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  5. Boxen und Amps

Endstufe clippt frühzeitig

  • KPC
  • 9. Juli 2006 um 12:47
  • KPC
    Beiträge
    222
    • 9. Juli 2006 um 12:47
    • #1

    Hallo!

    Habe zwei Warwick WPA 2500 Endstufen. Beide gebraucht erstanden. Eine clippt im Vergleich zur anderen sehr frühzeitig. Gefühlsmässig schon bei nem zehntel der ausgangsleistung (die wäre: 250Watt/Ch.). Der Unterschied zur anderen Endstufe ist echt gravierend. Sonst spielt sie aber total normal. Das clipping tritt auf beiden Kanälen gleichermassen auf. Das dabei zu beobachtende Verhalten ist wie bei der intakten Endstufe. Erst blinken die LED's und irgendwann etwas später, wenn das Eingangssignal weiter erhöht wird, wird die Verzerrung hörbar. Hierbei fällt auf, dass Bassschläge unkonturiert werden, also matschig. (Bei der evtl. defekten Amp). Das könnte ja auf eine unzureichende Netzteildimensionierung bzw. auf einen Defekt im Netzteil schliessen lassen. Beide Endstufenkanäle werden von einem gemeinsamen Netzteil versorgt. Bei beiden Kanälen tritt der Fehler gleichermassen auf.
    Schaltungstechnisch sind beide Amps gleich. Hab keine Unterschiede (evtl. "Serienstreuung") bei den verwendeten Bauteilen festsstellen können.
    Vielleicht hat jemand schon mal ein ähnliches Phänomen beobachtet und kann mir einen Tip zur Fehlersuche geben. Habe bis jetzt noch nix an dem Ding rumgemessen! Wollte erst mal auf nen Anhaltspunkt aus dem Forum zu der Fehlerbeschreibung warten um nicht so sehr im Dunkeln zu stochern. Also gerne alle Tips vorschlagen.
    Gruß Peter

  • KPC
    Beiträge
    222
    • 9. Juli 2006 um 14:51
    • #2

    Also hab gerad mal einige vergleichsmessungen machen können:
    Trafo/ Railspannungen bei beiden Amps nahezu (+- 65V /+- 62) identisch (ohne Signal u. Last) Was ich mir nicht erklären kann: Sekundär Spannung Trafo +- 42 Volt AC. Wie kommt man hinter dem Netzteil auf +- 65 Volt DC ?? Hängt das mit der einer evtl. zweistufigen Versorgungsspannung zusammen (Class H)? Der Trafo hat sekundäre Ausgänge mit +- 45 bzw. +- 17 Volt, ausserdem +12 und +22 Volt. Kann der Fehler bei der einen Amp vielleicht daran liegen (wir nehmen an es ist ein Class H), dass nicht mehr von kleiner auf große Versorgungsspannung umgeschaltet wird. Das würde in meinen Augen zu einem frühzeitigen Clipping führen. Stuzig macht mich dann nur, warum an den Endstufenplatinen dann die +-65 Volt auch ohne Signal und Last anliegen. In diesem Zustand sollte doch dann die niedrigere Versorgungsspannung anliegen? Oder geschieht die Umschaltung auf der Endstufenplatine selber? Dann wäre der Def. aber auf beiden Endstufenseiten der gleiche, was ich für unwahrscheinlich halte....

  • kramusha
    Beiträge
    125
    • 9. Juli 2006 um 14:58
    • #3

    Von den 45V AC kommst du auf die 65V DC, wenn du die 45V mal 1,41 (Wurzel 2) nimmst, da Scheitelwert :)

    Lg Dobse

  • montesuma
    Beiträge
    948
    • 9. Juli 2006 um 15:38
    • #4

    Sind die Deckel der dicken Kondensatoren flach oder ausgebeult oder sogar aufgerissen?

  • KPC
    Beiträge
    222
    • 9. Juli 2006 um 15:53
    • #5

    Du meinst die netzteil Sieb- Elkos? Bei einem ist tatsächlich der Boden etwas ausgebeult als würde von innen jemand mittig versuchen mit nem nagel sich den weg ins Freie zu stechen. Meinst Du der ist auf dem weg in die ewigen jagtgründe? Hatte das auch gesehen, dachte aber nicht das es so schlimm ist, da ich bei ner anderen Amp neulich nen abgerauchten Elko hatte, und es damals wesendlich spektakulärer aussah. Die Elkos sind nur 63 Volt Typen. Ist evtl. sowieso sehr dünn dimensioniert bei ner Railspannung von 65 Volt!?

  • lok1414
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    1
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    287
    • 9. Juli 2006 um 16:32
    • #6

    Hallo KPC,

    ich kenne diese Endstufe speziell zwar nicht, aber aufgeblähte Deckel/Böden bei Netzteilelkos sind ein sicheres Zeichen dafür, daß sie hinüber sind. (Das "Spektakuläre" steht unmittelbar bevor).
    Hat die defekte Endstufe die 62 V Railspanung im Gegensatz zur anderen? Dies deutet schon darauf hin, daß irgendwo Leistung verbraucht wird.
    Alte Elkos, vor allem solche im Dauerstreß (63 V Typen und anliegende 65 V= Spannung ergeben eine stark verkürzte Lebenszeit des Elkos) neigen dazu, auch einmal "ohmsch" zu werden, d.h. sie verbrauchen Leistung und senken damit die Railspannung. Diese Leistung geht i.d.R. als Wärme verloren oder bedingt im Elektrolyt chem. Prozesse -> daher auch die Blähungen an dem Elko : )
    Ich empfehle auf jeden Fall, zuerst einmal alle dieser 63 V Elkos gegen mindestens 80 V-Typen zu tauschen.
    Ich denke, ich muß nicht erwähnen hierbei unbedingt auf auf die Polarität zu achten, sonst wird es ganz schnell spektakulär.

    VIele Grüße
    Lok1414

  • KPC
    Beiträge
    222
    • 10. Juli 2006 um 01:41
    • #7

    Ok, wird gemacht! Die Railspannung des def. Amps ist auch zwischen positiv u. negativ um 1oder 2 Volt verschieden. Könnte dies auch mit dem Elko zusammenhängen?? Die leicht unterschiedliche Railspannung der beiden Amps würde ich auf den nicht ganz identischen trafo schieben. Bei der def. Amp ist ein Trafo mit sek. +- 42Volt (laut Typenschild), bei der anderen Amp einer mit +- 45 Volt verbaut. Die anderen Sek. Spannungen und Werte der Trafos sind identisch.
    Wie wirkt sich der Elko auf das "Gesamtproblem" aus. Ist er evtl. schon die Ursache? (kurzes Brainstorming: .....Das Netzteil ist mit insgesamt 4 Sieb-Elkos ausgestattet. Zwei glätten die positive, zwei die negative Railspannung. Wenn ein Elko ausfällt, schrumpft eine Kapazität auf ca. die Hälfte zusammen. D.h. Leistungspitzen in einem Rail werden nicht mehr optimal ausgebügelt. Die Versorgungsspannung bricht ein, die Endstufe clippt (in Abhängigkeit von dem betroffenen Rail) in der positiven oder negativen Signalhalbwelle deutlich schneller....)

    Wenn aber so ein Elko kaput ist, müßte die Endstufe doch auch ein deutliches brummen abgeben, da die zerhackte Gleichspannung die vom Gleichrichter kommt nicht mehr ausreichend geglättet wird. Hier läßt sich aber im vergleich zur anderen Endstufe kein Unterschied ausmachen. Oder schafft das der Spannungsregler noch zu vermeiden? Oder bin ich auf dem Holzweg?

    Vielen Dank für Eure Tips!

  • aposto [ka]
    Verifiziert
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    622
    • 17. Juli 2006 um 17:13
    • #8

    Hi,
    Hast du die Teile schon gewechselt?
    Hab hier nämlcih ne T.amp mit wahrscheinlich dem selben Problem. Da kommt einfach nichts raus !
    Funktioniert deine Endstufe jetzt wieder wie zuvor?

    ALEX

  • KPC
    Beiträge
    222
    • 17. Juli 2006 um 18:39
    • #9

    Sorry! Hatte da noch keine Zeit zu. Bin mir da auch nicht sicher, ob das wirklich nur an nem def. Elko liegen kann. Kann mir das kaum vorstellen, dass das so viel ausmacht. Vielleicht gibts ja noch jemanden hier, der das Problem kennt und mir da "Sicherheit" geben kann, dass es tatsächlich an nur so nem Elko liegen kann. Der ist ja recht schnell und leicht ausgetauscht, wenn man ihn mal bestellt hat. Für größere Reparaturen und Analysen hab ich momentan leider keine Zeit.
    Gruß peter

  • montesuma
    Beiträge
    948
    • 17. Juli 2006 um 19:30
    • #10

    Also wenn der Kopf des Elkos nicht mehr gerade ist, dann ist er mit Sicherheit defekt.

  • treibsand
    Verifiziert
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    • 18. Juli 2006 um 11:27
    • #11
    Zitat von "KPC"

    Wenn aber so ein Elko kaput ist, müßte die Endstufe doch auch ein deutliches brummen abgeben, da die zerhackte Gleichspannung die vom Gleichrichter kommt nicht mehr ausreichend geglättet wird. Hier läßt sich aber im vergleich zur anderen Endstufe kein Unterschied ausmachen. Oder schafft das der Spannungsregler noch zu vermeiden? Oder bin ich auf dem Holzweg?


    Der Ansatz ist richtig. Allerdings sollen die Elkos ja nicht nur die 50Hz raussieben, sondern auch genügend Energie bei Kurzzeitpegeln liefern; genau das tun aber deine nicht mehr.
    Bei verschobener Rail (was ja bei nur einem defekten Elko schnell passiert) hast du evtl auch einen komplett verschobenen Arbeitspunkt.
    Ich würd

      1. Elkos tauschen
      2. danach Rail prüfen
      3. Arbeitspunkt / DC-Offset prüfen
      4. Vergleichstest zwischen den Amps


    Wahrscheinlich ist es schlau, bei gebrauchten Amps gleich ALLE Siebelkos zu tauschen, bevor dir der nächste abraucht, bzw. das Netzteil garnicht erst volle Leistung bringt. Die anderen sind halt auch gealtert.
    Die unterschiedlichen Trafos lass ruhig erstmal aussen vor. Wahrscheinlich sind das eher produktionsbedingte "Streuungen".

    ...hauptberuflicher Sarkastiker.

  • manuela
    Beiträge
    9.103
    • 18. Juli 2006 um 13:09
    • #12

    wir prüfen bitte auch die Gleichrichterdioden. :idea:

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