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Unterschied zwischen safety und anschlagseil

  • audionrg
  • 21. August 2007 um 20:24
  • audionrg
    Beiträge
    1.648
    • 21. August 2007 um 20:24
    • #1

    Hallo

    hab eine vielleicht etwas dumme frage:

    Gibt es einen Unterschied zwischen einem Safety und einem Anschlagseil ?
    Kann man ein Safety mit 12mm Stärke auch zum anschlagen benutzen ?
    Wo sind die Unterschiede ?

    gruß Thomas

  • tufkacaho
    Beiträge
    418
    • 21. August 2007 um 20:29
    • #2

    ein safety ist die funktion eines stahlseils und beschreibt in abhängigkeit des zu sichernden körpers auch dessen benötigte stärke. ein als safety genutztes seil sichert entweder mit oder ohne fallweg eine angeschlagene last, ist somit normalerweise nicht in der last. ein stahlseil wird normalerweise als tragmittel, also als verbindung zwischen anschlagmittel ( zb ein schäkel) und anschlagpunkt verwendet.

    mfg

  • audionrg
    Beiträge
    1.648
    • 21. August 2007 um 20:58
    • #3

    Ja das weiß ich schon.
    Ich meinte, was ist der unterschied zwischen den seilen selbst ?
    Die seile bestehn ja beide aus stahl, oder ?
    Von daher könnte ich ein 12mm starkes safety auch gut als anschlagseil benutzen. Sehe ich das richtig ?

    Nur weil in manchen shops manche seile als safety und manche als anschlagseil verkauft werden

    gruß Thomas

  • Online
    skyper
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    • 22. August 2007 um 00:18
    • #4

    Drahtseile sind grundsätzlich durch ihre Ausführung gekennzeichnet, nicht durch ihren Namen in irgendwelchen online-Shops :)

    Standardtyp für Anschlagseile <14mm ist der Typ "Rundlitzenseil 6 x 19" mit Fasereinlage", höherwertige Seile (z.B. Kabelschlagseile) sind zwar schöner im Handling, allerdings auch teurer, empfindlicher und dicker bei vergleichbarer Belastbarkeit (und deshalb eher selten anzufinden...)

    Die letzliche Tragkraft ergibt sich aus dem Durchmesser und der Seilendverbindung (also Alu-/Stahlpresshülse oder flämisches Auge) und ernüchternderweise aus dem Jahrgang der Herstellung bzw. der Norm, nach der es gestempelt wurde (Din 3088 oder EN 13414). Fatalerweise ändert sich damit auch der Nutzungskoeffizient bzw. Tragfähigkeitsbeiwert (weil es eben doch irgendwie das gleiche Stück Stahl bleibt...)!

    Der eigentliche Unterschied der Anwendung Safety/Anschlagseil liegt meinem bescheidenen Ermessen nach in der Dynamik der auftretenden Belastung.
    Während ein Standard-Anschlagseil 6x19 mit 12mm Durchmesser nach Din3088 mit 1,25 to Belastbarkeit bei einem Tragfähigkeitsbeiwert von 6 bei direktem Anschlagen angegeben ist, fordert die SP25.1/2-4 vom November 2002 für die Sicherung von Geräten zwischen 60 und 100 kg bei einsträngiger Sicherungsmethode ebenfalls ein Drahtseil von 12mm, diesmal allerdings nach DIN 3060 (was sich imho nur auf den reinen Seiltyp bezieht, nicht auf das komplette Anschlagmittel [also zusätzlich Seilendverbindung und Kausche]) - demnach das gleiche Stück Drahtseil mit völlig verschiedenen "Nutzlasten"

    Fazit: es sind zwei Namen für den selben Artikel bzw. ein Artikel, der in zwei verschiedenen Anwendungen eingesetzt werden kann, und dann für völlig verschiedene Belastungsfälle dimensioniert ist.

    Trust it - tilt it! Der universlle Neigeadapter für AV-Geräte auf Traverse: http://www.trusstilt.de
    Analog über Cat Lösungen und Anschlussfelder für Ampracks: http://www.cat-core.deNächster Messeauftritt: 6.-8.10.26 in Hamburg: https://leatcon
    PA-Forums-Treffen: täglich 13:00 bei mir am Stand A2/F06

  • jens oschmann
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    • 28. September 2007 um 16:51
    • #5
    Zitat von &quot;Skyper&quot;

    ... Fatalerweise ändert sich damit auch der Nutzungskoeffizient bzw. Tragfähigkeitsbeiwert (weil es eben doch irgendwie das gleiche Stück Stahl bleibt...)!...

    Richtig. Die Seile sind - normativ betrachtet - immer dieselben. Durch die Differenzierung Safety oder Anschlagseil erhalten sie den entsprechenden Sicherheitsfaktor, der mit den auftretenden Lasten zusammenhängt.

    Die EN 13414-1 für Anschlagseile schreibt eine 5-fache Sicherheit auf die Mindestbruchkraft des Seiles vor. Es wird dabei davon ausgegangen, dass der Anschläger/Kranführer die Belastung aufs Seil verhältnismäßig langsam einführt. Bei der alten DIN 3088 (mit 6-facher Sicherheit) wurde im Anhang auf die zu verwendenden Seilnormen hingewiesen, und da taucht die DIN 3060 (jetzt EN 12385-4 Tabelle 12) spätestens wieder auf.

    Beim Safety wird durch das plötzliche Versagen der primären Halterung davon ausgegangen, dass das Seil für einen Sekundenbruchteil ein Vielfaches der eigentlichen Last aushalten muss ohne zu reissen.

    Deswegen ist ein Safety, der zum Einsatz gekommen ist, auch nicht weiter zu verwenden.

    OT: Flämisches Auge habe ich aus Kostengründen bisher noch nie als Safety verkauft...:D

    Siehe links oben rechts... http://www.certex.de

  • mo
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    16
    • 5. Oktober 2007 um 00:03
    • #6

    hallo!

    in der veranstaltungstechnik befindet man sich idr. im bereich der bgvc1!

    anschlagmittel sind laut bgvc1 mit einem 12 fachen sicherheitsfaktor zu bemessen. anschlagmittel mit dem 10fachen.
    auf den teilen selber ist meist das wwl angegeben welches den 6 fachen
    sicherheitsfaktor beinhaltet, den wert muss man dann also nocheinmal
    halbieren.

    mit f G ...

  • jens oschmann
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    • 5. Oktober 2007 um 08:39
    • #7

    Guten Morgen!

    Anschlagmittel für den Einsatz nach BGR 500 haben unterschiedliche Sicherheitsfaktoren im Verhältnis zur Bruchkraft, je nach Werkstoff. Im Einsatz nach BGV C 1 werden meines Wissens die Sicherheitsfaktoren verdoppelt, somit die auf dem Anschlagmitttel angegebene Tragkraft um die Hälfte reduziert.

    Aktuell schaut des dann so aus:
    - Ketten der Güteklasse 8 und höher: 4:1 (EN 818)
    - Stahldrahtseile mit einer Nennzugfestigkeit von min. 1770 N/mm²: 5:1 (EN 13414)
    - textile Rundschlingen und Hebebänder: 7: 1 (EN 1492)

    Von einer generell geltenden 6-fachen Sicherheit ist mir persönlich nichts bekannt. Vor Einführung der Euronormen sah es so aus:

    - Ketten der Güteklasse 8 und höher: 4:1 (DIN 5687)
    - Stahldrahtseile mit einer Nennzugfestigkeit von min. 1770 N/mm²: 6:1 (DIN 3088)
    - textile Rundschlingen und Hebebänder: 7: 1 (DIN 61360)

    Siehe links oben rechts... http://www.certex.de

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