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Wann "klingt" ein Lautsprechersystem "richtig

  • Sound-Klinik
  • 12. Februar 2004 um 12:47
  • Sound-Klinik
    Verifiziert
    Beiträge
    7.900
    • 13. Februar 2004 um 08:34
    • #21

    ... Minimalphase: welche PA ist denn "in sich" wirklich ein minimalphasiges System ?
    Ich denke da z.B. an Systeme, die in der Gruppenlaufzeit einen "Knick" oder einen "Sprung" haben.

    Und was ist mit den vielen PAs mit "... ich bau gerade ein Top ... welchen Kondensator würdet Ihr für das Mittelhochtonhorn nehmen ..." ?

    Außerdem driftet das Thema (leider) wieder in Detailfragen ab (... etwa um vom eigentliche Thema "Klang" abzulenken ?).
    Ich hatte nicht vor, über physikalische Grundlagen seitenweise hier zu referieren (dafür gibt es Bücher) oder wieder Sätze zu lesen wie "mein Bass kann aber 3 Hz tiefer ...".

    Es geht mir um Wiedergabequalität, um Neutralität und einfaches Handling (hier: einfaches Einstellen ohne tonnenweise Technik ankarren zu müssen).

    Interessiert sowas eigentlich wirklich so wenige hier im Forum ?

    Es ist doch irgendwie verrückt: Wenn es um Bässe geht, wird über 20 Seiten endlos diskutiert - wenn es um Tops geht, lese ich Fragen wie "ich hab da so'n Horn und weiß nicht, welchen Kondensator ich nehmen soll ... hat jemand eine Idee ? ...".

    Im Bassbereich wird über Gruppenlaufzeit geschwafelt - bei Tops scheint sowas dagegen ja völlig Nebensache zu sein (... was ist mit Ortbarkeit von Stimmen etc. im Mix - warum kommt aus einigen Tops - auch mit Digitalcontroller und "eingerauscht" ... - nur "Brei" ???) ...

    Jetzt werde ich es daher mal mit Provokation versuchen:
    Gibt es hier nur Bass-Gurus und hat über diese Thematik (also Frequenzen oberhalb von 150 Hz) möglichweise noch niemand richtig nachgedacht bzw. niemand wirklich richtig Plan ?
    Oder ist es den meisten sowieso egal - Hauptsache laute Bässe, um sich einen runterzuh ... ?

    Viele Grüsse sendet

  • wg
    Beiträge
    576
    • 13. Februar 2004 um 09:01
    • #22

    Hallo,
    Sound bei Lautsprechern ein unendliches Thema!
    Jeder der ein Lautsprecher besitz ist ein Fachmann (Fachfrau) für den Sound und kann über alles diesbezüglich sein Urteil abgeben.
    Aber es gibt noch mehr als nur den Sound die persönliche Stimmung, die Entscheidender für die Zufriedenheit einer Anlage ist.
    Gruß
    wg

  • Sound-Klinik
    Verifiziert
    Beiträge
    7.900
    • 13. Februar 2004 um 09:05
    • #23

    ... noch 'ne kleine Anmerkung:

    Man denke sich einen BR-Bass, der (wenigstens für meinen Geschmack ...) total fehlabgestimmt ist und ... sagen wir mal: bei 40 Hz eine Überhöhung von 6 dB macht und (... wenigstens für meinen Geschmack :-? ) sehr "dröhnig" klingt.
    Es wäre ja mal einen Versuch Wert (es finden sich sicher einige, die geeignete Testkandidaten schon fertig aufgebaut haben ... :) ), über eine Korrektur der Amplitude daraus dann eine neutrale Kiste zu machen. Was mich dann brennend interessieren würde: Haben wir dann wirklich eine vorbildliche Gruppenlaufzeit (wg. Minimalphasensystem ...) ?

    Nur mal eine Idee ...
    Wenn dem so ist, dann ist diese ganze Rechnerei mit Güte und Resonanzfrequenz Quatsch. Wir bauen alle unsere Lautsprecher in eine große Kiste mit irgendwelchen Löchern drin und kaufen uns dann einen preiswerten Digitalcontroller (mit genug Speicher und ausreichend schneller CPU ...) und haben dann die beste Kiste der Welt.

    Finde ich einfach toll !

  • lextrax
    Profi
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    1
    Beiträge
    1.506
    • 13. Februar 2004 um 09:34
    • #24

    hallo, ich auch mal:

    die geschichte, die pke angesprochen hat, ist definitiv richtig:

    ob das jetzt ein basshorn oder eine reflexbox ist, amplitudenverlauf (frequenzgang) und groupdelay hängt fix zusammen.

    irgendwo im dáppolito steht sogar die formel drin, irgendne integration...

    was anderes ist aber der einschwingvorgang (d.h. die von sk angesprochene erste wellenfront) irgendwie wird jedem hier klar sein, dass ich eine 1/4kg schwere membran langsamer zum schwingen anregen kann als eine membran, die nur 1/10 kg schwer ist.
    daher auch die vermeintlich "langsamen" br-18er!

    der angesprochene versuch:

    SK: nimm dein brh18 und dreh untenrum was rein: eh voila, da hast du dein grausliches groupdelay!

    ich nutze derzeit ja das zeus-system (c4-verschnitt), das ja wohl denkbar shlecht funtioniert, da bp 6th order( wenn man den forums-konsens nimmt). steiler amplitudenabfall, hohe laufzeit!
    nehm ich den eq her und dreh den infra-buckel raus, kann mir keiner sagen, dass das andres klingt als zb. ein 15er basshörndl. dann ist auch das groupdelay weg, weil der lowcut nimmer so steil muss.

    nur leiser ist es halt! damit ist wohl auch die idee gestorben, einfach irgendeinen speaker in irgendeinen hasenstall zu sperren und den rest mit digicontroller zu machen. das wird wohl etwas leise.

    der grund, warum manche hier die verwendung von basshörndls ( mit oder ohne modifikationen *g*) so stark propagieren. reg ich den raum oder den resonator garnicht an, werd ich mir auch keine gedanken über bassmulm machen müssen.

    zum thema tops:

    ich denke, dass es vielen hier so geht wie mir:
    ich gebe hiermit zu, dass ich die enticklung eines tops von vorn bis hinten durch nicht draufhab. um jetzt nicht irgendwas zusammenzubasteln (die angesprochene kondensator-geschichte u.ä.), lagere ich die entwicklung einfach aus und such mir am vorhandenen bausatz-markt halt was aus, das meine bedürfnisse gut erfüllt.
    beovor ich irgendwas zusammenschuster, halt ich mich da lieber an bauvorschläge, die von leuten entwickelt wurden, dies draufhaben.

    ich denke, dass einige hier wohl das problem haben, die entwicklung nicht durchführen zu können und deshalb wohl auch wenig über tops diskutiert wird....

    in diesem sinne, alex

  • Sound-Klinik
    Verifiziert
    Beiträge
    7.900
    • 13. Februar 2004 um 09:56
    • #25
    Zitat von "lextrax"

    ...
    ...was anderes ist aber der einschwingvorgang (d.h. die von sk angesprochene erste wellenfront) irgendwie wird jedem hier klar sein, dass ich eine 1/4kg schwere membran langsamer zum schwingen anregen kann als eine membran, die nur 1/10 kg schwer ist.
    daher auch die vermeintlich "langsamen" br-18er!

    der angesprochene versuch:

    SK: nimm dein brh18 und dreh untenrum was rein: eh voila, da hast du dein grausliches groupdelay!

    Hallo Alex, Du bist auf der richtigen Fährte !

    Jetzt noch mal einen weiteren Gedankengang dazu:

    Der resultierende Schallpegel hängt nicht nur vom Grad der Auslenkung ab. Ein direktabstrahlender 18"er in einer CB wird bei gleichem Pegel mehr Auslenkung machen als in einer BR im Bereich seiner Abstimmfrequenz (wg. Bedämpfung durch Resonator ...).

    Wenn ich den 18"er jetzt in ein (ausreichend dimensioniertes) Horn stecke, wird die Membran - bei gleichem Schallpegel - NOCH WENIGER Auslenkung machen.

    Die Trägheit des (LS-) Systems wirkt sich also bei verschiedenen Schallführungen unterschiedlich aus. Sicher kann ich mir auch - wenn ich nicht aufpasse - ungünstige Trichterresonanzen einfangen, aber von der Sache her sind die Verhältnisse so.

    Bei Resonatorlösungen haben wir es zudem nicht mehr nur mit dem Lautsprecher allein als zu beschleunigendes Systeme zu tun.

    Akustisch gekoppelt mit dem LS ist jetzt eine Luft-MASSE, die über die im Gehäusevolumen eingeschlossene Luft (Feder ...) ebenso beschleunigt werden muß und damit auch eine Rückwirkung auf die LS-Membran hat (siehe Impedanzmessung !).

    Ich bin nicht überzeugt, daß ein BR-System - auch mit entsprechendem Filteraufwand - ein vergleichbares Klangverhalten (Zeitverhalten) wie ein großes Horn erzielen wird.
    Da sind zum einen die höhere akustische Bedämpfung durch den Trichter - zum anderen das fehlende Luftvolumen, das (in einem Resonator) beschleunigt werden muß. Das hintere Kammervolumen in einem Hornsystem wirkt dabei lediglich kapazitiv (also Federwirkung - fs geht hoch ...).

    Der theoretische Hintergrund von Filtern ist mir schon klar - nur verhalten sich reale Lautsprecher (-Systeme) manchmal auch etwas komplizierter - und man kann es nicht nur messen ... sondern auch HÖREN (womit ich dann wieder beim "Klang" angekommen bin ... :wink: ) !

    Viele Grüsse sendet

  • pke
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    74
    • 13. Februar 2004 um 10:26
    • #26

    Sound-Klinik

    Wenn ich einen HiQ getunten BR per EQ wieder glattbügle, dann bekomme ich mindestens 2 neue Polstellen. Das macht in jedem Fall Groupdelay. Der Amplitudengang sieht aber auch definitiv anders aus, als wenn das System von vorneherein nicht mit viel Güte abgestimmt worden wäre.
    Hier kommen wir genau zu dem semantischen Problem , das ich ursprünglich meinte:
    In einem Aufguss werden technisch eindeutige Begriffe mit 'ausdemBauch' Interpretationen vermischt, was das Forum in keinster Weise professionalisiert und höchstwahrscheinlich die Mehrzahl professioneller Entwickler sofort den Explorer zumachen läßt.
    Dabei sind die subjektiven Soundeindrücke ja begründet und durchaus (insbesondere von mir) voll nachvollziehbar und könnten so manchem Produkt auf die Sprünge helfen.

  • tufkajck
    Profi
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    • 13. Februar 2004 um 10:37
    • #27

    In den letzten Monaten live gemischt:
    Rare Earth, Tarantinos, T.M.Stevens, Ansley Lister, Brian Auger, Nazareth(Monitor), Poppa Chubby, Fred Wesley, Bernard Allison, Dr.Feelgood, Them, nine below zero, Stan Webbs Chicken Shack
    Alles inem Club für 300 Leute. P.A. sehr nahe zur Bühne, Alles voll 15/2er Wedges.
    Keiner der Schlagzeuger hatte ein Stück Tempo oder Gaffa an seinem Drum kleben, O.K., höchstens was zusammenzuhalten :lol:
    Einem habichn Drumset aus unsrer Vermietung gebracht, wo ein Fell weiss war, die andren alle Pinstripes. War mir peinlich, es hat keinen gejuckt, der Typ hat den Stimmschlüssel in die Hand genommen, und gut war. Ich habn 4-fach gate dabei, fals ein Gasttech das haben muss, alle obigen Bands hatten Schlagzeuger, die blos abzumiken warn, und man konnte Gruppe eins und zwei aufziehn.
    Wir können nur das mischen, was die Musiker uns geben.
    Bassist von Rare Earth liess mich den Bass per D.I. abnehmen, im Haus aufmachen, isdann mit langem Kabel in den Saal gelaufen, hat seine E-Saite knallen lassen, und hat seinen Ampeg auf den Saal eingestellt.
    Nicht ich musste sehn, wie ich mit seinem "Bühnensound" zurechtkomm.
    Aber, die näxte Schülerband kommt bestimmt.......

  • lextrax
    Profi
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    Beiträge
    1.506
    • 13. Februar 2004 um 10:38
    • #28

    hallo soundklinik,

    da stimm ich dir zu. mit steigendem membranhub fangen halt auch die ganzen grauslichkeiten wie mechanische probleme der membran, elektrische probleme (schwingspule verlässt den linearen bereich) usw an.

    wenn ich jetzt aber eine br box ein stück oberhalb der tuningfrequenz anschau, verhält sich das wie eine cb, weil halt der resonator nicht angeregt wird. dann hab ich exakt dasselbe zeitverhalten wie beim hörndl.
    der horntreiber muss aber nicht sooo wild auslenken, da ja das horn als trafo wirkt. daher wird das hörndl auch besser klingen, weil eben die mechanischen probleme gedämpft werden.

    allerdings passiert im grossstack dann der umgekehrte effekt (IMHO!)

    der gestiegene strahlungswiderstand wird natürlich auch rückwärts durch den horntrichter auf die membran transformiert, da ist die cb dann im vorteil, weil da der strahlungswiderstand ja prinzipiell nur der membrangrösse und dem drumherum entspricht.
    ein horn macht halt aus 1/10 m2 schnell mal 1m2 abstrahlende fläche!
    daher auch die forderung nach membranform, optimaler krafteinleitung und bl satt.

    mein resümee: die optimale box wirds nie geben, weil sich die physik nicht ausschalten lässt. man kann imho nur drauf schauen, die mechanischen fehlerquellen soweit zu reduzieren, dass die aus der rechnung fallen. zum beispiel die last auf viele kleine antriebssysteme verteilen, das sollte auf mechanischer seite einiges bringen. tuts wohl auch, den der frosch-urps ist ja legendär. das sind halt 20 18er, aber auf viele 10er verteilt, da dürfte die mechanik keine probleme mehr machen.
    zusätzlich brauchts keinen lowcut, weil geschlossene rk, damit auch nur 12db/oct. abfall (hallo groupdelay!)

    die ganze groupdelay-sauerei passiert ja nicht nur auf elektrischer seite, sondern auch auf akustischer seite, also zb beim resonator!

    die elektrischen fehlerquellen sollten sich als durchschnittlicher boxenbastler wohl umschiffen lassen, sofern man sein hirnkasterl ein wenig bemüht!

    lg alex

    ps: ich find die ganze diskussion über klang ganz nett, aber ein konsens, mit dem alle happy sind, wird sich wohl nicht finden lassen.

    pps: sk, dir ist das sicher alles 100%ig klar, aber bei manchen anderen bin ich mir da nicht so sicher. entschuldige meine ausführlichkeit.

  • Wellenfront
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    2.083
    • 13. Februar 2004 um 11:33
    • #29

    Moment.....
    Er sind 44 18er auf 10er verteilt!......nix 20 :wink:

    Wenn der antrieb des 18er mit der Membranfläche steigen würde wäre er nicht träge,nur ist das bezahlbare limit bei dem standart grossmagnet der überall drauf ist erreicht.
    diese überlegung ist natürlich nur auf eine nicht mögliche stabile membran bezogen,und die kann es bei 18er nicht geben


    gruss

    Was kostet ein Loch in der bassbox?

  • Sound-Klinik
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    • 13. Februar 2004 um 12:13
    • #30

    pke

    ... es klingt zwar alles schön wissenschaftlich fundiert (es ist ja auch - prinzipiell - nicht falsch), was Du da schreibst, - aber:

    Die ganze Problematik auf Amplitudenverlauf und Grupppenlaufzeit zu reduzieren (grob gesagt ...), funktioniert nicht.

    Ein Beispiel:

    1. Wenn Schumi mit seinem Renner Gas gibt, ist er schnell "auf Tempo" - wenn er bremst, steht die Kiste auch schnell wieder (er hat eben die besseren Bremsen).

    2. Wenn ich das dann mit einem OPEL Corsa mache, dann brauche ich deutlich länger, um "auf Tempo" zu kommen - und auch länger, um die Kiste wieder zum Stehen zu kriegen.

    Jetzt rüste ich den Corsa mit einer aktiven Motorsteuerung (... vergleichbar mit Controller, Equalizer) aus, um das Problem zu beheben, und Schumi endlich "versägen" zu können - nur ... irgendwie klappt es nicht.

    Du wirst jetzt sagen, daß der Vergleich hinkt. Gut - aber lies erst einmal weiter:

    Wenn eine Bassmembran langsamer "auf Touren" kommt und länger braucht, um wieder "zum Stillstand" zu kommen, dann kannst Du am Controller oder Parametric-EQ drehen, bist Du schwarz bist oder einen Therapeuten brauchst.
    Du wirst - auch bei gleichem Amplitudenverlauf nicht das gleiche Zeitverhalten (siehe Wasserfall ...) erzielen. Gruppenlaufzeit ist eben (wie auch "Frequenzgang" ... ) nicht "alles".

    Und damit sind wir wieder beim "Klang" angelangt.

    Viele Grüsse sendet

  • lextrax
    Profi
    Reaktionen
    1
    Beiträge
    1.506
    • 13. Februar 2004 um 12:27
    • #31

    hallo,

    ist der einschwingvorgang wirklich ans groupdelay gekoppelt oder gibts da noch den begriff druckdifferenz/zeit? ( kenn leider den richtigen begriff nicht *schäm*)

    erst das letztere beschreibt m.E. den tatsächlichen klang!
    nämlich wie schnell ein speaker auf das eingangssignal reagiert.

    zum schumi-beispiel: der hat auch weniger gewicht, da nützt die ganze motorsteuerung aufblasen nix. also kleinere membranen und alles wird gut (siehe signatur)

    lg alex

  • Wolfgang
    Beiträge
    1.377
    • 13. Februar 2004 um 12:39
    • #32

    edit

    Gruss
    Wolfgang

    Einmal editiert, zuletzt von Wolfgang (1. Februar 2005 um 02:39)

  • PJ
    Beiträge
    40
    • 13. Februar 2004 um 13:11
    • #33

    Interessant das alles.
    Wenn man vorhergehende Ansätze von Wellenfront mit Membranstabilität/Antrieb etc. und Soundkliniks Autobeispiel nimmt und
    sozusagen "koppelt" komme ich zu folgendem Ergebnis:
    Impuls=Masse*Geschwindigkeit

    Um einen akkuraten Tiefbass zu erhalten brauche ich ein Chassis, welches:

    1. Eine extrem stabile Membran hat (vergleichbar mit der bewegten Masse im Formel 1 Motor aus Megnesium bzw. Carbon)

    2. Einen potenten "Motor" also Antrieb mit optimalem Hubraum/Zylinderverhältnis

    3. Entsprechender Sprit also Ampleistung

    Schlussfolgerung- so ein Chassis mit High- Tech Materialien wäre zwar
    machbar, allerdings würde das den preislichen Rahmen sprengen.

    Gruß

    PJ

  • Mechwerkandi
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    Beiträge
    7.712
    • 13. Februar 2004 um 14:11
    • #34

    Weil "Klang" eine physikalisch nicht definierte Grösse ist, bleibt sie grundsätzlich nicht diskussionsfähig.
    Aber man kann durchaus vergleichende Parabeln heranziehen.. :wink:

    Um bei der Kfz-Technik zu bleiben:
    Joe Craig, der ehemalige Rennleiter von Norton, hat mal mit der Ironie eines Überlegenen gesagt:
    "Man kann auch zuviel Leistung haben"

    Sie haben nie gewonnen, weil sie den leistungsstärksten Motor (>> Amp, Speaker, Controller...) hatten, sondern weil die Summe der Komponenten einfach stimmte.

    Wenn ich eine Lautsprecherbox suche/kaufen will, habe ich über den Einsatzzweck eine klare Definition von "Klang".
    Das ist aber meine eigene, völlig individuelle, und die ist auf andere auch nur bedingt übertragbar.
    Es gibt für mich nichts schlimmeres, als ein Tontechniker, der am Mixer seine Definition von "Klang" versucht darzustellen.

    Die einzig gültige Definition ist die vom Kunden, wenn ich das nicht nachvollziehen kann, ist der Job gescheitert.

  • Kracky
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    12.055
    • 13. Februar 2004 um 14:38
    • #35
    Zitat

    Es gibt für mich nichts schlimmeres, als ein Tontechniker, der am Mixer seine Definition von "Klang" versucht darzustellen.

    Die einzig gültige Definition ist die vom Kunden, wenn ich das nicht nachvollziehen kann, ist der Job gescheitert.

    Genau so sehe ich es auch, ich bin das Werkzeug und der Verstärker des Kunden und möchte das ihm (Musiker oder VA sei mal dahingestellt) der Sound gefällt. Mein Geschmack, meine Definition von Klang kann ich daheim im Wohnzimmer ausleben um dort Spaß und freude daran zu haben. Auf dem Job mache ich meine Arbeit und die muß nicht unbedingt immer Spaß machen.

    Ich höre mir an, was die Musiker und der VA meinen, bzw. frage sogar nach, ob es gefällt, was sie meinen was mehr oder besser? Dann kann ich immernoch einwenden und sagen, schaumal wenn ich das mache passiert das und es ist nicht wirklich gut. So komme ich zum Sound wie er gewünscht ist und eigentlich, auch wenn das einige hier behaupten, hat mich noch niemand beim Mischen darum gebeten, die Bässe tief und Fett zu machen, um hier nochmal kurz einzuhängen. Im Gegenteil, bei "live" Gigs muß ich meißt dB wegnehmen, weils dem Fremdtech zu Fett klingt. Beispiel Naturstimme, der Matze von "Fünf", ein Sänger der richtig tief kann und sehr glücklich war über meine Hornanlage, die ihn perfekt wiedergeben konnte. Hatte er schon lange nichtmehr!

    Aber ich denke auch mein Turbosoundtop ist hier ausschlaggebend. Es stimmt einfach alles zusammen. Und nur so kann ich arbeiten.

    Zum Thema Boxen und Controlling. Mein allerliebstes Hassbeispiel, die NEXO PS 15, eine Holzkiste, die eine praktikable Form bekommen hat, dann ein paar einigermaßen passende Treiber und schon war er fertig, der Tontechnische Mülleimer. Ohne Controller ist das klangliche empfinden dieser Box, ähnlich eines Omnitronic/Tweeter Kastens. Und wirklich nur mit Controller ist die Box brauchtbar. Hier stimmt doch schon der Grundansatz nicht, zuerst entwickle ich einen Lautsprecher, der praktikabel ist aber trotzdem schon wirklich gut Klang von sich gibt und dann, sollte es noch nötig sein, nehme ich einen Controller und mach das i Tüpfelchen oben drauf.

    Genau so sehe ich es mit Anlagen, Frequenzen trennen und fertig, dann muß das ganze schon von alleine Klang von sich geben und zwar schlüssig. Dann kann ich noch an den Feinheiten feilen. Hab ich von vorne herrein schon mist, bin ich nur zur Schadensbegrenzung da und kann probieren zu zaubern.

    In meinem Lexikon fehlt das Wort unmöglich!

    ASR Computer & PA Technik
    André Ruhnau
    Rosenstr.6
    78598 Königsheim

  • Sound-Klinik
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    • 13. Februar 2004 um 14:59
    • #36

    ... vielleicht muß man aufpassen ob man von Klangqualität oder einer Soundvorstellung spricht.

    Wenn ich in ein Sinfoniekonzert gehe, höre ich die Instrument und Stimmen direkt - alles ist ein gigantischer Klangkörper ... und es ist authentisch.

    Bereits die Aufzeichnung eines solchen Konzerts ist nicht unproblematisch.
    Gute Tonmeister (die sich der Schwächen in der KOMPLETTEN Übertragungskette bewußt sind !) bekommen es aber ganz gut hin - mit geeigneten Mikrofonen und der richtigen Plazierung (!!!) - sowas auf einen Tonträger zu bannen.

    Bei der Wiedergabe darf das Lautsprechersystem dann nach Möglichkeit nur wenig Verfälschungen machen - d.h. die Übertragung muß amplituden- und phasenlinear sein (wenigstens an einer ausgezeichneten Hörposition im Abhörraum - Stichwort: Filterverhalten ...) und muß impulsartige Signale "schnell" genug verarbeiten können.

    Und mit direktabstrahlenden Systemen lass sich solche Verhältnisse in einem durchschnittlich bedämpfen Raum sogar recht gut verwirklichen.

    ... und weiter geht's mit PA:

    Im PA-Bereich kommen andere Probleme hinzu (raumakustische Einflüsse, höhere benötigte Schallpegel, größere Hörzonen(-flächen ...).

    So wie es bei (wirklich ...) hochwertigen HiFi-Systemen und Studioabhörlautsprechern i.d.R. keine Rock'n'Roll-LS ... oder Klassik-LS ... oder Pop-LS gibt, so halte ich es auch bei PA-Systemen für erstrebenswert, eine neutrale Abstimmung als Ziel anzusehen ... einfach um ein möglichst universelles, "pflegeleichtes" System zu haben.

    Es gibt im hochpreisigen PA-Regionen ja mittlerweile auch Systeme, die sowohl für Klassik als auch für Pop-Produktionen gleichermaßen eingesetzt werden.
    Systeme mit einem "Zuviel" an akustischen Schwächen können auch mit Controllern nicht zu einem Spitzensytem gemacht werden - alles hat Grenzen.

    Und: Ein SOUND wird am Mischpult, mit EQs, mit digitalen FXs etc. gemacht.
    Wenn ein Künstler mit seinem Produzenten und Toningenieur eine "Konserve" fabriziert, dann haben die ganz bestimmte Klangvorstellungen ... und realisieren das dann IM STUDIO (mit NEUTRALEN Abhör-LS ...).
    Eine authentische Wiedergabe (wenn es interessiert, wie es authentisch klingt ...) setzt daher neutrale LS-Systeme voraus.

    Wenn ich auf die Bühne gehe, habe ich eine Vorstellung von MEINEM Bass-Sound, von MEINEM Gitarrensound, von MEINEM Gesangssound ... und wenn sich ein Gitarrist eine Taylor-Westerngitarre für 5000,- Euros kauft, will er genau diesen Sound haben - und ihn sich dann bestimmt nicht von der PA "mit einem gewissen Sound" oder einem Mischpultmenschen mit "individuellen" Soundvorstellungen kaputtmachen lassen.

    Ich spiele viel mit Musikern, die hochwertige akustische Instrumente haben und einsetzen - oder einem Keyboarder, der seine Klaviersamples auf einem Studiomonitor optimiert hat ... UND DIE DANN AUCH AUF DER MUCKE SOOOOO HABEN WILL !

    Viele Grüsse sendet

  • Sound-Klinik
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    • 13. Februar 2004 um 15:05
    • #37
    Zitat von "PJ"

    ...
    ... Schlussfolgerung- so ein Chassis mit High- Tech Materialien wäre zwar
    machbar, allerdings würde das den preislichen Rahmen sprengen.

    ... es gab (oder gibt ?) Versuche mit Kohlefasermembranen (... hab ich selbst schon mit herumgespielt :) ...), die einen sehr akuraten Bass ermöglichen. Das Material ist erheblich teurer als Zellulose - und aufgrund der mangelhaften inneren Dämpfung können solche Membranen auch nicht "zu hoch" betrieben werden.

    Viele Grüsse sendet

  • Peerless
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    4.334
    • 13. Februar 2004 um 15:12
    • #38

    ...irgendwie wollen immer alle, alles möglichst linear haben, aber das strebt ja irgendwie gegen die höreigenschaften des menschen. hier wird nunmal nicht linear wahrgenommen und eine spl vitalizer biegt schliesslich auch das ankommende signal mehr oder weniger richtig (dem menschlichen gehör angepasst) und man findet den klang plötzlich besser. warum soll also auch eine box möglichst linear klingen ? damit es keine klangverfälschungen gibt, von dem was die elektronik vorher gebogen hat. auf einem livekonzert wird aber (wenn man jetzt ma nicht vom biegen ausgeht) die musik so wiedergegeben, wie sie gespielt wird... deshalb macht für mich die absolute linearität von pa boxen/systemen auch keinen sinn.... elektronisch biegen kann man immer, aber ne gute box muss halt auch ohne elektronik gut klingen. nur ma zu der idee mit dem ausschwingproblemen von matschigen bässen, hier müsste doch einen transient designer von spl gegensteuern können (nur ma sonne idee) ?

    http://www.ae-rental.de

  • Sound-Klinik
    Verifiziert
    Beiträge
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    • 13. Februar 2004 um 15:13
    • #39

    [LOB]
    ... ich hatte die Hoffnung fast aufgegeben ... aber mittlerweile scheinen mehrere im Forum verstanden zu haben, worauf ich aufmerksam machen wollte - finde ich klasse ...
    [/LOB]

    Viele Grüsse an Alle

  • Sound-Klinik
    Verifiziert
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    • 13. Februar 2004 um 15:20
    • #40

    Peerless

    ... eine Anlage ohne "Sound"-Tendenz ermöglich mit minimalem Aufwand die Realisierung eines speziellen (ggf. vom Kunden - oder einem selbst - gewünschten ... ) Sounds.

    Anlagen mit Schwächen im Zeitverhalten sind einfach zu langsam und daher (auch mit Elektronik !) nicht in der Lage, bestimmte Singale "richtig" bzw. authentisch wiederzugeben.

    Eine neutrale Anlage ist daher einfach universeller einzusetzen.

    Eine nachdröhnende BP-Kiste als PA-Bass wird einen Funk-Bassisten eher nicht begeistern ...

Anstehende Termine

  • PA-Forum Stammtisch LeatCon

    Dienstag, 6. Oktober 2026, 13:00 – 14:00
  • PA-Forum Stammtisch LeatCon

    Mittwoch, 7. Oktober 2026, 13:00 – 14:00
  • PA-Forum Stammtisch LeatCon

    Donnerstag, 8. Oktober 2026, 13:00 – 14:00
  • Competent Person for Event Rigging according to IGVW SQQ 2 | Level 1 | Munich (English)

    Dienstag, 13. Oktober 2026 – Freitag, 23. Oktober 2026
  • Combined seminar for experts in lifting gear and lifting beam systems (AnschlägerPlus)

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