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Traversen als Stempel statt Tower

  • Jan Boehm
  • 5. Mai 2005 um 00:46
  • Jan Boehm
    Beiträge
    261
    • 5. Mai 2005 um 00:46
    • #1

    Hallo zusammen!

    Ich hätte mal folgende Frage:

    Man sieht sehr häufig, weil es ja auch gang und gebe ist, dass viele Groundsupports mit Hilfe von simplen Traversen Stempeln aufgestellt werden, also ohne Tower mit beweglichen Cornern die mittels Hand- oder Motorzügen bewegt werden.

    Wie sieht es aber mit der Stabilität einer Traverse aus wenn diese Senkrecht aufgestellt wird? Die Truss wird dann doch einer Belastung ausgesetzt für die sie eigentlich nicht konstriert wure. Die meisten Traversen werden eben doch waagerecht aufgehängt.

    Testen die Hersteller Ihre Traversen auf diese Belastung? Alle Belastungstabellen der Hersteller beziehen sich immer nur auf den waagrechten Einsatz und somit auf die Punkt und Streckenlast bei bestimmten Spannweiten.

    Gibts dazu irgendwo Infos oder Meinungen?

    Fernsehen schafft vergessen,
    Theater Erinnerung
    http://www.renitenztheater.de
    http://www.mann-hinter-pult.de

  • Stephan Schewe
    Profi
    Beiträge
    543
    • 5. Mai 2005 um 01:37
    • #2

    Da hast du Recht, zu dieser Art der Nutzung gibt es von Seiten der Hersteller kaum bis keine Infos.

    Aber

    1. Sollten die Traversen senkrecht mehr halten als waagerecht.

    2. Muss man für Ground-Supports, Bühnen etc. ohnehin einen Standsicherheitsnachweis haben. Da werden dir die Ingenieure auch sagen was geht und was nicht.

    Liebe Grüße
    Stephan

  • Martin Heuberger
    Gast
    • 5. Mai 2005 um 07:51
    • #3
    Zitat von "boehm"

    Hallo zusammen!

    Ich hätte mal folgende Frage:

    Man sieht sehr häufig, weil es ja auch gang und gebe ist, dass viele Groundsupports mit Hilfe von simplen Traversen Stempeln aufgestellt werden, also ohne Tower mit beweglichen Cornern die mittels Hand- oder Motorzügen bewegt werden.

    Wie sieht es aber mit der Stabilität einer Traverse aus wenn diese Senkrecht aufgestellt wird? Die Truss wird dann doch einer Belastung ausgesetzt für die sie eigentlich nicht konstriert wure. Die meisten Traversen werden eben doch waagerecht aufgehängt.

    Testen die Hersteller Ihre Traversen auf diese Belastung? Alle Belastungstabellen der Hersteller beziehen sich immer nur auf den waagrechten Einsatz und somit auf die Punkt und Streckenlast bei bestimmten Spannweiten.

    Gibts dazu irgendwo Infos oder Meinungen?

    Alles anzeigen

    Hallo, also ATC gibt für Traversen, die Senkrecht als Tower benutzt werden können entsprechnde Belastungsdiagramme raus. Kannst ja mal auf der Homepage atc-traversen.de nachsehen. (Download katalog oder ähnlich)

    Viele Grüße,

  • ADMIN
    Administrator
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    1
    • 5. Mai 2005 um 11:00
    • #4

    Ja, die Hersteller drücken sich da gerne um Angaben, weil mit der Außermittigkeit der Lasteinleitung große Unsicherheitsfaktoren in's Spiel kommen.

    Prinzipiell gilt: Alles, was als Drei- oder Vier-Gurt-Traverse unterwegs ist, eigent sich auch als Stütze und hält meist ganz erheblicher Belastung stand. Diese Stütztlast ist Abhängig von der Länge (je kürzer, desto besser), von der Lagerung und von der Außermittigkeit der Lasteinleitung. Die Außermittigkeit der Lasteinleitung wird man schwerlich genau beziffern können, ich würde für die Standard-Fälle einen Sicherheitsfaktor von 2 verwenden.

    Da der Hersteller seine Traverse nicht für diesen Einsatzzweck nachgewiesen hat, ist ein zusätzlicher Sicherheitsfaktor von 2 zu verwenden.

    Mit dem Programm ProRigg SUS ( http://www.prorigg.de ) kann man berechnen, was die Traversen als Stütze aushalten.

    Bitte keine fachlichen Fragen per PM - Inhaber von dBmess

  • kater
    Beiträge
    2.304
    • 5. Mai 2005 um 11:39
    • #5
    Zitat von "ADMIN"

    Diese Stütztlast ist Abhängig von der Länge (je kürzer, desto besser), von der Lagerung und von der Außermittigkeit der Lasteinleitung.

    Damit das keiner falsch versteht, ( ich hoffe ICH liege richtig :(

    Mit Lagerung ist nicht gemeint wie das Zeug im Lager liegt :) sondern wie die Verbindung zum dem was drunter ist ausschaut.


    Ansonsten:

    Der Trend geht zum Viert-Gurt :wink: :D

    Was juggt mich der Benzinpreis, ich tank eh immer nur für 20 Euro :D

  • slam-weeze
    Verifiziert
    Beiträge
    182
    • 17. Mai 2005 um 14:02
    • #6

    Etwas OT aber trotzdem wichtig:

    Viel bedenklicher finde ich da schon die Belastung und Handhabung der 3-Wege Traversenecken im Vergleich zur Sleeveblock-Verbindung am Tower. Diese 3-Wege Ecken dürften wohl eher der Knackpunkt sein...

    Alternativ gibt es da natürlich die "Boxcorner"

    Zitat Prolyte:

    Die Boxcorner sind durch ihre Bauweise in der Lage, die von der Traverse eingeleiteten Kräfte, ob horizontal oder vertikal, zu 100% aufzunehmen. Diese Tatsache macht den Boxcorner, im Gegensatz zu herkömmlichen Eckelementen, zu einem voll belastbaren Konstruktionselement.


    Gruß
    Steven

    hat jemand meine Lampe gesehen??

  • Stephan Schewe
    Profi
    Beiträge
    543
    • 17. Mai 2005 um 20:07
    • #7

    Ist ja auch kein Wunder.
    3-Wege Corner werden nur durch vier Schweißnähte gehalten. Box-Corner hingegen sind viel solider konstruiert. An so einer M10er Schraube kann man schließlich locker mal sein Auto aus dem Fenster hängen.

    OT:
    Aufpassen würde ich nur bei solchen Box-Cornern wie es z.B. bei Global-Truss gibt. Bei genauem Hinsehen stellt man fest, dass zwischen Corner und Trussstück ein Spalt (paar mm) bleibt. Somit werden die Schrauben nicht mehr nur auf Zug belastet, sondern werden auch auf Biegung beansprucht.

  • annette65
    Beiträge
    85
    • 6. Juni 2005 um 21:04
    • #8

    Es gibt mittlerweile einige Hersteller, bei denen ein Standard-Vierergurt
    als Tower verwendet werden darf.
    Einfach mal jeweils nachfragen.

    Schöne Grüße von Annette.

  • hr. haart
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    120
    • 6. Juli 2005 um 19:33
    • #9
    Zitat

    2. Muss man für Ground-Supports, Bühnen etc. ohnehin einen Standsicherheitsnachweis haben.

    Man brauch erst ein Baubuch -oder Standsicherheitsnachweis- für fliegende Bauten ab einer Höhe von 5m und einer Gesamtfläche (Bühne oder Dach) von 75m². Darunter kannst Du eigentlich alles Bauen.

    ...hoffentlich liege ich da jetzt mal nicht falsch, falls irgenwelche Neuen Regelungen verabschiedet worden sind... :roll:

  • annette65
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    85
    • 7. Juli 2005 um 17:33
    • #10
    Zitat von "Hr. Haart"

    Darunter kannst Du eigentlich alles Bauen.

    Einige Messegesellschaften verlangen selbst für die darunterliegenden Größen Standsicherheitsnachweise.
    Bspw. war das schon bei der EXPO so.

    Grüße von Annette.

  • Stephan Schewe
    Profi
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    543
    • 8. Juli 2005 um 00:49
    • #11
    Zitat von "Hr. Haart"

    Man brauch erst ein Baubuch -oder Standsicherheitsnachweis- für fliegende Bauten ab einer Höhe von 5m und einer Gesamtfläche (Bühne oder Dach) von 75m². Darunter kannst Du eigentlich alles Bauen.

    ...hoffentlich liege ich da jetzt mal nicht falsch, falls irgenwelche Neuen Regelungen verabschiedet worden sind... :roll:


    Da liegst du total falsch! Bitte kein Halbwissen im Rigging Brett...sonst kommt der Herr Verza und macht dir Beine ;)

    Outdoor fällt unters Baurecht fliegende Bauten...und da brauchst du einen Standsicherheitsnachweis! Auch unter 5m!


    Ausserdem scheint mir, du wirfst das Baubuch und den Nachweis in einen Topf, dabei sind das zwei verschiedene Paar Schuhe.

    Standsicherheitsnachweis: Rechnerischer Nachweis über Tragfähigkeit und Sicherheit gegen Gleiten, Kippen und Abheben.

    Baubuch: Geprüfte( z.B. Tüv) Unterlagen inkl. Zeichnungen, Eignungnachweise von Herstellern und Statik etc.

  • hr. haart
    Reaktionen
    1
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    120
    • 8. Juli 2005 um 15:29
    • #12

    @ Privateer

    :idea: danke;
    da bei bei contac GS 70 das Standsicherheitszertifikat im Baubuch innewohnt (...sollte auch...), sah ich das als Einheit an! :oops:

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