Habe mal eine kurze und schmerzlose Frage... Was sagt bei Endstufen eigentlich die Slew rate genau aus?
Slew rate ... Was sagt die aus
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Ganz plump ausgedrückt: Wie schnell die Transistoren eine bestimmte Spannung "erzeugen" können. Bei 40V/µs braucht die Endstufe also eine Mikrosekunde um einen Sprung von 0 auf 40V zu machen.
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Also quasi die Geschwindigkeit der - ich nenne es mal - "Spannungserzeugung". Hat das denn irgendwelche Auswirkungen auf den Klang oder die Eigenschaften eines Amps?
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n'abend,
Wahrscheinlich können die experten das noch besser beurteilen, aber ich halte die SlewRate eines Amps für wichtiger als seine eigentliche Leistung. Die geschwindigkeit entscheidet schliesslich über die Dynamik des Amps. Wenn bei hohen Leistungen und Amplituden das Signal nicht schnell genug aufgebaut werden kann, fehlt letzlich irgendwas. Darum hören sich schnelle amps bei gleicher Leistung auch lauter und differenzierter , irgendwie kräftiger an, als solche , die nicht fix genug sind. Nicht umsonst sind gute Amps , abgesehen von der Verarbeitung und der Bauteilqualität auch "etwas " teurer . Sehe ich das richtig ??edit: Vielleicht kann man das ganze mit der Geschwindigkeit eines TFT Displays vergleichen.... Ist der Bildschirmaufbau zu langsam, sieht das dynamische Bild verwaschen aus ..
gruss,
arnt -
Dieser Link wurde mal im Party-PA Forum gepostet:
http://amplifier.cd/Verstaerker/Wa…_bandbreite.htm
Viel zu lesen :wink: -
super Links, danke! Werde ich direkt mal lesen...
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Slew rate ist nicht nur Anstiegszeit sondern auch Abfallzeit (Zeit in der der Halbleiter sperrt)
Gemessen und angegeben werden zwei Werte:1. Anstiegszeit (Abfallszeit) in µSek - Zeit in der der Transistor von 10 auf 90% des Soll Spannungswertes gestiegen oder gefallen ist.
2. Anstiegsgeschwindigkeit (Abfallgeschwindigkeit) in Volt pro µSek. Dieser Wert beschreibt wie hoch die Spannung im Verlauf einer µSek theoretisch steigen würde, wenn die Soll Spannung unendlich hoch wäre => wobei der steilste Teil der Anstiegskurve als konstante Steigung angenommen wird.
Grundsätzlich sind schnelle Verstärker mit hoher Slew Rate wünschenswert. Nachteilig kann eine erhöhte Neigung zur Oszillation sein . Der Verstärker muß gegen Störeinstrahlung geschützt werden. Eine hohe Slew Rate und gleichzeitig hohe Stromlieferfähigkeit sind nur durch viele Transistoren erreichbar, die dann selektiert sein müssen, um einen möglicht ähnlichen Arbeitspunkt zu haben (Kennlinie). Das ist zeitraubend und verursacht hohe Produktionskosten.
Genaugenommen zeigt sich die hohe Slew Rate nur in Verbindung mit der Gegenkopplung, da diese den ungebremsten Anstieg der Spannung wieder bremsen muss. Und selbst wenn der Verstärker schnell das Schott öffnet, so muß vom Netzteil gleichermaßen zügig Nachschub kommen und immer Druck auf der Leitung bzw. Spannung in der Tüte sein. Schnelle Halbleiter verarbeiten i.d.R. nur geringe Spannungen und Ströme (Steuerungen/ Video/CPU's ect) aber dafür mit sehr hoher Geschwindigkeit (GHz CPU's
) 1000V pro µ Sek sind keine Seltenheit.
Ein Audio Leistungstransistor schafft im Idealfall vielleicht 200 V µ Sek meist bedeutend weniger. Bei PA Endstufen zählt eben nicht die Leistung eines Transistors, sondern der ganze Block muss schnell sein. Darum liegt die Anstiegszeit hier meist unter 50 V / µSekDie Befürchtung, das ein Amp mit geringer Slew Rate eine geringere Dynamik hat sind völlig unbegründet, denn:
Ein Signal von 20 kHz hat eine Anstiegszeit von 12,5 µSek pro Flanke
(also pro 1/4 Sinus).
Ein Sinus von 20.000 Hz hat eine Laufzeit von 50 µSekunden.
1 µSek ist 1/ 1.000.000 te Teil einer Sekunde.Aber: Ein Verstärker mit geringerer Anstiegszeit wird einen langsamen / weichen Hebel haben, um den Verstärkungsvorgang zu kontrollieren und korrigieren, bzw. bei einer aktiv Box das Chassis an die Kandarre zu nehmen (elektrische Dämpfung) .
Folgen einer geringen Slew rate:
- geringere Bandbreite 20-20.000 Hz (-1 dB) :shock:
- erhöhter Klirrfaktor (der kann auch andere Ursachen haben
)
- geringerer Dämpfungsfaktor / hoher dynamischer Innenwiderstand (der kann auch andere Ursachen haben
)
- ich mag den Verstärker nicht :idea: -
Aus meiner Sicht wird zu viel Brimborium um die Slew Rate gemacht.
Slew Rate ist - wie bereits gepostet - die Anstiegszeit des Transistors. Diese ist - wie von UKW gepostet - umrechenbar in die höchste Frequenz, die der Verstärker erreichen kann.
Üblicherweise wird der Frequenzgang einer Endstufe bei geringen Pegeln angegeben, man könnte ihn auch beim maximalen Output messen und käme dann auf eine in der Regel geringere Bandbreite (wie von UKW angegeben). Ich persönlich würde diese Angabe einer Slew Rate vorziehen.