Anlaß ist ein gerade gemachter Job mit einem Midas XL 200. Ich hatte dabei nicht so das "Kanaleqwohlfühlerlebnis", das ich erwartet habe und das man so gemeinhin den Midaskonsolen nachsagt.
Grundsätzlich bin ich eigentlich eher großzügig mit den Kanaleqs, so kann ich z.b. mit den EQs der A&H GL Serie arbeiten, obwohl da schon viele die Nase rümpfen und das jetzt bestimmt nicht der allertollste EQ ist. Das liegt zum Einen daran, daß ich aus einer Zeit komme, in der es wirklich grauenvolle Sachen gab. Ich erinnere mich da an ein Pult der Marke H+H .... Zum Anderen ist es mit perfekter Mikrofonwahl und perfekter Systementzerrung bei mir oft auch so, daß ich garnicht das Verlangen habe viel zu EQen. Groß geworden bin ich mit EQs der Soundcraft 1S, 800, 8000 Generation, die ja bekanntlich etwas bissig aber sehr wirkungsvoll waren. Ich habe jedoch den Eindruck, daß um manche Kanaleqs ein Riesenbohai gemacht wird, die eigentlich durchschnittlich sind und andere sehr gut sind, die eher unterbewertet werden. Natürlich ist das auch Geschmacksache, aber ich merke irgendwie mit langer Erfahrung, daß manches, was da so gelabert wird, sich nicht mit meinen Erlebnissen deckt.
Super fände ich es, wenn jemand aus dem Forum auch messtechnische oder Designargumente für die eine oder andere Erfahrung beisteuern könnte.
Beispiele:
Überbewertet finde ich sowohl den EQ des Venice als auch des Xl 200, der zwar sicher brav seinen job macht, allerdings hatte ich weder das Gefühl, die Höhen meiner Neumänner würden vom Höhenkuhschwanz würdig gefeatured, noch hatte ich es besonders leicht einen E-Git Mittenbereich zu featuren, noch ist es mir gelungen mit dem durchstimmbaren Hochpass und dem Bass Kuhschwanz in zusammenarbeit zwischen den Bühnenresonanzen eine Lücke zu finden um ne schönen Bassanhebung zu machen. Will sagen: Der EQ war mir persönlich einfach ein bischen zu lasch.
Unterbewertet finde ich den EQ der A&H ML Serie, mit dem ich sehr viele gute Ergebnisse hatte. Obwohl der nicht so agressiv wie die alten Soundcraft EQs ist, hatte ich das Gefühl sehr präzise Eingriffe vornehmen zu können ohne daß der EQ zu viele Verfärbungen erzeugt.
Als guten StandardEQ empfinde ich den der PM 3500/4000 Yamahas. Obwohl viele den als im wahrsten Sinne des Wortes ätzend finden, halte ich den für ein recht präzises Werkzeug mit tolerablen Verfärbungen.
Den EQ der alten 8-Bus Mackies fand ich exzellent ( den der SRs allerdings beschissen ) und würde ihn noch über den meines Venice stellen !
Den besten EQ habe ich in meinem AMEK Recall. Er erlaubt präzise Einschnitte und heftige Anhebungen ohne agressiv zu klingen. Ein Neumann klingt immer noch wie ein Neumann und das Ergebnis klingt irgendwie "wie ohne EQ" auch wenn im AB - Vergleich mächtig was bewegt wurde. Ich erreiche mit ihm immer, was ich mir vorstelle und kann die Veränderungen so formen wie ich sie mir musikalisch vorstelle.
So und jetzt ihr : :wink: