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Wieso nur Papier für die Profis?

  • 20Hertz
  • 27. Juli 2004 um 21:40
  • 20Hertz
    Beiträge
    947
    • 27. Juli 2004 um 21:40
    • #1

    Um den Martin-Bin Thread nicht unnötig mit OT zu zerlabern, starte ich hiermit einen neuen Thread zu diesem sehr interessanten Thema:

    Membranmaterialien für PA-Lautsprecher, insbesondere für große Konusmembranen

    Auslöser der Diskussion waren die "knitternden" Memranen in den Martin-Bins. Daraufhin schrieben.....

    Zitat von "Der Poster"


    Warum baut man eigentlich nicht einfach für solche Zwecke Chassis mit Metallmembran?

    Zitat von "Thomas"

    weil eine metallmembran tierisch schwer wäre und wohl ohne ende klirren würde...

    Zitat von "SRAM"

    Carbonfaser mit Schaumkern wie beim M4 wäre ein Ausweg, ist aber fertigungstechnisch nicht für jeden (auch "amtlichen") Hersteller zugänglich.

    Zitat von "Thomas"

    was auch gehen würde.
    kevlar membran

    Zitat von "20Hertz"


    Wobei hierbei hauptsächlich das verwendete Harz für die Steifigkeit der Membran verantwortlich ist. Je nach Einsatzzweck kann ein Kevlarkonus auch eher weich sein (z.B. zwecks guter innerer Dämpfung bei manchen (Tief-)Mitteltönern).

    Kevlar als solches ist "nur" ein Material mit extrem hoher Zugfestigkeit.

    Ich behaupte einfach mal ganz frech, daß das gute alte "Papier" (Zellulose) in der Summe seiner Eigenschaften (Gewicht <---> Steifigkeit) kaum zu toppen ist (man denke nur an Grashalme mit ihrem irrwitzigen Durchmesser-/Höhen-Verhältnis).

    Wobei Papier natürlich nicht gleich Papier ist ..... ;)

    Zitat von &quot;SRAM&quot;

    Für solche Vergleiche ist die Gewichtsspezifische Stärke eines Materiales entscheidend. Besonders anschaulich durch die Reißlänge dargestellt, das ist die Länge unter der eine Faser aus dem jeweiligen Material unter dem Eigengewicht abreißt (senkrecht nach unten hängend):

    Reißlängen herkömmlicher Materialien:

    ca. 5 km - Papier
    50 km - Stahl
    85 km - Nylon®
    135 km - Glas
    200 km - Kevlar®
    330 km - Dyneema® (Stärkste kommerziell verfügbare Faser)

    Reißlängen anderer Materialien (bisher nur im Labormaßstab erhältlich):

    900 km - Monokristallines Aluminiumoxid
    1100 km - Monokristallines Siliciumcarbid
    3000 km - Monokristallines Graphit
    5000 km - Monokristalliner Diamant

    Reißlängen denkbarer Materialien (wahrscheinlich erst in vielen Jahren erhältlich):

    3000 km - Buckytubes
    5000 km - Diamondoid (Nanotechnologie)
    9000 km - Metallischer Wasserstoff

    a) Papier ist nicht so gut wie viele denken

    b) eigentlich ist klar wo die Reise hingeht, die Frage ist nur wer den ersten Zug macht und den Aufwand eines Ersteinsatzes nicht scheut.

    erste Kalotten aus in dünnen Schichten abgeschiedenem Diamant gibt es schon, ebenso Tieftöner mit Kevlarfaserverstärkung.

    Alles anzeigen

    Der Thread ist hiermit eröffnet! :)


    Grüße
    Matthias

    Einmal editiert, zuletzt von 20Hertz (27. Juli 2004 um 22:10)

  • Clyde
    Reaktionen
    5
    Beiträge
    2.962
    Marktplatz Einträge
    2
    • 27. Juli 2004 um 21:51
    • #2

    Geht es dabie nur um die Frage nach Reinem Material (z.B. Kevlar) oder Mischungen (z.B. Kevlar Papier)?

    Oberton zum Beispiel 15B450/18XB600/700 und andere habe einen Kevlar/Papier Membran.

    Wie lange ist sowas denn schon im Umlauf, also seit wann geht man auch mit anderen Materialien in die "Schlacht" ?

    Andere materialien müssten doch eigentlich schon recht fortgeschritten sein und wahrscheinlich scheitert es am Budget o.ä.

  • 20Hertz
    Beiträge
    947
    • 27. Juli 2004 um 21:55
    • #3

    Soo, dann antworte ich gleich mal selber auf mein Posting. :roll:

    Irgendwas war da noch .... genau! Selenium ist der einzige mir bekannte Hersteller im PA-Bereich, der auch andere Materialien als das sonst übliche "Papier" einsetzt: Quartz Composite Fiber

    Mit 120g Membranmasse liegt der WPU1507 für einen 15" eher im oberen Mittelfeld. Kennt jemand diesen Treiber aus der Praxis? Wie stabil ist seine Membran im Vergleich?


    Grüße
    Matthias

  • 20Hertz
    Beiträge
    947
    • 27. Juli 2004 um 22:09
    • #4
    Zitat von &quot;Clyde&quot;

    Geht es dabie nur um die Frage nach Reinem Material (z.B. Kevlar) oder Mischungen (z.B. Kevlar Papier)?


    Gelobt sei, was hart macht, also auch Sandwichkonstrukte u.Ä. ;)

    Zitat von &quot;Clyde&quot;


    Wie lange ist sowas denn schon im Umlauf, also seit wann geht man auch mit anderen Materialien in die "Schlacht" ?


    Also im HiFi-Bereich gibt es (zumindest bei den kleineren Größen bis ca. 25cm) wirklich sehr viele verschiedene Materialien: Metall (Alu, Magnesium, Titan), Kevlar, Kohlefaser, Glasfaser, diverse Kunststoffe, Papier, Chitin, Schäume, Kevlar-Sandwich (Fa. Eton - sehr gut!), HDA (Fa. Audax), u.v.m. ;)


    Grüße
    Matthias

  • micha_d
    Beiträge
    87
    • 28. Juli 2004 um 00:24
    • #5

    Hi

    Ich sehe den Einsatz von Zellulose(Papier)im PA-Sektor als eine Kostenfrage an.

    Sicher gibt es stabilere Materialien,z.B. CFK die bestimmt haltbarer als Papier sind.
    Nun..für die meisten Einsätze ist die Pappmembran absolut ausreichend.
    Für die paar Hornkonstruktionen mit denen es Probleme gibt andere Membransorten auf den Markt zu werfen,dessen Preise ohnehin abschreckend werden dürften,lohnt es sich kaum.

    Das Gleiche Problem(Faltenbildung,Ausriss der Schwingspule)habe ich auch,seitdem ich die EV15B,s Proline im Ur-Eli verwende.Mit ordentlich Amping!
    der Standart 15B ist den Anforderungen wieder gewachsen..hat allerdings nur die halbe Belastbarkeit..


    Gruß,Micha


    http://img17.exs.cx/img17/8189/braveheart.gif

  • 20Hertz
    Beiträge
    947
    • 28. Juli 2004 um 21:26
    • #6
    Zitat von &quot;micha_d&quot;


    Ich sehe den Einsatz von Zellulose(Papier)im PA-Sektor als eine Kostenfrage an.


    Nun, der Aufwand für eine wirklich gute Papier-Membran dürfte eher größer sein als z.B. die Herstellung einer Kevlar-Membran. Und im HiFi-Bereich sind die "exotischen" Membranmaterialien ja auch bezahlbar.

    Die Spanne beim "Papier" reicht halt vom schrottigen Billigst-Teil bis hin zum absoluten High-End Treiber.

    Was mich halt wundert ist, daß es im PA-Bereich - trotz teilweise erheblicher Preise (PD & Co.) - keine durchschlagenden Innovationen bei den Membranmaterialien gibt.


    Grüße
    Matthias
    (Metall/Mylar im Hochton, Kevlar für die Mitten, Glasfaser für die Bässe, Zellulose für alles darunter) ;)

  • Thomas
    Verifiziert
    Beiträge
    10.847
    • 28. Juli 2004 um 21:48
    • #7

    Dazu fällt mir noch ein, dass Oberton z.B. der einzige mir bekannte Hersteller ist, der Sandwich Polyester-Membrane in seinen Hochtontreibern verwendet. Sehr viele andere Hersteller verwenden ja Titanfolien.

    http://www.extreme-webhosting.de/thomas/oberton1.jpg

  • 20Hertz
    Beiträge
    947
    • 28. Juli 2004 um 22:11
    • #8
    Zitat von &quot;Thomas&quot;

    Dazu fällt mir noch ein, dass Oberton z.B. der einzige mir bekannte Hersteller ist, der Sandwich Polyester-Membrane in seinen Hochtontreibern verwendet. Sehr viele andere Hersteller verwenden ja Titanfolien.


    Polyester-Membranen (=Mylar) werden - zumindest zum Teil - auch von B&C, BMS, Beyma und vermutlich noch anderen Herstellern eingesetzt. ;)

    Aber vermutlich nur einlagig und nicht als Sandwich.


    Grüße
    Matthias

  • link
    Verifiziert
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    1.068
    • 28. Juli 2004 um 22:38
    • #9

    hallo

    Adamson benutzt bei seinen 18" chassis Kevlar mit hartz (deswegen leuchten die chassis auch so schön gelb :mrgreen: )

    membrangewicht von so einem 18er ist 152g die benutzen das material auch in einem speziellen 7,5" kompressionstreiber der sehr gut geht (vom maximallen schalldruck und vom ausschwingen her)

    einem mitarbeiter des vertriebes (den ich gut kenne) ist bei einem tausch eines chassis bei ihren eigenen boxen mit dem akkuschraubber abgerutscht und mitten in die membran und nix ist passiert :mrgreen: also gut hart das zeug und sehr gutes ausschwingen soll es auch haben

    mir hat der vertrieb mal gesagt (wie ich gefragt hab warum eben sonst kaum ein hersteller das material benutzt ) das es antscheinen auch ein recycling problem ist weil nicht verrott oder verbrennbar (antscheinen keine ahnung ob das stimmt) und bei der herstellung wirds auch nicht alzu umweldfreundlich zugehen weil die hartze ja umweltschädlich sein sollen

    kann auch nur ne ausrede gewesen sein kann aba auch durchaus stimmen

  • SRAM
    Profi
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    6
    Beiträge
    5.548
    • 29. Juli 2004 um 06:36
    • #10
    Zitat

    Dazu fällt mir noch ein, dass Oberton z.B. der einzige mir bekannte Hersteller ist, der Sandwich Polyester-Membrane in seinen Hochtontreibern verwendet.

    RCF: Mylar und Carbonfaser
    Community: Mylar, Carbonfaser und Carbonfaser mit Schaumkern

    Oberton hat wohl eher kopiert.


    Gruß SRAM

    I watched a snail crawl along the edge of a straight razor. That's my
    dream. That's my nightmare. Crawling, slithering, along the edge of a
    straight razor, and surviving.

  • Thomas
    Verifiziert
    Beiträge
    10.847
    • 29. Juli 2004 um 10:34
    • #11

    Ich wusste nicht, dass Mylar Polyester ist. Man lernt eben nie aus :)

  • wg
    Beiträge
    576
    • 29. Juli 2004 um 10:57
    • #12

    Hallo,
    es wird auch bei Papiermembranen mit Kevlar- Fasern gearbeitet.

    Bei Membranen ist auch auf den Eigenklang und innere Dämpfung zu achten.

    Da ist Papier unschlagbar!

    Gruß
    wg

  • micha_d
    Beiträge
    87
    • 29. Juli 2004 um 11:32
    • #13

    HI

    Davon abgesehen,trägt die Konusform der Membran auch noch zur Stabilität der Pappen bei.
    Je flacher die Membran umso größer wird die "Hebelwirkung" der Schwingspule im Zusammenhang mit der Sickenhärte..


    Gruß,Micha


    http://img17.exs.cx/img17/8189/braveheart.gif

  • Bassfriend
    Beiträge
    18
    • 30. Juli 2004 um 15:32
    • #14

    gibt es eigentlich auch schon Waben(honeycomb) Sandwichkonstruktionen? (egal in welchem Material "Verpackt")

    nano?! Watt Volt ihr denn?
    Kann der Celsius nicht Grad mal Pi-Pi machen ohne das der Kelvin neidisch auf den Peta wird? Es bricht mir das Hertz...

    alles ist i.d.R. IMHO

  • 20Hertz
    Beiträge
    947
    • 30. Juli 2004 um 17:02
    • #15

    Hi,

    ja, sowas gibt´s von der Fa. ETON (allerdings HiFi).

    http://www.etongmbh.com

    Zählt zum Besten (und teuersten) was man kaufen kann!


    Grüße
    Matthias

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