Hallo! Ich hatte letztes Jahr die technische Leitung eines 2tägigen kleinen Festivals (ca. 1000 Leute pro Tag). Es handelt sich um eine ZELT-Veranstaltung. Die Sache mit der Stromverteilung war nicht gerade optimal gelöst. Es gab zwar keine schwerwiegenden Probleme die den Ablauf wirklich gestört hätten, aber mehrere kleine die zum Teil während der laufenden Veranstaltung gelöst werden mußten.
Im nächsten Jahr würde ich da gerne etwas planvoller vorgehen und wollte mir ein paar Tips holen, wie ihr einen "Stromplan" aufstellt.
Folgendes Szenario:
Sagen wir, zur Verfügung stehen 2 ordentliche Baustromkästen mit eingebauter Unterverteilung auf alle üblichen CEE-Größen (natürlich entsprechend abgesichert und mit FIs). Leider sind die aber nicht in Bühnennähe.
An Verbrauchern gibt's das übliche: Essenstände (u.a. Pizzaofen 32A CEE!), Licht (eher klein, hauptsächlich PARs mit Raylights), Kühlwagen, Ton, Bühnenstrom, Thekenlicht, Kühlschränke, Notbeleuchtung,.....
Am liebsten hätte ich alles nach Phasen aufgeteilt:
1. Licht (Dimmer, Scanner, Lichtpult, Nebelmaschine)
2. Ton (FOH-Anlage, Monitoranlage, FOH-Pult, Bühnenstrom)
3. Rest
Nimmt man dafür normalerweise eine einzige dicke Leitung bis zur Bühne und ab da nur noch Schuko?
Viele der Verbraucher haben aber 3-Phasen-Anschluss (Ofen, Dimmerrack, Kühlwagen,..) wie soll man da eine Aufteilung nach Phasen machen? Außerdem wäre die Verteilung sehr unausgewogen, da ein so ein Scheiß Pizzaofen warscheinlich schon soviel Strom zieht wie die ganze PA zusammen.
So, das war jetzt sehr ausführlich, ich denke das Problem ist klar geworden. Mich würde wirklich sehr interessieren, mit welchen Stromkonzepten ihr arbeitet und welche Erfahrungen ihr bei ähnlichen mittelgroßen Veranstaltungen gemacht habt, also was sich bewährt hat und was nicht. Vielen Dank im Voraus, Andi!
Stromkonzept für mittelgroße VA
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Nimm einen Baustromverteiler für Pizza, Getränke, sonstiges Catering.
Den anderen nutzt Du dann für die Ton-, Licht- und Bühnentechnik.
Und dort:
32/400 (5 x 6²) Kabel zur Bühne (Dimmerpacks)
16/400 (5 x 2,5²) Kabel zur Bühne (Endstufen etc.)
An der Bühne brauchst Du dann 2 Kleinverteiler (1 x 32/400 auf 6 x Schuko -abgesichert-, 1 x 16/400 auf 3 x Schuko).
Dann sollte nichts passieren.Denn wenn der FI des Kühlwagens auslöst, ist es für Dich uninteressant. Da kümmern sich dann genügend Leute (warmes Bier, kalte Pizza).
Wenn aber Ton und Licht ausfallen, gibt´s Probleme für Dich. Deshalb: NIE NIE NIE ein gemeinsamer FI mit dem Catering!
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Danke schon Mal für die schnelle Antwort. Hört sich sehr vernünftig an. Macht ihr das alle so?
Hat natürlich mit getrennten Phasen nichts zu tun. Es heißt ja immer das wäre die Ideallösung (gegen Einstreuungsprobleme und Brumm). Ist aber wohl in der Praxis in den seltensten Fällen machbar. Oder praktiziert jemand konsequente Phasentrennung für Licht&Ton? -
Wir hatten bei der beschriebenen Verkabelung noch keine Probleme...
Wenn Du noch sicherer gehen willst, legst Du vom "Catering-Verteiler" 1 230 Volt Strippe zu ein paar Scheinwerfern, damit, falls mal "Dein " FI fliegt, nicht alles im Dunkeln steht. -
Ich versuche das mit den Phasen immer zu trennen. Also wenn ich einmal32A zur Verfügung habe, kommt ein Verteiler mit 6 Abgängen dran. Die beiden L1 Abgänge für die PA und die 4 Abgänge von L2 und L3 für Licht und Rest. Versuche so immer Probleme zu vermeiden. Laß dir doch einfach vom Elektrounternehmen welches die Kästen stellt einen an die Bühne bauen. Ansonsten mußt du dir extra fettes Kabel zulegen. und 50 Meter kosten da schon ne Menge. E-Firmen haben sowas rumliegen.
Gruß bias79 -
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die aufteilung der phasen macht imho noch mehr schwierigkeiten. die drei phasen werden durch die trennung in die drei bereiche sehr stark unterschiedlich belastet.
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Jetzt wirds langsam sehr interessant, finde ich. Die Sache wird scheinbar tatsächlich sehr unterschiedlich gehandhabt. Den Baustromverteiler zur Bühne legen zu lassen ist eine sehr gute Idee. Muß halt ein Elektriker ran, mal sehen ob das Budget das hergibt.
Noch mehr Meinungen bitte! -
Aufteilung nach Phasen? Wozu überhaupt daran denken?
Ist sowiso sinnlos:Dimmer - 3phasig
Pizzaofen - 3phasig
Große Kühlwagen - 3phasig
Friteusen - 3phasigLicht und Ton auf verschiedenen Phasen macht u.U. (asymetrische Belastung des Stromnetz) mehr Schwierigkeiten (meine Meinung) und ist nur beim Klubgig oder Kinderdisco mit 8 Lampen noch vernünftig umzusetzen.
Bei Störggeschichten "Licht stört Ton" wie z.B.
http://www.paforum.de/paforum/viewtopic.php?t=11841&postdays=0&postorder=asc&start=0&sid=07654a446ecdbafad185eac18d30da68
war letztendlich nicht ausschlaggebend, daß PA und Licht auf denselben Phasen hingen. Das Problem waren Brummschleifen über Schutzleiter, DMX-Schirm und Schirm der NF-Leitungen.Armin
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Also wir fordern eigentlich immer für un seinen Extra Verteiler, der dann auch an der Bühne zu stehen hat, der sollte 63A rein bekommen und im Idealfall auf 2x16A CEE und 1X32A CEE Aufteilen Der 32A für das gesamte Licht, einer oder beide 16A CEE für den Ton. Alles andere, im Zelt muß zwingend auf einer anderen 63A Leitung stattfinden unt hat absolut nichts mit unserem Verteiler zu tun. Da hast du dann oft 8x 16A CEE Abgänge, das reicht für die Meisten Küchen, das Licht usw. im Zelt. Wichtig Zeltlicher in 3 Sektionrn schaltbar, sonst gibt es die Leiternnummer um vorne auszustecken oder ganz dunkel im komp. Zelt, auch nicht gut.
Strom für FOH wenn geht von der Bühne holen um im gleichen Kreislauf zu sein, bei uns meist ein auf der zweiten 16A CEE. Das wärs dann eigentlich.
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Kracky hats im wesentlichen schon geschrieben, sprich:
- getrennte Zuleitungen für Ton und Gastro, auf welcher das Licht draufhängt, ist eher peripher...
- Ton: 16A CEE, L1: FrontPA; L2: FOH & Monitor; L3: Backlinestrom, eigener FI, Zuleitung möglichst überdimensioniert, 4² oder 6²!
- Licht: je nach Strombedarf 16A CEE, 32A CEE, 63A CEE, ..., auf symmetrische Auslastung achten, eigener FI
- Notlicht: Netzunabhängige Beleuchtung in Absprache mit der örtlichen Feuerwehr
- Gastronomie: Baustromkasten, immer ein Elektriker auf Standby, Handynummer im Kasten!!!
- Zeltbeleuchtung: mindestens 3 Kreise, für den Lichttechniker zugänglich, zusätzlich Notausgangsleuchten, etc.UND NOCHWAS: Du hantierst hier mit Starkstrom, das ist nichts zum Basteln, da brennt schnell mal die Bude ab. Auch wenns Geld kostet, lass das Ganze einen Elektriker machen, der pfuscht zwar vielleicht auch, aber dann zahlt wenigstens die Versicherung...
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Dankesehr, ihr habt mir sehr weitergeholfen. Dass bei Starkstrom nicht "gebastelt" wird ist für mich sowieso klar.
Mmh, Elektriker auf Standby: Gute Idee, sollte man haben. Mal sehen ob ich einen finde der auch Nachts ausrücken würde.
Mit Strom am FOH hab ichs immer so gemacht: 1x Schukotrommel vom Bühnenstrom für Ton nebens Multicore gelegt für Mixer und Siderack. Fürs Licht leih ich mir immer ne Trommel mit Netz/2xDMX-Hybridkabel. Ist die beste Lösung die ich kenne, hatte auch noch nie Probleme damit.
Zur Gleichmäßigen Phasenauslastung: Habt ihr so Edel-Stromverteiler mit Anzeige oder schätzt ihr einfach?
Ich weiß dass ungleichmäßige Belastung Probleme macht, aber ich weiß nicht warum. Kann mir das jemand kurz erklären? Würde mich interessieren.
Ihr macht doch sicher einen Stromcheck, wenn ihr an eine Location kommt, oder? Wie geht ihr da vor? Schaut ihr nur mit dem Phasenprüfer in alle CEE-Dosen ob die Phasen da sind wo sie hingehören, oder messt ihr auch die Spannung, prüft die FI's etc.? Ich werde wohl leider kein Nobel-Strom-Rack mit Messinstrumenten und Power-Conditioner pipapo haben. -
bei extrem ungleichmäßiger belastung der phasen muß der nullleiter ausgleichen. deswegen leiterquerschnitte am besten überdimensionieren...auch wegen der mitunder entstehenden länge.
phasenauslastungen wird wohl kaum einer überwachen. ich versuch im vorfeld die ausllastung gleichmäßig zu halten (z.b. bass1-->l1; bass2-->l2; mitten, hochton, foh-->l3)
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Das mit der gleichen Phasenbelastung kannst du dir schon im Vorraus durchdenken, du kennst deine Wattangaben, also überlege dir wie du möglichst geschickt aufteilst das alle drei Phasen annähernd gleichstark belastet sind, aber heillig ist das ganze nicht, also nicht zuviel Aufstand deswegen.
Stromcheck, Phasen zum Null (230V), Phasen zu Ground(230V), Phase zu Phase (400V), und zur Sicherheit Null zu Ground.
Wenn alles ok, Lichtanlage unter Vollast ein Paar Minuten und Anlage unter möglichst Volllast und ab an den Kasten Voltzahlen der Phasen messen, wenn es weit unter 210V wird, könnte es eng werden, alles unter 200V bei Volllast ist absolut inakzeptabel.
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1.) Zur Idee "alles Licht auf eine Phase": Dimmer werden in der Regel mit Drehstromleitungen angeschlossen. Wenn dort alle Aussenleiter auf derselben Phase liegen, dann fliesst über den Nulleiter die Summe der Ströme aller drei Aussenleiter, bei Vollbelastung also das dreifache von dem, wofür er ausgelegt ist. Das reicht, um Stecker durchzuschmelzen.
2.) Macht eine ungleichmäßige Auslastung der Phasen Probleme? Jain.
- Bei Aggregaten kann dies zu Problemen führen.
- Je unterschiedlicher die Belastung, desto höher der Strom auf dem Nulleiter, desto höher der Spannungsabfall dort, desto geringer die zur Verfügung stehende Spannung.
Insgesamt handelt es sich dabei aber um ein eher untergeordnetes Problem.
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Zitat von "ADMIN"
1.) Zur Idee "alles Licht auf eine Phase": Dimmer werden in der Regel mit Drehstromleitungen angeschlossen. Wenn dort alle Aussenleiter auf derselben Phase liegen, dann fliesst über den Nulleiter die Summe der Ströme aller drei Aussenleiter, bei Vollbelastung also das dreifache von dem, wofür er ausgelegt ist. Das reicht, um Stecker durchzuschmelzen.
Jane, ich dachte alles auf einen 32A CEE und das Licht auf alle drei Phasen ausnutzen? So zumindest mein Gedanke, hab ich auch so, pro Phase hängen zwei 4 CH Dimmer(4) bzw. Switschpacks(2). Jedes Gerät einzeln abgesichert mit seiner eigenen C 16A Sicherung.
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Wenn möglich, besorg dir einen Stromverteiler, bei dem die Drehstromausgänge mit drei einzelnen Sicherungsautomaten und nich mit einem kombinierten dreifachen Automaten abgesichert sind! Hatte das Thema gerade erst gestern Abend wieder durch, als die Sicherung der einen Phase ausgelöst hat, waren die anderen zwei eben auch mit weg.
Wirklich schön, wenn dann auch noch zum Licht der Ton weg ist und der Keyboarder vor lauter Angst um seine Festplatte einen hysterischen Anfall bekommt... :cry: -
Bei mir ist jede Sicherung einzeln, soll sogar heißen jeder der vier dimmerpcks hat seine eigene, so das nur vier Ch fehlen wenn was auslöst.
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So sollte es ja auch sein, aber in der Praxis sieht es eben leider nicht immer so optimal aus. Gerade bei Baustromverteilern werden diese Dreifachsicherungsautomaten sehr gerne verbaut und man wundert sich dann eben, warum auf einmal eben alles dunkel ist und sich das Schweigen im Walde ausbreitet...
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Meine Gemeinde hatte im Sommer auch ein Festzelt da, zum Feiern des 20. Jubiläums. Dürfte ein ähnlich großes Zelt gewesen sein. Die Stromversorgung kam auch über zwei Baustromkästen, wir haben das so gelöst:
Hinter dem Zelt standen die zwei Kästen, mit nem Schloß davor. Der Schlüssel war immer vor Ort, so daß man da hätte dran kommen können. Wir haben aber die 63A Abgänge aus beiden Kästen genutzt. Der eine ging zum FOH, da stand ein Rak mit der Stromverteilung fürs Zelt. Also Grund-und Notlicht, Heizung/ Gebläse etc. Da haben wir dann auch das Catering dran geklemmt.
Der zweite Kasten liefert 63A zum Backstage, da stand ein neuer Stromverteiler. 32A ins Licht, 16 zum Ton, 16 zum FOH (Schuko). So waren wir vom gesamten Zelt unabhängig, und das hat hervorragend geklappt. Alles ein wenig überdimensioniert, aber deswegen ist auch kein einziges Mal die Sicherung geflogen. Außer am letzten Abend, Als der Blitz irgendwo einschlug und unsere FIs raushaute. Aber das war nach 5 Min. wieder gegessen, nix kaputt!
Gruß,
Christoph -