Brauche mal Info´s zum Case Pro1 von Martin
keine technischen Daten (dafür hab ich die Anleitung), sondern was kann es gut oder weniger gut, wie ist die Bedienung...
Brauche mal Info´s zum Case Pro1 von Martin
keine technischen Daten (dafür hab ich die Anleitung), sondern was kann es gut oder weniger gut, wie ist die Bedienung...
Hallo,
ich habe hier den Martin Case I und Case II-Controller im Lager und auch desöfteren im Einsatz.
Zu den Vor- und Nachteilen des Pultes:
- Während beim Case II-Controller die P&G Endlosfader die Programmierung stark vereinfachen gestaltet sich diese beim Case I-Controller mangels derer leider deutlich umständlicher.
- Hervorragend ist dagegen der Effektgenerator. Trotz des Alters des Pultes bevorzuge ich diesen noch derer vieler "modernerer" Lichtsteuerungs-Lösungen. Vor allem die vielen Parameter sowie die Implementierung per "virtuelle Kanalerweiterung" ist sehr schön gelöst und lässt viele Freiheiten.
- Nützlich - aber leider bei nicht-Martin-Geräten noch lückenhafter implementiert als bei Geräten des selbigen Herstellers - sind auch die integrierten Colour-Presets bei Scheinwerfern mit CMY-Farbmischsystem.
- Leider sind die Möglichkeiten der MIDI-Ansteuerung nicht so vielfältig. Bei der Programmierung kann man hier auch recht schnell die Übersicht verlieren. Vor allem im "Transparenz"-Modus wird es hier recht schnell unübersichtlich.
- ...
Diese Liste ließe sich noch lange weiterführen, aber im Allgemeinen lassen sich meine Erfahrungen mit dem Pult folgendermaßen beschreiben:
Im Musical- und Theater-Bereich lässt sich mit dem Pult auch bei einer hohen Anzahl an Geräten hervorrangend mit dem Pult arbeiten. Das schließt konventionelles ebenso wie intelligentes Licht ein. Gleiches auch für andere vorprogrammierte Shows, bei denen nur wenige "Live"-Eingriffe nötig sind. Beim typischen Bühnen- und Discoeinsatz, bei denen ständige "Live"-Eingriffe in die vorprogrammierte Show nötig sind, bevorzuge ich das Pult allerdings bei kleinen bis mittleren Veranstaltungen. Beim Einsatz vieler Geräte stößt man hierbei schnell an die Grenzen der Bedienoberfläche und muss Abstriche bzgl. des schnellen Zugriffs auf bestimmte Parameter und der Übersichtlichkeit machen. Bei Festinstallationen könnte ich mir hierbei mit einer entsprechend ausgiebigen Einarbeitungszeit des Operators aber auch den Einsatz bei größeren Installationen vorstellen.
Zur Bedienung:
- aufgrund des etwas außergewöhnlichen Bedienkonzepts, wie man es sonst bei keinem anderem Lichtpult aus diesem Segment findet, ist die Einarbeitung in das Pult sicher anfangs sehr gewöhnungsbedürftig.
- Für den Live-Einsatz mit ständig wechselnder Programmierung und wechselnden Operatoren ist die Tastenmatrix etwas gewöhnungsbedürftig. Da die Spalten bzw. Zeilen der Matrix auf dem Monitor leider nicht dementsprechend inkl. der vergebenenen Cue-Bezeichnungen dargestellt wird, kann es schnell passieren, dass man beim schnellen Drücken der Tasten einmal die falsche erwischt. Da drucke ich mir je nach Veranstaltung gerne einmal eine kleine am PC farblich hervorgehobene und beschriftete Matrix aus und bringe diese während der Veranstaltung neben dem Tastenfeld an.
- auch der schnelle Zugriff auf die einzelnen Parameter der Squenzen ist beim Case I-Controller etwas umständlich. Das ist beim Case II mit den zusätzlichen LCDs, Tastern und Endlosfadern deutlich angenehmer.
- Die Grundkonzept der Playbacks (Fader und Flash-Taster) erinnert stark an die Konzepte vieler Theater-Pulte. Vor allem im Discoeinsatz ist hierbei die Belegung mit unterschiedlichen Funktionen etwas problematisch.
Das ganze mag jetzt vielleicht insgesamt etwas negativ herüberkommen, aber dem ist ganz und gar nicht so: ich bin mit den beiden Pulten sehr zufrieden und auch trotz des Alters haben mich diese noch auf keiner Veranstaltung im Stich gelassen. Aber wenn man selbst im Bereich der Entwicklung tätig ist, dann findet man wohl überall jeden kleinsten Mangel. ![]()
Solltest du noch weitere, konkrete Fragen haben, so stehe ich gerne zur Verfügung.
Viele Grüße,
Marcel