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  4. Selbstbau und Reparatur Lautsprecher und Boxen

Aktiv vs. Passivweiche bei Selbstbaukonzepten

  • KlangTerrorist
  • 22. Juli 2004 um 09:31
  • KlangTerrorist
    Beiträge
    5.988
    • 22. Juli 2004 um 09:31
    • #1

    Für was würdet ihr euch eher entscheiden und warum?
    Bitte inkl. positiver und negativer Aspekte aufführen.
    Was ist daran gut?
    Was ist daran schlecht?

    Meine entscheidung für Aktiv begründe ich mal so:

    Passiv:
    +nur eine Endstufe nötig
    +keine weiteren Geräte nötig
    -feste Trenfrequenz
    -festes Equing
    -nichts veränderbar, außer durch umlöten

    Aktiv:
    +keine vorgeschriebene Trennfrequenz, kann man immer so einstellen wie man sie braucht
    +kein festes Equing
    +Einmessen, usw. mittels Controller möglich und so bestmögliche Abstimmung auf den Einsatz + Raum
    -2-3 Endstufen nötig
    -größeres Rack
    -mehr Gewicht
    -mehr Geräte

  • TomyN
    Profi
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    2
    • 22. Juli 2004 um 09:51
    • #2

    Hi,

    ich kenne das Vorgehen so: Erst mit aktiver Weiche optimieren, dann überlegen, ob diese Funktion mit einer passiven Weiche sinnvoll erreicht werden kann (Stichwort Verzögerung).
    Meine Erfahrung beim Boxenbau (relativ beschränkt auf eine Monitorbox in drei Varianten) hat mir gezeigt, dass die Weiche gerade im Bereich der Übergangsfrequenz einen sehr großen Einfluss hat, und bei dem Projekt ist die Verteilung ca. 25% Boxendesign inkl. BR abstimmung, und die restlichen 75% Weichendesign. Imho versagt beim Weichendesign auch der Rechner, so dass es (nach der Grundberechnung) sehr viel Try & Error wird.
    Ich denke, eine gute passive Weiche ist die Krönung eines Selbstbauprojekts, aber wer sich da ranwagt, sollte viel Zeit und eine (von ihm beherschtes) Messystem haben.

    Tomy

    SIM II Operator und Dante Level I-II-III (Dante sogar dreimal :)
    Jugendschwimmabzeichen, Rettungsschwimmabzeichen in Bronze
    Meine kommerziellen Softwareprodukte SATlive und LevelCheck

  • Wolfgang
    Beiträge
    1.377
    • 22. Juli 2004 um 13:45
    • #3

    edit

    Gruss
    Wolfgang

    Einmal editiert, zuletzt von Wolfgang (31. Januar 2005 um 02:16)

  • Thomas
    Verifiziert
    Beiträge
    10.847
    • 22. Juli 2004 um 14:48
    • #4

    kann TomyN und Wolfgang nur zustimmen.

    Und min 90% der Leute unterschätzen den Aufwand, den eine gute passiv Weiche in der entwicklung verursacht.

  • Wolfgang
    Beiträge
    1.377
    • 22. Juli 2004 um 14:52
    • #5

    edit

    Gruss
    Wolfgang

    Einmal editiert, zuletzt von Wolfgang (1. Februar 2005 um 01:47)

  • pm-acustics
    Profi
    Reaktionen
    24
    Beiträge
    3.542
    • 22. Juli 2004 um 15:27
    • #6
    Zitat von "Wolfgang"

    Ein Glück, dass es ja schon fertige vom Conrad oder vom Hall gibt :lol:
    Spart nen Haufen Arbeit :mrgreen:

    Link Dynamics vom Hall rulz :wink:
    Oder noch besser: Nur noch Piezos verwenden....spart ne Menge Arbeit.

    Grüßle

    Sven

    PISA! die Freiheit nehme ich mir ! ;)

  • Xilef
    Beiträge
    23
    • 22. Juli 2004 um 16:30
    • #7

    Hat mir jemand nen link zum Hall?

    Mfg. Xilef

  • Milan2000
    Beiträge
    350
    • 22. Juli 2004 um 16:44
    • #8

    Ich denke der Vorteil der aktiven Trennung besteht darin, dass man stets variabel ist und auch mehrere Systeme mit nur einer Weiche fahren kann. Die Anforderugnen der unterschiedlichen Systeme kann nur eine aktive Weiche gerecht werden.
    Allerdings der Vorteil der passiven Weiche ist, wenn sie mal steht und gut funktioniert, ihre Einfachheit. Wenn mal alles passt brauchst du nur noch eine Endstufe und Ruhe ist. Da muss halt keine Arbeit mehr in Einmessen und Einstellen investiert werden etc. Aber ne passive Weiche ist jeweils genau auf eine Box zugeschnitten. Damit erübrigen sich auch schon die schrottigen Fertigweichen von Conrad & Co. Ein weiterer Nachteil der passiven Weiche ist, dass da ne gaaaaaaaaanze Menge Arbeit drinnensteckt, bevor sie funktioniert. Genau die spart man sich im Vgl zur aktiven Lösung, wenn das Konzept mal steht :D

  • hörnix
    Beiträge
    623
    • 22. Juli 2004 um 17:01
    • #9

    tomyn schrieb...

    Zitat

    Meine Erfahrung beim Boxenbau (...) hat mir gezeigt, dass die Weiche gerade im Bereich der Übergangsfrequenz einen sehr großen Einfluss hat...

    sehr direkt auf den punkt gebracht...aber...

    qualifiziert das nicht schon für den zitate-thread?? nix für ungut... :mrgreen:

    there is no sweet spot.

    HINWEIS: hÖrnix und hOErnix hören zwar beide nix, sind aber zwei verschiedene User.

  • Wolfgang
    Beiträge
    1.377
    • 22. Juli 2004 um 18:42
    • #10

    edit

    Gruss
    Wolfgang

    Einmal editiert, zuletzt von Wolfgang (31. Januar 2005 um 02:14)

  • EDE-WOLF
    Beiträge
    1.780
    • 22. Juli 2004 um 19:11
    • #11

    also würde das doch heissen:
    kiste bauen, messern, Fgang ansehen ->eqen nochmal messen, wenns passt, dann alles ins rack, blende vor fertig ist der passivweichenersatz! dann bleibt nur noch das problem des höheren platzverbrauchst, aber den find ich in dem kontext jetzt nicht gerade gravierend!!
    also:
    aktiv und passiv haben ähnliche ergebnisse, aber aktiv ist fast idiotensicher (in der einstellung, nicht in der endgültigen benutzung)

  • Thomas
    Verifiziert
    Beiträge
    10.847
    • 22. Juli 2004 um 19:50
    • #12

    naja für aktiv braucht man immer nen zweiten amp(gewicht), mehr platz, 4 polige kabel usw.

    aus diesen gründen fahre ich viel lieber passiv und versuche auch jeder box die ich baue eine gute passiv weiche zu verpassen :) (das kostet mich zwar immer ne menge zeit, aber irgendwann klappts dann meistens doch. vollprofis sind da sicherlich schneller)
    und zwar möglichst so, dass die Box durch die passiv weiche komplett entzerrt wird, sprich ich mit nem eq hinterher nur noch an den raum anpassen brauch und die box auch ohne eq gut klingt.
    leider bauen nur wenige hersteller im bezahlbaren segment vernünftige passivweichen...(kenne da mitlerweile schon ne menge negativbeispiele)

  • Sound-Klinik
    Verifiziert
    Beiträge
    7.900
    • 23. Juli 2004 um 08:48
    • #13

    ... bei Tops finde ich aktive Weichen unwirtschaftlich und riskant :!: für Verleiher (... z.B. falsches Anschließen der Hörnchen ... :cry: ).

    Eine passive Weiche muß - wie schon angesprochen - immer speziell auf die LS-Kombination optimiert werden. Fertigweichen funktionieren praktisch nie ... und der nachträgliche Einsatz mit massivem EQ-ing ist schlichweg keine Lösung sondern "Pfuscherei" ...

    Wer mit der Entwicklung passiver F-Weichen keinerlei Erfahrung hat und eine wirklich funktionierende Lösung für seine Jobs braucht, sollte selbst davon die Finger lassen. Weichendesign kann man nicht in einigen Monaten "erlernen" ...

    Bei der Trennung zu Subs geht passiv dagegen nur bei kleinen Partyanlagen, weil die Weichen (wg. Leistung und möglichst geringem Drahtwiderstand der Spule ...) recht großzügig dimensioniert werden müssen.
    Generell sinkt die Qualität der Basswiedergabe dramatisch, wenn die Gehäuseabstimmung (i.d.R. wohl BR bei Partyanlagen ...) nicht auf den Einsatz MIT Passivweiche optimiert wurde !

    Daher: An eine optimal abgestimmte Basskiste sollte keinesfalls eine Passivweiche geklemmt werden (... elektrische Güte vergrößert sich -> Fehlabstimmung ... und Pegelüberhöhung im Bereich der Impedanzmaxima ...).

    Viele Grüsse

  • Thomas
    Verifiziert
    Beiträge
    10.847
    • 23. Juli 2004 um 11:22
    • #14

    Hat der Sound-Klinik gut dargestellt, da gibts echt nichts mehr zu ergänzen :) das trifft es echt gut.

  • EDE-WOLF
    Beiträge
    1.780
    • 23. Juli 2004 um 12:43
    • #15

    aber im prinzip ersetzt ein guter eq und ein guter limiter eine gute passivweiche (rein von der soundqualität) also doch recht würdig, oder?

  • Thomas
    Verifiziert
    Beiträge
    10.847
    • 23. Juli 2004 um 15:47
    • #16

    naja nicht unbedingt, wenn die passiv weiche z.b. phasenprobleme aufweist, kannste das mit nem eq nicht beheben...

  • Sound-Klinik
    Verifiziert
    Beiträge
    7.900
    • 23. Juli 2004 um 16:02
    • #17
    Zitat von "EDE-WOLF"

    aber im prinzip ersetzt ein guter eq ...

    Nein.
    Wenn die Chassis im Übernahmebereich sich durch zeitlichen Versatz (akustische Zentren !) auslöschen - was häufiger passiert, als viele glauben ... - dann ist ein EQ in der Summe völlig wirkungslos.

    Und selbst wenn die Chassis "zeitgleich" abstrahlen: Ein graphischer EQ ist zu unflexibel, um Nichtlinearitäten auszugleichen.
    Mit einem vollparametrischen EQ ließe sich - allerdings nur, wenn KEINE Interferenzprobleme im Bereich der Trennung auftreten, sicher etwas bewegen ... aber ohne Audiomeßplatz (... NICHT gemeint ist: "Einrauschen" ... :mrgreen: ) ein ziemlich ausichtsloses Unterfangen.
    Und auf die "Mähr" von den goldenen Ohren einiger Techniker würde ich mich nicht verlassen ...

    Zitat von "EDE-WOLF"

    ... und ein guter limiter eine gute passivweiche (rein von der soundqualität) also doch recht würdig, oder?

    ... daß ein Limiter ein Tool ist, um Nichtlinearitäten im F-Verlauf - bedingt durch Mängel in der Weichenabstimmung - zu beseitigen, ist selbst mir neu ... :wink:

    +++ Noch einige abschließende Bemerkungen zu mangelhaften Passivweichen (die dann durch EQing "verbessert werden sollen ...):

    1. Wenn die Trennfrequenz bei Hörnern z.B. zu tief wirkt, dann wird der Treiber schneller abgeschossen (und da nützt dann auch kein Summen-EQ ...).

    2. "Über den Daumen" gebastelte Passivweichen bergen noch weitere Probleme wie leistungsmässige Unterdimensionierung der Bauteile, ggf. ist auch ein Filter (ist ja ein Reihenschwingkreis ... :| ) unterbedämpft und führt zu einer Unterimpedanz der gesamten Box im betroffenen Frequenzbereich ...

    ... e.t.c. ...

  • moogman
    Beiträge
    353
    • 23. Juli 2004 um 20:00
    • #18

    Ich bin der Meinung, sobald der Geldbeutel es zulässt lieber aktiv (mach ich privat zumindest so).

    Das übelste:
    Ein Elko in der Weiche und nein es war kein bipolarer.

    Eine Festinstallation kann auch im Wohnzimmer stattfinden. Das Publikum sind in diesem Fall die Nachbarn. ;)

  • micha_d
    Beiträge
    87
    • 23. Juli 2004 um 20:34
    • #19

    Hallo

    Der Vorteil einer hohen Flankensteilheit und die geringere Endstufenbelastung gehört auch zur Aktivtechnik.

    Ebenso die geringeren Verluste in den passivweichen.passivweichen verursachen auch durch die Spulen einen erhöhten Klirrfaktor.Die kosten von Passivweichen sind gerade bei größeren Systemen auch nicht ohne.Ganz abgesehen von dem Gewicht .

    Die Unflexibilität von passiven wurde ja schon angesprochen.Die umstellung auf andere filtertypen..z.B.Butterworth/Bessel u.a...ist passiv nur mit einer neukonstruktion möglich.Auch die Variablen Übergangsfrequenzen sind passiv eher schlecht zu realisieren..Demzufolge ist auch keine Anpassung an akustische Gegebenheiten möglich..

    Ich könnte noch ein bischen so weiterschreiben,aber das wesentliche wurde ja schon beschrieben.

    Für Low-Budget Einsätze ist die Passivweiche aber sinnvoll.

    Gruß,Micha


    http://img17.exs.cx/img17/8189/braveheart.gif

  • Grasso
    Beiträge
    126
    • 23. Juli 2004 um 23:43
    • #20

    Eine 100W-Endstufe direkt an einem Mittelhochtonhorn ist eine Waffe. Einmal ein Brumm oder Sinus mit vollem Pegel oder auch nur -20dB am Ausgang der Endstufe, und alles rennt um sein Leben. Ein gewisses Verständnis für passive Technik, etwa einen Spannungsteiler und einen Schutzkondensator, ist also nützlich. PTC-Kaltleiter als Hochtonschutz sieht man in Zweiwegkisten auch. Bei richtig großer Veranstaltungstechnik spart aktive Technik natürlich Gewicht und Platz ein, aber wenn die technische Kette immer stärker wird, wird der Mensch zum schwächsten Glied. Eine kleine Schmelzsicherung oder ein einfacher Serienwiderstand mit der richtigen Belastbarkeit kann Leben retten, das empfehle ich auch den "Veranstaltern". Alles muß extrem solide sein, zum Beispiel müssen die Kontaktfedern aller Buchsen aus Federstahl sein; da kann man nicht so einen Weißblechmüll, wie man ihn aus der x86er-PC-Technik gewohnt ist, nehmen. Es gibt Schreckensgeschichten, was auf Konzerten schon alles schief gegangen ist. Gottseidank habe ich das nie persönlich erlebt.

    Digitale Elektronik kann Sachen, die analog nicht zu machen sind, machen, zum Beispiel Delays! Wenn es drei Wege haben und ordentlich Krach machen soll, würde ich immer auch an Elektronik denken.

    Es gibt da auch noch den Trick, die Quellimpedanz des Verstärkers zu erhöhen, um die Verzerrungen des Lautsprechers zu verringern. Mit etwas Ahnung von Audioelektronik und vielleicht gar einer Endstufe, die schon Strommeßwiderstände besitzt ("Sensoreingänge" usw.) besitzt, ist das einfach zu machen. Bei direktstrahlenden Lautsprechern hohen Wirkungsgrades ist das sehr, bei Hörnern weniger sinnvoll. Elektronik kann schon einiges.

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