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PultkanalEQs, Was ist dran an den Legenden ?

  • guma
  • 24. April 2005 um 16:36
  • guma
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    • 24. April 2005 um 16:36
    • #1

    Anlaß ist ein gerade gemachter Job mit einem Midas XL 200. Ich hatte dabei nicht so das "Kanaleqwohlfühlerlebnis", das ich erwartet habe und das man so gemeinhin den Midaskonsolen nachsagt.

    Grundsätzlich bin ich eigentlich eher großzügig mit den Kanaleqs, so kann ich z.b. mit den EQs der A&H GL Serie arbeiten, obwohl da schon viele die Nase rümpfen und das jetzt bestimmt nicht der allertollste EQ ist. Das liegt zum Einen daran, daß ich aus einer Zeit komme, in der es wirklich grauenvolle Sachen gab. Ich erinnere mich da an ein Pult der Marke H+H .... Zum Anderen ist es mit perfekter Mikrofonwahl und perfekter Systementzerrung bei mir oft auch so, daß ich garnicht das Verlangen habe viel zu EQen. Groß geworden bin ich mit EQs der Soundcraft 1S, 800, 8000 Generation, die ja bekanntlich etwas bissig aber sehr wirkungsvoll waren. Ich habe jedoch den Eindruck, daß um manche Kanaleqs ein Riesenbohai gemacht wird, die eigentlich durchschnittlich sind und andere sehr gut sind, die eher unterbewertet werden. Natürlich ist das auch Geschmacksache, aber ich merke irgendwie mit langer Erfahrung, daß manches, was da so gelabert wird, sich nicht mit meinen Erlebnissen deckt.

    Super fände ich es, wenn jemand aus dem Forum auch messtechnische oder Designargumente für die eine oder andere Erfahrung beisteuern könnte.

    Beispiele:

    Überbewertet finde ich sowohl den EQ des Venice als auch des Xl 200, der zwar sicher brav seinen job macht, allerdings hatte ich weder das Gefühl, die Höhen meiner Neumänner würden vom Höhenkuhschwanz würdig gefeatured, noch hatte ich es besonders leicht einen E-Git Mittenbereich zu featuren, noch ist es mir gelungen mit dem durchstimmbaren Hochpass und dem Bass Kuhschwanz in zusammenarbeit zwischen den Bühnenresonanzen eine Lücke zu finden um ne schönen Bassanhebung zu machen. Will sagen: Der EQ war mir persönlich einfach ein bischen zu lasch.

    Unterbewertet finde ich den EQ der A&H ML Serie, mit dem ich sehr viele gute Ergebnisse hatte. Obwohl der nicht so agressiv wie die alten Soundcraft EQs ist, hatte ich das Gefühl sehr präzise Eingriffe vornehmen zu können ohne daß der EQ zu viele Verfärbungen erzeugt.

    Als guten StandardEQ empfinde ich den der PM 3500/4000 Yamahas. Obwohl viele den als im wahrsten Sinne des Wortes ätzend finden, halte ich den für ein recht präzises Werkzeug mit tolerablen Verfärbungen.

    Den EQ der alten 8-Bus Mackies fand ich exzellent ( den der SRs allerdings beschissen ) und würde ihn noch über den meines Venice stellen !

    Den besten EQ habe ich in meinem AMEK Recall. Er erlaubt präzise Einschnitte und heftige Anhebungen ohne agressiv zu klingen. Ein Neumann klingt immer noch wie ein Neumann und das Ergebnis klingt irgendwie "wie ohne EQ" auch wenn im AB - Vergleich mächtig was bewegt wurde. Ich erreiche mit ihm immer, was ich mir vorstelle und kann die Veränderungen so formen wie ich sie mir musikalisch vorstelle.

    So und jetzt ihr : :wink:

    Einmal editiert, zuletzt von guma (24. April 2005 um 20:19)

  • gerald1
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    • 24. April 2005 um 17:33
    • #2

    Verdammt schwere Sonntagslektüre, was der Guma da aufruft. Hoffentlich können da alle noch ruhig schlafen. Eine Venice ist durchaus für hier und da ein brauchbares Pult, auch vom EQ her ... aber es ist keine Midas. Auch wenn's draufsteht. Man kann halt viel draufdrucken, auch mit Sieb.
    Yamaha EQ arbeitet sauber, unauffällig, rund und OK.
    Amek: sehr ähnlich gegliedert, aber nicht so scharf wie die Yamaha.

    @ Guma
    Midas-EQ: Ich nehme schwer an, daß das Pult, was Du da gehabt / getestet hast oder so, irgendwie, -wo nicht ganz in Ordnung war. Dies ist eben auch von mehreren Faktoren abhängig, unter anderem vom Leistungsvermögen des jeweils verwendeten PA-Systems.
    Zum Midas-EQ: Das ist ein EQ (ist auch für mich schwer zu formulieren), wo man sagt, er hat Charakter. Die Grundlagen dahinter sind natürlich die jeweiligen Algorithmen, die beim Entwurf und Bau von EQ's zu Grunde gelegt werden. Solch ein Charakter (Sound und Phasenverbiegung) haben ebenfalls div. Soundkraftpulte, jedoch durch Verwendung von anderen Algorithmen ergibt sich daraus wieder ein anderes Feeling.
    Zu ML kannich leider nix sagen, weil keine Erfahrung, nehme aber an oberhalb der G-Modelle angesiedelt. Die Gls' von A&H sind reine Arbeitspulte für den Alltag. Nicht gut , nicht schlecht. Die Woche hat viele Tage und auch Aufgaben.
    Jedes Pult, was man vor der Nase hat, oder vor die Nase gesetzt bekommt: Seine eigenen Lieblings-CD's rein und wenn dann alles stimmt (PA) mit dem Pult-EQ rumspielen (experimentieren). Das selbe nochmal mit nem klassischen SM58.
    Das Resultat daraus im Kopf verarbeiten und analysieren und dann kann man halbwegs fast mit jedem Hersteller arbeiten und auch halbwegs brauchbare Ergebnisse erziehlen :roll: .
    Eine Definition für ein Pult sollte nicht nach 1 - 2 Jobs gemacht werden. Das dürfen auch 20 oder 30 sein. Oder eben wenigsten eine Runde schicke Tour oder so.
    Natürlich hat jeder noch so seinen Liebling :wink: .
    Gerald1

  • rockline
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    • 24. April 2005 um 19:23
    • #3

    Das einzige was Equalizer unterscheidet ist die Güte des jeweiligen Bandes. Schaltungstechnisch ist das ziemlicher Standart - egal ob Midas oder A&H.

    Ich teile Gumas Ansicht um den Hype der um "englische Eqs" gemacht wird, letztlich haben alle maximal 30dB Hub.

    Wie gesagt, die Güte lässt Filter unterschiedlich klingen.

    Natürlich unterscheiden sich serielle und parallele Filter etwas im Phasenverhalten, der sicherlich auch einen akustisch merkbaren Unterschied bewirkt. Ebenso ist eine hohe Anzahl an Entkoppelkondensatoren nicht unbedingt förderlich für allerbesten Ton, aber wichtig für die DC Stabilität einer Filterschaltung. Insgesamt kommen aber alle Equalizer zum gleichen Soundergebniss, die mit breiter Güte dürfen halt nicht so stark abgesenkt werden.
    Stefan

  • guma
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    • 24. April 2005 um 20:16
    • #4

    @ Gerald

    Bei dem "XL200-Kofferjob" hatte ich für mich geradezu ideale Abhörbedingungen, nämlich ne Q so wie ich das gehörwohnt bin und das Mastersignal mußte durch den üblichen 360, was ihm auch nicht sehr geschadet hat.. Ausserdem war am XL200 definitiv nichts kaputt, alle KanalEQs funktionierten gleich. Bei früheren XL200 Jobs war ich zwar ähnlich wenig beeindruckt, allerdings hatten die Speaker für mich weniger Referenzcharakter, sodaß ichs auf die Speaker geschoben habe. Auf jeden Fall bin ich vom Namen unbestechlich und kann am XL200 EQ, nur weil Midas draufsteht, nichts besonders schlechtes aber eben auch nichts besonders prickelnd gutes finden.

    Naja, vieleicht waren auch nur meine Erwartungen zu hoch.

    Gespannt bin ich mal darauf wie der hochgelobte ONYX EQ tut, denn als vor 15 Jahren der 8-BUS rauskam, war ich wirklich beeindruckt, daß in der Preisklasse so ein prima EQ läuft. :wink:

  • Benjamin Keßler
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    • 1. Mai 2005 um 19:04
    • #5

    Lieg das ganze nicht auch am Tonmann?
    Beispielsweise bei Venice greift der EQ recht schnell, ohne das man viel dreht recht deutlich. Ich muss sagen, das mir das lieber ist, als ein EQ den ich erst auf 3 bzw. 9 Uhr drehen muss, damit etwas passiert.

    Es lebe der Offbeat !!!

  • gerald1
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    • 1. Mai 2005 um 19:24
    • #6

    Oh, das Wort zum Sonntag :!:
    Noch wer da hier :?: :lol:
    Gerald1

  • Benjamin Keßler
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    • 1. Mai 2005 um 20:55
    • #7

    Ach, stimmt ist ja schon wieder Sontag, wie doch die Zeit vergeht.

    Es lebe der Offbeat !!!

  • ADMIN
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    • 1. Mai 2005 um 22:42
    • #8
    Zitat von "rockline"

    Das einzige was Equalizer unterscheidet ist die Güte des jeweiligen Bandes. Schaltungstechnisch ist das ziemlicher Standart - egal ob Midas oder A&H.

    Da hier auch Einsteiger mitlesen, noch ein erklärendes Wort: Die Güte ist hier nicht mit der Qualität zu verwchseln, sondern der Quotient aus Mittenfrequenz durch Bandbreite (oder der Kehrwert der Dämpfung).

    Bitte keine fachlichen Fragen per PM - Inhaber von dBmess

  • willi
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    • 2. Mai 2005 um 00:37
    • #9

    moin,
    mir fehlen bei dem vergleich die beiden "echten" midas legenden: xl3 und xl4. ich glaube nach benutzung von diesen beiden, wird sich das urteil ändern..(statt xl4 tut´s wohl auch ne xl42, angeblich original preamp und eq der xl4..)

    http://img118.imageshack.us/img118/6889/bl…lappo3afrq9.gif

  • Benjamin Keßler
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    • 2. Mai 2005 um 00:47
    • #10
    Zitat von "willi"

    mir fehlen bei dem vergleich die beiden "echten" midas legenden: xl3 und xl4. ich glaube nach benutzung von diesen beiden, wird sich das urteil ändern

    Nur schiebt nicht jeder täglich Fader an diesen Pulten.

    Es lebe der Offbeat !!!

  • karel noon
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    • 2. Mai 2005 um 15:24
    • #11

    kult hin oder her, in der realität ist es leuder mitlerweile so das viele dieser legenden ziemlich abgerockt sind, und einfach nicht mehr so wollen wie sie sollen!
    mir ist es mitlerweile lieber da steht ein nagelneues behringer, anstelle eines kratzenden und knackenen soundcraft 200B oder auch ne total fertige xl3.
    wenn die beiden letzgenannteren fit sind, nehme ich die natürlich tausend mal lieber!!!!!!!!!!
    und es macht natürlich schon einen unterschied in den EQs, aber da ist viel geschmacksache!
    Ich selber stehe total auf A&H oder Mackie 8Bus, aber ich sage bestimmt nicht nein zu ner XL3!
    Also vieles ist geschwätz, aber auch da ist überall ein fünkchen oder auch ein großer funken wahrheit drann.
    Auch ist es abhängig wofür ich den eq nehme, wenn ich damit sound mache dann ist es schon wichtig einen guten zu haben, ich selber mache aber häufig jobs wo ich die EQs schlichtweg ausschalte, gute PA, gute mikros und schon brauch man für Folk z.B. keine EQs mehr.
    Also alles einzelfälle, niemals generelle aussagen!

    Privater Account mit meiner persönlichen Meinung.

    Sollte es ein Problem mit meiner Neutralität zu einem Thema geben mache ich das im Beitrag kenntlich. :thumbup:

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