Hi Leute,
erst mal Lob für alle Schreibenden für eure Beiträge. Hab schon viel intersanntes gelesen.
Nun zu meiner Frage:
Braucht man für live-Gesang auch einen Kompressor?
Wenn ja, wird der über die Insert eingeschleift?
DANIEL
Hi Leute,
erst mal Lob für alle Schreibenden für eure Beiträge. Hab schon viel intersanntes gelesen.
Nun zu meiner Frage:
Braucht man für live-Gesang auch einen Kompressor?
Wenn ja, wird der über die Insert eingeschleift?
DANIEL
Zitat von "kirchmeier"Braucht man für live-Gesang auch einen Kompressor?
Nicht unbedingt. SängerInnen mit wirklich guter Mikrofonbeherrschung brauchen den definitiv nicht, bei allen anderen (und das sind geschätzt über 90%) kann der Pegelknecht durchaus hilfreich sein. Wenn es die verfügbare Technik aber nicht ermöglicht, den Kompressor aus dem Monitorweg für den Sänger rauszuhalten, handelst Du Dir möglicherweise mehr Probleme (Feedbackgefahr) ein, als Du damit löst.
ZitatWenn ja, wird der über die Insert eingeschleift?
Ja.
--
Jeremy
Ob man ihn braucht? Das muss man von Fall zu Fall unterscheiden.
Bei einer Opernsängerin ist er total fehl am Platze, beim Frontsänger einer mittelklassigen Top40 Kapelle nutze ich ihn fast immer.
Es hängt davon ab wie gut der Sänger seine Dynamik im Griff hat.
Und wenn man ihn benutzt, dann sinnvollerweise im Insert.
Geschmackssache, ob man einen braucht...
Da die menschliche Stimme einen enormen Dynamikumfang hat bietet es sich jedoch an (hier sieht man meinen Geschmack ;-)).
Ja, er wird über den Insert eingeschliffen.
als "Safety" schleife ich eigentlich immer einen Kompressor ein, auch wenn der Sänger ihn nicht unbedingt benötigt, wird dann so eingestellt das er nur die Spitzen fängt, so bleibt die Dynamik erhalten und die Sänger können auch mal kurzzeitig Gas geben, ohne das es gleich die Anlage sprengt ....
Jeremy: Diese Behauptung finde ich oft, auch den Tipp, dann mit Y-Split einen anderen Kanal als Monitorkanal zu verwenden. Wenn ich ehrlich bin, verstehe ich es aber nicht. Warum sollte die Feedbackgefahr steigen? Wenn ich den Kompressor so einstelle, wie er eigentlich gehört, also, dass er bei 3-6 db+ erst greift, dann presse ich mir nicht das Signal in den Mulm, der untendrunter steht. Zur Not eben noch das NoiseGate, das bei den besseren Kompressoren dabei ist, einstellen, dass es etwas von dem Dreck fernhält. Wo entsteht dann das Problem? Wie gesagt, meine schlechten Erfahrungen mit Compressoren kommen aus der Zeit, wo ich noch gar nicht gewusst habe, was ich denn da eigentlich einstelle und bei -10dB Threshold erklärt sich ein Feedback von selbst.
Würde mich freuen, wenn das hier mal diskutiert wird, vielleicht verstehe ich es dann besser.
THX
Carsten
Es kommt auf die Anwendung an. Wenn man nur Spitzen abfängt (und deshalb auch kaum oder garnicht am Make-Up anheben muß), bringt der Kompressor kein gesteigertes Risiko für Feedbacks. Allerdings wird man evtl. Probleme mit dem Sänger kriegen, weil er - gegen den Kompressor ansingend - nicht mehr Pegel kriegt.
Oft wird der Kompressor aber mit viel niedrigerem threshold eingesetzt, um gesprochene oder geflüsterte Passagen (Sarah Connor läßt grüßen) hörbar zu machen. Oder stell Dir mal Nenas typisches Geschnaufe ohne starke Kompression vor.
Um hier wieder auf Pegel zu kommen, muß man eben am Output kurbeln und das hebt natürlich auch den Noisefloor uind mit ihme mögliche Feedbacks an.
Deshalb entweder Gesangsmikros splitten, erst in den Subgruppen komprimieren oder In-Ear verwenden. Bei letzterem habe ich mit ordentlicher Kompression auf der Stimme durchwegs positive Erfahrungen gemacht.
der onk
Wenn ich dann einen Kopmressor verwende, steigt dann die Feedback-gefahr in kleineren Räumen? (nicht über die Monitore)
Die Feedbackgefahr steigt immer dann, wenn die PA noch recht laut am Mikro ankommt. In beengten Verhältnissen (kräftige Reflexionen von nahen Begrenzungsflächen, nicht-optimale Positionierung der PA) kann das evtl. leichter passieren.
Aber so wie du die Fragen bisher stellst, klingt das als wolltest du eine "Pauschallösung". Sorry, die gibts nicht. Wenn du einen Kompressor benötigst, benutze ihn. Entscheide selbst, ob du nur Spitzen limitieren willst oder heftig mit reichlich Makeup Gain eingreifst. Wenn dich äußere Faktoren dabei stören (zu frühes Feedback), finde work-arounds (EQ, weniger, anderer oder letztendlich doch kein Kompressoreinsatz, den Rest leiser bzw. mehr Platz im Spektrum lassen, usw...).
Janko