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Techniker-Organisation (Verband?) ... Ja, Nein, vielleicht?

  • schmiddy
  • 26. September 2009 um 12:28
  • schmiddy
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    • 26. September 2009 um 12:28
    • #1

    Moin Leude,

    ich hab gestern mit einem Kollegen aus aktuellem Anlass (dem Unfall in Duisburg) gesprochen und er hat mal wieder das Thema der Techniker-Gewerkschaft auf den Tisch gebracht.
    Wie steht Ihr dazu?
    Fakt ist, das sich kein Einzelunternehmer gegen die immer enger werdenden Bauzeitenpläne wehren kann...ausser natürlich den Job abzulehnen.
    Aber wer kann sich das schon auf Dauer leisten? Also macht man alles noch schneller mit noch weniger Personal aber dafür mehr Material.
    Ich seh das auch nicht als Fehler der jeweiligen TL´s, die müssen ja meist auch in einem festgesteckten Rahmen arbeiten und können auch nur begrenzt Einfluss nehmen.

    Letztendlich ist der hohe Preisdruck am Markt schuld, und so schnell wird sich das nicht besser, weil es schwer sein wird die Kunden wieder zu höheren Preisen zu erziehen, selbst wenn die Gesamtwirtschaftliche Lage sich wieder erholt.
    Somit würde ein starke Techniker-Gewerkschaft eine Möglichkeit bieten, um zum einen ordentliche Preise und zum anderen faire Bedingungen zu schaffen.
    So weit so logisch denke ich.
    Aber, das würde nur funktionieren wenn die Mehrheit der Freelancer sich auch (aktiv) anschliesst. Nur so hätte das einen Sinn.

    Also, bitte äussert eure Meinung dazu, und...bitte bitte mit Zucker obendrauf...erspart uns Antworten a la "das wird doch eh nichts"

    Alex

    Edit: Hab das Thema geändert, da eine Gewerkschaft nur für angestellte Arbeitnehmer gegründet werden kann, und hier geht es ja zu 90% um Freelancer.

    Einmal editiert, zuletzt von schmiddy (29. September 2009 um 13:26)

  • simonstpauli
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    • 26. September 2009 um 12:43
    • #2

    Was kann so eine Organisation ihren Kunden bieten, damit sie Gewerkschaftsmitglieder buchen oder gar einen Rahmenvertrag unterschreiben?
    Mitglieder mit excellentem Fachwissen und guter Werkzeugausstattung? Die Garantie, daß im Krankheitsfall adäquater Ersatz einspringen kann?
    Also sehe ich hochwertige und konsequente Weiterbildung als eine Hauptsäule einer solchen Gewerkschaft an, wenn sie erfolgreich werden soll.
    Weiterbildung im technischen Bereich ist relativ zugänglich, hier gibt es viele auch kostenlose oder kostengünstige Seminare von Herstellerfirmen, im psychologischen Bereich wird die Luft arg dünn, hier habe ich bis jetzt noch gar nichts gefunden. Dabei macht gerade der nicht-technische Bereich einen Großteil unseres Jobs aus, sobald wir es mit Künstlern, Agenturen etc. zu tun haben.

    Wenn man einen Mehrwert bietet kann man auf der anderen Seite auch wieder Arbeitsbedingungen verbessern.

    Zustände wie im Madison Square Garden finde ich auch eher nicht erstrebenswert, ich möchte für mein Geld schon auch arbeiten... Also keine Gewerkschaften nach US-Modell.

    Christian Tepfer * Monitor-Operator, HF-Betreuer, FOH-Mischer, Klang-Gestalter
    http://klanggestaltung.wordpress.com/

  • schmiddy
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    • 26. September 2009 um 12:56
    • #3

    Ich hab die US-Gewerkschaft selbst noch nicht erlebt, aber auch schon gehört das das nicht unbedingt erstrebenswert ist.
    Wie schon gesagt, es geht mir nur darum eventuell eine Organisation im Rücken zu haben die Druck ausüben kann, wenn die Umstände mal wieder unmenschlich werden.

    Ich stelle mir das so vor:
    Wenn beispielsweise die 50 meistgebuchten Techniker einer Firma wie P. aus HH in einer Gewerkschaft organisiert wären, könnten sie mit Sicherheit die Konditionen beeinflussen, da es sich die Company nicht leisten könnte auf die Spitze ihrer freien Techniker zu verzichten.
    Damit das wiederum funktioniert müsste die Gewerkschaft eine Satzung haben, an die man sich mit Eintritt bindet. Darin könnten z.B. Preise und Konditionen festgehalten sein, die Mindestwerte enthalten, und man verpflichtet sich diese nicht zu unterschreiten.

  • simonstpauli
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    • 26. September 2009 um 13:53
    • #4

    Wie willst Du verhindern, daß die Firma P. aus HH einfach 50 Techniker, die nicht in einer Gewerkschaft organisiert sind, bucht?

    Die Guten sind sowieso ihre eigene Lobby, da mache ich mir weniger Sorgen.

    Tagessätze sind auch nicht meine Hauptpriorität, Arbeitsbedingungen (Zeiten, Catering, Sicherheit, Autofahrten nach der Arbeit) finde ich viel verbesserungsbedürftiger. Hier liegt Einiges im Argen.

    Andererseits schulden wir ein Werk, keinen Dienst.

    Christian Tepfer * Monitor-Operator, HF-Betreuer, FOH-Mischer, Klang-Gestalter
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  • tufkaklto
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    • 26. September 2009 um 14:03
    • #5
    Zitat von "simonstpauli"

    Wie willst Du verhindern, daß die Firma P. aus HH einfach 50 Techniker, die nicht in einer Gewerkschaft organisiert sind, bucht?

    Die Guten sind sowieso ihre eigene Lobby, da mache ich mir weniger Sorgen.

    Tagessätze sind auch nicht meine Hauptpriorität, Arbeitsbedingungen (Zeiten, Catering, Sicherheit, Autofahrten nach der Arbeit) finde ich viel verbesserungsbedürftiger. Hier liegt Einiges im Argen.

    Andererseits schulden wir ein Werk, keinen Dienst.


    +1

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  • schmiddy
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    • 26. September 2009 um 14:21
    • #6

    @ simonstpauli: weil ich geschrieben habe die 50 meistgebuchten Techniker!
    Glaub mir, ich kenn den Laden, das würden die nicht covern können. Und andere Buden schon mal garnicht.
    Natürlich haben die guten Tekkies theoretisch eine Lobby, aber es ist verdammt schwer sich dort abzusprechen.
    Hätte man eine Organisation, die genau dies tut, nämlich die Mitglieder informieren und auf Linie zu bringen, wäre es viel einfacher gewisse Bedingungen durchzusetzen!
    In der Masse geht es sich immer besser als alleine...

    @Klauston: ?

  • simonstpauli
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    • 26. September 2009 um 14:29
    • #7

    Also ich weiß nicht, wenn es für 50 gute Kollegen schwer ist, sich abzusprechen, dann wird das auch mit Gewerkschaft nichts.

    Und "auf Linie bringen" wird imho nicht funktionieren. Nicht bei Freelancern. Nicht ohne Schußwaffen (siehe US-Unions)...

    Christian Tepfer * Monitor-Operator, HF-Betreuer, FOH-Mischer, Klang-Gestalter
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  • schmiddy
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    • 26. September 2009 um 15:06
    • #8

    Witzig, hab die gleiche Diskussion eben mit nem Kollegen über Skype geführt.
    Ich sehe das so: sich einfach ohne Organisation im Rücken abzusprechen ist nur möglich wenn man das zum Beispiel in einem Forum tut.
    Anders macht es keinen Sinn. Also muss man ein Forum anlegen, ok, ist mit NING zum Beispiel ne Sache von 5 Minuten.
    Aber, wenn es hart auf hart kommt steht man doch auf der Baustelle dann ganz schnell alleine da.
    In einer perfekten Welt stelle ich mir folgendes vor:
    Nach der 16 Stunde auf nem Job sagt der TL an das noch 3 Lampen gestauscht werden müssen und deswegen jetzt mal 2 Leute in den Gurt und hopp hopp ins Rigg.
    Wenn von den anwesenden Technikern ein paar in der Gewerkschaft sind, zücken die ihre Mitgliedsausweise und sagen: Brennst Du? Das kann man auch noch morgen machen wenn alle frisch sind!
    Die Gewerkschaft müsste natürlich einen guten Draht zu den BG´s und so weiter haben, so das jeder weiss das die Stress machen können.

    Natürlich könnte auch jeder für sich sagen, nein, das mach ich nicht, und das wäre auch der richtige Weg, Thema Eigenverantwortung.
    Trotzdem glaube ich das es mit einer Organisation im Rücken leichter mal nein sagen lässt.
    Wenn so eine Situation 10 Minuten vor Show auftritt springen natürlich alle in den Gurt, die Attitüde will ich garnicht zerstören, aber nicht wenn es nicht unbedingt nötig ist!

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    • 26. September 2009 um 15:10
    • #9

    Eine Gewerkschaft ist primär dafür da, Tarifverträge für Arbeitnehmer auszuhandeln. Die Arbeitsbedingungen freier Unternehmer ist eher keine Aufgabe von Gewerkschaften...

    Das Problem ist, dass die beiden Branchenverbände nicht primär als ihre Aufgabe sehen, was auch nicht weiter wundert: Der eine Branchenverband ist sehr theaterlastig, der andere nimmt entsprechende Personen noch nicht mal als ordentliche Mitglieder auf.


    Zitat von "simonstpauli"

    Andererseits schulden wir ein Werk, keinen Dienst.

    Das mag bei den Leuten am Pult teilweise noch der Fall sein, überwiegend schliesst der Veranstaltungstechniker aber ganz klar Dienstverträge ab. (Hat eine bestimmte Zeit da zu sein, wird pro Zeit bezahlt, Tätigkeit wird nicht im Vertrag abschließend geklärt, sondern spontan zugewiesen)

    Bitte keine fachlichen Fragen per PM - Inhaber von dBmess

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    • 26. September 2009 um 15:15
    • #10
    Zitat von "schmiddy"

    Nach der 16 Stunde auf nem Job sagt der TL an das noch 3 Lampen gestauscht werden müssen und deswegen jetzt mal 2 Leute in den Gurt und hopp hopp ins Rigg.

    Laut ArbZG ist spätestens nach 10 Stunden Schluss, bei freien Unternehmern kann man vielleicht noch bis 12 Stunden beide Augen zudrücken, danach ist das schon keine Fahrlässigkeit mehr, sondern "dolus eventualis".

    Zitat

    Die Gewerkschaft müsste natürlich einen guten Draht zu den BG´s und so weiter haben, so das jeder weiss das die Stress machen können.

    Die Berufsgenossenschaften sind nun mal primär für die dort Versicherten zuständig.

    Bitte keine fachlichen Fragen per PM - Inhaber von dBmess

  • schmiddy
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    • 26. September 2009 um 15:28
    • #11
    Zitat von "ADMIN"

    Laut ArbZG ist spätestens nach 10 Stunden Schluss, bei freien Unternehmern kann man vielleicht noch bis 12 Stunden beide Augen zudrücken, danach ist das schon keine Fahrlässigkeit mehr, sondern "dolus eventualis".


    Richtig, aber die Realität sieht nun mal anders aus.

    Zitat von "ADMIN"


    Die Berufsgenossenschaften sind nun mal primär für die dort Versicherten zuständig.

    Aber bei Gefahr im Verzug müssen sie handeln ! Oder eben das GAA.

  • tufkaklto
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    • 26. September 2009 um 15:57
    • #12

    Die Idee wäre vom Ansatz gut, es wird nur an der praktischen Umsetzung scheitern, das die noch sinnvoll ist.

    Ich habe heuer im Sommer mit amerikanischen Schauspielern gearbeitet ( in einem Theater ) die dort in der Gewerkschaft sind .
    Ist dort so üblich.

    Da haben sich Tragödien abgespielt.
    Das ging soweit, das die Regisseurin sicher nicht mehr mit Amerikanern arbeiten wird.
    Das war nur Arbeitsverhinderung.
    Paradoxerweise wollten die Schauspieler bei vielen Dingen sogar selber mitmachen, es war Ihnen nur von den Gewerkschaftsregeln untersagt, sonst würden sie gebannt.

    Sowas ist auch nicht lustig.

    Dann auch noch eine Frage zur Umsetzung:
    Es gibt genug Kollegen, die gut am markt etabliert sind und zu Recht gute Gagen bekommen.
    Warum sollten diese Anfänger mitziehen???
    Oder müßte man dann eine Gagenabstufung nach Können machen ??
    Sehr gut : offenen Klasse
    Gut: von 280 - 320
    Befriedigend 200-280
    usw
    Wer teilt das ein und nach welchen Richtlinien??
    Es wird so immer unfair sein.
    Ein Klassensystem würde nicht funktionieren.
    genausowenig eben auch, das langgediente und erfahrene Kollegen gagenmäßig noch unerfahrenen mitziehen.
    Das würde nämlich auch zwangsläufig die Preise für die guten drücken.
    Weil ja dann niemand weiß, was er bekommt.

    Dabei reguliert sich doch eigentlich der Markt von selbst.
    Es zahlt Dir niemand eine 280er Gage, wenn er nicht der Meinung ist, das Du es wert bist.
    Umgekehrt sind diejenigen, die sich um 150 verkaufen, auch dort, wo sie hingehören, denn hätten sie mehr Erfahrung, dann würden sie das nicht nötig haben.

    Und man kennt schon die Pappenheimer. :D:D:D

    Und um für eine der angesprochenen Firmen zu argumentieren:
    Dort und bei den meisten großen Firmen, die ich kenne, wird von Projektleitern usw viel mehr auf Sicherheit geachtet als bei vielen kleinen und mittleren Betrieben.
    Da ist es auch kein Thema, das man PSA dabeihat ( Helm auf, wenn wer im Rigg/Dach ist, Sicherheitsschuhe.

    Über Zahlungsmodalitäten und Ähnliches würde ich nicht sprechen wollen, das lass ich bewußt aussen vor.
    Denn da ist jeder Alt genung und erwachsen, um seine eigenen geschäftlichen Belange in ordnung halten zu können.

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    • 27. September 2009 um 00:19
    • #13
    Zitat von "klauston"

    Dann auch noch eine Frage zur Umsetzung:
    Es gibt genug Kollegen, die gut am markt etabliert sind und zu Recht gute Gagen bekommen.
    Warum sollten diese Anfänger mitziehen???
    Oder müßte man dann eine Gagenabstufung nach Können machen ??
    Sehr gut : offenen Klasse
    Gut: von 280 - 320
    Befriedigend 200-280
    usw
    Wer teilt das ein und nach welchen Richtlinien??

    Alles anzeigen

    Auch innerhalb eines Tarifvertrags, den beispielsweise die IG Metall abschließt, gibt es heftig unterschiedliche Löhne. Aber Gewerkschaft nach deutschem Recht ist etwas für Arbeiter und Angestellte, nicht für Freelancer.

    Und Bezahlung wäre nicht das, worin ich das primäre Problem sehen würde, sondern die Arbeitsbedingungen, beispielsweise die Arbeitszeit.

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  • schmiddy
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    • 27. September 2009 um 10:26
    • #14

    Ich sehe die finanzielle Seite auch eher sekundär.
    Wobei ich schon dafür wäre, gewisse Mindest-Tagessätze zu etablieren, denn wenn ich höre was in manchen Regionen der Standard ist kann ich nur mit dem Kof schütteln.
    Es gibt nur ganz wenige Positionen in unserer Branche, die meiner Meinung nach halbwegs vernünftig entlohnt werden.
    Natürlich sollte es nicht so sein, das die Guten den Rest mitziehen, aber zum Beispiel 210€/10h für einen Lichttechniker als Mindestsatz fänd ich mehr als gerechtfertigt.

    Aber es geht mir viel mehr um die Arbeitsbedingungen. Der Einzelunternehmer hat meist kein gutes Argument, wenn der Satz fällt: "...dann buch ich Dich nie wieder!"
    Wenn man Pech hat sagt das der Hauptauftraggeber, und schon überlegt man wie weit man dafür geht...

  • hasenfuß
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    • 27. September 2009 um 23:20
    • #15
    Zitat von "schmiddy"

    Ich sehe die finanzielle Seite auch eher sekundär.
    Wobei ich schon dafür wäre, gewisse Mindest-Tagessätze zu etablieren, denn wenn ich höre was in manchen Regionen der Standard ist kann ich nur mit dem Kof schütteln.
    Es gibt nur ganz wenige Positionen in unserer Branche, die meiner Meinung nach halbwegs vernünftig entlohnt werden.
    Natürlich sollte es nicht so sein, das die Guten den Rest mitziehen, aber zum Beispiel 210€/10h für einen Lichttechniker als Mindestsatz fänd ich mehr als gerechtfertigt.

    Aber es geht mir viel mehr um die Arbeitsbedingungen. Der Einzelunternehmer hat meist kein gutes Argument, wenn der Satz fällt: "...dann buch ich Dich nie wieder!"
    Wenn man Pech hat sagt das der Hauptauftraggeber, und schon überlegt man wie weit man dafür geht...


    was klauston schon schrieb, habe ich erst neulich wieder erlebt: der "kollege" der sich über
    seine 150€ gage beschwerte, war dann auch nicht in der lage, einen 12er dimmer manuell oder
    mit einem 12er lightcommander sinnvoll anzusteuern etc. pp.
    also 210€ - aber für welche leistung ? und warum nicht 250 ? ich finde es auch traurig, als meister
    weniger pro stunde zu berechnen als die autowerkstatt mir für eine GESELLENstunde
    berechnet. die preisstrukur in unserer branche wird aber nun mal leider nicht von kaufmännisch halbwegs
    gebildeten menschen bestimmt.

    das "dann buch ich dich nie wieder" ist auch so eine sache
    [ :evil: ]wer verdienst-, karriere- und sonstige chancen gegen arbeitszeiten, -bedingungen etc.
    abwägt, sollte sich sinnvollerweise nach einer anderen branche umschauen und
    sich freuen, wenn der auftraggeber ihn dabei "moralisch unterstützt" ... [/ :evil: ]

    prinzipiell bin ich schon deiner meinung, etwas mehr marktmacht täte den freelancern
    sicher gut. wie das allerdings funktionieren könnte in zeiten, in denen jede garagenbude
    drei lehrlinge pro jahr in den freelancermarkt entläßt, ist mir bislang noch nicht klar.

    ______________________________

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    • 28. September 2009 um 10:38
    • #16
    Zitat von "hasenfuß"

    die preisstrukur in unserer branche wird aber nun mal leider nicht von kaufmännisch halbwegs
    gebildeten menschen bestimmt.

    Das sehe ich anders, denn der Preis bildet sich auf einem funktionierenden Markt nach Angebot und Nachfrage.

    Bitte keine fachlichen Fragen per PM - Inhaber von dBmess

  • hasenfuß
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    • 28. September 2009 um 11:06
    • #17
    Zitat von "ADMIN"

    der Preis bildet sich auf einem funktionierenden Markt nach Angebot und Nachfrage.

    wenn aber die anbieterseite gerne mal keinen gedanken an kranken- und altersvorsorge,
    unfallversicherung, häuslebau, zukunft allgemein verschwendet und/oder persönlich grad
    einfach keine andere option hat, ist der preis zwar (volks)wirtschaftstheoretisch
    schön durch angebot und nachfrage zustandegekommen, hat aber leider
    mit einem (betriebs)wirtschaftlich auch für die anbieterseite sinnvollen wenig zu tun.
    oder ?

    ______________________________

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  • tufkaklto
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    • 28. September 2009 um 11:07
    • #18
    Zitat von "ADMIN"

    Das sehe ich anders, denn der Preis bildet sich auf einem funktionierenden Markt nach Angebot und Nachfrage.


    Zitat von "klauston"

    Dabei reguliert sich doch eigentlich der Markt von selbst.
    Es zahlt Dir niemand eine 280er Gage, wenn er nicht der Meinung ist, das Du es wert bist.
    Umgekehrt sind diejenigen, die sich um 150 verkaufen, auch dort, wo sie hingehören, denn hätten sie mehr Erfahrung, dann würden sie das nicht nötig haben.

    Und man kennt schon die Pappenheimer. :D :D :D

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  • schmiddy
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    • 28. September 2009 um 12:09
    • #19

    @ hasenfuß: Der von mir eingebrachte Mindesttagessatz zielte eher auf die Befürchtungen von klauston ab, das die Guten die Amateure preislich mitziehen müssten.
    Ich persönlich halte deutlich mehr für gerechtfertigt.

    @ Admin:

    Zitat von "ADMIN"

    Das sehe ich anders, denn der Preis bildet sich auf einem funktionierenden Markt nach Angebot und Nachfrage.


    Meinst Du das wirklich ernst??? Ich bin vor sechs Jahren auf den freien Markt gekommen und musste mich NATÜRLICH in dem üblichen Preisgefüge einfinden.
    Und jenes wird doch durch die Kundenseite bestimmt, und ganz bestimmt nicht durch uns Freelancer!
    Aber ich kann doch nicht plötzlich anfangen, einen Preis aufzurufen, den ich aufgrund der Verantwortung, des hohen Gefährdungsgrades und nicht zuletzt aufgrund der Fachkompetenz für gerechtfertigt halte.
    Dann bucht mich eben keiner mehr, weil alle anderen weiterhin "nomale" (und hier meine ich ausdrücklich als normal durch den Kunden empfundene) Tagessätze aufrufen.

    Klar, wir müssen keine Organisation haben, ich kann auch hier nen Thread aufmachen und alle Lichttechniker bitten, ab sofort 280€ als Standardtagessatz aufzurufen.
    Aber bitte, was hätte das den für Erfolgsauchssichten? Da könnte ich mir auch wünschen morgen aufzuwachen und zu merken das das Wahlergebnis nur ein ganz schlechter Traum war...

  • falcocgn
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    • 28. September 2009 um 13:24
    • #20

    Hallo zusammen,

    die Idee mit der Gewerkschaft habe ich das erste Mal vor über 20 Jahren gehört. In regelmäßigen Abständen taucht immer wieder diese Idee genau wie Nessie auf, ohne dass "jemand" tatsächlich "etwas" beginnt.

    Aus meiner Arbeit als Vertreter der angeschlossenen Mitglieder (AM) beim VPLT kann ich euch sagen, dass auf allen Seiten Bretter existieren, die gebohrt werden wollen. Alleine die Schwierigkeit, die existierenden AM zu Äußerungen zu bewegen, Stellungnahmen zu bekommen oder eine vernünftige Beteiligung der Treffen zu bewirken, spricht für sich. Meckern ist immer leichter, als tatsächlich nicht nur "etwas" zu bewegen, sondern sich selber. Dabei sind Emails schnell geschrieben und ich bin erreichbar für Sorgen oder Anregungen.

    Zusätzlich ist zu bedenken, wie unser ADMIN schon schreibt, dass eine Gewerkschaft sich an Arbeitnehmer richtet. Da wir aber in der Regel Freelancer=selbständige EinzelUNTERNHEHMER sind, kann bestenfalls ein Berufsverband gegründet werden. Das geht nur nach Vereinsrecht. Die Bretter sind dieselben, die potentiellen Mitglieder und deren aktive Mitmachbereitschaft auch. Verbesserungspotenzial realistisch betrachtet seh ich nicht.

    Was spricht denn gegen (hier wiederhole ich mich) die AKTIVE Mitgliedschaft in einem der beiden bestehenden Verbände? Wir AM-Vertreter im VPLT sind bemüht, Dinge zu bewegen und guter Dinge, dass wir das auch können. Ich lese und schreibe hier und anderswo auch genau deswegen mit.

    Die DTHG hat sich in den letzten Jahren auch den freien geöffnet (Jetzt müssten sie den Individual-Mitgliedern nur noch die Möglichkeit geben, sich auf der Homepage im Firmenverzeichnis präsentieren zu dürfen. Das geht nämlich nicht, angeblich Mitgliederwunsch.) So besteht für jeden Kollegen die Möglichkeit, sich in einem ihm genehmen, existierenden und bereits gut vernetzten Verband zu engagieren. Also auf und Mitglied werden und mitarbeiten!

    Zum Thema BG kann ich sagen, dass die BGen auch von den Beiträgen leben. Auch ein selbständiger Einzelunternehmer kann sich als freiwilliges Mitglied bei der BG versichern (besser geht es nicht) und dort auch mitreden. Der VPLT und die DTHG arbeiten bereits seit vielen Jahren mit der VBG zusammen und erarbeiten Standards und Regelwerke. Jedem einzelnen ist es ansonsten unbenommen, eine technische Aufsichtsperson (TAP) der VBG anzurufen und auf die Baustelle zu holen, wenn es zu arg wird. Ist nur doof, dass es z.B. in und für ganz Brandenburg ganze 10 (zehn) TAP bei der VBG gibt. Das ist teilweise auch politischer Wille, also müsste man sich wieder an den zuständigen Politiker... usw.

    Grüße,
    Falco

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