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Phasendrehung ?

  • Dr.Sound
  • 11. August 2004 um 23:31
  • Dr.Sound
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    153
    • 11. August 2004 um 23:31
    • #1

    Ausgehend von der Theorie, dass eine 12dB - Frequenzweiche mit Spule und Kondensator zusammen die Phase eines Signals um 180° drehen stellt sich folgende Frage: Topteil mit passiver Frequenzweiche ==> o.g. Phasendrehung um 180°. Bass ohne passive Frequenzweiche ==> keine Phasendrehung.
    Top und Bass werden aktiv getrennt. Bekomme ich jetzt wegen der o.g. Phasendrehung um 180° Auslöschungen im Übergangsbereich ? Muss daher die Endstufe für das Topteil phaseninvertiert angesteuert werden ?

    Gruß Norbert

    Good Vibrations to you

  • HippeliPA
    Profi
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    615
    • 11. August 2004 um 23:50
    • #2

    Wenn ein Treiber an einer 12db weiche hängt, sollte er von Haus aus schon +/- vertauscht haben. Das Problem wird schon auf der Platine gelöst.

    Phase sollte man aber immer versuchen zu checken. An deiner Aktivweiche ist bestimmt ein lustiger Phase-Return Knopf. Da einfach mal draufdrücken und hören ob es besser oder schlechter wird. Evtl. mal jemanden mit Messtechnik fragen, ob dir seinen Specht leiht.

    Es Passiert sogar, das Lautsprecher gleichem Typs nach dem Recone +/- vertauscht haben. Zumal sich auch die Hersteller noch nicht einig sind wo +/- ist. Gleiches gilt auch für Phasechecker. Wichtig ist aber das alle Lautsprecher gleich laufen. Gleich richtig, oder gleich falsch hat meiner Meinung nach keine Auswirkungen (man verbessere mich.)

    (Specht=Phasechecker)

    no virtual - no line - no EQs

  • deep-house
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    • 12. August 2004 um 09:14
    • #3

    Hallo Norbert,
    da das Topteil i.d.R. keinen eingebauten HP besitzt (ggfs. nachlesen) dreht die phase nur im übergangsbereich zum HT entprechend der Filtersteilheit, das Top soll in seinem Bass also richtig gepolt sein (+ an hot bewegt membran nach außen), das kann man mit batterie prüfen.
    Da Bass und Top nun aktiv getrennt werden bestimmt die aktivweiche die phasenlage im trennbereich. bei filtern gradzahliger ordnung z.B. 12dB/oct. und gemeinsamer trennfrequenz von HP und TP (gleicher -6dB punkt) wird eine Verpolung des HP die bessere Lösung sein. das kann man auch raushören.
    Werden die Übergangsfrequenzen getrennt geregelt u. weichen etwas ab, oder eine TP 3.th kombiniert mit HP 2th. wird gewählt, ist das nicht mehr generell zu sagen und nicht einfach zu händeln. Durch Auslöschungen ergibt sich evtl. ein sogar glatterer amplitudenverlauf auf Achse, der aber standort- winkelabhängig stark variiert.
    Im Zweifel würde ich lieber Standardeinstellung wählen.

    gruß Uwe

    Gruß UweS.

  • Sound-Klinik
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    • 12. August 2004 um 10:09
    • #4

    ... wie "stark" die Phase gedreht wird, hängt nicht nur von den eingesetzten passiven oder aktiven Filtern (Filtertyp, Flankensteilheit, Filterordnung ...) ab.
    Auch der LS hat ein indivuduelles Filterverhalten (Beispiel: eine kleine BR oder CB fällt unterhalb der Abstimmfrequenz mit einer bestimmten Filterflange ab - was zu einer veränderten Phase führt).

    Relevant ist die Phasenlage, die sich akustisch (also Weiche + LS-Filterverhalten) einstellt ... und diese ist nur meßtechnisch exakt zu ermitteln.

    Viele Grüsse

  • tufkains
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    • 12. August 2004 um 20:42
    • #5

    ---

    Einmal editiert, zuletzt von tufkains (2. Oktober 2008 um 13:40)

  • Sound-Klinik
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    • 12. August 2004 um 20:53
    • #6
    Zitat von "Inspiron"

    @ Soundklinik:
    *
    Relevant ist die Phasenlage, die sich akustisch (also Weiche + LS-Filterverhalten) einstellt ... und diese ist nur meßtechnisch exakt zu ermitteln.
    *

    Es soll audiophile Leute geben, die können das "heraushören" :lol: .
    Mach ich auch manchmal, du nicht.

    ... ich glaube nicht so an die "Mähr von den Menschen mit den goldenen Ohren" - obwohl ich Dir versichern kann, daß ich sehr viele Dinge (nach jahrelanger Hörerfahrung) auch ohne Meßequipment heraushören kann - und auch schon System "in Notsituationen" ohne MLSSA etc. zum Klingen gebracht habe. 8)

    Da sich das Gehör aber auch leicht täuschen läßt (psychoakustische Effekte ...), ist eine meßtechnische Vorgehensweise einfach sicherer und auch viel genauer. :mrgreen:

    Fazit: Wer "nur" mißt, macht u.U. viel Mist ... wer meint, "goldene" Ohren zu haben, lügt sich selbst (und andere) in "die Tasche".

  • Online
    Fux
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    • 22. August 2004 um 22:36
    • #7

    Nebenbei bemerkt dreht ein Hoch- oder Tiefpass mit 12dB die Phase nicht um je 180 Grad, sondern nur um je 90 Grad. Allerdings jeder in die jeweils andere Richtung, wodurch der Gesamtphasenversatz 180 Grad beträgt, was dann bei akustischen Zentren in einer Ebene und ansonsten lehrbuchmäßigen Randbedingungen zur Aussage "Hochtöner verpolt anschließen" führt.

    Viele Grüße,
    Fux

  • Sound-Klinik
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    • 23. August 2004 um 08:57
    • #8

    ... nun gibt es sowohl Butterworth- als auch Linkwitz-Riley-Filter mit 2. Ordnung (also 12 dB ...) ...

    Wie sieht die Sache mit dem "Verpolen" denn dann Deiner Meinung nach beim zweitgenannten Filtertyp aus (und wieso ...) ?

  • tufkains
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    • 23. August 2004 um 18:34
    • #9

    ---

    Einmal editiert, zuletzt von tufkains (2. Oktober 2008 um 13:42)

  • Online
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    • 23. August 2004 um 22:36
    • #10

    Daß die Phase nur bei einer Frequenz um 90 Grad vorauseilt bzw. nacheilt ist ja klar. Jedoch kann man die Flankensteilheit und Filtercharakteristik nicht isoliert betrachten wenn man wissen will ob die Chassis gegeneinander Verpolt gehören oder nicht.
    Gehen wir für die weitere Betrachtung mal vereinfachen davon aus, daß die Lage des akustischen Zentrums bei jeder Frequenz auf Höhe derSchwingspule sitzt (wohlwissend das das eigentlich nicht unbedingt so ist...)
    In den seltensten Fällen wird nun die Schwingspule des Treibers genau in einer Ebene mi der des Konuslautsprechers liegen.
    Sagen wir als praktisches Beispiel, daß das akustische Zentrum des Hochtöners 14cm hinter dem des Tieftöners liegt.
    So, nun gehen wir mal von aus, daß wir bei 1200Hz trennen wollen.
    Die Wellenlänge beträgt bei 1200Hz 340/1200=28,33cm.
    Unsere 14cm Versatz entsprechen also in diesem Fall als einer halben Wellenlänge also einer Phasendrehung um 180 Grad.
    Stellen wir das nun einer Lehrbuchmäsigen 12dB Butterworth Weiche gegenüber, wo bei der Trennfrequenz zwischen Hoch- und Tiefpass 180 Grad Phasendifferenz herschen, müßte der Hochtöner unverpolt angeschlossen werden.
    Soweit die Theorie. Leider passt das praktisch in den seltensten Fällen so, da das akustische Zentrum mit der Frequenz sich verschieben kann, die Lautsprecher alles andere als ohmsche Lasten sind und damit mit der Standardweichenschaltung sich nicht die Standardfilterfunktion einstellt.
    Also kommt man praktisch an längerwierigen Mess-Sessions und ständigen Ändern und wieder Messen nicht herum. Einige Simulationsfreaks werden nicht nur rumprobieren, sondern die Treibereigenschaften mit elektrischen Ersatzschaltbildern abbilden und so die Wirkung der Weichenschaltung durchsimulieren. Ich habe mich da auch schon mit Calsod (noch in der DOS-Version :( herumgeschlagen und muss gestehen, daß das mein Fall nicht ist...

    Wenn man sich mit der Sache eingehender beschäftigt wird man feststellen, daß man beileibe nicht einfach so passiv 2 Treiber bei einer beliebig ausgesuchten Frequenz vernünftig trennen kann, sondern daß man durch vorhandenen Parameter wie Abstand der akustischen Zentren,
    Impedanzgang und Frequenzgand der Chassis etc. so viele Zwangspunkte hat, daß es gar nicht so viele freie Wahlmöglichkleiten bezüglich der Trennung gibt wie man vielleicht vermuten möchte.

    Bezüglich der Phase ließe sich noch sagen, daß ja außerhalb des durch den -3 bzw -6dB Punktes charackterisierten Übertragungsbereich des Filters der Pegel nicht spontan weg ist, sondern mehr oder weniger langsam weiter abfällt. Auch hier addiert sich der Schall der beiden Chassis ja noch (wenn auch nicht mehr beide gleich laut sind).
    Auch hier sollte die Phase noch bei beiden Zweigen bestehend je aus Chasssis und Filte zusammenpassen um keine Sauereien zu erzeugen. Die läßt sich am ehesten noch bewerkstelligen wenn wirklich die akustische Zentren der Chassis weitestgehend übereinander liegen.

    Oftmals wird bei Flankensteilheit bzw. Güte und Art des Filters nur der elektrische Filter betrachtet was aber "leider" nicht ausreicht. Entscheiden ist immer nur der gesamte Verlauf der sich durch die Summierung des Filters mit dem Frequenzverlauf (Abfall/ Anstieg der Wiedergabekurve des nackten Chassis) ergibt. Daher ist natürlich der sich ergebende Phasenverlauf auch immer das Resultat aus diesen beiden Bestandteilen.

    Abschließend läßt sich festhalten, daß die Passivweichensache eine recht langwierige Angelegenheit ist und man den Aufwand, der bei der Entwicklung getrieben wurde, nacher nicht unbedingt aus der Anzahl der verwendeten Bauteile ablesen kann.
    (manchmal aber auch schon ;)

    Leider habe ich selber keine Box von dieser Firma, aber wer sich mal eine leckere Passivweiche ansehen möchte (die auch "richtig" gut funktioniert) sollte mal eine GAE Box aufschrauben....
    Hut ab!

    Nein, ich zähle mich keineswegs zu den Passivweichenspezialisten, habe aber größten Respekt vor den ganz wenigen die das richtig los haben :)

    Viele Grüße,
    Fux

  • Sound-Klinik
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    • 24. August 2004 um 08:17
    • #11
    Zitat von "Fux"

    ... Leider passt das praktisch in den seltensten Fällen so, da das akustische Zentrum mit der Frequenz sich verschieben kann, die Lautsprecher alles andere als ohmsche Lasten sind ...

    ... Also kommt man praktisch an längerwierigen Mess-Sessions und ständigen Ändern und wieder Messen nicht herum. Einige Simulationsfreaks werden nicht nur rumprobieren, sondern die Treibereigenschaften mit elektrischen Ersatzschaltbildern abbilden und so die Wirkung der Weichenschaltung durchsimulieren.

    ... wer hat behauptet, daß "richtige" Weichenentwicklung einfach ist ... :?

    Zitat von "Fux"

    Wenn man sich mit der Sache eingehender beschäftigt wird man feststellen, daß man beileibe nicht einfach so passiv 2 Treiber bei einer beliebig ausgesuchten Frequenz vernünftig trennen kann, sondern daß man durch vorhandenen Parameter wie Abstand der akustischen Zentren,
    Impedanzgang und Frequenzgand der Chassis etc. so viele Zwangspunkte hat, daß es gar nicht so viele freie Wahlmöglichkleiten bezüglich der Trennung gibt wie man vielleicht vermuten möchte.

    ... das ist ja gerade das "Spannende" an der Weichenentwicklung. :wink:
    Man schaut sich die Übertragungeigenschaften einer geplanten Kombination an und entscheidet (auch unter Berücksichtigung der Belastbarkeiten !), ob ... und wie ... es "gehen könnte".

    Zitat von "Fux"

    ... Abschließend läßt sich festhalten, daß die Passivweichensache eine recht langwierige Angelegenheit ist und man den Aufwand, der bei der Entwicklung getrieben wurde, nacher nicht unbedingt aus der Anzahl der verwendeten Bauteile ablesen kann.
    (manchmal aber auch schon ;)

    Die "Kunst" dabei ist, die einzelnen Funktionen der Weiche (Trennung, Entzerrung, Pegelanpassung, ggf. Impedanzkorrektur ...) nicht als einzelne Baugruppen getrennt aufzubauen, sondern ein passives Filter IN EINEM STÜCK zu realisieren. Manchmal klappt es dann sogar mit recht wenig Bauteilen ... 8)

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