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extreme Arbeitszeiten: was kann man dagegen tun? IDEEN?

  • wora
  • 4. Mai 2005 um 17:41
  • wora
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    • 4. Mai 2005 um 17:41
    • #1

    habe in einem anderen thread mitbekommen, das es leute gibt die einen 24std job als "normal" ansehen.
    ich finde das grenzt an ausbeuterei, zumindest ist es extrem unvernünftig.
    wir wissen doch alle, das man irgendwann anfängt vermehrt fehler zu machen.
    um nur ganz kurz den rechtlichen aspekt anzusprechen: welche versicherung bezahlt denn noch, wenn einer nach 16std arbeit aus versehen ein stativ umwirft und jemand verletzt wird?


    natürlich erwarten wir alle keine 8 std arbeitszeit, deutlich mehr als 10 stunden sind absolut normal. man ist ja nicht die ganze zeit voll gefordert, es gibt schon mal ruhepausen. aber 20 oder gar 24stunden sind doch wirklich zu viel, man muss sich ja wirklich wundern das nicht mehr unfälle passieren.

    das dumme ist nur, das die arbeit irgendwie gemacht werden muss.
    weniger arbeit für den einzelnen bedeutet eben höhere arbeitskosten, weil mehr leute am projekt mitarbeiten müssen.
    es gibt aber verdammt viele preisdrücker in unserer branche, das lässt sich so einfach nicht umsetzen.

    was könnte man für lösungen finden, um diesen irrsinn einzudämmen?

    mit kollegialen Grüßen
    Wolfgang

  • manuela
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    9.103
    • 4. Mai 2005 um 18:10
    • #2
    Zitat von "wora"

    was könnte man für lösungen finden, um diesen irrsinn einzudämmen?

    Keine.
    Wie du schon sagtest, sonst sind die anderen im Vorteil mit dem Angebot.
    Man sollte aber wissen daß 2 Stunden Schlaf nur 10% von 20 sind, die Leistung also nur unwesentlich verringern. Besonders gut ist, vor Beginn der VA ein Nickerchen zu machen, dann ist man frisch und aufmerksam am Start 8)
    Zeitgewinn ist gute Vorbereitung. Alles was sich vorkonfektionieren läßt spart vor Ort wieder Zeit. Ich feil auch ständig daran Vorgänge zu vereinfachen und alles Dinge zu optimieren.
    Hat man 4 oder mehr Leute mit kann immer einer im Wechsel schnarchen, das ist auch nicht so teuer.

    die Feuerzeuge der Gäste sind kleine Sterne die am Himmel unseres Alltags weiterleuchten.

  • timotimo
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    • 4. Mai 2005 um 18:33
    • #3

    Wenn ich aber 3 Leute zum Auf-/Abbau brauche, dann nutzt mir der zusätzliche 4te wenig.

    Rechtlich dürfen die Angestellten (wir reden hier ja nicht von freien) nur 10 Stunden. Und Argumente wie "zwischendurch haben die ja Pause" gelten nicht.

    Habe inzwischen (bei größeren Projekten) Schichtarbeit eingeführt:

    Einladen im Lager, Anfahrt, Ausladen vor Ort, Aufbau, Veranstaltung: 1. Schicht.

    Abbau, Einladen vor Ort, Rückfahrt, Ausladen im Lager: 2. Schicht (frisches Personal). Geht aber nur bei Veranstaltungen in der Nähe. Die Kosten sind mir dabei zweitrangig. Wichtig ist mir, daß nachts um halb 5 keiner von der Leiter fällt (oder Material schrottet), weil er 20 Stunden auf den Beinen ist. Denn dann nutzen die Haftpflicht- und Unfallversicherung auch nichts. Das ist unverantwortlich dem Personal gegenüber, sowie Unbeteiligten die beim Abbau oder auf der Straße gefährdet werden.

  • Apostoli
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    653
    • 4. Mai 2005 um 18:35
    • #4

    ganz einfach...
    - intelligent planen,
    - genügend personal auf die baustelle schicken,
    - verantwortungsbereiche festlegen, hirachien festlegen

    und ganz wichtig Für auf und Abbau eine andere Crew nehmen als die Show fahrende Crew...

    dann klappt plötzlich auch alles und man überschreitet die tägliche arbeitszeit auch nicht.

    denkt dran, wer länger als erlaubt täglich arbeitet verliert seinen versicherungsschutz. - auch als freelancer

  • timotimo
    Profi
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    2.252
    • 4. Mai 2005 um 18:43
    • #5

    Apostoli:

    ganz so einfach ist das nicht. Zum einen muß es ja irgendwer bezahlen, wenn man mehr Personal als bisher/als andere einplant. Zum anderen kann ich nicht sagen: "baut auf und ab, die Show fährt jemand anderes." Die Zeit während der Show ist auch Arbeitszeit. Der Mitarbeiter befindet sich in "Arbeitsbereitschaft", da er vor Ort ist, und dies gilt als Arbeitszeit. (anders bei Rufbereitschaft)

  • DJ_Uwe
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    791
    • 4. Mai 2005 um 18:55
    • #6

    Hallo!

    Selbst in miener kleinen Klitsche als HKS kommt es zum Schichtdienst. Wenn ich selbst auf einer Veranstaltung auflegen muss und am nächsten Tag der gig schon Tagsüber beginnt und nicht in den Abendstunden habe ich jemanden der die Anlage abbaut.
    Und in einer gut organisierten Firma sollte es doch kein Problem geben wenn nachdem der Master auf null gestellt wurde ein Schichtwechsel passiert. ....

    Discjockey Hochzeit
    Dj Hochzeit
    Dj Hochzeit
    Fotobox-mieten

  • timotimo
    Profi
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    2.252
    • 4. Mai 2005 um 18:58
    • #7

    Klar, aber es geht ja hier um 6-8 Personalsätze, statt z.B. 3-4. Das läßt sich nicht so leicht einkalkulieren.

    Bei Dir sind´s wahrscheinlich ein halber Personalsatz, der dazu kommt... ?

  • treibsand
    Verifiziert
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    1
    • 4. Mai 2005 um 19:25
    • #8

    Mal ganz ehrlich:
    20 Std-Jobs sind doch leider bei kleineren, im Aufbau befindlichen Unternehmungen fast Standard.
    Ich hab das auch mal eine Zeitlang prktiziert, bis auch bei Auftraggebern (ich war Sub) die Einsicht siegte, daß man mit ein paar Auf- und vorallem Abbau und Ladehelfern einiges an Manpower beim 'teuren' Personal sparen kann.
    Da ist dann etwas Koordination gefragt und schwupps, schon liegt die erste Garde zwei Stunden im Truck zum pennen.
    Dann nochmal kurz koordinieren und Anleiten und einen Hiwi nach hause lenken lassen. Da wird gemütlich weitergepennt.
    Oder aber man lässt das Mat aufgebaut und legt erst nach 8-20 Std Schlaf wieder los...

    ...hauptberuflicher Sarkastiker.

  • Kloma
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    468
    • 4. Mai 2005 um 19:38
    • #9

    Es ist ja immer je nach Veranstaltung verschieden. Bin meistens ne Zeitlang da bis die Party richtig läuft und dann leg ich mich hin. Auch wenn es nur 3-5h im Sprinter auf ner Matratze oder ner Isomatte sind, danach ist man deutlich fitter und zum Abbauen und Ausladen hat man genug Kraft. Nur wie ist das wenn man die Party noch betreuen muss?Wenn wenig Budget vorhanden ist kann man nicht noch eine Arbeitskraft mehr zahlen, also muss man selber auf den Beinen bleiben und kucken das alles so läuft wie es sein muss.

    Mit Freundlichen Grüßen
    euer Kloma

    "We give Support in Cases....."

  • tonzwerg
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    • 4. Mai 2005 um 20:15
    • #10

    wie lange wollt ihr das eigentlich noch so machen ?

    The ships hung in the sky in much the same way that bricks don't.
    -- Douglas Adams

  • showdepot
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    713
    • 4. Mai 2005 um 20:21
    • #11

    Ärzte haben ja auch 24h Dienst. (und das im Gesundheitswesen :shock:)
    Wenn sie Pech haben, müssen sie 24h vollen Einsatz leisten.
    Da ist plötzlich keine Rede mehr von Versicherungsschutz.

    Wat mutt, dat mutt

  • tonzwerg
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    • 4. Mai 2005 um 20:31
    • #12

    welchem kunden mag daran gelegen sein, zur showtime völlig abrandaliertes personal an den reglern zu haben, das eigentlich den aufbau im geiste schon hinter sich hat und nur nach hause will ? im übrigen dürften doch hier im forum alle vertreten sein, die die budgets zerkloppt haben. mit sicherheit haben der ein oder andere forumsschreiber schon massiv gegeneinander gepitcht - um dann 20 stunden irgendwo abzurocken und sich dann mit dem feierabend(morgen)bier in der zittrigen hand hier im forum darüber zu beschweren - und über das unerträgliche gebrüll der vögel am frühen morgen :-). kranke welt.

    The ships hung in the sky in much the same way that bricks don't.
    -- Douglas Adams

  • showdepot
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    713
    • 4. Mai 2005 um 21:00
    • #13

    Hands findet man für ?,-/h drei Blocks weiter.
    Sollte nicht so das Problem sein...

    Aber alles was darüber hinaus geht...
    Und das unerträgliche Gebrüll der Vögel am frühen Morgen geht weiter...
    Der Knicker steht bereit! :D

    Wat mutt, dat mutt

  • manuela
    Beiträge
    9.103
    • 4. Mai 2005 um 21:12
    • #14

    ich leg großen Wert darauf das der Toni nicht als Roadie angestellt ist. Da muß man einen Unterschied machen. Der kann schnarchen wenn er seine Stöpsel alle drinhat, bis zum Start. Soll er auch ! Das ist eine qualitätsfrage.

    die Feuerzeuge der Gäste sind kleine Sterne die am Himmel unseres Alltags weiterleuchten.

  • Benjamin Keßler
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    744
    • 4. Mai 2005 um 21:19
    • #15

    Also, totmüde mischen ist nix, da kommt unter Garantie nichts mehr bei raus.

    Es lebe der Offbeat !!!

  • Jelly
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    154
    • 4. Mai 2005 um 21:51
    • #16
    Zitat von "SuperSpeedy"

    Also, totmüde mischen ist nix, da kommt unter Garantie nichts mehr bei raus.

    Full ack!

    Habe auch die Erfahrung gemacht, dass Personal, das schon den Aufbau erledigt hat, extrem demotiviert während der Veranstaltung ist.

    Sind wir uns ehrlich: 14:00 am VA Ort, ca. 21-22:00 Veranstaltungsbeginn, da ist doch spätestens kurz vor Mitternacht der erste Null-Bock Gedanke da...

    Bei uns hat die Crew, die mit den Hands Auf- und Abbaut von SC bis Gig ende einfach "Frei", d.h. wenn die wollen, können Sie sich ein paar Bierchen gönnen, Hasen anbaggern, was immer sie halt wollen oder einfach im Laster pennen.

    Nach der dritten Show in drei Tagen könnt Ihr euch sicher gut vorstellen, dass der Laster ausgebucht ist :D

    Auf die Zeiten, wo ich an einem Wochenende (Fr. Früh bis Sonntag Abend) nur 4 Stunden Schlaf bekommen hab, blick ich nicht gerne zurück.
    Ich verbuchs unter : Jung und dumm...

    Irgendwann kommt jeder mal zur Einsicht, dass Planung alles ist

    Jelly

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  • ADMIN
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    • 4. Mai 2005 um 21:56
    • #17

    Ideen...

    1.) Es gibt hier in der Republik einen ganzen Haufen Hallen, und es gibt einen Haufen Holz. Warum muss eigentlich das Holz dauernd auf- und abgebaut werden?

    2.) Warum müssen die Fahrzeuge geladen und entladen werden?

    3.) Warum macht die Firma aus A einen Gig in B und die Firma B gleichzeitig einen Gig in A? Oder umgekehrt gefragt: Warum Fahrzeiten über 30 Minuten (meinetwegen 60 Minuten) ?

    4.) Warum werden Techniker oft nach Tagen und nicht nach Stunden bezahlt? Wer sollte dann Interesse daran haben, deren Arbeitszeiten zu verkürzen?

    5.) Warum müssen bei Aufbau eines Frontplatzes mehr als zwei Harting und zwei Schukos gesteckt werden? Warum stehen keine Sub-Multicore zur Verfügung?

    6.) Warum sind nicht Stromanschlüsse in ausreichender Menge direkt an der Bühne? Warum kann man nicht mit dem LKW an eine Rampe fahren und eben reinschieben?

    Bitte keine fachlichen Fragen per PM - Inhaber von dBmess

  • manuela
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    • 4. Mai 2005 um 22:40
    • #18

    Das ist eben die Freie Marktwirtschaft, man fährt die Eier zweimal ums dorf um sie dann dem Nachbarn zu verkaufen 8)

    ich hab vorhin eine Tour nach Bayern geladen. Schön Gruß aus Hessen :D

    die Feuerzeuge der Gäste sind kleine Sterne die am Himmel unseres Alltags weiterleuchten.

  • Kloma
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    • 4. Mai 2005 um 22:42
    • #19

    Deshalb sind in der VA Technik legale und illegale Drogen wahrscheinlich Standart. Die einen ziehen morgens ihre Line, die anderen trinken unmengen koffeinhaltige Getränke und andere rauchen selsbtgebautes. Warum ist das so?Alle wollen das beste bringen auch wenn es zu Folgen des Körpers wird. Das darf im Normalfall nicht sein. Folgerung?Sehr oft zuwenig Geld für den Auftrag und man muss allein bzw. zu 2 auskommen. Traurig aber leider wahr.

    @ Admin: Du hast wirklich mit sehr vielem Recht.

    Mit Freundlichen Grüßen
    euer Kloma

    "We give Support in Cases....."

  • gerald1
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    • 4. Mai 2005 um 22:47
    • #20

    An dem, was der Admin sagt, ist schwer was dran. Die Chance, daß das so wird, wäre selbst dann gering, wenn es weltweit nur noch eine einzige Firma für Ton, Licht, Video und Bühne gibt. Selbst wenn es dann evtl. hinhauen sollte, fällt einem Zeltfuzzi oder Hallenbetreiber die Idee ein, sich zwei Boxen bei Conrad zu kaufen. Und der selbe Schlamassel geht von vorne los. Mhhh... Ich wüßte dafür keine Lösung :roll: .
    Gerald1

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