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live-Tauglichkeit der verschiedenen AKG C-414 Modelle.

  • guma
  • 7. Februar 2009 um 12:32
  • guma
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    • 7. Februar 2009 um 12:32
    • #1

    Nachdem ich in verschiedenen recording-Foren einiges Brauchbares aber auch jede Menge nonsense über die Vorteile von vintage Typen lese, hier ein paar praxisnahe Anmerkungen für Leute, die mit irgend einem älteren C414 liebäugeln:

    1. ältere ULS oder TLII Typen haben eine starre Kapselhalterung. Das Beklopfen des Mikrofonkorpus oder eines doch schon weit davon entfernten 210/2-Stativfußes wird mit einem lauten Booiiing beantwortet, das ein solches Mikro mit der damals z.T. mitgelieferten starren Halterung ohne Spinne für den live-Betrieb völlig unbrauchbar macht. Also nur mit H100 oder H85 verwenden !! Die neuen B-XLS oder B-XLII haben als Novum eine elastische Kapselaufhängung, die für sich ohne Spinne schon so gut funktioniert, das ein Beklopfen des korpus nur mit einem sehr leisen Klick beantwortet wird.

    2. die Schalter an den historischen Typen für Richtcharakteristik, die Filter und pads sind verhältnismäßig empfindlich und nicht so gut sichtbar. Bei den neuen Mikros sind das led-beleuchtete Taster die einen sehr Bühnentauglichen Eindruck machen.

    Nachdem ich hier ein älteres TLII und ein neues XLS in Händen halte, würde ich das XLS oder auch das XLII für roadtauglich erklären, und die älteren Typen lieber in einem Studioschrank sehen. :D

  • wora
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    • 7. Februar 2009 um 16:05
    • #2

    dieser beitrag erklärt übrigens gut, woher die mär "studiomikrofone sind für live zu empfindlich" kommt...

    mit kollegialen Grüßen
    Wolfgang

  • oton
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    • 7. Februar 2009 um 22:32
    • #3

    deswegen war die alte Spinne für die 414 so teuer ... aber sie funktioniert .. :D

    oTon Music - Marcus Thiel - Hilsbrunnenstrasse 8 - 76530 Baden-Baden

    http://www.popakademie.de
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  • bemi
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    • 8. Februar 2009 um 09:25
    • #4

    Gibt's klangliche Unterschiede?

    Was wird erwartet wenn in einem Rider C414 steht?


    VG bemi
    der noch keins hat aber dieses Jahr wegen einiger Anfragen wohl einkauft

    Viele Grüße aus dem Allgaeu - Michael "bemi" Bernhard
    https://bemiton.wordpress.com/

  • audiobo
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    • 8. Februar 2009 um 10:36
    • #5

    hmm, ich habe damals, als die "X"-Modelle rauskamen mal einen Testbericht mit Vergleich zu den alten gelesen, demnach tun die sich klanglich nichts, bzw. kaum. Da ist der Unterschied durch Kondenswasser auf der Memban oder irgendwann ganz einfach Alterung wahrscheinlich merklich höher.

  • guma
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    • 8. Februar 2009 um 10:44
    • #6

    Wie oben gesagt:

    1. Ich würde ein Aktuelles kaufen, kein Historisches.
    2. Wenn ich ein günstiges Altes gebraucht bekomme ( so sehr günstig sind die auf dem Gebrauchtmarkt nicht :wink: ), dann unbedingt eine Spinne dazu ( die aktuelle H85 passt auch zu den älteren ULS/TLII )
    3. Für die üblichen Anwendungen ( Drum-OH, Snare bottom, Flügel, Bläser, E-Git ) ) ist ein XLS/ULS ok. ( Das hat etwas mehr Mitten und keine Hochtonanhebung )
    4. Die typische Anwendung für XLII/TLII ( leichte Hochtonanhebung und, wobei das auch ein bisschen an der Herstellungsstreuung liegt, bei manchen Exemplaren kleine Delle bei 3-4 Khz ) ist Gesang im Studio. Dieser Frequenzgang kann live auch für Becken oder Bläser interessant sein, lässt sich aber näherungsweise auch mit EQ erzeugen, ist also für live nicht so relevant.

    Ich habe noch nicht erlebt, dass ein bestimmter Typ im Rider gefordert war, also würde ich aus praktischen Gründen wie gesagt entscheiden.

  • christopher hafer
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    • 8. Februar 2009 um 14:40
    • #7

    Nur wenigen Nutzern ist der Unterschied geläufig.
    Ich selbst besitze ULS/TL2 Modelle sowie ein altes (silbernes) EB, der Vorgänger vom ULS.

    Hier mal eine Auflistung aller Modelle der C12/414 Familie:

    (”brass CK12”): C12 (1953-1963), C24, C12A (1962-1971), C12B (1971-1973), C412 (1970-1971), C414 (1971-1976), C414EB (1976-1977), Telefunken ELA M250,251,252 (1959-1969)

    (”teflon CK12”): C414 E1 (1979-1983) C414EB (1978-1986), C414EB P48 (1980-1987), “The Tube” (1983-1992), C414B-ULS (1986-2004) C414B TL (1986-1993), C414B XLS (2004-present),
    C414 LTD (2007-)

    (”improved teflon CK12”): C414B TLII (1993-2004), C414B ULS-SE (2004), C414B XLII (2004-present), C12VR (1994-present)

    Wenn ein C414 gemeint ist, dann eigentlich immer das C414ULS bzw. der Nachfolger XLS. Das TL2 (XLII) hat zum ULS eigentlich nur Nachteile, denn ob die U87-artige Präsenzanhebung zur Quelle passt ist reine Glücksache; das ULS ist aber auch nicht gerade linear, für ein GM allerdings schon akzeptabel, ähnlich einem U89/TLM170.

    Zur Praxis: Die elastische Kapselaufhängung - egal ob über Spinne oder intern - ist kein Muss für Signalquellen ohne Bassanteil (z.B. OH). Trittschallgeräusche verschwinden weitestgehend im HPF. Richtig interessant wird es aber bei Bass-Anwendungen aller Art, allerdings sollte daran gedacht werden das dies auch für alle anderen Mikrofontypen gilt.

    Die spitzen Schalterchen der alten Serie sind schon recht fummelig, nur steht der Wahlschalter sowieso zu 90% auf Niere (übrigens statistisch belegbar) und der 75Hz Lowcut ist für die meisten Quellen auch Pflicht, so dass ich das neue Feature relativ uninteressant finde.

    Fazit: Ein gutes gebrauchtes C414ULS für max. 500 EUR ist eine gute Investition, wenn es denn unbedingt ein GM sein muss, was ich bekanntermaßen grundsätzlich bestreite... GMs haben auf einer Bühne NUR Nachteile, von sehr seltenen positiven Aspekten ihres Eigenklangs mal abgesehen.

    "Just because you believe something doesn't make it true."

  • guma
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    • 8. Februar 2009 um 15:22
    • #8
    Zitat von "christopher hafer"

    Zur Praxis: Die elastische Kapselaufhängung - egal ob über Spinne oder intern - ist kein Muss für Signalquellen ohne Bassanteil (z.B. OH). Trittschallgeräusche verschwinden weitestgehend im HPF.

    Das kann ich so nicht bestätigen. Es wäre zwar wünschenswert, wenn sich das so verhalten würde, allerdings kann der eingebaute HPF das nur gering unterdrücken, egal ob in 75 oder 150 Hz-Position und selbst die Kombination mit einem Pult-HPF macht erst weit hochgedreht ein befriedigendes aber längst nicht so eindrückliches Ergebnis wie eine Spinne oder eben eine elastische Kapselaufhängung. Das Körperschallproblem ist deutlich breitbandiger als nur die Grundresonanz der Kapsel. Bitte das mal durch Klopfprobe an den eigenen Exemplaren ausprobieren.

    Ganz nebenbei: Das Gleiche gilt auch für das Anbringen von Mikrofonen mittels Halterungen an Trommeln. Da gibt es keine einfache Pauschalantwort. Es gibt Mikros mit exzellent gedämpfter innerer "Aufhängung", die eine starre Halterung vertragen ( Audix D-Serie mit D-vice ) und andere die unbedingt eine Spinne brauchen und mit HPF kaum weniger jaulen ( z.B. Beyerdynamic M201 und LP-Claw, hier hilft sehr gut das t.plagiat der Dr.S. Spinne :D )

    Zitat von "christopher hafer"

    Richtig interessant wird es aber bei Bass-Anwendungen aller Art, allerdings sollte daran gedacht werden das dies auch für alle anderen Mikrofontypen ? gilt.

    Auch das kann ich so nicht sagen bestätigen. Wenn man von "allen anderen Mikrophontypen" spricht, lässt sich nur feststellen, dass Körperschallempfindlichkeit ein Merkmal ist, in welchem sich Mikrophone sehr stark unterscheiden können, möglicherweise sogar innerhalb einer Typenfamilie wie oben gezeigt und deshalb eigene Versuche zu empfehlen sind, da sich die Hersteller hier eher bedeckt halten und es dafür keine in den Datenblättern auftauchende Kenngröße gibt.

  • bemi
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    • 8. Februar 2009 um 16:02
    • #9

    bleibt nur noch die Frage: was ist das 414 ltd? Eine Sonderedition vom XLS in silber und zum Sonderpreis? Das waerere ja dann fuer mich eine Gelegenheit ...

    Viele Grüße aus dem Allgaeu - Michael "bemi" Bernhard
    https://bemiton.wordpress.com/

  • christopher hafer
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    • 8. Februar 2009 um 16:07
    • #10

    Hallo guma,

    zu Punkt 1:

    Vielleicht reden wir hier ein bisschen aneinander vorbei.
    Es gibt natürlich höherfrequente Störanteile / Artefakte die ein HPF am Pult/Mikro nicht behebt. Reiner Infraschall (Trittschall) wird aber weitestgehend behoben.
    Natürlich ist es aber besser, Störgeräusche gar nicht erst entstehen zu lassen. Dann sollte man aber auch über Platzierung und sogar Bühnenkonstruktion nachdenken.
    Ich wollte vor allem hervorheben dass es einen erheblichen Unterschied macht, ob ich z.B. einen Kontrabass oder eine Hihat "mikrofoniere".
    Beim Bass ist eine Entkopplung absolute Pflicht, bei der HH geht es ziemlich sicher auch ohne.

    zu Punkt 2:

    Bei jedem Mikrofon spielt die Entkopplung eine Rolle; wenn Mikrofone "gutmütig" reagieren deutet alles darauf hin dass eine Entkopplung im Gehäuse stattfindet.
    Viele BD-Mikrofone machen ja so etwas, und da hat das auch richtig Sinn.
    Worauf ich damit hinaus wollte: Spinnen bzw. entkoppelte Kapsellagerung sind absolut nicht nur für GMs ein "Thema" , sondern für alle Mikrofone (z.B. auch KMs), vor allem wenn tieffrequente Signale übertragen werden müssen; es gibt ferner Bühnensituationen wo dies eine große Rolle spielt und solche wo dies fast "egal" ist.

    Damit einverstanden? :)


    @ bemi: Das "Limited" hat laut meiner Liste die gleiche Kapsel wie das ULS. Wenns billiger ist: Warum nicht?

    "Just because you believe something doesn't make it true."

  • guma
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    • 8. Februar 2009 um 16:37
    • #11

    @ bemi

    Meines Wissens nach war der Preis des Ltd. gar nicht so besonders, ich meine, es wäre sogar ein bisschen teurer als das XLS ???

    @ Christopher

    Einverstanden. Die Kleinkondensatoren haben ebenfalls ein mehr oder weniger ausgeprägtes Körperschallproblem. ( Lästiges Phänomen, wenn die Hihat-Maschine trotz "doppeltem" Trittschallfilter + Bassabsenkung + Lowmidabsenkung immer noch rumpelt, so erlebt beim aktuellen 451 remake mit dessen Sparhalterung ) Ich selbst nutze daher KM nahezu ausschließlich mit Spinne ( seit es passable Plagiate gibt, ist das ja auch kein teures Vergnügen mehr ) Die AT8471 Gummiklemme, die dem AT450 beigepackt ist, macht eine ebenfalls ordentliche Dämpfung, passt allerdings für die üblichen Type der anderen Hersteller leider nicht.

  • guma
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    • 10. Februar 2019 um 19:52
    • #12

    Ich hole den alten Thread noch mal hoch, weil ich diesen

    https://sonicscoop.com/2016/10/27/cur…2/?singlepage=1

    link gefunden habe. Seiten im Netz, in denen es um die Unterschiede zwischen den verschiedenen c414 Typen geht, gibt es viele, allerdings ist hier ein umfangreiches Vergleichsszenario zu hören mit den wesentlichen Typen beginnend mit dem Ur-C12.

    Mein Hörfazit ist, dass sich die letzten zwei Generationen B-XLS/XLII und XLS/XLII mit den oben beschriebenen Vorteilen für die live Nutzung klanglich überhaupt nicht hinter den "VINTAGE" Modellen verstecken müssen, ganz im Gegenteil. Einige der Oldies fand ich ausgesprochen muffig. Das einzige Mikro, welches in meinen Ohren wirklich ne andere Liga ist und herausragend gut klingt, ist das Ur-C12, welches wir aus vielerlei Gründen nicht auf eine Bühne zerren wollen ...;)

  • oton
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    • 10. Februar 2019 um 22:29
    • #13

    Naja, bei so alten Mikrofonen spielt Serienstreuung & Alterung auch eine große Rolle ... meine zwei B-ULS schleppe ich schon lange nicht mehr live durch die Gegend, die sehen nur noch das Studio, für Live habe ich jetzt 2 x 214 als Drum OH, die klingen sehr ähnlich, und sind dazu um einiges weniger empfindlich.

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  • guma
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    • 13. März 2021 um 17:45
    • #14

    Hab' mir heute am X-ten Samstag ohne Gig :rolleyes::rolleyes: den o.g. Test https://sonicscoop.com/2016/10/27/cur…2/?singlepage=1

    noch mal angehört:

    1. Das legendäre EB Teflon Modell gefällt mir überhaupt nicht. Zu muffig!

    2. das alte C12 Urmodell ist und bleibt geil!

    3. Mir fällt der alte PRODUCTION PARTNER Großmembran Test (mit CD!) aus Ende der Neunziger(?) wieder ein, in dem alles was Rang und Namen hatte, vertreten war und ich die Legenden alle ziemlich „gefärbt“ fand. Das 414 ULS Modell der 80-er fand ich OK und am „ehrlichsten“, neutralsten hörte sich für mich das damals günstige AT4033 an und damals hatte ich noch keinen Senioren-HF-Verlust :!:^^ Irgendwie hat man als Beschaller doch ein anderes Ohr für Mikrofone als der Recording-Nerd. ;)

    4. Heute gefällt mir als „realistisches“, durchsetzungsfähiges Modell das aktuelle XLS besser als die Vintage Modelle mit Ausnahme des Ur-C12, für das es ja mit dem Austrian Audio OC818 eine Super Alternative gibt. :)

  • Herr Nink
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    • 14. März 2021 um 09:37
    • #15
    Zitat von guma

    Recording-Nerd.

    HEEEEEEEE :D  scham*

  • nojunk
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    • 14. März 2021 um 13:47
    • #16
    Zitat von guma

    ... und damals hatte ich noch keinen Senioren-HF-Verlust :!:^^

    ^^^^^^

    No, it's not too loud. You're just too old!
    winners have parties - and loosers have meetings
    Technik haben viele - WIR können sie auch bedienen :)

    vu.gif

  • oton
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    • 14. März 2021 um 14:47
    • #17

    Im Studio brauche ich halt nicht immer ein neutrales Mikro ... und ich fand und finde z.B. die EB´s eine Super Alternative für Rap & Metal Vocals zumSM7, weil man da mit den ganzen schönen Höhen halt nichts anfangen kann, nervt nur beim Mischen ;)

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  • guma
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    • 14. März 2021 um 15:08
    • #18

    Jo, für manchen Schreihals ist "belegt" bestimmt eine super Alternative. ;)

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