8ka/(3*pi) für ka<1
    X(2ka)=2/(pi*ka) für ka>1


    dabei
    k=Kreiswellenzahl=2*pi/lambda
    lambda=Wellenlänge
    a=Radius der Kolbenmembran

    Die abgestrahlte Wirkleistung beträgt:
    P_w=v_effektiv²*R(2ka)*Z_0*S

    wobei:

    v_effektiv=Effektivwert der Schallschnelle
    Z_0=Schallkennimpendanz=414Ns/m³

    Angenommen:

    • 64 Zehnzöller= 31415cm²
    • 50Hz
    • Auslenkung=5mm

    Entspricht
    S=3,14m²
    k=0.92 m^-1
    a ergibt sich aus S -> 1m
    ka=0.92

    damit ist

    R(2ka)=(0.92)²/2=0.423

    Was uns zum Glück fehlt ist die effektive Geschwindkigkeit - diese ist bekanntermaßen v_max/sqrt(2)
    Der Lautsprecher ist ein Feder Masse Schwinger - seine maximale Geschwindigkeit ist im Nulldurchgang. dort ist die Beschleunigung null.
    a(t)=-x_max*omega_0²*sin(omega_0*t+phi_0)
    phi_0=0
    a(t)=0
    dh. eine Lösung wäre gegeben für den Zeitpunkt t=0
    einsetzen in v(t) ergibt
    v_max=-x_max*omega_0*cos(omega_0*0+0)
    v_max=-0.005m*2*pi*50Hz*1= 1.57m/s
    v_effektiv=1,11 m/s

    Einsetzen aller Zwischenergebnisse

    P_w=P_ak=1.11²*0.423*414*3.14=678Watt

    Einheitencheck=m²/s²*Ns/m³*m²=Nm/s->passt.
    Weiter gehts morgen oder wann immer ich mich nach der Arbeit noch motivieren kann...

    Für eventuell enthaltene Ironie übernimmt der Verfasser dieses Beitrags keine Haftung

  • SRAM
    Profi
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    6
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    5.548
    • 10. Januar 2011 um 21:13
    • #2

    a) die Näherungen gelten eigentlich für k*a << 1 und k*a >> 1, also nicht in der Nähe der Eigenresonanz (will man dies beschreiben, muß auch die Dämpfung berücksichtigt werden)

    b) nächster Schritt: beim URPS sollen die von Dir angenommenen 50 Hz ja UNTER der Resonanzfrequenz des Systems liegen. Typische Werte werden ja genannt von 100 Hz für die Resonanzfrequenz. Da dir ja die Membranmasse der 64 Chassis bekannt ist, kannst du die Federsteife, die zur Erzielung dieser Resonanzfrequenz notwendig ist bestimmen. Hast du diese, ist es einfach die Kraft zu bestimmen, die für eine Auslenkung der Membran um den von dir postulierten Wert notwendig ist. Wenn du jetzt noch das BL der Chassis kennst, kannst du wiederum ausrechnnen, welcher Strom fließen muß um diese Kraft zu erreichen. Mit der Impedanz der Chassis kannst du dann die dafür aufzuwendende Leistung bestimmen.

    Mit den von Dir gewählten Werten lohnt sich das wirklich, das Ergebnis ist recht instruktiv :wink:

    Gruß SRAM

    I watched a snail crawl along the edge of a straight razor. That's my
    dream. That's my nightmare. Crawling, slithering, along the edge of a
    straight razor, and surviving.

  • unknown_artist
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    2.849
    • 10. Januar 2011 um 22:14
    • #3
    Zitat von &quot;SRAM&quot;

    a) die Näherungen gelten eigentlich für k*a << 1 und k*a >> 1, also nicht in der Nähe der Eigenresonanz (will man dies beschreiben, muß auch die Dämpfung berücksichtigt werden)


    Darf ich fragen warum? Ich habs grade noch mal überprüft und bin meine: die Näherung passt recht gut. Je nach Mathe-Tool mit dem du arbeitest kannst du das gerne überprüfen(wobei man das eigentlich im Schaubild schon recht gut sieht wie ich finde):

    Z_kolbenmembran=Z_0*(1-2*[I1(2ka)]/2ka+j*[H1(2ka)]/2ka)
    mit
    I1=Besselfunktion erster Ordnung
    H1=Struve'sche Funktion erster Ordnung

    Relevant ist für Pak ja nur der Realteil, also warum sollte eine Resonanz einen Einfluss darauf haben? (Mag sein das meine Frage dumm ist, aber der Einwand erschließt sich mir nicht...)


    Zitat

    nächster Schritt: beim URPS sollen die von Dir angenommenen 50 Hz ja UNTER der Resonanzfrequenz des Systems liegen. Typische Werte werden ja genannt von 100 Hz für die Resonanzfrequenz. Da dir ja die Membranmasse der 64 Chassis bekannt ist, kannst du die Federsteife, die zur Erzielung dieser Resonanzfrequenz notwendig ist bestimmen. Hast du diese, ist es einfach die Kraft zu bestimmen, die für eine Auslenkung der Membran um den von dir postulierten Wert notwendig ist. Wenn du jetzt noch das BL der Chassis kennst, kannst du wiederum ausrechnnen, welcher Strom fließen muß um diese Kraft zu erreichen. Mit der Impedanz der Chassis kannst du dann die dafür aufzuwendende Leistung bestimmen.


    Richtig das wäre der nächste Schritt. Aber nicht mehr heute. Trotzdem noch zwei Ideen hierzu. Ich würde den Leistungsbedarf wie folgt auseinandernehmen. Realteil der akustischen Leistung, Realteil der mechanischen Leistung(Verluste), Imaginärteil der akustischen Leistung (Ansatz siehe oben) ->induktiv, und Imaginärteil der Leistung an Vas parralel V_Rückkammer -> kapazitiv. Danach kann man immer noch unbedeutende Faktoren (nach der Rechnung!) unter den Tisch fallen lassen... Ideen? Vorschläge?

    Zitat

    Mit den von Dir gewählten Werten lohnt sich das wirklich, das Ergebnis ist recht instruktiv


    :grin:
    Sehs mal so, wenn wir am Ende sehen das wir den Hub nicht erreichen können, gibt es ja immer noch einige Schrauben an denen wir drehen können bzw. wir können das Ergebnis mit geringem Rechenaufwand korrigieren, oder?

    Für eventuell enthaltene Ironie übernimmt der Verfasser dieses Beitrags keine Haftung

  • unknown_artist
    Beiträge
    2.849
    • 10. Januar 2011 um 22:20
    • #4
    Zitat von &quot;SRAM&quot;

    a) die Näherungen gelten eigentlich für k*a << 1 und k*a >> 1, also nicht in der Nähe der Eigenresonanz (will man dies beschreiben, muß auch die Dämpfung berücksichtigt werden)


    Darf ich fragen warum? Ich habs grade noch mal überprüft und bin meine: die Näherung passt recht gut. Je nach Mathe-Tool mit dem du arbeitest kannst du das gerne überprüfen(wobei man das eigentlich im Schaubild schon recht gut sieht wie ich finde):

    Z_kolbenmembran=Z_0*(1-2*[I1(2ka)]/2ka+j*[H1(2ka)]/2ka)
    mit
    I1=Besselfunktion erster Ordnung
    H1=Struve'sche Funktion erster Ordnung

    Relevant ist für Pak ja nur der Realteil, also warum sollte eine Resonanz einen Einfluss darauf haben? (Mag sein das meine Frage dumm ist, aber der Einwand erschließt sich mir nicht...)


    Zitat

    nächster Schritt: beim URPS sollen die von Dir angenommenen 50 Hz ja UNTER der Resonanzfrequenz des Systems liegen. Typische Werte werden ja genannt von 100 Hz für die Resonanzfrequenz. Da dir ja die Membranmasse der 64 Chassis bekannt ist, kannst du die Federsteife, die zur Erzielung dieser Resonanzfrequenz notwendig ist bestimmen. Hast du diese, ist es einfach die Kraft zu bestimmen, die für eine Auslenkung der Membran um den von dir postulierten Wert notwendig ist. Wenn du jetzt noch das BL der Chassis kennst, kannst du wiederum ausrechnnen, welcher Strom fließen muß um diese Kraft zu erreichen. Mit der Impedanz der Chassis kannst du dann die dafür aufzuwendende Leistung bestimmen.


    Richtig das wäre der nächste Schritt. Aber nicht mehr heute. Trotzdem noch zwei Ideen hierzu. Ich würde den Leistungsbedarf wie folgt auseinandernehmen. Realteil der akustischen Leistung, Realteil der mechanischen Leistung(Verluste), Imaginärteil der akustischen Leistung (Ansatz siehe oben für X_2ka) ->induktiv(und zwar ordentlich!), und Imaginärteil der Leistung an Vas parralel V_Rückkammer -> kapazitiv. Danach kann man immer noch unbedeutende Faktoren (nach der Rechnung!) unter den Tisch fallen lassen... Ideen? Vorschläge?

    Zitat

    Mit den von Dir gewählten Werten lohnt sich das wirklich, das Ergebnis ist recht instruktiv


    :grin:
    Sehs mal so, wenn wir am Ende sehen das wir den Hub nicht erreichen können, gibt es ja immer noch einige Schrauben an denen wir drehen können bzw. wir können das Ergebnis mit geringem Rechenaufwand korrigieren, oder?

    Für eventuell enthaltene Ironie übernimmt der Verfasser dieses Beitrags keine Haftung

  • SRAM
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    • 10. Januar 2011 um 22:53
    • #5
    Zitat


    Relevant ist für Pak ja nur der Realteil, also warum sollte eine Resonanz einen Einfluss darauf haben?

    Sieht man am besten bei den Grenzfällen:

    - ist die Resonanz kaum gedämpft, also die Güte sehr hoch, bekommst du einen gigantischen Überschwinger auf der Reso

    - ist die Reso sehr stark gedämpft (sehr starker Antrieb des Chassis !), also Güte sehr klein, dann fällt der Hub (und damit die Leistung) schon oberhalb der Reso zunehmend steiler ab.

    Irgendwo um die Güte eins kann man sich mit den Näherungen etwas näher an die Reso wagen, klar, aber es bleiben eben das was sie sind: Näherungen. Aber für das, was man wissen will ist es ausreichend, denn es heißt ja: URPS :wink: und nicht ORPS oder gar BÖRPS :grin:

    Gruß SRAM

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  • unknown_artist
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    • 10. Januar 2011 um 23:01
    • #6

    Kaum kann man nicht schlafen, schon passiert hier was...
    Wenn wir die Prämisse machen das der Kolben 5mm Hub macht (lass es elektronisch geregelt sein oder Urpsbetrieb) spielt eine Resonanz für die Wirkleistung keine Rolle. In der obengemachten Rechnung resoniert einfach nichts. Ich habe das Gefühl du bist schon einen Schritt weiter in deiner Betrachtung :)

    Für eventuell enthaltene Ironie übernimmt der Verfasser dieses Beitrags keine Haftung

  • SRAM
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    • 11. Januar 2011 um 12:34
    • #7

    maybe :wink:

    Ich find das toll, daß es jemand gibt, der das Ganze mal wirklich durchrechnet. Deshalb will ich auch das Ergebnis nicht präjudizieren. Aber auf die interessanten Fragestellungen darf ich doch aufmerksam machen, oder ? Denn oft ist die richtige Fragestellung die halbe Miete.

    Gruß SRAM

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