Hi,
kleine Klarstellung zum "sauberen Begrenzen", damit meine ich, daß der AMP NIE in einen Bereich kommt, den er nicht kann. Natürlich hat das ggf ein Kappen der Signale zur Folge (Klirr...), aber der AMP muß unter allen Umständen im linearen geregelten Bereich verbleiben. Clippt der AMP geht z.B. die elektrische Dämpfung flöten, grad bei PA-Systemen, bei denen diese den dicksten Batzen an "Kontrolle" darstellt, riskant.
Um nicht mißverstanden zu werden, der Antrieb eines elektrodynamischen Lautsprechers besitzt den Hang zum instabilen System, ohne Frage, nur die Ursachen für den LS-Tod sind sicher auch mal ganz simpel. Bernd hat hier einen wesentlichen Punkt, nämlich das Ausreizen von Grenzen unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten schon erwähnt. Sprich viel AMP-Reserve unter Verwendung von Limiter und Compressor (mehr oder weniger intelligente Geräte). Hat sich schon mal jemand überlegt, was bei einem hochpassgesicherten Weg eigentlich passiert, wenn dort ein Limiter oder Compressor stark ran muß? Ich fürchte kaum. Hab mit Hifi-Gerödel (Dynaudio D54 Mitteltonkalotte) für Geld die Erfahrung gemacht, das war zwar noch krasser als bei nem Sub, aber mal der Reihe nach:
Der Mitteltöner war in ner Aktivkombi mit nur 12dB/Okt/Bessel verbaut. Tja, den Tieftonbereich habe ich teilweise massiv in einen Diodenbegrenzer gefahren (> 20dB), das bedeutete, daß in dem Fall bei einem Viertel der fgu des Mitteltöners selbiger diese zu niedrige Frequenz mit voller Leistung sah. In ner Passiv-Box passiert das so nicht. Folge: Schleichender Exitus der Spulenzuleitung, 350DM ärmer aber viel schlauer danach. Bei mir kam damals der Tip von Dynaudio, das mit der Aktiv-Weiche was nicht stimme könne, DC machte die nicht, die 12dB Bessel waren das und hätten mit dem nachgeschalteten AMP allemal ok sein müssen, also war Nachdenken angesagt.
Nun ein Beispeil für nen Sub:
Nehmen wir mal nen Sub und der hätte 35Hz Tuningfrequenz, 1kW, fetter AMP, Limiter auf 1kW, Subsonicschutz mit 35Hz/24dB (was sicher selten der Fall ist). Ferner die Annahme, daß vorm Subsonicfilter 20Hz mit gleicher Amplitude wie 35Hz anliegen. In diesem Fall alles in Butter, bei 20Hz werden nur ca 10-20W in die Box gehen, Hub mag da noch iO sein. Nun gehts zur Sache, der Limiter muß ran, sagen wir mal der hat 10dB zurückzunehmen, weil die 35Hz zu viel Pegel haben. Kein Problem, die 20Hz werden ja auch um die 10dB zurückgenommen. So und nun passierts, das 35Hz Signal laß ich abfallen (die 20Hz nicht), der Limiter macht wieder alles auf und schwups sind da mal eben 100-200W (20Hz) da. Da wirds wahrscheinlich schon "knallen". Nagelt mich jetzt bitte nicht auf diese Zahlen fest, ich fands nur mit Werten einfacher darstellbar.
Je mehr ich einen Limiter zur gewünschten Lautstärkeerhöhung einsetze umso vorsichtiger muß ich sein, was Signale und deren Pegel im Außernutzband (bei BR also unter der Tuningfrequenz) anbelangt. Ich bin mir sicher, daß sich das nur sehr wenige vergegenwärtigen. Nur intelligente Limiter/Compressoren, die ein frequenzabhängiges Begrenzen erlauben, bringen da gewisse Sicherheit.
Zum Motorbeispiel: Das hinkt etwas, weil ein Motor in sich (ggf. anhängede) große träge Massen besitzt und einen massiv besseren Wirkungsgrad hat. Ein Chassis macht überwiegend heiße Luft sonst nix, da kann es nicht umgekehrt extreme Ströme generieren. Abgesehen davon, der von Bernd angedachte Fall, der passiert auch bei normalem Signal. Rechteck anlegen, die Membran kommt auf "Fahrt" und "plötzlich" wird, wegen des Rechecks, umgepolt. Nun hat die "Gegenseite" die Bewegungsenergie aufzunehmen, das ist richtig, aber diese Energie ist aufgrund der geringen Massen recht gering (dabei schlechten Wirkungsgrad nicht vergessen), der, im Vergleich zum Motor, hohe ohmsche Anteil begrenzt zusätzlich, da bricht kein Netzteil zusammen (außer billiger Krams).
So, bis denne, Grüße
Mattias