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F.O.H. Sound

  • Audiobug
  • 3. Juni 2004 um 22:05
  • Audiobug
    Profi
    Beiträge
    121
    • 3. Juni 2004 um 22:05
    • #1

    Folgendes ist mir dieser Tage passiert:
    Babysitting beim Tour - Auftaktkonzert von Bill Wymann and the RythmKings.
    Musiker allererster Sahne bevölkern die Bühne, z.B. Albert Lee, Teile der Clapton `Band, Wymann ( Ex Stones ) etc.
    Man jammt entspannt in den Soundcheck, und ich darf nur Inserts stecken ( ärger, ärger ). Nun denn.
    PA ist mit Pheripherie sofort abgenommen worden, nicht ein Regler am Gast - EQ wurde bewegt.
    Alle sind also zufrieden, und ich freu mich eigentlich auf den weiteren Verlauf des Abends.
    Doch oh Graus.
    Extremes Pannig zuungunsten des zahlenden Volkes, Hallfahnen, die die Backingvocals auf dem Klo hinter dem Zelt vermuten lassen,
    Solo`s, die keine mehr sind, weil nicht geboosted ( ich sag nur Horn - Section ), und ein paar db mehr in der PA hätten auch nicht weh getan ( laut DME 32 und Amps ( Vortex und DL 3000 mit BSS X - Over an L - Acoustic ) waren + 18 dB ((!!)) frei ).
    Kern ist (wieder mal) der mitlaufende DAT Mitschnitt, der der Band hernach als Beweis der Kunst übergeben wird ( der war sicherlich sehr gut ... ).
    Ich hätte weinen können, und begab mich daraufhin nach kurzer, verständnisvoller Diskussion mit dem F.O.H. Mann ins Vorzelt, wo der Sound halbwegs annehmbar war.
    Aussage: Der DAT zählt vor allen anderen Aspekten.
    War dies also nur der Fauxpas des ersten Konzerts 2004 oder bleibt der Dat das Maß der Dinge im Verlauf der Tour ?
    Kann jemand weiteres berichten ?
    Oder ist jemand der Meinung, daß diese Vorgehensweise zum Job - Erhalt legitim ist ?
    Ich würde mir da glatt zutrauen, einen Livemix mit einem separaten "Mitschnittmix" in one Go fertigzubringen.
    Der Anblick meines Kollegen mit dem im DAT eingestöpselten Headphone während des Konzerts warf mich jedenfalls um Jahre zurück.
    Eure Meinungen hierzu ???
    Habt ihr schon ähnliches erlebt, und wie reagiert ?
    P.S. Der Griff zum Pumpgun war nicht mehr weit.

    Kabellose Energieübertragung in Arbeit

  • derautor
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    1.089
    • 4. Juni 2004 um 02:09
    • #2

    Ich habe Derartiges leider auch schon erlebt - gegenüber dem zahlenden Publikum ist das gelinde gesagt eine Frechheit.

    Was ich nicht ganz verstehe sind die lauten Hallfahnen im Mix - normalerweise ist der Effekt auf dem Direktmitschnitt doch immer zu laut, so dass der Live-Mix des Kollegen eher knochentrocken gewesen sein müßte (damits auf dem DAT dann stimmt).

    Was ich überhaupt nicht verstehe ist, für was diese Oberliga-Erste-Sahne-Musiker einen derartigen Mitschnitt überhaupt nötig haben, wenn nicht zur bloßen Kontrolle. Für die sollte es doch ein Klacks sein, bei Bedarf Mehrspur-Equipment an den Start zu bringen. Wahrscheinlich irgendeine miese Schleimernummer seitens der Agentur :cry: , oder der Tonmann steht auf der Kippe und will sich bei der Band lieb Kind machen :evil: .

    Ich hoffe, das geht nach hinten los - derart erfahrene Musiker wissen eigentlich, dass ein akustisch optimaler PA-Mix auf Mitschnitt nur sehr sehr selten ebenfalls gut ist.

    Zitat

    Ich würde mir da glatt zutrauen, einen Livemix mit einem separaten "Mitschnittmix" in one Go fertigzubringen.

    Mit etwas Überlegung und einem freien Subgruppenpaar geht das auch, zwar nicht perfekt aber brauchbar! Hängt natürlich auch ein bisschen vom Programm ab. Ich habe gerade letzten Sonntag eine Salsaband gemischt. Das Konzert wurde mit vier TV-Kameras aufgenommen und im Ü-Wagen vor der Location gleich live geschnitten, so wie man das auch bei Rockpalast & Konsorten macht. Beim Ton war wohl dann das Geld zuende, denn man begnügte sich mit einer Stereosumme aus meinem F.o.H-Pult. Ich habe die Fernsehleute über ein Subgruppenpärchen versorgt, das logischerweise nicht in den PA-Mix ging. PA-Halleffekte waren hier alle nicht geroutet, dafür habe ich die Vocals, Brass und Congas für den Fernsehton mit einem kurzen, dezent dosierten Extrahall versehen, der widerum auf der PA nicht zu hören war (und auch nicht gewesen wäre, weil zu leise). Kontrolle des Fernsehtons nur über Kopfhörer, ich hab mir später im Ü-Wagen ein paar Sequenzen anschauen können, es hat ganz gut gepasst!


    es grüßt

    derautor

    Immer schön vorm Soundcheck herverkabeln.....

  • Audiobug
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    121
    • 4. Juni 2004 um 12:35
    • #3

    Die Hallfahnen entstehen, wenn man das Ambiente Zelt berücksichtigt. Auch mit der penibel geflogener und ausgerichteter PA lassen sich Reflexionen nicht vermeiden. Das Zelt "hallte" eigentlich ( mit mobiler Dämmmasse ) aber schon gutmütig gut, diese Raumanteile sind aber auf dem Mitschnitt nicht so toll.
    Den Rest an Diffusität erledigen dann noch die Wedges, und wenn ich da im Pegel vorne raus nicht drüber gehe, bleibt`s auch so.
    Der Kollege fuhr seine Effekte halt dazu noch so wie gewohnt, ohne die Akustik zu berücksichtigen.
    Z.B. Stimme links gepannt, aber Effekt L&R auf die PA.
    Nette Geschichte, für die, die eher Rechts stehen. ( Alle Effekte waren Mono angefahren, wie üblich )
    Das war für mich aber dann zuviel des Guten, ich mag`s eher dezent.

    Der Mitschnitt hätte z.B. auch über die zwei noch freien Auxe erfolgen können, beim SC wäre genug Zeit gewesen, da schon vorzukurbeln.

    Kabellose Energieübertragung in Arbeit

  • tufkajck
    Profi
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    • 10. Juni 2004 um 09:17
    • #4

    Was mich eher mehr ärgert, dass einige Techs(z.B Nazareth, Eric Burdon) gern die P.A. ausfahrn und sich dabei Stopfen in die Ohren stecken. Das ist schon einfach nicht mehr fair dem Publikum gegenüber.
    Ich habs halt als Tech selbst erlebt, wenn nach dem Gig nur ein Depp sagt, man hätt was nicht gehört (z.B. Congas, wennse nicht spieln, oder Gitarre, wenn grad das Kabel ausgezogen ist, weil der Gitarist draufstand)
    Dann gibz schiefe Blicke von der Band. Und irgendwann ist man es leid, sich andauernd zu rechtfertigen, und macht einfach etwas mehr auf. Komischerweise hat sich noch nie eine Band beklagt, wenn das Publikum sagt, es wär zu laut gewesen. Verkehrte Welt

  • tufkajck
    Profi
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    3.334
    • 10. Juni 2004 um 09:18
    • #5

    O.K., war offtopic, aber ebenso ein Pain in the a...

  • derautor
    Profi
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    18
    Beiträge
    1.089
    • 10. Juni 2004 um 12:29
    • #6

    Um das Thema mal weiterzuspinnen: Wie haltet Ihr es, wenn Ihr als PA/Pultbetreuer Eure Anlage optimal auf die Location eingestellt habt, an den Tec der Band (also an Euren Kunden) übergebt, und dieser macht - aus was für Gründen auch immer - offensichtlich Mist.

    Lasst Ihr ihn gewähren ("der Kunde hat gebucht & bezahlt, also ist er König und darf machen was er will, auch schlechten Sound"), oder schreitet Ihr ein ("schlechter bzw. unangepasst überlauter Sound schädigt nicht nur die Ohren, sondern auch den Ruf meiner Company").

    Einige Meinungen hierzu würden mich interessieren.


    es grüßt

    derautor

    Immer schön vorm Soundcheck herverkabeln.....

  • tufkajck
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    • 10. Juni 2004 um 13:03
    • #7

    Zumeist haben wir Stammkunden als Veranstalter, oder Leute, denen wir empfohlen wurden.
    Da klappern zum Handwerk gehört, muss der Kunde halt merken, dass es schlechter klingt, oder pfeift, wenn wer anders am Pult steht.
    Kommt aber ne Band mitnem guten Tech, erwähne ich auch das dem Veranstalter gegenüber, dass ich es jetzt auch nicht besser könnte.
    Meist greift dann der Veranstalter sanft ein. (oder weniger sanft) und ich kann es mir sparen. Denn das gibt dann ganz doofe Diskussionen, wo dann meist der Saal oder/und die Anlage Schrott sein soll.

    Mich hat aber auch schon der Gasttech nicht dem Kunden verraten, als wir irgendwie nicht so den überblick über unsere Channels hatten und irgendwie nicht ganz alles O.K. war. Man sollte eben trotzdem zusammenarbeiten, so gut wies geht

  • rockline
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    • 14. Juni 2004 um 19:42
    • #8

    Ein schwieriges Thema.

    Bei den Tonkollegen merke ich eigentlich recht flott aus welcher Schiene sie kommen. Es gibt da mehr oder weniger zwei Klassen: diejenigen, die eher mit einfachen Mitteln irgendwelche Bands übers Jahr betreuen und diejenigen die ganz einfach wissen was gemacht werden sollte.

    Bei den erstgenannten halte ich mich erst mal dezent zurück, beobachte was er/sie macht, lauere aber wie ein Luchs damit nicht gleich eine Feedbackorgie das PA zerscheißt!
    Spätestens bei der "Bedienung" seiner Band mit Monitor von FOH und gleichzeitiger Bearbeitung des Sounds fürs PA merke ich wie routiniert er ist. Wenn der Kollege hier Übersichtsschwächen zeigt ist es Zeit zum Eingriff! Ich übernehme meist gezielt aber unauffällig die Auxsends und die Monitor EQs. Ab diesem Zeitpunkt hat der Kollege verloren (es gibt aber auch Situationen bei Monitormix von FOH, bei denen ich grundsätzlich in hektischen Zeitpunkten gerne zur Seite stehe) - sein weiteres vorgehen wird ebenfalls dezente Eingriffe in den Channels erdulden müssen.
    Ich habe auch schon Kollegen gesehen, die an Kompressoren den Threshold auf +15dB und den Gain auf -10dB eingestellt haben! Da wird es Zeit zu helfen.

    Bei echten Übersichtsexperten, die gezielt und zügig, routiniert den Soundcheck angehen, stehe ich nach wenigen Minuten nur noch Standby. Dann ist es mir anschließend auch egal, ob es gut oder mies klingt - ich bin mir sicher es dann nicht besser zu können!

    Was ich mir nicht nehmen lasse sind kleine Korrekturen am FOH EQ. Bezüglich der gebratenen Pegel halte ich mich ebenfalls völlig aus der Diskussion.
    Aber es ist manchmal schon etwas schwierig einerseits den Ruf der eigenen Company zu wahren, wenn ein Dilletant eine Kapelle völlig vermixt. Nur muß es ja nicht immer der Techniker schuld sein: hat man eine unfähige Band auf der Bühne, und MUSS selber mixen ist es noch viel übler!!
    Stefan

  • tufkajck
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    • 15. Juni 2004 um 08:40
    • #9

    Uebrigens passiert es mir öfter, dass der Bandtech mich mal machen lässt, und wenns rasch geht und gut klingt, geht er Bier saufen, anstatt sich die Band ein weiteres mal anzuhören.
    So passiert bei: Tarantinos, Supercharge, usw.

  • wora
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    • 25. Juni 2004 um 18:28
    • #10

    rockline: da ich dich ja schon kennengelernt habe, kann ich mir dein vorgehen gut vorstellen - das finde ich wirklich in ordnung so.
    Jack: sorry, das wird dir bei mir nicht passieren 8)

    nun, ich stehe ja in der regel auf der anderen seite - sprich: ich komme als bandmischer an den FOH platz!
    ich bin also der feind schlechthin! :mrgreen:

    also zunächst stelle mich erstmal vor.
    dann schaue ich die technik an und vergleiche sie mit dem rider.
    wenn alles angenehm ist, gibt´s gleich mal ein dickes lob!
    wenn nicht, dann kommt halt ein kleiner kommentar á la: "oh, ihr habt ja gar kein SPX990. das steht hier auf dem rider, was soll ich denn jetzt mit meiner speicherkarte anfangen, auf der die passenden effekte programmiert sind?"
    auf solche fragen gibt es logischerweise immer eine antwort, und die entscheidet dann wie ich mit dem kollegen umgehe!
    das ist ein erfahrungswert, ich versuche dabei auch erstmal die emotionen rauszunehmen.
    das geht nicht anders, denn schliesslich habe ich einen guten job abzuliefern - und dafür wurde ich gebucht. ich kann ja nicht erstmal eine halbe stunde lang erzählen was ich schon alles gemacht habe und wie lange ich an mischpulten stehe und das ich davon lebe und, und, und... dafür ist keine zeit.
    wenn mir unnötigerweise steine in den weg gelegt werden, dann nehme ich mir auch das recht raus sauer zu werden. es kommt aber in höchstens 5% der fälle vor, das man richtig sauer wird. aber leider ist man auch nur in max.15% der fälle richtig zufrieden...

    meine erfahrung ist auch die, das man als bandmischer sehr oft erstmal "von oben herab" angesehen wird. da gibt es zum teil sehr unschöne situationen und kommentare. gerade bei größeren companys sind ja auch meist sehr erfahrene pultbetreuer am start. und einige davon lassen dich schon spüren, das du erstmal ein kleiner wicht in ihren augen bist. das finde ich irgedwo verständlich, ist aber unangenehm.
    doch es gibt auch die positiven beispiele, das sollte man nicht unerwähnt lassen!!
    ich meine die leute, die sehr kooperativ und nett sind!
    vielen dank nochmal an euch!!!

    am ende des konzerts sind dann aber immer alle sehr zufrieden und man verabschiedet sich höflich...


    um zum ursprünglichen thema zurückzukommen:
    wenn der künstler einen mastermitschnitt haben will, dann achte ich schon etwas mehr darauf, wie es auf dem kopfhörer klingt.
    ich sage dem künstler immer dazu, das es natürlich exrem auf den raum ankommt, wie gut die aufnahme wird. und ich kenne KEINEN musiker, der das nicht versteht!
    wichtig ist der sound im saal, denn schliesslich hat das publikum dafür bezahlt!
    so muss das sein.
    aber normalerweise hat das für den frontsound eher die auswirkung, das man weniger effekt hört! ich kann mir überhaupt nicht vorstellen, das da mehr effekt draufkommt...?? wie muss das erst auf der aufnahme klingen??? :shock:

    mit kollegialen Grüßen
    Wolfgang

  • tufkajck
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    • 25. Juni 2004 um 22:29
    • #11

    .
    Jack: sorry, das wird dir bei mir nicht passieren 8)

    Lass dich überraschen 8)8)

  • wora
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    • 27. Juni 2004 um 01:53
    • #12
    Zitat von "Jack"

    .
    Jack: sorry, das wird dir bei mir nicht passieren 8)

    Lass dich überraschen 8)8)

    :mrgreen:

    mit kollegialen Grüßen
    Wolfgang

  • oops
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    • 20. Juni 2005 um 19:28
    • #13

    nochmal kurz zum thema mitschnitt:

    wozu gibts denn `ne matrix, vorrausgesetzt das pult bietet eine ???

    da kann man doch prima l+r & ambience & affekte mischen, dass es passt !?

    einziges manko: man muss auf ein paar (2) stereo gruppen verzichten...

  • guma 14. Februar 2021 um 22:03

    Hat das Thema aus dem Forum Sonstiges nach Konzert-Sound Praxis verschoben.

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