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RCD- Mangelware und die Folgen

  • MRspeaker
  • 25. September 2017 um 23:04
  • MRspeaker
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    • 25. September 2017 um 23:04
    • #1

    In letzter Zeit oder viel mehr in den letzten 2 Jahren ist mir aufgefallen, dass wir doch hin und wieder Probleme mit der kundenseitig zur Verfügung gestellten Stromquelle haben.

    Sehr oft sind es 63er Anschlüsse mit 30mA RCD. Von Selektivität möchte ich nicht mal reden, aber das größte Problem durch eine meiner Meinung nach hohe Anzahl an Schaltnetzteilen, LEDs, MH-Vorschaltgeräte, PWM-Endstufen, Laptops, Handyladegeräte und und und, steigt gefühlt die Schutzleiterbelastung bzw. der Ableitstrom derart an, dass die Schwelle zum ausschalten wesentlich niedriger ist. Da nützen dann auch selektive RCDs nichts wenn der höchste Summenstrom am Sternverteiler auftritt.

    Aktuell messen konnte ich den Fall noch nicht, frage aber mal nach euren Erfahrungen.

    Abgesehen von einer Vielzahl gut laufender Veranstaltungen hatten wir bis jetzt 1x Stromausfall durch einen Schlagzeuger der Bier in seine eigens mitgebrachte 3er Steckdose kippte (Wir haben auf der Bühne nur schwere Kupplungen mit Gummikappe), und somit mal eben 35m Festzelt ausgeschaltet hat, zum anderen hatten wir mal den Fall das ein Kirmesbudenbetreiber mittels Hochdruckreiniger sein Fahrgeschäft säuberte und dann beim Soundcheck mal eben alles lahm legte. Auch defekte Kühlschränke in Frittenbuden haben wir schon aus dem Verkehr gezogen, Frittenfett am Schukostecker ist ne Fehlersuche Wert g***....

    Das Problem liegt hier beim Übergabepunkt, zu wenige RCDs, oft nur ein einziger der alles bewerkstelligen soll.

    Sinnvoll ist ja eher, Licht, Ton und Fritten voneinander zu trennen. :)

    Im besten Fall setzen wir in den Haupt UVs einen eigenen Stich, so dass wir völlig autark sind, praktikabel oder durchführbar ist das jedoch eher selten.

    Meistens kommt irgendwo das geforderte 16mm² vom "Elektriker" an... und die Leben nun mal in Ihrer Hausinstallationswelt....Etwas Praxisfremd.

    Sicherheit geht vor, und ich bin zufrieden, wenn alle Schutzeinrichtungen funktionieren und Ihren Dienst verrichten. Aber das Problem der Zuleitung mmh...regt zu denken an.

    http://www.audio2.eu
    Sommercable Gewerbe-Händler, Kabelkonfektion

  • skyper
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    • 26. September 2017 um 06:30
    • #2

    Ich kenne es genau so - die geschilderte Lektion habe ich schmerzlich gelernt. 30mA RCD für hundert Meter Platz, incl zehn mal Essensstand diverser Kulturvereine und Bühne auf der anderen Seite. Da hätte es Kilometergeld statt Gage geben müssen... Da die VA wiederkehrend ist haben wir vom Veranstalter eine eigene abschließbare Dose ohne FI setzen lassen und seitdem ist alles gut.

    Seitdem wird bei allen Veranstaltungen grundsätzlich ein Abgriff vor dem ersten RCD gefordert, und erst nahe bei den Endverbrauchern dann einzelne RCDs gesetzt. Wird inzwischen auch grundsätzlich schriftlich auf die Notwendigkeit hingewiesen, und jegliche Verantwortung abgelehnt. Man kann bei sowas auch mal mit dem Duspol nachhelfen, in dem man beim Aufbau kurz den Fi "testet".

    Dann haben der Veranstalter und Elektriker noch ein bisschen Zeit, nachdem man zusammen nervös vor dem Kasten stand und nochmal Klartext gesprochen hat. Alles aus = kein Ausschank, kein Essen, kein Licht, keine Musik, kein Umsatz - das regt meist zum Nachdenken an :)

    Bei uns ist ein FI - freier Stromanschluss definitiv wichtiges Thema beim Ortstermin, die Chance sich vor Ort umzusehen gibt es aber sicher bei vielen Jobs vor allem mit Livebands nicht.

    Ordentliche Verteiler/Verkabelungs-Strukturen bekommt man außerdem mit Material von der Stange nicht hin, und muss das für teures Geld bauen lassen oder mit entsprechender Fachkenntnis selbst fertigen. Da hängt es leider auch oft und die Firmen stellen sich selbst ein Bein.

    Mein Highlight war bisher ein 30mA RCD in einem vollgepackten 125er Abgang einer Powerlock VT, da gehen ganz schön viele Tageslichter plötzlich auf einmal aus...

    Da ist man als Fremdtechniker leider oft der Depp, weil gefühlt 95% der Firmen genau dieses Thema nicht verstanden haben. Neben ungeeignetem Material treten dann noch DAU und Elektroflachkraft bedauerlich oft in Personalunion auf, da ist man eher machtlos.

    Trust it - tilt it! Der universlle Neigeadapter für AV-Geräte auf Traverse: http://www.trusstilt.de
    Analog über Cat Lösungen und Anschlussfelder für Ampracks: http://www.cat-core.deNächster Messeauftritt: 6.-8.10.26 in Hamburg: https://leatcon
    PA-Forums-Treffen: täglich 13:00 bei mir am Stand A2/F06

  • treibsand
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    • 26. September 2017 um 11:21
    • #3

    Ich kann da aus Erfahrung leider nur beipflichten.

    Wenn es am Aggi (250kVA Klasse) nur 30mA RCDs hat und die ganz merkwürdig auf die CEEs verteilt, macht ein Festival keinen Spaß.

    Zugegebener Maßen gab es kein aktualisiertes Stromkonzept, weil die VA in den letzten 2 Jahrzehnten stetig wuchs und sich einige Randparameter änderten.

    Meine Erfahrung ist schlichtweg, daß beim Thema Elektro ziemlich viele reinpfuschen, die man nicht im Vorwege so erwartet hat.

    Das Einzige, was hilft ist EIN Ansprechpartner, der das sauber aufdröselt und die "Redundanz" noch vor die "Selektivität" stellt!

    Und ein disziplinierter Technikertrupp, der sich auch mal explizit an Planungen hält, damit im Ernstfall wenigstens ein paar Systeme "online" bleiben.

    ...hauptberuflicher Sarkastiker.

  • MRspeaker
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    • 27. September 2017 um 22:23
    • #4

    Ah ich seh schon, wir sind nicht die einzigen....

    Letzten Endes erweitern wir so auch unsere Rechnungssumme in dem wir bei vielen Veranstaltungen nun auch die Stromversorgung übernehmen. Hat also auch Vorteile.

    Gerade für den Winter sind wir nun drauf und dran unseren Krempel auf die Weihnachtsmärkte zu stellen.


    Ich gebe Skyper recht, dass der Aufbau von vernünftigen Stromverteilern sehr sehr teuer ist, daher trifft man auch oft diese Baustromverteiler an...

    Wir bauen alle Verteilungen selber, und wenn ich mir preisliche unsere neuen 63A Verteiler durchrechne die bald kommen... puh aber egal...

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  • madmax
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    • 29. September 2017 um 21:10
    • #5

    In meiner Kiste gibts eine offene CEE-Peitsche, um im Notfall irgendwo unterzuklemmen.

    Haben in der Vergangenheit auch schonmal den FI einfach rausgeklemmt, weil es einfach nixx werden wollte.

    Größere Sorgen machen allerdings gebrückte Sicherungsautomaten. Je weiter hinten; desto schlimmer.

    Leider werden auf Festplätzen auch Drehstrommotoren; wie etwa kleinere Fahrgeschäfte oder auch Eismaschinen betrieben.

    Deshalb ist das wohl Vorschrift.

    Allerdings sind manche Bühnenverteiler seltsamerweise auch so aufgebaut. Völlig sinnfrei, man macht sich im Fall der Fälle da keine Freude bei der Fehlersuche. Da reicht schon ein Amp an der Leistungsgrenze der Phase.

    Auch findet man selbst bei neuen Installationen B-Automaten auf der Bühne. Hausinstallation läßt grüßen...

    Für mich ist die ideale Lösung Schutzschalter mit integriertem FI pro 16er Phase.

    Never stop a running System

  • MRspeaker
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    • 29. September 2017 um 21:40
    • #6

    B Automaten nutzen wir auch, schon alleine der Schleifenimpedance wegen.

    C-Automaten nehmen wir für kurze Strecken zur Versorgung der Verstärker.

    Alles andere bekommt B16-1P-Automaten maximal mit 3kw belastet.

    Bei uns geht ein 16A-CEE in die Truss, versorgt dann Stufenlinsen, MHs und LEDs, und bei der nächsten Quertraverse kommt schon das nächste 16A CEE Kabel. ´Bei kleinen Sachen je Quertraverse eine Phase....

    In der Tat haben gerade Kirmesfahrgeschäfte mit Ihren teilweise eingesetzten Servoantrieben doch die ein oder andere Mitschuld.

    Ich habe gestern eine ältere CNC Fräse vor mir gehabt, da hatten wir gute 700mA Ableitstrom auf dem Schutzleiter. Da blieb nichts anderes üblich als den Hersteller zu kontaktieren, so dass dieser die Maschine umbaut.

    so grob nachgedacht müsste man mindestens 4-5 RCDs haben. Licht / Ton / Licht Saal / Theke etc.... (Falls das Effektlicht was hat bleibt wenigstens der Saal hell und umgekehrt), und einen RCD Typ B+ für alles was so an Überraschungen kommt g**

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