Ja, wir sind jetzt glücklich, dass neben den klassischen Chinaböllern auch noch Chinaböller mit Markenlabel am Markt sind. Wir sind jetzt aber zutiefst beleidigt, wenn diese Produkte irgendwie qualitative Unterschiede zu den hochpreisigen Markenprodukten aufweisen.
Tut mir leid, ich finde dieses Lamento, das ich hier schon in verschiedenen Facetten gelesen habe, einfach lächerlich.
Ich würde mich voller Scham in ein Eckchen zurückziehen und denken: Selber blöd, dass ichs probiert habe. Die gleichen Skrupel hätte ich, ein 99,-€ Fahrrad in den Supermarkt zurückzutragen und irgendein Garantietheater anzufangen, denn daran, dass es sowas gibt, sind letztendlich auch die Konsumenten schuld, die diese Sch... kaufen. Es ist eine geradezu öbszöne Einfalt, gepaart mit grenzenloser Verantwortungslosigkeit und komplett ausfallender Selbstkritik, die, wenn mans mal zu Ende denkt, problemlos als Schaufel für unser eigenes ökonomisches Grab zu erkennen ist. Ich kann nur hoffen, dass ich das Ergebnis dieses Schwachsinns nicht mehr erleben muß.
Ein längerfristig funktionstüchtiger analoger Terz-Equalizer muß mindestens 700,- € kosten, sonst ist er mit unseren europäischen Wirtschaftssystem und unserem Qualitätsmaßstab inkompatibel. Ich wundere mich schließlich auch nicht über Autos für 5.000,- €, die im Crashtest auseinanderfallen, über Berichte von menschenunwürdigen Produktionsbedingungen, über verseuchte Flüsse u.s.w. die ganze, allgemein bekannte Latte. Wenn Schorschi kein Geld für einen ordentlichen EQ hat, sollte er einfach gar keinen kaufen. Thats it.
Und..., wenn Schorschi für seine fünf Jobs im Jahr einfach für 10 - 15 € bei einem Verleiher seiner Wahl ein ordentliches Gerät leihen würde, statt vom Raffke-Discounter für 200 € eines zu kaufen, wäre auch manch anderer Schwachsinn in unserer Branche schnell behoben.