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  4. Selbstbau und Reparatur Lautsprecher und Boxen

wann setze ich Allpassfilter ein ?

  • Peerless
  • 9. Januar 2007 um 22:32
  • Peerless
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    • 9. Januar 2007 um 22:32
    • #1

    man liest ja immer wieder von den wunderbaren allpassfiltern zur korrektur der phase(oder sogar der laufzeit). nun kann ich aber in den meisten fällen auch eine im übergangsbereich gut koppelnde box mittels normaler filter realisieren.

    wann setzte ich also auf allpässe ?
    - wenn ich ein sehr tiefes horn verwede ?
    - wenn ich den hoch/mitteltöner vor den tieftöner baue ?
    - oder einfach pauschal (wenn ich viel geld in der weiche lassen möchte) bevor ich die eigentlichen filter designe zur anpassung der phasen vor der eigentlichen abstimmung ?

    http://www.ae-rental.de

  • F.A.Bi.A.N.
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    • 10. Januar 2007 um 00:28
    • #2

    ich würde sagen: es ist nötig, wenn man die phase im übergangsbereich partout nicht mit "normalen" filtern anpassen kann (wobei ich der meinung bin dass man vieles hinbekommen kann!).

    aber es wäre klanglich sicher nicht von nachteil, wenn man die steigungen der impedanzverläufe auch über den übergangsbereich hinaus angleichen könnte - oft drehts die phase ja nach hinten (bei höheren frequenzen...) weg, falls sich der schallentstehungsort (wie bei einem treiber an einem ausreichend großen/langen horn) etwas weiter hinten befindet, als der des konus-ls... im übergangsbereich findet dann zwar eine anpassung durch das filter statt, das schwindet mit steigender frequenz jedoch zusehends....

    Zitat von "Peerless"

    - oder einfach pauschal (wenn ich viel geld in der weiche lassen möchte) bevor ich die eigentlichen filter designe zur anpassung der phasen vor der eigentlichen abstimmung ?


    das wäre reichlich ungeschickt, aber "geht" sicherlich auch irgendwie :lol: .

  • wasserkocher
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    • 10. Januar 2007 um 16:08
    • #3

    wie Fabian schon sagt, bei unterschiedlich tiefen Schallquellen ist das mit der Phase nicht mehr so einfach.
    Ein Weg ist die Verwendung steilflankiger Tiefpässe oder eben jene besagten Allpässe.
    Die Allpässe bringen einen Freiheitsgrad mehr in das FQ Design.

    In der Praxis hört man an den K&F-Kisten, dass das Ganze recht gut funktioniert.

    Grüsse

    solange Fragen nix kostet, sind Antworten nix wert

  • cale
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    29
    • 10. Januar 2007 um 17:50
    • #4

    Hallo!

    Ändert ein Allpass die Phase um einen bestimmten Betrag, oder sind damit auch wie in einer aktiven digitalen Weiche über die Frequenz konstante Laufzeitverschiebungen möglich?

    Interessant ist, dass K+H bei dem in der Production Partner getesteten Lautsprecher keinen Allpass verwendet hat, da dies laut Aussage von K+H schlechter geklungen hat als ohne.

  • Peerless
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    • 10. Januar 2007 um 17:53
    • #5

    nein eine echte laufzeitverzögerung machen die allpässe eh nicht, sie verschieben lediglich die phase in einem für sie berechneten bereich, genau so wie ein normaler filter dies tut, allerdings bleibt die amplitude unberührt.

    http://www.ae-rental.de

  • wasserkocher
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    477
    • 10. Januar 2007 um 18:08
    • #6

    Der Allpass arbeitet am liebsten natürlich auf eine konstante Impedanz, was ein TT leider überhaupt nicht bietet, deswegen gibt das dann insgesamt gleich einen Haufen Bauteile mehr.

    Die Aussage, mit Allpass würde es schlechter klingen, klingt für mich nach üblichem Hifi-Verallgemeinerungsgeschwätz.

    Fakt ist für mich, das die K&F-Kisten mit Allpässen hervorragend abstrahlen und genau das ist der Sinn der Übung.

    Grüsse

    solange Fragen nix kostet, sind Antworten nix wert

  • Peerless
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    • 10. Januar 2007 um 22:10
    • #7

    mit wegdrehender phase ist so etwas gemeint ?

    hier zwar nur als berechnete minimalphase aber für mich zum einfachen verständnis geht es darum die sich im oberen bereich drehende phase zu glätten ? sprich eingriff des allpasses ab ca. 6khz ?

    http://www.ae-rental.de

  • Thomas
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    • 10. Januar 2007 um 23:02
    • #8

    nein, es geht darum die phase im bereich der trennfrequenz anzupassen.
    hat man nen hochtonhorn was tiefer als der mitteltöner ist tritt ein laufzeitunterschied zwischen beiden schallquellen auf.
    dieser äußert sich in einer phasenverschiebung.
    oft lässt sich diese durch geeignete hoch und tiefpassfilter ausreichend korregieren. perfekt nur sehr selten, aber doch schon realtiv gut.
    bei manchen chassiskombinationen klappt das allerdings nicht. hier wäre ein allpass von nöten.
    k&f setzt die allpässe zum teil auch als feintuning ein. die phase passt schon relativ brauchbar aber eben nicht perfekt.
    dafür hat man dann am ende ne frequenzweiche die aus locker 30-40 bauteilen besteht.

  • 4Art
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    • 10. Januar 2007 um 23:41
    • #9

    Danke Thomas. Jetzt hab's sogar ich kapiert!

  • Peerless
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    • 11. Januar 2007 um 08:35
    • #10

    @ thomas

    das mit der anpassung der phase an der trennfrequenz war grundvoraussetzung ;) ich habe aber fabians post so verstanden, dass er zusätzlich noch die phase im oberen bereich "nachregelt"

    http://www.ae-rental.de

  • K.audio
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    • 11. Januar 2007 um 12:15
    • #11

    Es geht nicht nur um die Anpassung im Bereich der Trennfrequenz, sondern um eine Laufzeitanpassung in einem möglicht breiten Frequenzbereich. Also auch "500Hz und 4kHz" sollten zur selben Zeit die Box verlassen.

    Beispiel:
    http://www.paforum.de/berichte/viersen_2005/10zoll.html
    An der Impulsantwort erkennt man einen gravierenden Unterschied. Das langgezogene Einschwingen des Mitteltöners und der kurze Peak des Hochtöners starten bei der blauen Kurve im selben Zeitpunkt. Bei der roten und grünen Kurve kommen zuerst der MT und später der HT.
    Ratespiel: Wer arbeitet hier mir Allpass?


    Zitat

    das mit der anpassung der phase an der trennfrequenz war grundvoraussetzung ich habe aber fabians post so verstanden, dass er zusätzlich noch die phase im oberen bereich "nachregelt"


    Man muss den "unteren" Bereich verzögern, damit es "oben" passt. Dem Hochtöner einen Allpass zu verpassen würde nichts bringen, er kann ja nicht in die Zukunft schauen. :D

  • Thomas
    Verifiziert
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    • 11. Januar 2007 um 12:54
    • #12

    @ K.audio richtig, so war es eigentlich auch gemeint. hätte mir wohl etwas mehr zeit beim schreiben nehmen sollen.
    wollte nur zusätzlich darauf hinweisen, dass der bereich um die tuningfrequenz herrum von dieser maßnahme am meisten profitiert.

  • K.audio
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    • 11. Januar 2007 um 13:53
    • #13
    Zitat von "Thomas"

    wollte nur zusätzlich darauf hinweisen, dass der bereich um die tuningfrequenz herrum von dieser maßnahme am meisten profitiert.


    Stimmt, die Auslegung der Filter ist mit Allpass wesentlich einfacher und lässt mehrere Variationen zu. Ohne Laufzeitkorrektur ist man gezwungen die Filter zu "verbiegen" um eine Übereinstimmung im Bereich der Trennfrequenz zu erreichen.

  • bastler
    Beiträge
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    • 11. Januar 2007 um 14:42
    • #14

    Was macht dann der Allpass genau? Dreht er die Phase um einen konstanten Betrag (quasi ein frequenzabhängiges Delay) oder verzögert er um eine konstante Zeit?
    Ich hab dazu schon gegoogelt aber eine schlüssige Antowort auf diese Frage ist mir nicht untergekommen. Vielleicht kann man das ja auch garnicht so pauschal beantworten, wäre nett wenn da jemand Licht ins Halbdunkel bringe könnte.

    Gruß
    Michael

  • schrecki7289
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    • 11. Januar 2007 um 14:55
    • #15

    Es gibt durchaus Konstrukte, bei denen ein Allpass unumgänglich ist.
    Bsp: K&F Line 212
    Der untere 12er wird früher abgekoppelt als der obere. Damit ergibt sich zwangsweise eine Phasenverschiebung und es würde zu Auslöschungen kommen. Der Allpassfilter kompensiert dieses.

    Gruß
    Thomas

  • bastler
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    • 11. Januar 2007 um 16:07
    • #16

    So mal etwas weiter gesucht und ein schönes Bildchen gefunden, ein Allpass mit f_0=2,8kHz.
    Dabei ist f_0 definitionsgemäß die Frequenz mit 90° Phasendrehung.
    Der Allpass dreht dabei die Phase unterhalb f_0 stärker.

  • Peerless
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    • 11. Januar 2007 um 19:46
    • #17
    Zitat von "K.audio"


    Man muss den "unteren" Bereich verzögern, damit es "oben" passt. Dem Hochtöner einen Allpass zu verpassen würde nichts bringen, er kann ja nicht in die Zukunft schauen. :D

    die verzögerung des tieftöners mittels allpass kompensiert in diesem fall den versatz des hochtöners nach hinten ? dimensioniert man den filter in diesem fall schon so, dass er direkt nach dem filter der trennung bzw. noch in dessem wirkfeld greift ?

    http://www.ae-rental.de

  • K.audio
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    552
    • 11. Januar 2007 um 20:32
    • #18
    Zitat von "Peerless"

    die verzögerung des tieftöners mittels allpass kompensiert in diesem fall den versatz des hochtöners nach hinten ? dimensioniert man den filter in diesem fall schon so, dass er direkt nach dem filter der trennung bzw. noch in dessem wirkfeld greift ?

    Der Allpass "schiebt" den Mitteltöner nach hinten. Die Trennfrequenz sollte unterhalb f0 (Diagramm von Bastler) liegen.
    Schaltung: Endstufe --> Speaker
    Tiefpass --> Allpass --> Impedanzkorrektur

    1. Imp-Korrektur; mindestens RC parallel zu MT.
    Evtl. noch den oberen Resonanz-Peak wegbügeln, muss aber nicht unbedingt sein.

    2. Tiefpass; noch nicht auf die Summierung mit dem HT achten!
    (Der Allpass hat im Idealfall 0 Ohm)

    3. Sprungantwort/Phase von MT und HT getrennt messen (mit Hoch/Tiefpass). Laufzeitversatz ermitteln und den Allpass entsprechend dimensionieren.

  • Peerless
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    • 11. Januar 2007 um 21:34
    • #19

    bestreitest du diesen weg mit lehrbuchfilter, oder warum nicht auf die summierung achten ?
    sprich der allpass zieht das ganze dann gerade ?
    ich hätte jetzt den versatz gemessen, dann die impendanzkorretur und den allpass gestaltet, wieder gemessen und dazu dann die eigentlichen filter designed. mir ist dabei aber immer noch unklar auf welche frequenz ich den allpass gestalte, mal angenommen ich habe 514mm versatz(0,15ms) und möchte so bei 1900Hz akustisch trennen.

    http://www.ae-rental.de

  • K.audio
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    • 11. Januar 2007 um 22:17
    • #20

    Hoch-/Tiefpassfilter erzeugen auch eine Verzögerung. Diese muss bekannt sein bevor du den Allpass auslegst. Die Hoch-/Tiefpassfilter können im Voraus nur "grob" ausgelegt werden. Danach ist Feintuning angesagt.


    Meinst du 51,4mm?

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