hmmm....
da stimme ich nicht ganz zu:
Gedankenexperiment:
Fall 1: Box mit einem speaker und bassreflextunnel. beispielsweise RCF 15/555K mit Lehrbuchabstimmung 120 Liter 48 Hz Tunnel 14D 6.25L --> ohne Hubbel
Fall 2: vier dieser Boxen aufeinander/nebeneinander, (Annahme: Tunnel genügend weit voneinnander entfernt, daß keine Kopplung auftritt). Wenn alle Gehäuse und speaker gleich und auch keines im stack in bevorzugter Position (geht bei vieren gerade noch), so muß unabhängig von jeder sonstigen Übertragungseigenschaft aus symmetriegründen gelten, daß sich nichts ändert, wenn die trennenden Wände wegfallen und die Boxen zu einer gemeinsamen großen Box mit nun vier speakern und vier Tunneln verschmelzen. Auch hier wieder die Lerbuchabstimmung mit 480 Litern 48 Hz und vier Stück Tunnel 14D 6.25L --> ohne Hubbel (geht mit jeder mir bekannten Art der Berechnung und jedem Programm das einigermaßen vernünftige Mathematik beinhaltet)
Ändert sich also nichts wenn gestackt wird ?
Jein:
die Annahme wurde oben schon genannt --> es ändert sich nur dann nichts, wenn die Tunnel sich nicht gegenseitig beeinflussen !
Am besten sieht mann das, wenn mann die empfohlene Konstruktion mit dreieckigem Tunnel in der Gehäuseecke betrachtet, um es noch einfacher zu machen mit nur einem in einer ecke des gehäuses.
Stellt mann nun die Boxen so, dass die Tunnel alle in den äußeren ecken des stacks zu liegen kommen, so beeinflussen sich diese kaum und der obige Fall 2 gilt (angenähert)
Stellt mann die Boxen aber so, dass alle Tunnel in der mitte des stacks so liegen, dass sie unmittelbar aneinander anschließen, so wird daraus beim gedachten wegfall der Wände wegen des symmetrieprinzips ein einzelner großen Tunnel mit vierfacher Fläche und doppeltem äquivalenten Durchmesser --> d.h. der Tunnel wird nun für eine gute Abstimmung sehr viel kürzer wegen der stärkeren Tunnelverlängerung durch die größere mitschwingende Luftmasse (der Fall läßt sich auch gut rechnen).
Das Ganze kann mann auch so betrachten, dass die Tunnel in dieser Anordnung, auch wieder wegen des Symmetrieprinzips, auch außerhalb der Box durch die benachbarten Tunnel eine "Verlängerung" wie durch zwei anliegende Gehäuseseiten sehen. (Aus dieser Betrachtung kann mann übrigens die scheinbare erlängerung durch benachbarte Wände auch theoretischherleiten ---> schönes Nebenergebniss, werde ich mal mit den durch Messungen gefundenen Werten für die Verlängerungsfaktoren vergleichen)
Mein Fazit (muß ja nicht stimmen):
a) ja, die notwendige Abstimmung von im stack zu nutzenden Bassreflexboxen muß höher sein als bei Nutzung ohne stacking
b) wieviel höher abgestimmt werden muß hängt davon ab, wie stark die Tunnel koppeln, d.h. wie eng sie im stack benachbart sind. Insbesondere die sinnvolle (weil platzsparende, Tunnellänge sparende und auch noch die box ausstiefende) Anordnung in den vier Ecken des Gehäuses führt für unmittelbar benachbarte Tunnel zu einer sehr starken (dafür aber wenigstens für die direkt benachbarten auch einigermaßen vorraussagbaren) Kopplung und virtuellen Verlängerung der Tunnel.
c) leider wird gerade für diese Anordnung das Ganze für die Boxen am Rande des stacks unsymmetrisch, da die äußeren Tunnel eben keine Nachbarn haben. --> is nix mit Vorraussage
d) eigentlich schlechte Nachricht für die gepriesene modularität der Bassreflexlösung (heute eine, morgen zwei und bei open air viele)
eine oder wenige Boxen --> Abstimmung zu hoch
je mehr boxen --> Abstimmung wird zunehmend zu tief
EQing hilft nur bedingt, da ja nicht nur der Schalldruckfrequenzgang sich ändert, sondern auch das Ein- und Ausschwingverhalten; --> so ein Käse ![]()
Es bleibt schwierig :wink:
Gruß SRAM