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Musiker - und ihre teils seltsamen Vorstellungen vom Sound

  • wora
  • 11. März 2008 um 19:51
  • Sound-Klinik
    Verifiziert
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    • 12. März 2008 um 13:57
    • #21

    Ich möchte meinen Ausführungen noch einen weiteren Punkt hinzufügen:

    4. Die Umgebung, wo eine Darbietung stattfindet, besticht häufig durch Eigenheiten, die nicht immer optimal für das aufzuführende Material ist.
    Wenn ich z.B. eine Band mit Schlagzeug und Bass in eine hallige Kirche verfrachte, brauche ich mir primär erstmal wenig Gedanken über tolle Hallprogramme zu machen.

    Zunächst geht es dann darum, mit geeigenten LS-Systemen, die möglichst mit Sinn und Verstand plaziert werden, DIE Grundvoraussetzung für ein halbwegs sinnvolles Arbeiten zu schaffen.

    Ein weiterer Punkt wäre dann, ob bzw. in welcher Lautstärke der Basser mit seinem kleinen (sphärisch in die Kirche brüllenden ...) Basscombo
    spielen darf ... und welche Maßnahmen bei weiteren Instrumenten, die einen hohen Eigenschallanteil (Schlagzeug !) beisteuern, zu treffen sind.

    Aber nicht nur in Kirchen und Sporthallen finden sich schwachsinnige und unüberlegte FOH-Konfigurationen: Wenn ich auf Stadtfeste gehe, finde ich meterweise fröhlich blinkendes 19"-Geraffel im Siderack, während potente PAs (oder neuerdings sogar Linienstrahler) nahezu senkrecht auf die etwa 15 m entfernte Häuserzeile knallen.

    Ein Fazit wäre: Nur mit disziplinierten Musikern, gut ausgebildetem technischen Personal und professionellem Equipment, welches richtig ausgewählt (u.a. wegen Abstrahlverhalten) und eingesetzt wird, lassen sich professionelle Ergebnisse erzielen.
    Und technischer Unfug findet sich nicht nur in Kirchen oder auf Outdoor-Events, sondern auch (oder gerade) in kleinen Locations wie in Clubs oder Jazzkellern.

    Daß Tontechs über (dumme, weil keine Ahnung habende ...) Mucker schimpfen ist eine unendliche Geschichte ... ebenso wie die Ignoranz mancher "Techniker" gegenüber den Wünschen (nicht ganz so dummer) Mucker bzw. den räumlichen Gegebenheiten mancher Locations.

  • wora
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    • 12. März 2008 um 23:07
    • #22
    Zitat von "Sound-Klinik"

    ...Ein Fazit wäre: Nur mit disziplinierten Musikern, gut ausgebildetem technischen Personal und professionellem Equipment, welches richtig ausgewählt (u.a. wegen Abstrahlverhalten) und eingesetzt wird, lassen sich professionelle Ergebnisse erzielen...

    man merkt halt, das du doch auch techniker bist ;)
    genau so sehen das doch die meisten mischer auch.
    mir geht es darum herauszufinden, warum es doch recht viele musiker gibt, die diese einschätzung offenbar nicht teilen.


    Zitat von "Sound-Klinik"

    ...Daß Tontechs über (dumme, weil keine Ahnung habende ...) Mucker schimpfen ist eine unendliche Geschichte ... ebenso wie die Ignoranz mancher "Techniker" gegenüber den Wünschen (nicht ganz so dummer) Mucker bzw. den räumlichen Gegebenheiten mancher Locations.

    gute beobachtung, auch hier steckt viel wahrheit drin.
    ich habe ja schon vor langer zeit behauptet, das viele mischer "gescheiterte musiker" sind. dann kommt es halt manchmal zu neid-prozessen, die sich in vielerlei hinsicht äussern können.

    mannomann, ich hätte pschüchologe werden sollen!

    mit kollegialen Grüßen
    Wolfgang

  • Mechwerkandi
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    • 13. März 2008 um 09:25
    • #23
    Zitat von "wora"


    mannomann, ich hätte pschüchologe werden sollen!


    Vielleicht, ja.
    Dann würden Dir Fehleinschätzungen wie:

    Zitat von "wora"


    genau so sehen das doch die meisten mischer auch.


    vermutlich nicht mehr unterlaufen.

    Die allermeisten Tonkutscher, die mir so über den Weg gelaufen, sind in ihren Job irgendwie so 'reingerutscht.
    Seiteneinsteiger.
    In ihrem Mikrokosmos funktioniert das leidlich, stellt man ihnen Aufgaben, versuchen sie sie zunächst mit Masse zu lösen.

    Wenn es mit zwei Boxen nicht richtig tut, werden vier aufgestellt, usw.
    Anstatt sich Gedanken über das "Warum?" zu machen.
    Die Fähigkeit des Denkens wird allerdings breitbandig durch Glauben ersetzt. :D

  • wora
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    • 14. März 2008 um 00:54
    • #24

    auch nach deinem post bin ich der meinung, das die meisten mischer wissen, das zum optimalen ergebnis auch optimale vorraussetzungen gehören.
    also zumindest die mischer, die das schon länger als ein jahr machen... ;)

    kann ja sein, das ich da durch meinen umgang eine schöngefärbte meinung habe. aber es ist eben alles relativ...

    mit kollegialen Grüßen
    Wolfgang

  • ibkoeppen
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    • 14. März 2008 um 17:27
    • #25

    Hi -

    hier wird ja ganz schön Frust frei.
    aber - als kleines Hobbymusikerlein - darf ich mal ein Beispiel einwerfen:

    - E-Gitarre Gibson Les Paul, kostet 2.000 - 5.000 (geht auch teurer)
    - Verstärker, sagen wir mal kleinen Röhrenamp Fender Blues Junior 500 EUR
    - der Lautsprecher davon kostet vielleicht 70 EUR
    - und als Mikro nehm ich dann gern n EV Cobalt CO4, kommt guuut für E-Gitarre, kostet 50 Öre, klingt wirklich top (kleiner 4kHz-Peak, sehr druckvoll, wenig über 10 k, wenig unter 100 Hz)

    Beißt sich denn da jetzt was?

    Und was Gesangsmikros angeht - ja, n Beta87 kann gut kommen, aber das SM58 für 100 Öre doch auch.

    Hat das jetzt was mit Soundvorstellungen der Musiker zu tun?

    Michael Koeppen

  • ibkoeppen
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    • 14. März 2008 um 17:44
    • #26

    ääähmm - ja bissel was philosophisches wollt ich schon auch noch sagen...

    hab als Musiker (speziell als Gitarrist :D ) auch schon tontechnisches Lehrgeld gezahlt, und bin letztlich bei kleinen Amps und Anerkennung des Tontechnikers gelandet, und daß der Bühnenklang nunmal was völlig anderes ist als der PA-Klang vorneraus...

    und bissel Misch- oder Recordingpraxis ist für den "Mukker" allemal gut. Wenn man mal versucht hat, ne Band zusammenzumischen, weitet sich die Perspektive unheimlich vom Standpunkt des Gitarristen zum Standpunkt des Musikers...(bzw. zum Standpunkt: eigentlich kommt es ja nur auf Song und Gesang an, alle Instrumente sind doch nur Begleitung, dementsprechend liegt auch die Soundpriorität, von Instrumentalmusik jetzt mal abgesehn; letztlich klingt eine E-Gitarre doch immer gleich, ob man 25 oder 2500 Öre für Mikro oder Axt ausgibt ist egal, nur der Spieler macht den Unterschied, um nur mal speziell bei E-Gitarre zu bleiben)

    Na, aber es zählt ja nicht nur das Ohr sondern auch das Auge, und da sind wir wieder beim Markenimage, und da ist auch keiner frei davon...

    nur so paar cents von mir
    Michael Koeppen
    (eifriger Mitleser dieses sehr kompetenten und praxisnahen Forums)

  • wora
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    • 14. März 2008 um 17:53
    • #27

    ich will mal ganz krass formulieren:
    schon mal den unterschied zwischen Schoeps und SM57 an einem flügel gehört?

    oder nicht ganz so krass:
    der unterschied zwischen einem SM57 und einem AT4050 am gitarrencombo?

    dieser ist sicherlich nicht so gross wie im ersten beispiel, aber es gibt ihn und er macht gefühlsmässig etwa so viel aus wie der unterschied zwischen einer 500,- klampfe und einer 2000,- gitarre.

    also könnte ich nach deiner argumentation auch sagen: warum kaufst du überhaupt so ne teuere gitarre?

    ich hoffe du verstehst nun etwas besser, auf was ich hinaus wollte.

    mit kollegialen Grüßen
    Wolfgang

  • johannes röding
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    • 14. März 2008 um 23:25
    • #28

    man sollte icht vergessen das man jeden techniker auch als künstler bezeichnen kann.

    Schlieslich sind die technker diejenigen die das gesamte Musikbild verändern können. Wer mit der Technik vernünftig umgehrn kann kan schlieslich auch aus einem Sänger nen ganzen Chor hervorzaubern. Das jedenfals beim Tontechniker.

    Auch der Lichtechniker is nen Künstler er gestaltet das bühnenbild zusammen mit den Bühnenbauern-, Pyrptechnikern e.t.c.

    Meiner Meinung nach sind das alles Künstler! Nur weil sie nich direkt auf der Bühne stehen. und auch fast nie erwähnt werden (leider), gehören sie nicht gleich zu den nichtkünstlern.

    Und ich hasse die leute dir behaupten sie könnten das auch tun was wir techniker können.

  • microsound.de
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    • 15. März 2008 um 09:07
    • #29

    Kleiner Erfahrungsbericht meinerseits:

    Singer/Songwriter in einem 100-Mann Musikclub mit Getränkeausschank. SM58 verpasst, rotziges Konzert abgeliefert, 3 Zugaben, alle happy.

    Einen Tag danach gleicher Musiker, Location ist Kirche, bestuhltes Auditorium. Schon beim Soundcheck habe ich das SM58 gegen Beta 87 getauscht, weil der Musiker ganz anders drauf war. Das Konzert war fast andächtig (es waren z.Teil auch andere Lieder), 3 Zugaben, alle happy.

    Fait: Es gibt keine "richtige" Technik, die überall einsetzbar ist, der Techniker muss für jede Situation das richtige Werkeug aus der Kiste holen. Und da ist er dann auch ein bisschen Künstler.

  • tufkaklto
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    • 16. März 2008 um 01:58
    • #30
    Zitat

    man sollte icht vergessen das man jeden techniker auch als künstler bezeichnen kann.

    Wobei eigentlich sollten wir "solides" Handwerk liefern 8)

    Amp und Boxen Brett _ Die Vuvuzela des Forums

    Ganz großer Fan des " Themen als gelesen markieren " Buttons

  • wora
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    • 16. März 2008 um 13:39
    • #31

    nun ja, eigentlich sind wir ja so ein mittending zwischen handwerker und künstler.

    einerseits unterstützen wir den künstler mit unserem wissen und unserer technik.
    andererseits beteiligen wir uns aktiv an der darbietung, man denke nur mal an hallräume und delays, oder das hochziehen eines solos oder die ganzen verhältnisse der instrumente zueinander...

    wir sind die schnittstelle zwischen künstler und publikum.

    aber darum gings doch gar nicht ;)

    mit kollegialen Grüßen
    Wolfgang

  • djgolle
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    • 16. März 2008 um 14:09
    • #32

    Ich bin schon der Meinung, dass auch der Techniker ein Künstler ist, genauso, wie die Instrumentalisten. Und, zu jeder Kunst gehört eine gehörige Portion Handwerk. Kunst kommt ja auch von Können :wink:

    Ein gutes Ergebnis kann nur dann zustande kommen, wenn alle Beteiligten eng zusammen arbeiten.

    Im echten Leben mutiert der Techniker allerdings eher zum "Schadensbegrenzer"!

    Ignoranz ist der Feind des Wissens!

  • wora
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    • 16. März 2008 um 14:19
    • #33
    Zitat von "djgolle"

    ...Im echten Leben mutiert der Techniker allerdings eher zum "Schadensbegrenzer"!


    ... was manchmal aber auch eine echte kunst ist!
    :D

    mit kollegialen Grüßen
    Wolfgang

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