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  4. Selbstbau und Reparatur Lautsprecher und Boxen

GFK Mittel-Hochtonhorn Selberbauen ?!?

  • audio-pip
  • 12. Februar 2004 um 17:41
  • audio-pip
    Beiträge
    1.412
    • 12. Februar 2004 um 17:41
    • #1

    Hallo Ihr lieben,

    mir schweb vor ein Mittelhochtonhorn aus GFK selber zu bauen, es soll dann 2 x 12“ + 1 x 2“ Treiber beinhalten. (wie Oberton T 212)

    Ich hatte mir da so ausgemalt eine negative Form aus Gasbetonsteinen und Gips zu „modellieren“ und darauf das GFK-Gelumpe aufzutragen und in form zu bringen. :roll: :roll: :roll:
    Nur weiß ich nicht genau ob ich den Gips vorher behandeln muss (und mit was?) damit ich dann das fertige Horn wieder abbekomme oder ob sich das GFK gar nicht erst mit dem Gips verbindet ??? :roll: :roll:

    Ich hoffe das mir da jemand weiter helfen kann der damit schon Erfahrungen hat oder ev. Sich mit den chemischen Bestandteilen auskennt.

    ... Sebastian

  • Reini
    Beiträge
    3.225
    • 12. Februar 2004 um 18:34
    • #2

    Hallo audio-pip,

    ich kenn mich nur ein kleines bischen mit Kunststoffverarbeitung aus.
    Es gibt bei der Verarbeitung auf jeden Fall Verformungen die durch die Wärme der Reaktion des Materials zustande kommt.

    D.h.: beim austrocknen wird das Produkt kleiner als die ursprüngliche Form.

    Mein Tip: wende Dich an einen Kunstofftechniker oder an Ralf Limmer

    Gruß Reini

    http://www.hifi-reini.de/News.htm

  • Adam Selene
    Profi
    Beiträge
    2.271
    • 12. Februar 2004 um 18:40
    • #3

    Hartwachs-Trennmittel in Massen drauf und gut in den Gips einmassieren, äh, -polieren.
    Das reicht.
    Sollte dort zu kriegen sein, wo Du auch das Harz beziehst.

    Adam

    "Dave...my mind is going...I can feel it...I can feel it."

  • tthorsten
    Beiträge
    17.024
    • 12. Februar 2004 um 21:02
    • #4

    fang kleiner an dann wird das.

    erst mal 1" hörner bauen.

    einfach so drauf los laminiern ist eh nicht. und modellieren auch nciht.

    Lautsprecherentwicklung nach mass
    Ansprechpartner für das Forums MUFU projekt

  • Ansch
    Reaktionen
    12
    Beiträge
    392
    • 13. Februar 2004 um 11:29
    • #5

    Hallo audio-pip,

    da ich schon einiges mit Faserverbundwerkstoffen gemacht habe, darunter auch Hörner, möchte ich auch ein paar Tips geben.
    Zunächst sollte Dir klar sein, dass die Arbeit mit diesen Werkstoffen eine riesen Sauerei wird, und dass es eine elende Schleiferei bedeuted.
    Außerdem ist das ganze Gelumpe mit dem Du hantieren möchtest recht ungesund!

    Zunächst mal zum Formenbau:
    Ich vermute, Du hast nicht die Gelegenheit Dir die Form aus Formschaum fräsen zu lassen, Du die Form also selber erstellen mußt?
    Meine Empfehlung: Negativ-Bauweise. Das hat den Vorteil, dass Du nach dem Ausformen gleich eine brauchbare Oberfläche bekommst.
    Die Oberfläche der Form sollte hart sein, damit Du nach dem Ausformen nicht zuviel nacharbeiten mußt, wenn Du die Form wiederverwenden willst.
    Bei der Gestaltung der Form der Form darauf achten, dass es sich ausformen lässt (mieser Ausdruck, ich weiß).
    Probiers mal mit 'nem Hartschaumkern (lässt sich gut bearbeiten), dessen Finish dann Polyesterspachtel (das Zeug das man auch für Spachtelarbeiten im Karosseriebereich nutzt) darstellt. Schöner ist natürlich 'ne GFK-Form, aber auch eine Holzform mit gespachteltem Finish ist OK. Die ist in der Herstellung aber aufwendiger und nur nötig, wenn Du vorhast größere Stückzahlen herzustellen.
    Den Spachtel auf mindestens 800er Körnung schleifen (besser 1000er).
    Beim Schleifen ist Geduld gefragt. Das dauert! Denk dran: Bei einer glatten Oberfläche ist nachher jede Delle zu sehen!

    Wenn die Form fertig ist, kannst Du ans Laminieren denken. Als Trennmittel empfehle ich: PVA. Das lässt sich leichter ausformen als 'ne gewachste Form. Falls Du wachsen willst: Das Wachs dünn auftragen und nach Trocknung auspolieren. Aber nicht nur einmal, bei einer neuen Form eher so 15mal wiederholen.
    Dann das Harz: Kein Polyesterharz verwenden (schwindet und stinkt)! Ich empfehle Epoxidharz. Schau Dich mal nach 'nem guten Harzsystem um, zu dem Du auch ein vernünftiges Datenblatt bekommst.
    Härter: Da die Form wohl groß wird->langsamer Härter!
    Anmischen mit Waage, je nach offener Zeit immer so 100g-weise.
    Es gibt Färbemittel für Harze, damit sparst Du Dir (wenn Du sauber arbeitest) die Lackierei.
    Wenns jetzt losgehen soll, zunächst mal Latexhandschuhe anziehen (Epoxi kann Allergien auslösen).
    Die Form schön mit Harz einpinseln, dann die erste Lage rauf.
    Als Gewebe würde ich Köper nehmen, das lässt sich in alle Richtungen beliebig legen (im Ggs. zu UD, das geht nur in eine Richtung). Hast Du scharfe Umlegestellen, dann legst Du zuerst eine Lage feines Gewebe (z.B. 80g/m²). Schön festtupfen, dabei immer ein wenig Harz auf dem Pinsel haben, aber nicht mit Harz übertreiben, auch wenns leichter geht. Achte darauf, dass sich keine Luftblasen bilden!
    Anschließend schmierst Du auf die scharfen Kanten Mumpe, so wird in "Fachkreisen" eingedicktes Harz genannt, also ein harzbasierter Spachtel. Als Füllmaterial (zum Eindicken) kannst Du Baumwollflocken nehmen.
    Wenn das erledigt ist, dann eine Lage dickeres Gewebe (z.B. 163g/m² oder mehr) und evtl. noch 'ne Lage. Die einzelnen Lagen immer schön festtupfen und keine Luftblasen drinlassen (sonst Delamination->kaputt).
    Damit das Horn auch steif wird (und Du nicht soviel Gewebe brauchst), kannst Du jetzt Schaum aufkleben. Also Styrodur in Form schneiden und mit Mumpe aufkleben anschließend noch 'ne Lage Gewebe.
    Wenns ganz toll werden soll, dann lässt Du das Zeug mit Absaugung aushärten. Ich denke jedoch, dass Du die dafür nötige Vakuumpumpe nicht haben wirst.
    Du kannst auf die letzte Gewebelage noch Abreißgewebe legen, das gibt 'ne tolle, saubere Oberfläche auf die Du evtl. gleich wieder drauflaminieren kannst.
    Dann alles Aushärten lassen (Zeit ist abhängig vom Harzsystem) und anschließend Tempern.
    Das Tempern dient dazu, dass das Laminat auch bei höheren Temperaturen nicht seine Form verliert.
    Dazu aus Styroporplatten ein "Temperzelt" basteln. Auf einer Seite mit'm Heizlüfter reinpusten und die warme Luft auf der anderen Seite wieder rauslassen. Das Laminat ist natürlich auf der Form. Dann das Ganze ca. 15h auf 75°C halten.
    Dabei wird das Harz wieder weich und härtet nach Abkühlung wieder aus und bleibt auch bei höheren Temperaturen fest.
    Wegen Temperzeit und -Temperatur ins Datenblatt schauen.

    So, das sollte erst mal reichen.

    Viel Spass, André

  • audio-pip
    Beiträge
    1.412
    • 13. Februar 2004 um 14:13
    • #6

    Danke, Danke, Danke und nochmals Danke,

    für die vielen guten Tipps!
    Also ich habe mir folgendes vorgenommen: als erstes möchte ich mal ein kleines, echt winziges 1“ Horn basteln, quasi mal um zu testen wie das ganze so funktioniert. Den negativen Rohling mache ich gerade aus Gips und dazwischen habe ich Kalkstein gemauert damit ich nicht so viel Gips brauche und das ganze schell an Höhe gewinnt.
    Dann will ich die „Gips-Pyramide“ zurechtfeilen/ schleifen und hinten einen „Teller“ aufsetzen wo später der Flansch entstehen soll.
    ...Das, dass arbeiten mit Harzen eine elende Sauerei ist weiß ich schon, denn an meinem alten Auto habe ich ein Rostloch mit Harz und Glasfasergewebe wieder verschlossen und verspachtelt und Lackiert. Genau daher rührt ja die Idee Hörner zu basteln... 8)

    Zum Thema Trennmittel: Was ist PVA? Und woher bekomm man das? Und beim Wachsen: kann ich da einfach Kerzen schmelzen und mit einem Pinsel auftragen? Oder welche art von Wachs ist da gemeint? :roll:

    Als Gewebe steht mit feines Glasfasergewebe mit 163 g/m² und etwas gröberes mit 225g/m² zur Verfügung.
    Die Seite wo das Gewebe aufgetragen wird ist optisch nicht von Interesse da das Horn ja später in ein Multiplexgehäuse eingebaut werden soll spielt also bloß ein sauber gearbeitetes Negativ eine entscheitende Rolle.
    Versteifen: reicht es nicht eine schicht von 0,5 – 1 cm entstehen zu lassen rein nur aus Harz, Gewebe und Mumpe?
    Woher kann ich noch Harz beziehen? Ein Großhandel oder so... :roll:

    ... Sebastian
    8)

  • bastler
    Beiträge
    1.074
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    1
    • 13. Februar 2004 um 14:32
    • #7

    audio-pip: Also PVA steht für Polyvinylalkohol und wird als Trennmittel verwendet.
    Ich kann dir noch den Tip geben, dir mal die Seite http://www.r-g.de anzuschauen, da bekommst du einen Überblick über die Materialien und es gibt dort auch eine Menge Tips zum Laminieren. Im Onlineshop gibts zwar auch das Material zum kaufen, aber die Preise sind glaube ich nicht die besten.

    Zur Vesteifung würde ich evtl. Rippen miteinlaminieren, z.b. aus dünnen Sperrholz oder ganzflächig ein Wabenmaterial verarbeiten.

    Gruß
    Michael

  • Farad
    Beiträge
    1.071
    • 13. Februar 2004 um 16:43
    • #8

    Hallo,

    such mal im Visatonforum nach EX-Nautilus Fertigung da findest du einen Thread über die Erstellung der Schneckennautilus aus GFK oder was ähnlichem. Da haben auch einige Leute mit Ahnung was über die Verarbeitung geschrieben!

    farad

  • Ansch
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    12
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    392
    • 13. Februar 2004 um 16:56
    • #9

    Hallo,

    wenn Geld und Gewicht keine Rolle spielt, kannst Du die Hörner natürlich auch aus einer dicken Schicht GFK, Harz und Mumpe bauen, 1cm Wandstärke wäre dann auch recht stabil.
    Ein Wabenkern ist nett, aber nur sinnvoll, wenn extremer Leichtbau das Ziel ist. Einerseits ist das Material recht teuer und andererseits lässt es sich schlecht biegen, sprich Absaugung wäre dann Pflicht.
    Sperrholzrippen habe ich auch mal probiert, ist mir zu aufwändig, sonst aber eine denkbare Alternative.
    Achso, welchen Kern Du auch immer nimmst, bei geschicktem Design kannst Du das Gehäuse im Verbund mit dem Horn laminieren. Das Gehäuse ist dann Bestandteil des Hornes - Stichwort: Verbundbauweise.
    Geht natürlich nur, wenn der Platz zwischen Horn- und Gehäusewand nicht anderweitig benötigt wird.

    Mit Wachs ist Trennwachs gemeint, wie Adam Selene schon schrieb. Gibt's da, wo's Harz gibt. Da gibt's dann auch PVA und alles was sonst nötig ist.
    Obwohl, Du kannst das mit den Kerzen ja mal probieren, stelle ich mir lustig vor.

    Dann bin ich mir nicht sicher, ob Gips sich fein genung schleifen lässt, das habe ich auch noch nicht probiert.

    Tschüss, André

  • bastler
    Beiträge
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    1
    • 13. Februar 2004 um 17:07
    • #10

    audio-pip: Willst du das Horn eigentlich selbst designen oder abformen (ich meine jetzt das große doppel12"-2")?

    Bei einem kleinen 1"-Horn müsste doch eigentlich die Stabilität von Harz + Matten alleine reichen. Ich hab zwar noch keine Hörner laminiert aber schon einige andere Sachen. Die Hörner vom Ralph Limmer haben so weit man das von außen beurteilen kann auch keinen Kern, ich kann mich aber auch täuschen, müsste meine mal wieder genau anschauen.

    Gruß

    Michael

  • audio-pip
    Beiträge
    1.412
    • 16. Februar 2004 um 16:04
    • #11

    Hallo an alle,

    @ Bastler: Das große 2 x 12“ & 2“ will ich der „Oberton T212“ nachempfinden, ein Kumpel von mir hat zwei davon, da kann ich, wenn ich will, Maß nehmen.

    @ Ansch: Die Sache mit dem Sperrholz ist eigentlich eine gute Idee, wieso eine Materialschlacht beginnen wenn das gar nicht nötig ist, Ich glaube aber hier kommt nur Eichensperrholz in Frage oder etwas ähnlich hartes. Birke & Co. Sind da glaube ich keine so guten Partner.

    Ich habe mich auch ein wenig im Netz umgesehen und dabei fest gestellt das wohl 14 € ein normal Preis für 1kg Harz sind und das es Tennmittel, Thixotropermittel zum eindicken, Baumwollflocken und so ziemlich alles dafür bei Conrad gibt. (im Profikatalog)
    Wenn jemand einen Direktvertrieb weiß, dann nicht schweigen sondern hier unten anfügen... :)

    Die Gipsform ist soweit auch ganz ok, nur er lässt sicht nicht ganz so fein schleifen da Gips zu weich ist, aber wenn ich die letzte schicht vielleicht spachtele und das gespachtelte schleife sollte ich mit 1000ter Papier ein gutes Ergebnis erhalten.

    ... Sebastian

  • AmpChamp
    Beiträge
    461
    • 17. Februar 2004 um 09:33
    • #12

    Hi,

    http://www.vosschemie.de
    http://www.westsystem.de oder über http://www.svb.de
    http://www.bacuplast.de

    CU,
    AmpChamp

    Bunt ist das Dasein und granatenstark
    "There's one more kid that will never go to school, never get to fall in love, never get to be cool!"
    "Yes they're sharing a drink they call loneliness, but it's better than drinking alone."

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