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  4. Selbstbau und Reparatur Lautsprecher und Boxen

Schalldurchgang bei Schutzgittern

  • Sound-Klinik
  • 18. Januar 2005 um 08:22
  • Sound-Klinik
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    • 18. Januar 2005 um 08:22
    • #1

    ... ohne hier jetzt eine Datenbank für Gitter aufbauen zu wollen, wollte ich Euch ein ganz schlimmes Gitter (zwei Messungen, wobei der Abstand von der Schallwand um ca. 2 .. 3 cm variierte ...) nicht vorenthalten.

    Daß der Schallpegel auch - je nach Abhörposition - größer werden kann, liegt an Bündelungseffekten (Mehrfachgitter, Interferenz ...).

    Es handelt sich hierbei konkret um ein Stahlgitter mit quadratischen Öffnungen von 10 x 10 mm und Stegen von 5 mm:


  • Volker Holtmeyer
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    • 18. Januar 2005 um 09:23
    • #2

    Danke, interessant!

    In welchem Abstand hast du denn gemessen? Und mich würde viel mehr ein Vergleich der Messungen mit und ohne Gitter interessiern. Vielleicht differieren die Kurven ohne Gitter in gleichem Maße?

    http://www.volkerholtmeyer.de/

  • Sound-Klinik
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    • 18. Januar 2005 um 09:34
    • #3

    Hallo Volker,

    Die Messung ohne Gitter ist Referenz ... d.h. Du siehst in den Messungen daher die Abweichungen von der Messung "ohne" ...

    Das Gitter verstärkt natürlich nicht insgesamt die Schallabgabe, sondern produziert im Präsenz- und Hochtonbereich zahlreiche Richtkeulen.

    Die Messung ist bis etwa 200 ... 300 Hz nicht hundertprozentig reproduzierbar (Bodenmessung "auf die Schnelle") ... mich interessierte der Gittereinfluß auf den Präsenz- und Hochtonbereich, um mehrere Gitter zu vergleichen.

    Eine Abhängigkeit von der Position des Messmikros (d.h. Winkelabhängigkeit ) ist auch gegeben ... allerdings scheint der Abstand des Gitters von der Schallwand (Mehrfachreflexion) gravierender zu sein.

    Viele Grüsse

  • PA-Peter
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    • 18. Januar 2005 um 10:07
    • #4

    OK, aber Du sprichst ja von 5mm Stegen...
    ...ist ja schon heftig!

    Mmmh, meine neuen MUFU-Gitter haben 2mm Stegen aber auch 6eck-Stanzungen (Wabenstruktur)...
    ...wie werden die sich wohl schlagen?

    PA-Peter
    ****
    http://www.rieckmedia.com

  • Sound-Klinik
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    • 18. Januar 2005 um 10:29
    • #5
    Zitat von "PA-Peter"

    OK, aber Du sprichst ja von 5mm Stegen...
    ...ist ja schon heftig!

    Mmmh, meine neuen MUFU-Gitter haben 2mm Stegen aber auch 6eck-Stanzungen (Wabenstruktur)...
    ...wie werden die sich wohl schlagen?

    ... vermutlich im Präsenzbereich Überhöhungen und Einbrüche von max etwa 1 dB ... punktuell auch mal 1,5 dB.

  • PA-Peter
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    • 18. Januar 2005 um 10:36
    • #6

    OK, das dürfte zu verkraften sein...

    PA-Peter
    ****
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  • Volker Holtmeyer
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    • 18. Januar 2005 um 11:09
    • #7
    Zitat


    Die Messung ohne Gitter ist Referenz ... d.h. Du siehst in den Messungen daher die Abweichungen von der Messung "ohne" ...


    Ah, jetzt - ja! Hm, hätte ich auch drauf kommen können, wenn ich mal etwas genauer hingesehen hätte. Aber mir wurd ja an anderer Stelle auch schon vorgeworfen, dass ich wohl Probleme mit dem Lesen habe ... :lol:

    :?: Aber in welchem Abstand hast du denn nun gemessen?

    http://www.volkerholtmeyer.de/

  • Sound-Klinik
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    • 18. Januar 2005 um 14:35
    • #8
    Zitat von "Volker Holtmeyer"

    Aber in welchem Abstand hast du denn nun gemessen?

    ... so "gut" 1 m - Mikroposition bei jeder Messung absolut unverändert (nur Gitter draufgelegt ...), Quelle war eine recht ordentlich abgestimmte 6"/1"-Kiste (Chassis recht dicht zusammen), Mess-Signal kannst Du Dir anhand der Graphik ja denken ... :)

  • Volker Holtmeyer
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    • 18. Januar 2005 um 15:52
    • #9

    Hm, auffällig ist doch, dass - abgesehen vom Bereich zwischen 3 und 4 kHz (liegt da die Trennfrequenz?!) - die Kurven eigentlich recht ähnlich aussehen; halt nur auf der Frequenzachse verschoben.

    Ich denke, dass der Abstand von 1 m auch wohl zu gering ist, um definitive Aussagen zu machen. In größerer Entfernung sind die Frequenzgänge vermutlich nicht so unterschiedlich. Als Faustformel für den Mindestmessabstand gilt ja Boxenhöhe x 10.

    http://www.volkerholtmeyer.de/

  • Sound-Klinik
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    • 18. Januar 2005 um 17:41
    • #10

    ... die Trennfrequenz liegt etwa bei 2 kHz.

    Ich denke, daß der Effekt sich mit dem Abstand zwar etwas verschieben - ggf. leicht minimieren wird ... aber nicht ganz.

    Es gibt ja auch Gitter, wo dieser Effekt erheblich weniger stark (einige max. 0,5 dB ... einige 0,5 - 1 dB) auftritt.

    Ich fand es jedenfalls bei einigen "Kandidaten" recht "beeindruckend" (... und 6 dB sind recht heftig ... finde ich ... :D ).

    Interessant wäre mal, ob unsere Profitester in den Redaktionen die Gitter abschrauben ... beim Messen ... 8)

  • Volker Holtmeyer
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    • 18. Januar 2005 um 17:49
    • #11

    Ja, das tun sie - jedenfalls meistens.

    http://www.volkerholtmeyer.de/

  • Sound-Klinik
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    • 18. Januar 2005 um 18:00
    • #12

    ... bei einigen Kisten auf dem Markt habe ich jedenfalls Zweifel, ob die ohne Schutzgitter wirklich so "performen" wie in den Datenblättern versprochen wird ... ich fand die Meßergebnisse bei meiner kleinen "Reihenuntersuchung" jedenfalls sehr aufschlußreich ...

  • Volker Holtmeyer
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    • 18. Januar 2005 um 21:19
    • #13

    Interessant wäre auch mal, Varianten mit verscheidenen Abständen der Gitter zu untersuchen. Direkt vorm Lautsprecher sind Schallschnelle und Schalldruck ja noch nicht in Phase - demnach sollten sich da durchaus Unterschiede abzeichnen.

    http://www.volkerholtmeyer.de/

  • Sound-Klinik
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    • 18. Januar 2005 um 21:42
    • #14

    ... könnte man ja mal machen ... die Prozedur ist sogar recht einfach.
    Vielleicht mache ich das ja bei Gelegenheit noch mal ...

  • Arieba
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    • 20. Januar 2005 um 18:20
    • #15

    die sache ist ja tatsächlich sehr interessant, allerdings ist ein dein gitter ja etwas arg grobmaschig, dass würde ja wohl keiner von uns einsetzen. Bei kleineren maschen und dünneren stegen (also mehr durchlass) dürfte das gitter fast gar nicht ins gewicht fallen. bei stegen von max. 2mm /1mm materialstärke) müßten die schallwellen prima drum herum kommen. Mach doch mal eine messung mit nem "normalen" boxengitter, 6mm löcher, 6/8 durchlass...

    ... und W-Bins sind doch lauter als der Rest!

  • Sound-Klinik
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    • 20. Januar 2005 um 19:13
    • #16
    Zitat von "Arieba"

    die sache ist ja tatsächlich sehr interessant, allerdings ist ein dein gitter ja etwas arg grobmaschig, dass würde ja wohl keiner von uns einsetzen.

    ... ist nicht "mein" Gitter ... ich hatte nur mal einige Gitter untersucht, um mögliche Lieferanten und deren "Angebote" zu checken ...

    Zitat von "Arieba"

    Bei kleineren maschen und dünneren stegen (also mehr durchlass) dürfte das gitter fast gar nicht ins gewicht fallen.

    ... ganz so ist es auch nicht. Kleinere "Maschen" allein bringen noch keinen gravierenden Vorteil (überlege mal: die Wellenlänge bei 10 kHz ist etwa 3,4 cm ...).

    Zitat von "Arieba"

    ... bei stegen von max. 2mm /1mm materialstärke) müßten die schallwellen prima drum herum kommen. Mach doch mal eine messung mit nem "normalen" boxengitter, 6mm löcher, 6/8 durchlass...

    ... es wird ein Teil des Schalls am Gitter reflektiert. Dies führt dann in Abhängigkeit von der Gittergeometrie und des Gitterabstandes von der Schallwand zu Interferenzen.

    Falls ich mich mal langweile, stelle ich vielleicht mal eine Gleichung dafür auf, um das Verhalten vorherzusagen ... oder vielleicht hat ja ein Student mal Lust, sich an sowas zu versuchen ... :lol:

  • Arieba
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    766
    • 20. Januar 2005 um 21:13
    • #17
    Zitat

    .. ganz so ist es auch nicht. Kleinere "Maschen" allein bringen noch keinen gravierenden Vorteil (überlege mal: die Wellenlänge bei 10 kHz ist etwa 3,4 cm ...).

    ja eben. ab einer gewissen strukturgröße der stege wird das ding akustisch transparent, habe jetzt blöderweise gerade keine formel dafür auf die schnelle, aber ebene wellen fügen sich nach einem gitter gewisser größe wieder zu ebenen wellen zusammen(oder wolltest du das schon damit andeuten?). der zweite effekt ist die reflexion an den stegen, bei 33% steg-anteil ist natürlich eine beachtliche reflexion zu erwarten, in deinem diagramm ja wunderbar festzustellen, in einem wasserfalldiagramm vermutlich noch besser zu sehen. bei einer durchlässigkeit von 86% ist man schon bei über der hälfte.

    ist lackiertes gitter nicht eventuell besser als nur dünn pulverbeschichtetes (Kanten!)? Nur so ein gedanke.

    Oben beschriebenes sind nur schätzungen, mir ist durchaus bewusst, dass hier noch weitere effekte (besonders an grenzflächen / kanten) eine große rolle spielen. Mich würde aber eine messung eines "normalen" gitters sehr interessieren. Man macht halt eines davor, was es aber bewirkt ausser einem schutz habe ich mich noch nicht gefragt...

    ... und W-Bins sind doch lauter als der Rest!

  • Sound-Klinik
    Verifiziert
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    • 21. Januar 2005 um 08:14
    • #18
    Zitat von "Arieba"

    ... ist lackiertes gitter nicht eventuell besser als nur dünn pulverbeschichtetes (Kanten!)? Nur so ein gedanke.

    ... damit der Schall "besser rutscht" ? :wink:

    Vermutlich weniger ...

    Zitat von "Arieba"

    Oben beschriebenes sind nur schätzungen, mir ist durchaus bewusst, dass hier noch weitere effekte (besonders an grenzflächen / kanten) eine große rolle spielen. Mich würde aber eine messung eines "normalen" gitters sehr interessieren. Man macht halt eines davor, was es aber bewirkt ausser einem schutz habe ich mich noch nicht gefragt...

    Selbst Rahmen und überstehende Kanten (... tja, die "Optik") wirken sich - besonders im Nahfeld - mehr oder weniger aus.

    Welches Gitter ist denn "normal" ?

  • Arieba
    Beiträge
    766
    • 21. Januar 2005 um 10:57
    • #19
    Zitat


    BeitragVerfasst am: 21 Jan 2005 07:14 Titel:
    Arieba hat Folgendes geschrieben:
    ... ist lackiertes gitter nicht eventuell besser als nur dünn pulverbeschichtetes (Kanten!)? Nur so ein gedanke.


    ... damit der Schall "besser rutscht" ? Winken

    Vermutlich weniger ...

    Jo, genau das. eine harte kante verursacht in einer simulation (FEM) lustige schweinerreien. da bei einem lautsprechergitter diese kanten ja sehr mikrig sind (und ich nicht einmal weiß wie mikrig) ist der störeffekt natürlich fraglich.. war ja nur so ein gedanke. ein normales gitter ist für mich das 6/8 gitter oder das quadratische 10x10 mit 2mm stegen...

    ... und W-Bins sind doch lauter als der Rest!

  • Dirk Hahn
    Verifiziert
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    1.138
    • 26. September 2005 um 22:45
    • #20

    Hallo, auch ich habe einige Erfahrungen mit dem Gitter gemacht. Kürzlich brachte mir ein Neukunde eine Box, die mit quadratischen Lochungen versehen war. Es war ein Gitter mit der Typifizierung QG 10 / 4. Dieses Gitter brachte erhebliche Unterschiede zwischen den Messungen mit/ohne. Es gab eine Frequenzganganhebung bei etwa 2.5 Khz um ca. 3 dB und brach ab 10 Khz rapide ab. Hier war der 2" Treiber alleine nicht ausreichend, um entsprechende Hochtonpegel zu erreichen. Additionell war ein Bullet Tweeter enthalten, der diese Artifarkte kompensieren konnte.

    Bei meinen Systemen setze ich ein Gitter ein mit der Typifizierung RV 4.1/5. Dass heist ein Gitter mit versetzter Rundlochung mit 4,1mm Stanzung und 5mm Diagonale zum nächsten Mittelpunkt. Diese Gitter hat etwa 65% Durchlass und erzeugt in der Frequenzganganalyse ab ca. 11 Khz leichte Pegelverluste mit ca. 0.5 dB, ab 13 Khz mit etwa 1 dB, ab 15 Khz etwa 2dB. Diese Pegelverluste sind frequenzlinear, dass heist, es verhält sich linear im gesamten Frequenzbereich, ohne irgendwo eine besondere spezifische Ausprägung zu haben.

    Viele inverstieren 100 Stunden in Planung und Konzeption, 30 Stunden für die Suche nach den billigsten Komponenten und ärgern sich jahrelang über Selbstbau Lautsprecher.

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