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  4. Selbstbau und Reparatur Technik

SNT Bastelstunde: gesteuerte Halbbrücke

  • manuela
  • 15. Februar 2006 um 09:44
  • manuela
    Beiträge
    9.103
    • 15. Februar 2006 um 09:44
    • #1

    Ich hab folgendes Problem:

    Gesteuerte Halbbrücke (liefert etwa 300 Watt) auf einen ETD34N67, das kalte Ende der Primärspule liegt über je einen 1uF an Spannung bzw. Primäre Masse. Fetties = 2x IRF840 im Gegentakt. Hinten das Übliche, mit TL431 und Optokopller blabla.

    Es kommt nun dazu daß das kleine SNT die beiden Kondensatoren verwüstet, aktuell hats da WIMA mit 630V=, sie kriegen knatternde Durchschläge. Die Primärspule hat 24 Wdg. 60x01, Trafospalt = eine Schicht Gaffa

    Ich suche somit die idealen Kondensatoren für den Zweck ! Low ESR, da geht der gesammte Saft drüber, und eben "dicht". Was nimmt man dafür am besten? Eventuell ein Rudel Keramikscheiben parallel ?

    die Feuerzeuge der Gäste sind kleine Sterne die am Himmel unseres Alltags weiterleuchten.

    Einmal editiert, zuletzt von manuela (15. Februar 2006 um 09:59)

  • Henne
    Beiträge
    1.580
    • 15. Februar 2006 um 09:59
    • #2

    Für HF sollen die FKP sehr gut gehen. Die MKT machten Probleme mit Abwärme und internem Treeing.

    Werden die Caps heiß oder schlagen sie einfach nur durch? Bei letzterem hilft nur eine höhere Spannungsfestigkeit...

    Henne's Sites

  • manuela
    Beiträge
    9.103
    • 15. Februar 2006 um 10:00
    • #3

    sie werden nicht grade heiß aber ziemlich warm. 230kHz

    die Feuerzeuge der Gäste sind kleine Sterne die am Himmel unseres Alltags weiterleuchten.

  • DJ Jerolm
    Verifiziert
    Beiträge
    549
    • 15. Februar 2006 um 10:48
    • #4
    Zitat von "Manuela"

    Gesteuerte Halbbrücke...Trafospalt = eine Schicht Gaffa

    Oh böses Foul :D ein Luftspalt macht aus dem Trafo einen Flybacktrafo. Bei ner Halbbrücke möchtest du die Energie aber direkt übertragen und nicht wie bei nem Flyback (wo dann ein Luftspalt nötig wäre) im Trafokern speichern um sie in der Abschaltphase der primärseitigen Fetties auf die Sekundärseite zu entladen.

    Oder soll das was resonantes werden? Dann brauchst du aber trotzdem einen Trafo ohne Luftspalt und eine zusätzliche kleine Ringkernspule als Induktivität.

  • manuela
    Beiträge
    9.103
    • 15. Februar 2006 um 11:33
    • #5

    ich probiers gern nochmal ohne Gaffa
    Aber siehst du darin die Ursache für gebratene Wickelkondensatoren?
    Ansonst funktioniert es ja wie gewünscht, die Leistung steht ohne Wenn und Aber zur Verfügung.

    Wie schon gesagt sitzen die beiden C zur Gleichspannungsentkopplung am kalten Ende der Primärspule, einer gegen +300V, der andere Gegen die -300V bzw. Primäre Null (also da wo du den 3t. und 4t. Fettie hast 8) ). Und das Ding arbeitet als Durchflußwandler.

    die Feuerzeuge der Gäste sind kleine Sterne die am Himmel unseres Alltags weiterleuchten.

  • DJ Jerolm
    Verifiziert
    Beiträge
    549
    • 15. Februar 2006 um 12:04
    • #6
    Zitat


    Aber siehst du darin die Ursache für gebratene Wickelkondensatoren?


    Jo :wink:

    Ein normaler Trafo hat eine sehr große Hauptinduktivität. Das ist die Induktivität die im Ersatzschaltbild -einfach gesagt- zwischen den beiden Anschlüssen der Primärwicklung liegt. Man möchte sie möglichst groß haben, dann stört sie nämlich nicht. Der Kern soll ja Energie übertragen und nicht speichern.

    Durch den Luftspalt wird diese Induktivität klein und der Trafo wird immer mehr zur Drossel. Mit deinen C's bildet das einen Schwingkreis. Es kann sein, dass das SNT aus der Steckdose kaum Strom zieht, zwischen dem Zwischenkreis und der Schaltung können aber hohe Ströme unbemerkt hin und her fließen -> C's getoastet. Die Fetties müssen sich dabei nicht unbedingt auffällig erwärmen.

  • manuela
    Beiträge
    9.103
    • 15. Februar 2006 um 12:05
    • #7

    Ich bau jetzt mal je 2x parallel ERO FKT 0.47/250~ ein, das sind die grauen mit den vielen VDE-Stempelchen. Mal schaun ob das auch kokelt :oops:
    und das Gaffa kommt raus.

    die Feuerzeuge der Gäste sind kleine Sterne die am Himmel unseres Alltags weiterleuchten.

  • manuela
    Beiträge
    9.103
    • 16. Februar 2006 um 07:58
    • #8

    Vorläufiges Ergebnis:

    1. Die ERO Kondensatoren tun, werden aber ebenfalls warm.

    2. Das Regelverhalten hat sich geändert, die Pulsbreite hat zugenommen, das sieht mir nach einer Leistungseinbuße aus. Jedoch sind die geforderten 300W nach wie vor stabil verfügbar. Vermutlich kann es sogar einiges mehr wenn man es wissen will. Somit scheint die dünne Lage Gaffa doch nicht ganz verkehrt gewesen zu sein?
    Das ist eben richtiges Basteln, sowas macht Spaß.

    Abschließend: Ist es vertretbar wenn die Kondensatoren wärmen?
    Alternativ könnte ich nun 4 bzw 6 Stück 0,22uF einbauen um das nochmals zu verteilen.

    die Feuerzeuge der Gäste sind kleine Sterne die am Himmel unseres Alltags weiterleuchten.

  • DJ Jerolm
    Verifiziert
    Beiträge
    549
    • 16. Februar 2006 um 10:02
    • #9

    Zu 2)

    Ich nehme an der Punkt bezieht sich auf einen Aufbau ohne Gaffa.
    Es kann dabei durchaus sein das die Pulsbreite zunimmt, und das ist auch ganz natürlich. Mit Gaffa hattest du einen Reihenschwingkreis. Dabei kann es passieren, dass am C und L Spannungen entstehen, die größer sind als die angelegte Spannung, eben ein Reihenschwingkreis :? . Wenn am internen L des Trafos nun wegen dem Schwingkreis eine größere Spannung entsteht als erwartet, dann wird diese natürlich auch auf die Sekundärseite transformiert. Die Regelung nimmt dann natürlich das Tastverhältnis zurück, so dass es kleiner ist als du erwartet hast. Ohne Gaffa entsteht keine Spannungsüberhöhung, also dreht die Regelung das Tastverhältnis auf.

  • Henne
    Beiträge
    1.580
    • 16. Februar 2006 um 10:20
    • #10

    ...wobei dann keine höheren Ströme fließen sollten.

    Und Caps sollten grundsätzlich nicht warm werden. bei HF bedeutet das meistens, dass das Dielektrikum damit nicht klarkommt und überhitzt.
    (Zuerst wird's verdächtig heiß, dann knisterts, dann DUCKEN (bei mir gab's bislang zwar nur Funkenschlag aber bei anderen solls die Teile zerfetzt haben) ach ja: 8kV/30nF/600kHz Caps waren FKP1 in Serie, leider unsymmetriert...))

    Henne's Sites

  • PeterG
    Verifiziert
    Beiträge
    698
    • 16. Februar 2006 um 11:15
    • #11

    Hallo,

    da können sehr hohe Spannungen entstehen, wenn der Kreis gut abgestimmt ist!

    Beispiel: 20W HF 50 Ohm ( 31,6V) im Bereich 100kHz- 300Hz an nem Seriellen Schwingkreis bringt locker 600V über der Spule bzw Kondi. Eingesetzt dafür WIMA FKP1 2kV DC 800V AC. Wenns doch warm wird zT. in Reihe und paarallel.

    MfG
    Peter

  • manuela
    Beiträge
    9.103
    • 16. Februar 2006 um 11:40
    • #12

    das gute alte RVM weiß da genaueres zu:

    je nach Last liegen an den Fetties, sprich an den Kondensatore, zwischen 120 und 340 Volt Wechselspannung an, bei 230kHz.

    Der Wert ist gemessen: a) gegen +300V, b) gegen Primäre Masse. Beide sind annähernd gleichhoch. 8)
    Daraus folgert: 250V~ ist unterdimensioniert. Ich besorg jetzt mal diese Wima FKP mit 1000V=, das könnte es dann sein.

    Und DJ hat Recht, ohne Gaffa.

    Manu

    die Feuerzeuge der Gäste sind kleine Sterne die am Himmel unseres Alltags weiterleuchten.

  • rockopa
    Profi
    Beiträge
    490
    Marktplatz Einträge
    1
    • 16. Februar 2006 um 19:22
    • #13

    wenn sichergestellt ist, daß die positive und negative Spannungszeitfläche gleich groß sind , gibt es auch kein Sättigungsproblem durch Unsymmetrie und der Reihen-C könnte entfallen; in der Betriebsart "current mode" wäre das der Fall; dazu ist bei einer Halbbrücke natürlich ein kleiner Übertrager nötig, der die Strominformation im Primärkreis an der Steuerchip liefert; bringt von der Betriebssicherheit im Kurzschlußfall auch Vorteile.
    Ich gehe jetzt mal davon aus, daß dein SNT ein "voltage mode" design ist.
    Den Reihen-C dimensioniert man etwa so, daß bei Vollgas der Kondensator während eines Ladezyklus auf ca. 10% der halben Zwischenkreisspannung ( eine Elkospannung bei der Halbbrücke) geladen wird. Wima FKP ist sicher die beste Wahl; notfalls einige kleine parallelschalten

  • manuela
    Beiträge
    9.103
    • 16. Februar 2006 um 19:50
    • #14

    Stimmt, ist ein Voltage Mode Design,

    Es gibt den "Taktgeber", der wird über die Lichtschranke und das TL431 von der Ausgangsspannung her gesteuert.
    Es gibt einen nachgesetzten Treiber (simpel das IR2110), der hat eine kleine Kippschaltung davor die ihn muten kann, diese wird von genanntem Kleinsttrafo bedient ( eine halbe Wdg Primär, im Ausgang der Fetties), das funzt somit als Strombegrenzung bei Überlast.
    Dann hats noch eine Hilfsspannungserzeugung 15V zum füttern der Innereien.

    Nachteilig an diesem kleinen SNT ist, daß ein Durchwatzen der Fetties den Laden vermutlich gründlich ruiniert da ich nicht, wie DJ Jerolm, Treibertrafos eingefügt habe. Vorteil: es ist klein. Das Ding ist als Einweg-SNT konzipiert, wenn kaputt einfach neues rein. Der Reparaturaufwand übersteigt einen Austausch eh :P

    die Feuerzeuge der Gäste sind kleine Sterne die am Himmel unseres Alltags weiterleuchten.

  • Henne
    Beiträge
    1.580
    • 16. Februar 2006 um 20:57
    • #15

    IR2153D

    Schau ihn Dir mal an. Dürfte sogar billiger als Dein Driver sein :D
    Alle genannten ShutDowns kannst Du auch an den CT-Pin packen. Reparatur kannt Du dann wirklich vergessen - es sei denn Du willst den DIP aufsägen :D

    Ich glaube aber, ich hatte Dir das teil aber schon mal vor 0,5a gezeigt...

    Das Ding geht aber nur mit einstellbarer fester Frequenz - falls Du ein selbstregelndes resonant design verfolgst -> haken

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