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  4. Selbstbau und Reparatur Lautsprecher und Boxen

Populäre Kurzhörnchen - und andere Wege Fehler zu umgehen.

  • vondralbra
  • 13. August 2006 um 11:56
  • vondralbra
    Beiträge
    207
    • 13. August 2006 um 11:56
    • #1

    Kurzhörnchen aller Art scheinen Momentan auf dem Zenit ihrer Popularität angelangt, zumindest gilt das für widerständische Zeitgenossen in diesem und anderen Foren.

    Warum soll das Ganze so gut funktionieren, diese Frage stellte ich mir die Tage des öfteren, zumal auch von recht kleinen Stacks mit 3 oder 4 Kurzhörnchen in den 60x60x60 cm messenden Gehäusen geredet wird.

    Unterhalb der eigentlichen Hornfunktion, und diese liegt oberhalb der 100 Hz, sind diese Kurzhörnchen eher CB's mit angeschlossenem Duct, oder je nach Bauart eben BR's. Nichts was mich jetzt besonders umhauen würde eben, im Gegenteil, solche Hörner haben ja auch zu allem Überfluss noch gehäusebedingte, stärkere Resonanzen aufzuweisen als alternative Gehäusekonstrukte.

    Wo aber ist der eigentliche Vorteil zu suchen? Der Hauptunterschied liegt also im Bereich von über 100 Hz, in diesen untersten Grundtonbereichen die auch auf Brust und Magen drücken und noch viele Kleininformationen der Musik beinhalten liegt m.E. der Schlüssel.
    Da das Gesamtsystem für eine ausgeglichene Wiedergabe eh entzerrt werden muss sehe ich den Schalldruckvorteil im Bereich von über 100 Hz nicht als zwingend entscheidend an, gut - etwas kleinere Membranauslenkungen vielleicht und etwas Amping eingespart.

    Aber...nach mehreren Simulationen in denen verschiedene Räumlichkeiten und Aufstellungsarten (ich bin kein Simulationshöriger) komme ich nun zu dem Schluss, dass diese Kurzhörnchen im Frequenzbereich ab ca. 100 Hz aufstellungsunkritischer sind.

    Soll heißen: Eine BR oder CB wird in der Regel eben hingestellt wo Platz ist, ohne zu überlegen, welche Interferenzen in welchen Bereichen zu erwarten sind. In der überwiegenden Anzahl praxisbezogener Aufstellungssimulationen passieren gerade im Bereich um die 100-200 Hz die größten Probleme durch Interferenzen, sogar komplette Auslöschungen der breitbandigen Art über fast eine ganze Oktave sind keine Seltenheit.

    Die Aufstellung direktstrahlender Systeme ist hier also mit besonderer Aufmerksamkeit in Abhängigkeit der Location auszuführen (sofern möglich) um ein ideales Ergebnis zu erzielen. Gelingt dies, so ist mit einem sehr guten Ergebnis zu rechnen, welches im Druck mit den Kurzhörnchen auch mithalten kann und deutlich mehr Tiefgang aufweist. Einige haben solche Aha-Erlebnisse ja auch schon gehabt, bzw. darüber berichtet.

    Die richtige Aufstellung ist aber nur mit genügend Erfahrung zu machen und teilweise oder oft gar nicht möglich da entsprechende Positionen für die Boxen vom Veranstalter vorgegeben werden. Nun, genau das ist jetzt die Crux, man könnte vielleicht wenn man wollte, aber dürfen soll man nicht.

    Bei den Kurzhörnchen sieht die Sache da freundlicher aus. Durch die teilweise gerichtete Abstrahlung im Grundtonbereich verlieren sich einige der Interferenzprobleme im akustischen Umfeld, das System ist leichter aufzustellen und spielt eben in diesem Bereich präziser und direkter (lassen wir mal die Resonanzen der Gehäuse außen vor).

    Umkehrschluss: Nehme ich 2 relativ breite BR-Gehäuse (>80cm) und stelle diese in schmaler V-Form (zum Auditorium hin öffnend) auf, lege darauf eine Platte oder stelle ein weiteres Boxenpärchen darüber, so hab ich vermutlich einen ganz interessanten Kompromiss zwischen interferenzunempfindlichkeit von Kurzhörnchen und der tieferen unterer Grenzfrequenz von BR und CB, ohne dabei unnütz Volumen zu verschenken.

    Ballabgabe...

  • unknown_artist
    Beiträge
    2.849
    • 13. August 2006 um 12:43
    • #2

    Frage - in welchem System wird die Pappe besser bedämpft - eine 4er Stack BR - oder in einem gleichgroßen Stack Kurzhörner?(nimm mal die momentan populärsten Konstrukte als Beispiel). Wo liegt im 4er Stack die Sensivity im Nutzbass(so zwischen 50 und 100 Hz)?

    Für eventuell enthaltene Ironie übernimmt der Verfasser dieses Beitrags keine Haftung

  • SRAM
    Profi
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    6
    Beiträge
    5.548
    • 13. August 2006 um 14:49
    • #3
    Zitat

    in welchem System wird die Pappe besser bedämpft

    Vieleicht sollte man fragen, in welchem Konstrukt die "Pappe" besser entdämpft wird, d.h. in welchem Konstrukt die Einbaugüte auf den gewünschten Wert (für die Boooommmm Fraktion ggf. > 1, für bassies ca. 1., für Puristen knapp über 0.7 und für die Liebhaber Bass Brut < 0.7) unter möglichst wenig Volumenverbrauch bei gleichzeitig maximalem Wirkungsgradanstieg und ggf. Erweiterung der unteren Grenzfrequenz angehoben wird ?

    .......IMHO zielführend....

    Gruß SRAM

    I watched a snail crawl along the edge of a straight razor. That's my
    dream. That's my nightmare. Crawling, slithering, along the edge of a
    straight razor, and surviving.

  • vondralbra
    Beiträge
    207
    • 13. August 2006 um 15:20
    • #4

    BR hat bei mir eine Güte von unter 0,5 - fg 38 Hz 150 Liter Volumen. Das dürfte in etwa auf's Gleiche rauskommen, aber für kleine Geschichten halt eine halbe Oktave mehr in Keller. Die mittlere Ausschwingzeit beträgt 25 ms, klanglich staubtrocken auch bei Pegel.
    Mich bewegt wirklich die definierte Schallabstrahlung über 100 Hz ein wenig mehr in Verbindung mit der Theorie ob das auch mit entsprechender Aufstellung der Boxen zu machen wäre....

  • Kracky
    Profi
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    Beiträge
    12.055
    • 13. August 2006 um 15:32
    • #5

    Ich würde mal sagen, zum einen ist Horn, wenn es dann wirklich Horn ist, bestens skalierbar, ich habe mit mehreren eine wirklich große Mundöffnung und auch entsprechend Tiefgang und wenn entsprechend gebaut kann ich aus meiner Leistung doch einiges mehr machen, was ich ja bei BR gerne verbrate. Der Transport von den dazu auchnoch schön kleinen Kisten ist auch sehr angenehm. Die VA Brache geht halt langsam über zu MiniMax, mit minimalstem Aufwand ein maximal mögliches Ergebnis zu erzielen.

    In meinem Lexikon fehlt das Wort unmöglich!

    ASR Computer & PA Technik
    André Ruhnau
    Rosenstr.6
    78598 Königsheim

  • vondralbra
    Beiträge
    207
    • 13. August 2006 um 16:36
    • #6

    Die Frage bleibt. Kann man entsprechend dimensionierte Gehäuse allein durch die Anordnung bei der Aufstellung so arrangieren, dass im Endeffekt eine ähnliche Funktion wie bei Kurzhörnern entsteht?

  • Sound-Klinik
    Verifiziert
    Beiträge
    7.900
    • 13. August 2006 um 20:26
    • #7
    Zitat von &quot;unknown_artist&quot;

    ... eine 4er Stack BR - oder in einem gleichgroßen Stack Kurzhörner?(nimm mal die momentan populärsten Konstrukte als Beispiel). Wo liegt im 4er Stack die Sensivity im Nutzbass(so zwischen 50 und 100 Hz)?


    ... der Schnittpunkt (bzw. die Frequenz, wo es "gleichlaut" ist) wird jedenfalls zum Leidwesen vieler BR-Befürworter deutlich unter 100 Hz liegen ...

    Zitat von &quot;vondralbra&quot;

    Kann man entsprechend dimensionierte Gehäuse allein durch die Anordnung bei der Aufstellung so arrangieren, dass im Endeffekt eine ähnliche Funktion wie bei Kurzhörnern entsteht?


    ... bei BR: nö.

    Das von Dir beschriebene Phänomen wird übigens (auch in akustisch ungünstigeren Locations !) bei einigen Basshybriden beobachtet. :D

  • vondralbra
    Beiträge
    207
    • 14. August 2006 um 08:39
    • #8
    Zitat von &quot;vondralbra&quot;

    Kann man entsprechend dimensionierte Gehäuse allein durch die Anordnung bei der Aufstellung so arrangieren, dass im Endeffekt eine ähnliche Funktion wie bei Kurzhörnern entsteht?


    ... bei BR: nö.

    Was hat die Schallabgabe oberhalb 100 Hz noch mit BR zu tun?

  • Sound-Klinik
    Verifiziert
    Beiträge
    7.900
    • 14. August 2006 um 08:45
    • #9
    Zitat von &quot;vondralbra&quot;

    Was hat die Schallabgabe oberhalb 100 Hz noch mit BR zu tun?


    ... es geht dabei nicht nur um den (kleinen, direktabstrahlenden ...) Vent, sondern die Membranfläche vom (direktabstrahlenden) Chassis im Vergleich zur Mundfläche eines Hörnchens ...

  • hp
    Reaktionen
    131
    Beiträge
    743
    • 15. August 2006 um 20:49
    • #10

    @ vondralbra
    Ich habe in dieser Angelegenheit die gleiche Meinung ,
    und habe mir hier im Forum deshalb schon die Finger wund geschrieben .
    _____________________________________________

    Das nun einige Leute immer wieder für kleine Hörner werben ,
    führe ich darauf zurück , daß die wenigsten jemals ein
    funktionierendes (Bass) -hornsystem gehört haben .

    (Bass) -hörner gehören in die Großbeschallung ,
    wo (bei geeigneter Konstruktion) hervorragende Ergebnisse erzielt werden ,
    die BR oder CB in jeder Hinsicht klar überlegen sind .

    Übrigends "... den Schnittpunkt (bzw. die Frequenz, wo es "gleichlaut" ist)"
    gibt es bei einem Vergleich eines richtig konstruiertem Basshorn(stack´s) mit BR gar nicht , :wink:
    das Horn ist dann im vollständigen Nutzbereich etwa doppelt so laut wie BR . :D

    Gruß HP

    die Realität ist die Summe aller Fakten

  • unknown_artist
    Beiträge
    2.849
    • 15. August 2006 um 20:57
    • #11

    ja da haste ja auch recht...nur manchmal hat man halt nicht ganz den Transportspace für solche monster ala Lab horn...
    Aber es ging hier mehr um kompaktere Beschallungen - sprich eher BR vs Kurzhorn - und da sind die "schnittlinien" interessant...
    In ganzen großen Stacks braucht man allerdings wieder die Hornlänge nicht - die kann extrem kurz werden(irgendso ein Münchner und ein Hamburger haben hörner ohne horn :P)

    Für eventuell enthaltene Ironie übernimmt der Verfasser dieses Beitrags keine Haftung

  • vondralbra
    Beiträge
    207
    • 16. August 2006 um 08:06
    • #12
    Zitat von &quot;unknown_artist&quot;

    (irgendso ein Münchner und ein Hamburger haben hörner ohne horn :P)

    Ähem...darf ich ganz kurz aus meiner Unwissenheit heraus fragen: Hä?

  • Sound-Klinik
    Verifiziert
    Beiträge
    7.900
    • 16. August 2006 um 08:34
    • #13
    Zitat von &quot;HP&quot;

    Übrigends "... den Schnittpunkt (bzw. die Frequenz, wo es "gleichlaut" ist)" gibt es bei einem Vergleich eines richtig konstruiertem Basshorn(stack´s) mit BR gar nicht , :wink:
    das Horn ist dann im vollständigen Nutzbereich etwa doppelt so laut wie BR . :D


    ... ich dachte da mehr an "zu kleinen" Hörnern bzw. bei vergleichbarem Transportvolumen (also z.B. 2 x SK-Bastelhörner im Vergleich zu 2 x BR-Kisten).
    Daß bei großen Abstrahlflächen der Abfall zu tiefen Frequenzen (wenn der Trichter entsprechend ausgelegt/schallübertragend ist ...) irgendwann zunehmend an Bedeutung verliert, war mir so neu auch wieder nicht ... :wink:

  • Sound-Klinik
    Verifiziert
    Beiträge
    7.900
    • 16. August 2006 um 10:12
    • #14
    Zitat von &quot;vondralbra&quot;

    Ähem...darf ich ganz kurz aus meiner Unwissenheit heraus fragen: Hä?


    ... gemeint sind großflächige Direktstrahler mit sehr vielen Chassis (z.T. mit mehr als 100 x 10") mit jeweils kleinen Rückkammern (d.h. hohe Einbau-fs um/über 100 Hz).
    Wenn die Strahlerfläche im Vergleich zur Wellenlänge groß genug ist, spielt die Einbau-fs - wie bei großen Hörnern - praktisch keine Rolle mehr (wird durch den hohen Strahlungswiderstand bedämpft).

    Lesetipp: Basslautsprechergehäuse (siehe unter "Quasi-URPS" ...)

  • vondralbra
    Beiträge
    207
    • 16. August 2006 um 10:25
    • #15

    Achso, Örpz, dann ist alles klar - ich konnte die geographische Zuweisung nicht einordnen,

    danke.

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