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Etwas OT: Schnee bringt Eissporthalle zum Einsturz

  • binson
  • 2. Januar 2006 um 16:56
  • binson
    Verifiziert
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    2.665
    • 2. Januar 2006 um 16:56
    • #1
    Zitat

    BAD REICHENHALL

    20 Menschen in eingestürzter Eishalle vermisst

    Mindestens vier Menschen sind beim Einsturz des Dachs einer Eissporthalle in Bad Reichenhall ums Leben gekommen, darunter auch ein Kind. 20 bis 25 weitere werden noch vermisst. Zuvor war ein Eishockeyspiel wegen Einsturzgefahr abgesagt worden.

    Bad Reichenhall - Aus der Halle wurden die ersten vier Toten geborgen. Der Polizei zufolge handelte es sich dabei um ein sieben oder acht Jahre altes Kind sowie drei junge Erwachsene. Zehn leicht verletzte Menschen geborgen werden, wie die Polizei mitteilte. Nach Angaben von Feuerwehr und Bayerischem Roten Kreuz wurden mehrere Menschen getötet. "Wir rechnen mit dem Schlimmsten", sagte ein Sprecher der Polizei. Zunächst war die Polizei von etwa 50 Menschen ausgegangen, die sich zum Zeitpunkt des Unglücks in der Halle befunden hatten.

    Kurz vor 17 Uhr wurde der erste Verletzte, ein Kind, in die Intensivstation eines umliegenden Krankenhauses gebracht, wie der Salzburger Rot-Kreuz-Kommandant Gerhard Huber der österreichischen Nachrichtenagentur APA sagte. Es dürften sich viele Kinder in der
    Halle befunden haben.

    Die Bergungsarbeiten stocken nach Angaben des Sprechers derzeit, da das unter den Lasten anhaltender Schneefälle eingestürzte Dach nun von Spezialkränen angehoben werden soll. Diese sind laut Polizei aus dem Umland von Bad Reichenhall angefordert worden, unter anderem auch aus Salzburg. Wegen der schweren Schneefälle in der Region könne die Anfahrt der Kräne aber einige Zeit dauern. Das Salzburger Rote Kreuz rückte mit acht Rettungsfahrzeugen, drei Notarzt-Teams und einem technischen Zug aus. Das Landratsamt Berchtesgaden hatte um 16.50 Uhr Katastrophenalarm ausgerufen.

    Das Unglück kam offensichtlich nicht ganz unangekündigt. Buchstäblich in letzter Minute vor dem Dacheinsturz wurde ein Training des örtlichen Eishockey-Athletik-Clubs (EAC) abgesagt. EAC-Vorstand Thomas Rumpeltes sagte der Nachrichtenagentur AP in einem Telefoninterview, er sei gegen 15.30 Uhr von der Stadt Bad Reichenhall informiert worden, dass das Training nicht stattfinden könne. Die Begründung sei gewesen, dass Einsturzgefahr bestehe. "Der öffentliche Lauf lief scheinbar noch", sagte Rumpeltes.

    Ein weiteres EAC-Vorstandsmitglied, Alfred Schild, sagte, an diesem Nachmittag hätten Schüler und Klein-Schüler-Gruppen normalerweise Training gehabt. Über eine Telefonkette habe man sich informiert, dass das Training nicht stattfinde.

    Schockiert reagierte Beate Kammel, ebenfalls EAC-Vorstandsmitglied. "Ich bin gegen halb vier noch daran vorbei gefahren, da war noch nichts." Dann habe ihr 13-jähriger Sohn - der an dem Training teilnehmen sollte - ihr gesagt, die Übungsstunde sei abgesagt worden.

    Nach Angaben einer Sprecherin der Stadtverwaltung ist die Halle unmittelbar nach Ende der offiziellen Eislaufzeit um 16 Uhr eingestürzt. Wie viele Personen sich noch darin befunden hätten, sei jedoch unklar. Die Halle sei in den siebziger Jahren errichtet worden. Laut "B5 aktuell", dem Nachrichtenkanal des Bayerischen Rundfunks, wurde bereits seit längerem darüber diskutiert, ob das Gebäude renoviert oder abgerissen werden sollte.

    Die größere, mit einem Flachdach ausgestattete Halle sei für regionale Eishockeyspiele geeignet. Die Halle vereint unter einem Dach mehrere Freizeitangebote, darunter auch Tennisplätze und ein Restaurant. Der Eislaufbereich ist rund 60 mal 30 Meter groß, der Schwimmbereich umfasst vier Becken.

    Alles anzeigen

    http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,393199,00.html

    Jetzt wird es langsam bizarr...

    --- I've been mad for fucking years, absolutely years, been over the edge for yonks, been working me buns off for bands. ---
    (Chris Adamson)

    Blog: Optinal Mittelgrund

  • Kracky
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    • 3. Januar 2006 um 12:24
    • #2

    Hab mir nun den ganzen Tag die Berichte dazu angehört und muß sagen, ich habe schwer die Vermutung das hier von falschen Statikwerten ausgegangen wird. Der OB sagt ja immer wieder und das würde ich an seiner Stelle auch tun, das die am Mittag gemessene Dachlast weit unter der laut Statik zuläßigen liegt. Ich möchte aber mal bemerken das dieses Bauwerk nun doch auch schon weit über 30 Jahre alt ist, den Bildern und auch meinem Gedächtnis nach, den auch ich bin dort schon Schlitschuh gefahren, besteht die Konstruktion aus Leimbindern und ich könnte mir vorstellen das diese mit der Zeit und unter den vorherschenden Klimatischen Bedinungen hier einfach von Alterung betroffen waren so das es glaube ich von nöten gewesen wäre diese Statikberechnungen dieser Halle den Alterungsbedinungen an zu passen, da hier wirklich ja schon bekannt war das dieses Gebäube Baufällig ist.

    Genaues werden die Gutachten ergeben, ich finde es jedenfalls unverantwortlich das man im Wissen dieses Unsicherheitsfaktors zwar das für 16 Uhr angesetzte Jugendtrainig abgesagt hat, aber das Freie Laufen trotzdem stattfinden konnte. Hierfür denke ich gibt es keine Entschuldigung und ich denke dafür wird wohl die Stadt mit samt den Verantwortlichen wohl gerade stehen müssen.

    In meinem Lexikon fehlt das Wort unmöglich!

    ASR Computer & PA Technik
    André Ruhnau
    Rosenstr.6
    78598 Königsheim

  • Reini
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    • 3. Januar 2006 um 16:31
    • #3

    ....das wird unter den Tisch gekehrt und vergessen.

    http://www.hifi-reini.de/News.htm

  • binson
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    • 3. Januar 2006 um 16:51
    • #4

    Das glaubst Du doch nicht wirklich, oder? Bei 11-15 Toten wird es genügend Angehörige geben, die das zu verhindern wissen.

    Wenn man den Berichten glauben darf, dann kam das Unglück nicht allzu überraschend. :?

    Bleibt die (rhetorische) Frage, die wir uns jeden Tag stellen sollten:
    Ist die Veranstaltung bzw. das Geld wichtiger oder vielleicht doch die Sicherheit der Besucher?

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    • 3. Januar 2006 um 18:41
    • #5

    Am Rande: Wenn Ihr größere Lasten in eine Halle hängt, dann schaut Euch genau die dazugehörende Statik an. Nicht selten ist eine Halle zu einer Zeit gebaut worden, in der noch nicht gerigget wurde und somit auch keine Lasten dafür eingeplant wurden. Der Statiker kann dann hingehen und die Schneelasten (Schnee gab's früher auch schon... :wink: ) entsprechend "umwidmen". Schneelasten und Rigging geht dann aber nicht gleichzeitig, und da steht dann ein entsprechender Satz in der Statik. Den sollte man nicht übersehen!

    Bitte keine fachlichen Fragen per PM - Inhaber von dBmess

  • buzztee
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    • 3. Januar 2006 um 19:17
    • #6
    Zitat von "Kracky"

    ich finde es jedenfalls unverantwortlich das man im Wissen dieses Unsicherheitsfaktors zwar das für 16 Uhr angesetzte Jugendtrainig abgesagt hat, aber das Freie Laufen trotzdem stattfinden konnte.


    Das Training war erst für 19.00 Uhr angesetzt. Da man aufgrund der anhaltenden Schneefälle befürchtete, dass die Belastungsgrenze in den Abendstunden erreicht werden könnte, wurde diese Vorsichtsmaßnahme getroffen. Zum Zeitpunkt des Einsturzes lag die Schneebelastung Messungen zufolge jedoch noch weit unter den Grenzen.

    Die Ursache lag wohl entweder in falschen Messungen (immerhin war es sehr nasser Schnee und was der anrichten kann, haben wir in NRW gesehen) oder an der inzwischen doch recht sanierungsbedürftigen Hallenkonstruktion. Warten wir's ab, was die Untersuchungen ergeben. Die Verantwortung jedoch gleich auf die Betreiber abzuwelzen halte ich für verkehrt.

  • test
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    • 4. Januar 2006 um 12:04
    • #7

    auch wenn es keinem weiter hilft, aber wir glauben in einer gesellschaft zu leben ohne risiko. dieser fall wird wieder so ausgehen, das sie einen armen hallenhausmeister hängen und gut.
    wir leben und mit der geburt fängt das risiko an auch zu sterben. es gibt natürlich auch sinnlose unfälle wie in der schrägbahn in kaprun. trotzdem ist unser aller leben auch immer m it ein wenig glück verbunden.
    morgen können wir im bus sitzen und der busfahrer pennt ein. alle schieben dann die schuld auf den armen teufel. das ihm durch die blume aber gesagt wird, das er 25h fahren soll, wird geflissentlich verschwiegen. es ist oft zwar ein 'schuldiger'. in wirklichkeit aber das 'system'.
    wer von uns noch nie was getan hat, an das er sich heute nicht mehr ungerne erinnert, der werfe den ersten stein. wie oft hat man einfach nur glück?

    http://www.crystal-hannover.de
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    • 23. Januar 2006 um 12:41
    • #8
    Zitat von "SPIEGEL online"

    In Niederbayern ist das Dach einer Reithalle zusammengebrochen. Nur wenige Stunden zuvor hatten sich noch Menschen in der Halle befunden. Die Konstruktion war die gleiche wie bei der Eishalle in Bad Reichenhall, deren Dach kürzlich 15 Menschen unter sich begraben hat.

    Bernried - Das Dach der Reithalle in der Nähe des niederbayerischen Bernried stürzte in der Nacht zum Sonntag ein. Verletzt wurde niemand, wie ein Polizeisprecher sagte. "Wir hatten großes Glück, bis 18 Uhr herrschte dort noch Reitbetrieb."

    Eingestürzte Reithalle in Bernried: Konstruktion ähnelt der Eishalle in Bad Reichenhall
    Das Holzdach, eine Leimbinderkonstruktion wie in Bad Reichenhall, sei vermutlich wegen der schweren Schneelast eingestürzt. Am Samstagabend fielen den Angaben zufolge rund zehn Zentimeter Schnee in dem Ort nahe Deggendorf. "Auf dem Dach lagen dann schätzungsweise 80 Zentimeter Schnee", sagte der Sprecher. Diesem Gewicht habe die Konstruktion offenbar nicht standgehalten.

    Da auch die angrenzenden Stallungen einsturzgefährdet waren, wurden 16 Pferde in Sicherheit gebracht. Der Schaden wird den Angaben zufolge auf eine halbe Million Euro geschätzt.

    Beschädigte Leimbinder stehen im Verdacht, für den Einsturz der Bad Reichenhaller Eishalle am 2. Januar verantwortlich zu sein, bei dem 15 Menschen starben und 34 verletzt wurden. In der vergangenen Woche waren aus Sicherheitsgründen eine Sporthalle im unterfränkischen Lohr sowie zwei Eissporthallen in Senden bei Neu-Ulm und Deggendorf gesperrt worden.

    In Tschechien kam es zu einem ähnlichen Vorfall: In Ostrava (Ostrau) ist das Dach einer Tankstelle eingestürzt. Verletzt worden sei niemand, teilte die nordmährische Feuerwehr mit. Die Deckenkonstruktion sei auch hier unter der Last von feuchtem Schnee zusammengebrochen.

    Erst vor kurzem war deshalb ebenfalls in Ostrava das Dach einer Filiale des deutschen Discounters Lidl eingestürzt. Dabei war eine Angestellte verletzt worden. Bei der anhaltenden Kältewelle wurden in Tschechien am Wochenende Temperaturen bis zu minus 24 Grad befürchtet.

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  • skyper
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    • 23. Januar 2006 um 13:03
    • #9

    und gleich noch ein paar Dinger hinterher:

    http://www.br-online.de/bayern-heute/a…allen/index.xml

    Hallendach bei Passau eingestürzt
    In Bayern ist ein weiteres Hallendach zusammengebrochen. Zum Glück handelt es sich bei dem Gebäude in Tittling bei Passau jedoch nur um eine leer stehende Produktionshalle, Menschen kamen nicht zu Schaden. In den vergangenen Tagen wurden mehrere Gebäude in Bayern geschlossen, die ähnlich konstruiert sind, wie die eingestürzte Halle in Bad Reichenhall.
    Auch in Tittling war das Dach der 2.800 Quadratmeter großen Halle mit einer Leimbinderholzkonstruktion errichtet worden. Besonders brisant: Noch wenige Stunden vor dem Einsturz war ein Statiker vor Ort gewesen, um die Schneelast auf dem Dach zu prüfen. Der Eigentümer des Gebäudes sagte in einem Gespräch mit dem Bayerischen Rundfunk, er halte es für unwahrscheinlich, dass die Decke aufgrund der Schneelast eingestürzt ist.

    Parkhausdach vor Einsturz

    Im obersten Geschoss eines den Traunsteiner Parkhauses wurden bei Kontrollen sechs Zentimeter lange Risse in den Leimbindern der Dachkonstruktion festgestellt. Das oberste Deck wurde daraufhin komplett gesperrt. Das Dach wurde mit Eisenträgern abgestützt und von der Schneelast befreit. Die Schneehöhe betrug zwischen einem halben und mehr als einem Meter Schnee. Dabei stellte ein Statiker fest, dass die Schneelast für die Dachkonstruktion viel zu groß war: Auf dem Dach lag eine Schneelast von 355 Kilogramm pro Quadratmeter. Berechnet war die Konstruktion für eine Belastung von rund 160 Kilogramm. Das
    Traunsteiner Parkhaus ist nur wenige Jahre alt.

    Gesperrte Halle in Deggendorf
    In Senden im Kreis Neu-Ulm wurde bei der Eishalle festgestellt, dass drei der insgesamt 22 Stützen nass sind. Das bestätigte Bürgermeister Kurt Baiker am Donnerstag. Da feuchtes Holz "schlagartig" an Tragfähigkeit verliere, würden Fachleute nun jeden einzelnen Träger und jede Stütze der 24 Jahre alten Halle untersuchen. Dies werde mindestens einen Monat lang dauern. Wie in Bad Reichenhall wurde auch in Senden verleimtes Holz als Baumaterial verwendet. Erst Anfang der Woche war im niederbayerischen Deggendorf das dortige Eisstadion wegen bis zu vier Meter langer Risse in den Leimverbindungen der Dachkonstruktion gesperrt worden.

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