...Filter höherer Güte.
Hallo zusammen,
ich würde mir gerne noch mal ein paar Basslautsprechergehäuse bauen.
Wie ich aus einem anderen Threat entnommen habe, hat man bei
Bassreflexboxen im Bereich der Resonanzfrequenz der Öffnung ein
Problem mit Ein- und Ausschwingverhalten, weshalb es zu unsauberer
Impulswiedergabe kommen soll.
Das deckt sich auch mit meiner eigenen Erfahrung, denn ich hatte mir
mal vor vielen Jahren ein Bassreflex-System gebaut mit zwei EVX180,
welches zwar mordsmäßige Pegel erreichen konnte, aber längst nicht so
sauber klang, wie die geschlossenen Boxen eines Freundes mit relativ
günstigen Monacor-15-Zollern.
Wir hatten uns damals immer gekappelt, wer denn nun die besseren
Boxen hätte. Vom Pegel her auf jeden Fall meine, von der kollosalen
Sauberkeit auf jeden Fall die des Freundes.
Damals dachte ich, er hätte einfach Glück gehabt, denn im Gegensatz
zu mir hatte er gar nichts berechnet.
Später habe ich gelesen, dass Lautsprecher mit sehr hoher mechanischer
Güte aus unerfindlichen Gründen grundsätzlich immer besser klingen
würden. Und siehe da: Die Monacor-15-Zoller hatten alle Güten von 8-12.
Mein EVX viel weniger. Genaue Werte habe ich leider vergessen.
Irgendwann hatte ich meine EVX mal in größere Gehäuse gebaut mit
selbst gebauter Passivmembran, die ebenfalls eine extrem hohe
mechanische Güte hatte. (bei sehr niedriger Abstimmung)
Und siehe da: Sehr hohe Pegel und sehr sauber, aber riesengroß.
Prinzipiell sollten Passivmembranen ja auch Probleme im Ein- und
Ausschwingverhalten haben. Da muss ja eine Riesenmasse erst mal in
Bewegung gesetzt und nachher wieder schlagartig gestoppt werden.
Keine Ahnung, warum das trotzdem so sauber klang.
Aufgrund der Größe und weil die Passivmembranen mit der Zeit
ausleiterten habe ich dann die Lautsprecher wieder in BR eingebaut.
Nun würde ich mir gerne ein paar Bässe mit den RFC- 18Dingenskirchen
401 bauen und zwar in einem geschlossenen Gehäuse.
Dabei stinkt es mir nur, dass ich schon bei relativ hohen Frequenzen
einen Abfall von 12db/okt habe, nach unten hin, wodurch ich trotz den
riesigen 18ern dann kaum Tiefbass hätte.
Jetzt die entscheidende Frage:
Wenn ich sehr tiefe Frequenzen mit einem Equalizer oder mit einem
Filter hoher Güte anheben würde: Würde sich dadurch das Ein-und
Ausschwingverhalten verschlechtern?
Ich befürchte das deshalb, weil Filter oder Equalizer ja auch nichts
anderes sind, als Resonanzglieder, die nach einem Impuls ja auch
noch nachschwingen und auch ihre Zeit brauchen, bis sie eingeschwungen
sind.
Oder ist das was anderes als die Resonanzen der mechanischen Luftsäule
bei BRs?
Danke, dass ihr Euch die Mühe gemacht habt, meinen langen Text zu
lesen und eventuell Fragen zu beantworten.
Viele Grüße
Karl