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Electrospace Gates

  • gezz-abba
  • 25. Juli 2005 um 19:10
  • gezz-abba
    Gast
    • 25. Juli 2005 um 19:10
    • #1

    Moinsen,
    jetzt muss ich doch nochmal einen dieser "waistdas??" threads anklingen lassen..

    Hab grade bei ebay ein electrospace strate gate geschossen.

    Google spuckt mir dazu nur ein paar franz. seiten aus, in denen das ding immer wieder mit drawmer und urei zusammen steht. Dort soll das gute stück um die 300-400 euro gebraucht kosten.. Ich kenne das Gerät überhaupt nicht, verspreche mir aber viel davon.
    Ist das eventuell mal ein richtig brauchbares gate, das sich nicht zu verstecken braucht ?? Kennt das teil jemand (noch)?

    regards,
    arnt

  • K-Ulrich
    Profi
    Beiträge
    614
    • 25. Juli 2005 um 21:15
    • #2

    nie gehört, nie gesehen, sag mal Bescheid, wie's is
    mfg
    Kai

    Für mich zerrts, aber Sie sind ja der Künstler.

  • gezz-abba
    Gast
    • 26. Juli 2005 um 14:42
    • #3

    Also, noch habe ich es nicht hier, aber es handelt sich nach aussage eines musikhauses, die davon noch zwei stück haben ( schon gesichert.. :D ) um gute alte englische analogtechnik, die dazumal ( ende 70er , anfang 80er) seine 2000,- DM gekostet hat . Von der VCA Ausstattung und den Envelopemöglichkeiten soll es das DS 201 noch übertreffen . Klanglich und funktional sehr gut, aber halt alt. Es sind ja auch noch genug 20 jahre alte Drawmer im Umlauf, die immer noch hoch gehandelt werden. Es sollte also als gleichwertiger Drawmerersatz in eventuellen Ridern dienen können. .. werde weiter berichten..

    regards,
    arnt

  • DavidH
    Beiträge
    533
    • 26. Juli 2005 um 22:11
    • #4

    würde mal nach trockenen Elkos und losgelösten Platinen-Buskabeln suchen, nach 20 Jahren...

    Phantomspeisung....
    das heißt NICHT, dass der Mischer nix zu essen bekommt

  • gezz-abba
    Gast
    • 29. August 2005 um 23:34
    • #5

    Also mal ein erster Bericht über das unbekannte schätzchen von der insel.

    Zunächst einmal fiel mir das tonnenschwere Gehäuse vom Gewicht einer kleinen Party endstufe auf . Mit fast 1mm Stahldeckel und Boden braucht es fast kein Rack mehr. Hinten sind grosse Lüftungsschlitze oben und Unten angebracht um Abwärme auch im Rack bei mehreren Geräten nach oben "durchzuschleifen".

    Anschlüsse hat das Ding Neutrik XLRs (in/out) , Klinken für SideChain und externe Kontrollspannung ( !!) für den HüllkurvenVCA, sowie einen zentralen GroundLift . Für Erweiterungen finden sich noch zahlreiche Vorbohrungen.
    Innen ist das Gate mit 2 Transformatoren ausgestattet , die grosse Platine ist sehr übersichtlich erlaubt ebenfalls Erweiterungen. ( etwa die Hälfte ist vorgebohrt und leer) . Alle ICs sind gesockelt ( ein anflug von pessimismus oder einfach mal nachgedacht??) . An OPs dominiert der gute alte 072er ,der rest ist viel CMOS Gedönse. Alles sauber aufgebaut. Die Buchsen sind fest am Gehäuse verschraubt und nicht mit der Platine verlötet.

    Die Potis sind etwas minderer Qualität, zumindest aufgrund des alters nicht mehr ganz so gleitfähig. Erinnert an Drawmer. Ebenfalls nicht gerastert. Treshold ist auch hier englisch, also andersrum, genauso wie die HPF unds LPF Fraktion, deren Übergabepunkt um etwa 400 Hz zu suchen ist.
    weiter gibt es Attack, Hold und Release sowie eine Tiefenregelung bis - 80db. Die Beschriftung der Potis ist sauber und detailliert. Inwieweit sie noch stimmt ist eine andere Frage. Eine Enveleope LED gibt optisch über der Verlauf der Hüllkurve Auskunft, sehr praktisch. Ein weiteres LED-Paar informiert über den Tresholdpunkt, bzw. über den Einstellpunkt des Tiefenreglers. Ganz schlau aus der Anzeige bin ich noch nicht geworden, aber sie tut ihren Dienst. Je nach eingestellter Regeltiefe illumiert die grüne LED in entsprechender Helligkeit.

    Der Sidechain kann intern oder extern geschaltet werden, ein weiterer Schalter weist dem Gerät die Funktion als Duck oder Gate zu, ein dritter dient als Bypass, VCA und Key-Listen. Alles schöner Standard, robuste versenkte Kippschalter wie bei seinem englischen Bruder .

    Klanglich fällt das Ding nach erstem hören per Test CD ( mit einem schön aufgenommenem Drumcompi Sound ) nicht negativ auf, kein auffälliges Rauschen. Mit entsprechend eingestelltem Treshold gibt das Ding selbst bei Attack, Hold und Relese = 0 kein Knacken von sich. Base und Snare liessen sich exakt aus dem Mix von den Becken trennen. Keine Sorge, man kann es auch zum Knacken bringen, wenn der Treshold einen zu tiefen Arbeitspunkt besitzt. Alles ist also gut. Live habe ich es bisher noch nicht wirklich eingesetzt, da meine Testkaninchen ( Mittelklassische Coverockband mit fürchterlich gestimmten Toms ) gestern im fliegenden wechsel gebaut werden mussten , so dass keine Zeit mehr für viel Spielereien war .. schade. ...

    Für Vocals ist es bedingt geeignet, wenn der Attack vorsichtig angehoben wird, bis es nimmer knackt, aber wer gatet Vocals ?? Ich warte mal auf den nächsten tretminenbeladenen rauschenden JCM. Zumindest knackt es nicht, wenn der Envelopegenerator unterbrochen wird um neu sein Türchen zu öffnen . Drawmer kann das. Beim Drumset auf der TestCD gab es keinen hörbaren Unterschied im Attack der Base ( von "Bumm" bis "Tock" war alles drin :D ) ob mit oder ohne Gate, wobei meine Abhörbedingung im Lager zugegebenermassen mau war. Mit einer Tom , die hier noch rumlag habe ich es nochmal "live" getestet. Auch hier hat das Strate sauber gearbeitet und schön brav auf und zugemacht. Den Rest wird der Livebetrieb zeigen. Ich werde von den Strates zumindest noch ein Zweites ins Regal stellen.. Kurzer Livebericht folgt.... Zumindest dürfte es auch heute noch professionelle Ansprüche erfüllen, was bei dem damaligen Verkaufspreis von 2k DM wohl auch zu erwarten wäre. Mein Exemplar stammt übrigens aus ehemaligen Alphaville Studiobestand...

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