das meinte ich
Windanfälligkeit aktueller Line-Array Systeme (besonders L-Acoustics)
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...manchmal muß man Dinge wiederholen, damit jene im Kopfe bleiben

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ich fand aber auch den hinweis hier nicht uninteressant, dass es vielleicht auch an der vertikalen abstrahlung liegen könnte, wo die phasenlagen zwischen den treibern bei größerer entfernung durch windwirbel beeinflusst werden. das ist ja auch ein interessanter ansatz.
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Bei vielen der genannten Effekte (Windböen im oder auf dem Weg zum Publikum, atmosphärisch bedingte Refraktion/Brechung etc.) sehe ich keinen wesentlichen Unterschied im physikalischen Verhalten von Line-Arrays (LA) und Punktschallquellen (PS). Sehr viel entscheidender ist, was in unmittelbarer Nähe der Arrays selbst passiert.
Wind verhält sich gerade auch im typischen "baulichen" Umfeld von LAs bekanntlich recht "eigensinnig". In der Folge sind die Windverhältnisse an jedem Kabinett ein wenig unterschiedlich, ändern sich logischerweise auch im Sekundenbruchteil-Takt. Damit wird aber - primär bei Seitenwind - die "Kohärenz der vertikalen Abstrahlung" negativ beeinflusst. Wie aus der Praxis bekannt, führt dies bereits bei erstaunlich lauen Lüftchen vor dem Array zu einem eher als unschön empfundenen Höreindruck.
Ein LA ist ganz einfach massiv im Nachteil, weil sich die Schallabstrahlung über eine viel grössere Höhe erstreckt und dadurch die windbedingten Unterschiede bereits an der Quelle selbst grösser sind. Gedankenexperiment: Hätte man ein einzelnes Horn, mit gleicher Höhe wie ein zu vergleichendes LA, dann würden die gröbsten (wenn auch nicht alle) Differenzen hinfällig, was die Windanfälligkeit betrifft.
Verschlimmert wird das dann noch dadurch, dass die einzelnen Wege bei einer PS in der Regel vertikal, bei einem LA aber horizontal angeordnet sind (eine Tatsache die auch abseits von Wind zu erheblichen Beeinträchtigungen führt, über die "LA-Jünger" meist nicht so gerne sprechen).
Und dann kommt "neuerdings" noch ein dritter wesentlicher Aspekt dazu:
Neu wäre allerdings bswp. die mittlerweile sehr etablierte Auto-Filter Funktion, die - ähnlich Array-Processing bei d&b - Pegel-Verteilung und Frequency Response über die Zuhörerfläche möglichst gleichmäßig abbilden soll. Wirken sich diese Algorithmen möglicherweise auf die Winstabilität aus?
Ja!
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Moin,
ZitatGedankenexperiment: Hätte man ein einzelnes Horn, mit gleicher Höhe wie ein zu vergleichendes LA, dann würden die gröbsten (wenn auch nicht alle) Differenzen hinfällig, was die Windanfälligkeit betrifft.
das würde sich weitgehend exakt so verhalten wie das LA.
Davon ausgehend, dass ein gut konstruiertes LA eine kohärente Welle abstrahlt. kann dessen "Ausgangsfläche" näherungsweise als ein Spalt betrachtet werden, an dem die abgestrahlte Welle in geeigneter Weise für die gewünschte vertikale Abstrahlung bereits aufgeweitet ist.
Nun die Überlegung, ein Horn aufzubauen (so ne Art Kombination aus Horn und aufwendigem Waveformer), das aus einem "Wundertreiber" bedient wird, der die notwendigen Pegel schaffe. Der Schallaustritt wäre wieder o.g. Spalt (mit entsprechender vertikalter Aufweitung). In Sachen Windeinfluss gäbe sich das nix.
ZitatBei vielen der genannten Effekte (Windböen im oder auf dem Weg zum Publikum, atmosphärisch bedingte Refraktion/Brechung etc.) sehe ich keinen wesentlichen Unterschied im physikalischen Verhalten von Line-Arrays (LA) und Punktschallquellen (PS). Sehr viel entscheidender ist, was in unmittelbarer Nähe der Arrays selbst passiert.
Es gibt zwei wesentliche Unterschiede, den einen hast du doch selber genannt, das was mit der für die Funktion notwendigen kohärenten Welle unmittelbar vor dem LA passiert. Selbst ein großes Horn (wie mein JBL2395) deckt vergleichsweise nix an Länge gegenüber einem LA ab.
Das zweite ist, dass am Hörpunkt ebenfalls die kohärent für diesen Bereich einwirkenden (abgestrahlten) Wellenanteile gleichsam als Ausschnitt der kohärenten Welle ankommen müssen. Und das klappt nur perfekt, wenn über einige Meter Höhe die Windgeschwindigeiten gleich bleiben.
Bei einer Punktschallquelle ist dem kaum so. Prinzipell könnten unterschiedliche Windgeschwindigkeiten (auch Temperatur/Feucht) nicht direkt in Richtung Hörpunkt abgestrahlte Anteile zum Hörpunkt hin beugen und damit für Veränderungen wirken. Aber diese Veränderungen sind in ihrer Auswirkung wesentlich geringer als die einer hinsichtlich ihrer Kohärenz gestörten Wellenfront.
Woher kommt hier immer wieder das "Hinreden" her, dass Punktschallquellen für bestimmte Randparameter auf keinen Fall einen Vorteil gegenüber "Langspaltstrahlern" haben darf? Weil die teuren LA ja auf keinen Fall irgendeine Schwäche gegenüber "altem Gelump" haben dürfen?
Grüße
Mattias
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Es ist eigentlich irrelevant ob eine kohärente Schallabstrahlung stattfindet oder nicht. Massgebend ist für die Praxis zunächst einzig, wie sich die Einzelquellen auf der Zuhörerfläche addieren.
Das zweite ist, dass am Hörpunkt ebenfalls die kohärent für diesen Bereich einwirkenden (abgestrahlten) Wellenanteile gleichsam als Ausschnitt der kohärenten Welle ankommen müssen.
Dem stimme ich grundsätzlich zu. Aber ich sehe diesbezüglich noch keinen Unterschied zu einer PS, denn auch diese besteht letztlich aus einzelnen Wellenanteilen. Wenn die Integrität des 3D-Ballons durch äussere Einflüsse beeinträchtigt wird, sind die Effekte auf der Zuhörerfläche sehr vergleichbar (dass es gewisse Unterschiede gibt, habe ich in #84 schon eingeräumt).
Deshalb bleibe ich bei meiner Meinung: der wesentliche Unterschied entsteht an der Quelle selbst und nicht auf dem Weg zum oder im Publikum.
Woher kommt hier immer wieder das "Hinreden" her, dass Punktschallquellen für bestimmte Randparameter auf keinen Fall einen Vorteil gegenüber "Langspaltstrahlern" haben darf?
Ich will doch schwer hoffen, dass Du damit nicht mich meinst! Andernfalls würde ich mich gänzlich missverstanden fühlen.
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Deshalb bleibe ich bei meiner Meinung: der wesentliche Unterschied entsteht an der Quelle selbst und nicht auf dem Weg zum oder im Publikum.
wenn das zutrifft kann man ja durchaus hoffnung haben, das problem eines tages lösen zu können

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Moin Markus,
ZitatEs ist eigentlich irrelevant ob eine kohärente Schallabstrahlung stattfindet oder nicht. Massgebend ist für die Praxis zunächst einzig, wie sich die Einzelquellen auf der Zuhörerfläche addieren.
die kohärente Abstrahlung ist eigentlich nur eine Beschreibung über die Addtion einer Schallausbreitung aus mehreren Quellen. Auf dem Ausbreitungsweg stellt jedes "Luftmolekühl" jeweils wieder eine Punktschallquelle dar. Das Zusammenwirken dieser einzelnen Punktschallquellen wirkt über den Ausbreitungsweg als kohärente Welle, Punktquelle bzw. alles dazwischen.
Natürlich verzerrt Wind auch den "Ausbreitungsballon" einer Punktschallquelle. Aber die Auswirkung ist geringer. Warum? Das was schon aus der Hörachse heraus ist, z.B. nach oben, hat für den Hörpunkt aufgrund des nach oben schon geringeren Pegels (Weglängen nicht vergessen) als auf direkter Achse eine geringer Wirkung, was "Wegbeugung" oder "Hinbeugung" dieser Anteile in Richtung Hörpunkt anbelangt.
Nun bauen wir ein primitiv LA-System auf, dass aus drei Punktschallquellen auf einen Punkt laufzeitsynchron einwirken soll und eine Höhe von 5 m hat, also je 2,5 m Abstand. (Extrem vereinfachtes LA Modell). Damit am Hörpunkt das Ergebnis stimmt, muss nun auf dem Weg zum Hörpunkt über eine lange Strecke alles gleich laufen. Das "System" ist erheblich empfindlicher.
Natürlich ist die Betrachtung überzogen vereinfacht, aber so hoffentlich der Unterschied etwas ersichtlicher.
Grüße
Mattias
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