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Sound von Digipulten noch wichtig ?

  • sascha-kohl
  • 19. Oktober 2006 um 19:48
  • audiobo
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    • 22. Oktober 2006 um 20:39
    • #21

    Mir ist heute am 01V96 aufgefallen, dass sich Frequenzen anscheinend schwerer "suchen" lassen, als analog. Hatte bei einem Kongress und sehr leisem Redner die ganze Zeit einen leichten Nachschwinger, durch kurbeln hab ich ihn einfach nicht finden können. Als ich mir (aus der Musik kommend) überlegt habe, welcher Ton das sein könnte (landete dann bei E) und in welchem F-Bereich dieser liegt, habe ich dann bei gewollten 320Hz (und angezeigten 315Hz) steilflankig runtergezogen und es passte.

    Es scheint also eher an einer Art "Umsetzungslatenz" des Pultes zu liegen, dass man nicht auf Anhieb das erwartete Ergebnis bekommt - anders ausgedrückt: es fühlt sich blöd an.

  • guma
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    • 22. Oktober 2006 um 20:49
    • #22
    Zitat von "AudioBo"


    Es scheint also eher an einer Art "Umsetzungslatenz" des Pultes zu liegen, dass man nicht auf Anhieb das erwartete Ergebnis bekommt - anders ausgedrückt: es fühlt sich blöd an.

    Danke für diese Beschreibung. so ähnlich hatte ich auch die Antwort auf woras Beitrag gemeint ( "umschalt" für Filterbandwechsel + die von Dir beschriebene "Verzögerungshaptik" machen möglicherweise dieses "ich muß so kurbeln" Gefühl.

  • wora
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    • 22. Oktober 2006 um 21:28
    • #23

    ein interessanter aspekt.
    denn natürlich muss in so nem digipult der befehl erstmal umgerechnet werden bis man die änderung hört. analog wird das logischerweise sofort 1:1 umgesetzt.

    aber das ist es nicht alleine. meine erfahrung ist, das ich beim arbeiten mit dem 01V definitiv mehr filter setzen muss bis es mir einigermaßen gefällt. und das ist auch mit verschiedenen speakersystemen so.
    komischerweise muss ich auch immer was im bereich 200-400Hz ziehen, da nervt irgendwas... mir gefällt diese kiste vom sound her jedenfalls gar nicht und wenn ich mal ein bisschen geld übrig habe muss wirklich was anderes her.

    beim M7 und auch beim PM5 ist das tatsächlich völlig anders, da fühl ich mich definitiv viel wohler.
    ich habe mittlerweile keine berührungsängste mit den digitalen mehr, aber man muss sich halt viel mehr vorbereiten. wenn dazu keine zeit ist (z.b. festival) finde ich die teile nicht sinnvoll. aber darum gehts hier ja nicht.
    vom sound her würde ich bei den digi-livepulten aber keinesfalls sagen das sie so schlecht sind das man nicht damit arbeiten könnte.

    mit kollegialen Grüßen
    Wolfgang

  • klausa
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    • 22. Oktober 2006 um 22:15
    • #24

    Ich denke, der subjektive Eindruck beim EQ-Knöpchen-Drehen spielt eine gewaltige Rolle für die Beurteilung des 'Klanges' eines Pultes.
    In der guten alten analogen Welt hab ich mit einer minimalen Drehung am Poti eine sofotige(!) und spürbare Wahrnehmung im Klangbild. Ich kann also schnell und intuitiv arbeiten und durch mehrmaliges kurzes Ausprobieren meinen Sound finden. (->Regelschleife)
    Bei den Digitalen ist das 'touch and feel' leider noch ziemlich unterentwickelt.
    Man dreht sich den Wolf an Endlosdecodern, um in 0,1dB Schritten laaangsam ans Ziel zu kommen und wenn man irgendwann mal angekommen ist, hat das Gehör den Anfangssound fast wieder 'vergessen', also wieder zurückkurbeln... und schließlich den EQ als schlecht empfinden.
    Dabei macht er meßtechnisch bestimmt das, was er soll, er 'fühlt' sich nur ziemlich lahm an.

    Zum Thema Sound... es ist natürlich fraglich ob ein linear (kalt) klingendes Pult für alle Anwendungen gefragt ist... Der Gesang soll ja schließlich auch 'schön' und 'voll' klingen. Und das geht eben über geradzahlige Verzerrungen, die den Digitalen (noch) fremd sind.
    Haat da vielleicht schon jemand Erfahrungen gesammelt mit Software Plugins, die verschiedenste alte analoge Geräte simulieren ?

    gegrüßt,
    der Klaus

  • audiobo
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    • 23. Oktober 2006 um 13:07
    • #25

    Noch mal zum Klang Digi-Pult:

    leider fehlt mir bis jetzt jeder Direktvergleich (aktueller Pulte im Livebereich), da auch jedesmal ein anderer Raum, andere Mikros, andere Lautsprecher zur Verfügung stehen (je nach Firma halt). Allerdings habe auch ich das Gefühl, beim 01V(96) wie auch im Studio beim alten 02R mehr Tiefmitten herausdrehen zu müssen, als analog, was allerdings auch oft wieder zu einem "kühlen", dünnen Sound führt.

    Beim 01V96 muss ich dazu sagen, dass es (die paar mal, die ich damit zu tun hatte) eigentlich immer mit 48kHz betrieben wurde und ich auch nie die Zeit hatte, es mal zum testen umzustellen.

    Grössere Digi-Pulte kann ich leider nicht vergleichen, bei meinen Jobs läuft noch sehr viel analog (auch bei Auftaggebern, die der Meinung sind, die Zukunft ist digital, aber nur (aktuelle) Analogpulte wie zB. MH3/ML usw. besitzen :wink: )

    (jetzt ich hol mal weiter aus)

    Was ich mir noch vorstellen kann, sind Unterschiede in der Pegelstruktur/Summierung der digitalen Pulte, welche den Klang erheblich beeinflussen können.
    So habe ich beispielsweise im Studio mal einen Dance-Mix (44kHz-Prod.) direkt in Logic, im internen Mixer der Audiokarte und im 02R summiert - alles ohne Wandler versteht sich - und jedes Ergebnis klang etwas anders.

    Ähnliches mit der Samplerate: eine (Mehrkanal-)Aufnahme mit doppelter Sampleraten (also 88kHz) klingt offener, naturgetreuer da sich in der Mischung, genau wie sonst im analogen, Summen- und Differenztöne (hier spielt der unhörbare Frequenzbereich über 20kHz dann doch wieder eine Rolle) bilden können. Ich habe, verglichen mit 44kHz, (im Vergleich wurden mal die Einzelspuren runtergerechnet) nicht mehr den inneren Zwang, Höhen reindrehen zu wollen.

    Allerdings lässt sich diese Erkenntnis höchstens auf Musikmischungen, nicht aber auf Konferenzen, Vorträgen etc. übertragen, bei denen man zeitgleich 1-2 Mikros offen hält, oder bei stumpfer CD-Wiedergabe.


    Ich glaube, am meisten liegt es an der Bedienung, wenn man sich nicht mit Gefühl an seine Zielfrequenz "heransweepen" kann. Allerdings ist das eigentlich genauso schlimm, wie ein tatsächlich schlecht klingender EQ, denn wer hat schon zu 100% die richtige Frequenz im Kopf?
    (ich habe relativ lange gegrübelt und bin im Kopf das Gitarren-Griffbrett hoch- und runtergegangen um besagten Nachschwinger zu finden)
    Nervig ist auch die fehlende Mittenrastung am EQ-Gain - man will zum Vergleich das EQ-Band auf Null drehen und landet, wenn man nicht aufpasst und zu schnell dreht, genau im entgegengesetzten Gain-Bereich - super :? .

  • wora
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    • 23. Oktober 2006 um 18:39
    • #26
    Zitat von "AudioBo"

    ...
    Nervig ist auch die fehlende Mittenrastung am EQ-Gain - man will zum Vergleich das EQ-Band auf Null drehen und landet, wenn man nicht aufpasst und zu schnell dreht, genau im entgegengesetzten Gain-Bereich - super :? .


    in der tat ist das ein manko, das ich ebenfalls schon mehrfach erwähnt habe.

    beim 01V96 gibts dafür aber einen trick:
    man betätigt am EQ die auswahltaste für das frequenzband welches man auf 0 stellen will... und bleibt einfach ne sekunde mit dem finger drauf. dann springt der regler in die mittelstellung.

    das hat aber mit klang auch wieder recht wenig zu tun :wink:

    mit kollegialen Grüßen
    Wolfgang

  • audiobo
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    • 24. Oktober 2006 um 13:28
    • #27
    Zitat

    das hat aber mit klang auch wieder recht wenig zu tun

    Stimmt, hab mich ein wenig hinreissen lassen, sorry... :oops:

  • foh
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    • 31. Oktober 2006 um 10:54
    • #28

    Hallo Leute,

    heisse Diskussion.
    Ich arbeite da ich im Cover-Mittelpunkt der Erde wohne sehr viel mit verschiedenen Pulten. Daher hab ich schon das verschiedenste unter den Fingern gehabt und ich bin der Meinung das man mit ausreichen Erfahrung und fingerspitzengefühl auch aus der "kleinen" Digitalpulten einen ebensoguten Sound holen kann wie aus analog. Ist zugegeben mit mehr "Arbeit" und Erfahrung verbunden aber es geht.

    Es ist lediglich eine Sache des Aufwandes !!!

    Ich mische auch lieber analog das ist keine Frage aber es geht auch digital !!!

    Grüße

    Haubssach der sound bassd

    P I A N O M A N N

    Music Management
    Jürgen Hauke
    0172 81 96 236
    Info@Pianomann-Music.de

    Zur Zeit tätig bei: http://www.BOM.tohttp://www.Moskitos.com

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