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Schalldämmung von Innen nach Außen (wegen der Nachbarn)

  • TheN
  • 20. März 2008 um 15:02
  • mringhoff
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    • 21. März 2008 um 14:44
    • #21

    deep-house hat weiter oben die für mich vernünftigsten Ansätze gebracht, bauliche Massnahmen haben ein schlechtes Verhältnis von Aufwand zum kurzfristigen Nutzen....

    Meine favourisierten Massnahmen:

    1) oft werden die Fenster von Gästen gekippt, weil die Luft immer schlechter wird. Das muss natürlich unter allen Umständen verhindert werden.

    2) Manche Nachbarn haben einfach eine empfindliche Seele und die optische Beeinträchtigung durch herausblinkende Lichteffekte reizt manche schon stark. Hier einfach alle Glasflächen mit Molton abhängen. Dann sieht man von aussen wenigstens nichts mehr. Das hilft oft mehr als man meint bei solchen Nachbarn :)
    Nebenbei sind auch so sämtliche Fensterhebel verdeckt, das willkürliche Öffnen der Fenster durch Gäste wird somit auch nochmal reduziert.

    3) Durch die Abhängung mit Molton kann man den Verantwortlichen in der Uni bzw. bei den komunalen Behörden darlegen, daß etwas gegen den nach aussen dringenden Schall getan wird. Für viele Entscheider reicht diese (lärmtechnisch eher sinnlose) Maßnahme um politisch nicht mit leeren Händen dazustehen...

    4) Ansonsten einfach die kritischen Frequenzen reduzieren. Für viele Gäste ist ein starker Bass gar nicht so notwendig. Der Sound ist zwar nicht "perfekt", aber besser mit weniger Bass feiern, als um 23.00 Uhr alles ausmachen.
    Evtl. kann man ja den Bassbereich (je nach Aussenwirkung z.B. bis ca. 100-150 Hz) erst nach einer gewissen Uhrzeit langsam reduzieren. Dann haben viele Gäste genug getrunken und sind mit Tanzen, Flirten und Sonstigen so beschäftigt, daß die Bassreduzierung gar nicht mehr so wahrgenommen wird....

    5) Kompressor verwenden, evtl. frequenzselektiv nur für die Bässe. So werden v.a. die ein oder anderen DJ-Eskapaden mit bassexponierten Musikmaterial neutralisiert....

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  • Reini
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    • 21. März 2008 um 15:32
    • #22

    .... Hamburg ist doch ne rießengroße Baustelle?

    Warum also nicht hergehen und auf einer Großbaustelle Nachfragen, ob es mit dem ausleihen von Trittschalldämmung (Styropor) oder Rockwool/Steinwolle oder Glaswolle ein Möglichkeit gäbe das Problem zu lösen? Diese Pakete (Größe ca. 100x50x50cm) aus auf dem Balkom vor den Fenstern Stapeln und gut iss?

    http://www.hifi-reini.de/News.htm

  • TheN
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    • 21. März 2008 um 16:42
    • #23

    Na, dan kann ich doch endlich mal alle Funktionen unsres Controllers ausnutzen:
    Delay, Frequenzselektiver Kompressor, Schmalbandfilter.... da freu ich mich doch richtig :D
    Werde auf jeden Fall versuchen, rauszubekommen durch messen und testen, mit welche Raummoden sprich welchen Resonanzfrequenzen im Tieftonbereich der Raum antwortet, denn das wird es ja hauptsächlich sein, was nicht durch den Direktschall nach außen übertragen wird (den versuche ich halt mit eine Array oder Phasenverschiebenenden Filter in die andere Richtung zu bündeln).
    Die betreffenden Frequenzen kann ich dann Schmalbanding mit parametrischem Filter reduzieren. Stellt sich nur die Frage, ob ich dadurch nicht zu viele Phasenverzerrungen in dem Bereich erzeuge, und damit die Richtwirkung wie oben des Direktschalls zunichte mache... Hmm :oops:

    Gewicht ist bei Sandsäcken schon ein berechtigter Einwand. Die Decke ist definitiv stabil, aber 3m hohe Sandsackstapel sind schon eine erhebliche Last bei kleiner Fläche...

    Steinwollepakete sind auch eine interessante Idee, da sehr dick, das könnte dann auch vielleicht doch auch im tieferen Bereich greifen, oder?

    Was man auch bedenken sollte: im sehr tiefen Bereich lässt die Akustische Warnehmung auch nach, und Körperschall wird es sicher nicht soweit schaffen. Kritisch dürfte also der Bereich von 100 bis 150Hz sein, schätze ich mal so... Trotzdem noch schwierig zu bedämpfen.

    Der optische Effekt ist auch ein guter Einwand, werde ich auf jeden Fall Berücksichtigen.

    Für die Behörden werde ich auf jeden Fall ein dB-Messgerät parat haben und damit regelmäßige protokollierte Messungen machen. Das ist schon mal ne ganze andere Disskussionsgrundlage, denn ich glaube, dass sehr viele Mahnungen durch die Polizei wgn Lärm überhaupt keine Grundlage haben, schließlich gilt auch Nachts keine 0dB Grenze... (was manche Herren in Grün zu glauben scheinen...) :roll:

    Vielleicht fällt ja noch jemandem ein gutes Kompromissmaterial zwischen Flächenlast und Dämmwirkung ein...

  • wora
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    • 21. März 2008 um 17:14
    • #24
    Zitat

    ...Warum also nicht hergehen und auf einer Großbaustelle Nachfragen, ob es mit dem ausleihen von Trittschalldämmung (Styropor) oder Rockwool/Steinwolle oder Glaswolle ein Möglichkeit gäbe das Problem zu lösen? Diese Pakete (Größe ca. 100x50x50cm) aus auf dem Balkom vor den Fenstern Stapeln und gut iss?

    man muss es also nochmal wiederholen:
    um energiereiche, tieffrequente schallenergie zu absorbieren, hilft nur GEWICHT.
    leicher dämmstoff (ob styropor, glas- oder steinwolle) hilft nicht!
    diese leichten materialien haben einen hohen "Schalltransmissionsgrad" bei tiefen frequenzen.

    nun ja, als gelernter stahlbetonbauer sollte ich vielleicht mal kurz folgendes beschreiben.
    trittschalldämmung:
    dabei liegt eine SCHWERE estrich-platte auf dem styropor, unter dem styropor ist dann die betondecke.
    das styropor verhindert lediglich das die bodenplatten direkt in kontakt kommen (kein körperschall). die dämmschicht federt die bewegungsenergie der estrichplatte ab.
    deshalb nennt man diese bauweise auch = "schwimmender estrich"

    um schallenergie nicht durch senkrecht stehende glaswände gehen zu lassen, nützt diese funktionsweise also leider überhaupt nichts.

    mit kollegialen Grüßen
    Wolfgang

  • simonstpauli
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    • 21. März 2008 um 22:58
    • #25
    Zitat von "TheN"

    Und: stimmt denn eigentlich die Annahme, dass es die tiefen Frequenzen sind, die die Lärmbelästigung darstellen? Klar, die kommen am besten durch, aber nimmt man die auch am störensten war? Wenn die in der db(a)-Bewertung niedrig gewichtet werden, spricht das ja dagegen...


    Nun ja:
    in der TA Lärm wird db(A) hergenommen, es heißt aber auch:

    Zitat von "TALärm"


    7.3 Berücksichtigung tieffrequenter Geräusche
    Für Geräusche, die vorherrschende Energieanteile
    im Frequenzbereich unter 90 Hz besitzen
    (tieffrequente Geräusche), ist die Frage, ob von ihnen schädliche Umwelteinwirkungen
    ausgehen, im Einzelfall nach den örtlichen
    Verhältnissen zu beurteilen. Schädliche
    Umwelteinwirkungen können insbesondere
    auftreten, wenn bei deutlich wahrnehmbaren
    tieffrequenten Geräuschen in schutzbedürftigen
    Räumen bei geschlossenen
    Fenstern die nach Nummer A.1.5 des Anhangs
    ermittelte Differenz LCeq - LAeq den
    Wert 20 dB überschreitet. Hinweise zur Ermittlung
    und Bewertung tieffrequenter Geräusche
    enthält Nummer A.1.5 des Anhangs.

    Alles anzeigen


    Das ist eine Ansage. Bei geschlossenem Fenster der Anwohners ist der db(A)-Wert natürlich nochmals deutlich geringer als vor dem Fenster. Hab das noch nie gemessen aber 20dB sind da nicht soo viel imho.

    Wann soll Eure VA denn eigentlich sein? Ich bin seit heute deutlich näher an Harburg als gestern. (Umzug, jetzt mit Elb(brücken)blick, dafür nicht mehr die Einflugschneise...)

    Christian Tepfer * Monitor-Operator, HF-Betreuer, FOH-Mischer, Klang-Gestalter
    http://klanggestaltung.wordpress.com/

  • mringhoff
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    • 21. März 2008 um 23:13
    • #26
    Zitat von "TheN"

    Die betreffenden Frequenzen kann ich dann Schmalbanding mit parametrischem Filter reduzieren. Stellt sich nur die Frage, ob ich dadurch nicht zu viele Phasenverzerrungen in dem Bereich erzeuge, und damit die Richtwirkung wie oben des Direktschalls zunichte mache... Hmm :oops:

    Nach draussen dringt ja hauptsächlich nur der Bass und das breitbandig. Ja nach Musikstück mal tiefer, dann mal höher. Ein schmalbandiges Herausziehen wird Dir da nichts nützen, es handelt sich ja nicht um ein Feedback.
    Es schwingen einfach die Fensterscheiben mit. Je höher die Frequenz des Schalls, desto weniger Masse ist notwendig, diesen "aufzuhalten". Das bisschen Glas stört den Bass wenig, je tieffrequenter, desto mehr kommt nach draussen, die Mitten und die Höhen kommen aber dann nicht mehr durch.
    Ihr müsst also schon recht breitbandig nach unten ziehen, also quasi einen Hochpassfilter bis 100/150Hz setzen. Der Übergang wird eher fliessend sein und natürlich auch abhängig von der Fensterdicke....

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  • mringhoff
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    • 21. März 2008 um 23:18
    • #27
    Zitat von "wora"

    nun ja, als gelernter stahlbetonbauer...


    Interessant, aus welchen Bereichen manche Kollegen kommen :)

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  • wora
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    • 21. März 2008 um 23:20
    • #28

    ist aber auch schon 24 jahre her... danach lernte ich dann funkelektroniker.
    aber ein bisschen grundwissen ist natürlich hängen geblieben ;)

    mit kollegialen Grüßen
    Wolfgang

  • mringhoff
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    • 21. März 2008 um 23:26
    • #29

    und auch hier wieder der eindeutige Beweis: keine Ausbildung ist nutzlos.... :)

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  • wora
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    • 21. März 2008 um 23:31
    • #30

    ja, für nen halbwegs sinnvollen eintrag im forum reicht es tatsächlich noch :D

    mit kollegialen Grüßen
    Wolfgang

  • TheN
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    • 22. März 2008 um 01:17
    • #31

    Man merkt, das heute Karfreitag ist und viele Kollegen frei haben... :D

    Freue mich über die rege Beteiligung zum Thema.

    simonstpauli:
    Der Auszug aus der TA Lärm ist sehr interessant, wenn auch wenig erfreulich. Danke.
    Die VA ist am 25.04., kannst gerne vorbeikommen 8)

    Gute Nacht

  • Hitower
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    • 22. März 2008 um 13:05
    • #32

    Hi

    Wir hatten in der DOC-Lounge auch Fenster und aus baulicher Sicht für eine einmalige Veranstaltung wurde uns empfohlen: Nur abhängen und die PA nicht überdimensionieren!
    Problem waren nur die Technical Rider der vielen Künstler...

    Beim Altersheim 40m weiter war es kaum hörbar. Nur wenn beide Fenster geöffnet worden sind hörte man eindeutig mehr!

    Das ist schonmal der Anfang: Wie groß ist die zu beschallende Fläche? Muss man gleich Viel Bass stapeln? Da würde ich ansetzen!

    Frequenzmessungen haben wir dann auch im Innenraum gemacht (danke Helge) und gesehen: Es gibt einige Frequenzen die sind deftig, also EQ an...

    Kompressor halte ich auf jeden Fall für Sinnvoll, denn wir kennen ja die DJs (nicht alle :wink: ) !

    Gruß
    Daniel

    Fachkraft in Hamburg...

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