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Quick & Dirty Bühnenmikrofonierung

  • ewok
  • 28. September 2009 um 12:24
  • ewok
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    2.541
    • 28. September 2009 um 12:24
    • #1

    Hallo zusammen,

    Bei mir ist mal wieder eine Anfrage reingekommen. Kleines Dorffest mit Theateraufführung vor 200 Leuten. Bei 7 Akteuren lassen sich vernünftige Headsets (die mit der Anzahl Sender auch stabil laufen) angesichts der geringen Zahl zahlender Zuschauer preislich wohl nicht anbringen.

    Verwertbare Ergebnisse (= Eine deutliche Verbesserung der Sprachverständlichkeit) habe ich schon einmal bei einem ähnlichen Auftrag mit 3 Audio Technica AT4041 (2x Bühnenvorderkante, 1x abgehängt und PA gewinkelt im Flugbügel in der 3. Zuschauerreihe) erzielt, nun frage ich mich, ob eine Grenzfläche an der Bühnenvorderkante für diesen Job nicht besser geeignet wäre... hier fehlen mir aber die Erfahrunswerte. Deshalb geistern einige grundlegende Fragen in meinem Kopf herum:

    - Hat man da auf einer Bühne aus Bühnenelementen überhaupt ansatzweise eine Chance da ein verwertbares Signal zu bekommen?
    - Worin unterscheiden sich die Mikros? Schon im Preisbreich von 50,- bis 200,- EUR findet man bereits ein Dutzend Modelle von verschiedenen Herstellern. Thomann hat zB in der Klasse THE T.BONE SUPERLUX SAMSON AKG und BEYERDYNAMIC im Sortiment; Das ist ja immer noch ein Preis, bei dem man es auf einen Versuch mal ankommen lassen könnte...
    - Was meint ihr? Ist es einen Versuch wert oder bin ich auf dem Holzweg?

    Tom

    http://www.partyontour.de

  • cheesy
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    • 28. September 2009 um 12:37
    • #2

    Hi,

    allgemein ist die Abnahme einer Bühne mir wenigen Mikrofonen immer nicht so einfach, wie sich die Damen und Herren von den Theater-Vereinen vorstellen... ;)
    Aber da du das ja schon einmal gemacht hast, kennst du ja die Grenzen einer solchen Aktion.

    Meiner Meinung nach ist die Kombination aus Chor-Mikros und Grenzflächen ganz sinnvoll, weil akteuer auch gerne mal "nach unten" sprechen, wo dann die abgehängten Mikros keine Chance mehr haben. Somit bekommt man mit ein paar Grenzflächen auf der Bühnenkante und einigen Chor-Mikros über der Bühne einen brauchbaren Sound (immer in den physikalischen Grenzen naürlich).

    Ich denke letztendlich hilft hier nur Probieren und die üblichen Ansagen an die Darsteller (laut und deutlich sprechen etc...)

    Ich habe bisher nur die klassischen Shure-Grenzflächen verwendet, kann deswegen über günstigen Alternativen keine Aussage machen.

    Gruß
    Cheesy

  • mringhoff
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    • 28. September 2009 um 18:25
    • #3

    Wenn Du keine Grenzfläche hast, dann stell doch einfach ein Kondensermikro auf einem Stativ vor die Bühne, das klappt ähnlich. Das Mikro dann halt wenige cm vom Boden aus nach oben gerichtet montieren.

    Nachteil hier: etwas sichtbarer und vor der Bühne stehen dann auch noch die Stative rum

    Bei Theater hat man ja eher das Problem mit dem passendem Gain before Feedback. Eine Grenzfläche ist im Vergleich zu einem "normalen" Kondenser auch keine Wunderwaffe. Zudem gibt es natürlich größere Unterschiede.

    Grenzflächen sind zwar teilweise relativ gut entkoppelt, was den Trittschall betrifft, allerdings erzeugen Tritte im Einzugsbereich der Mikros auch ganz normale Geräusche, die wiederum übertragen werden. Hatte schon auf wackligen Bretterbühnen zwischen Kondenser auf Stativen an der Bühnenkante und Grenzflächen experimentiert. Natürlich werden die Grenzflächen dadurch mehr gestört als Kondenser, aber bei weitem nicht so, wie man sich das vorher vorgestellt hat.

    Der Vorteil bei den Grenzflächen ist auch, daß man sie weiter nach innen schieben kann (z.B. bei einer relativ großen Vorbühne). Der Nachteil: es gibt immer wieder ein paar Schauspieler, die doch mal versehentlich dagegenstossen oder drauftreten.

    Wie ja auch schon cheesy geschrieben hat, kommt es auf die Sprechrichtung an. Zudem auch auf das jeweilige Stück, wo gerade was auf der Bühne passiert.
    Stehende Personen im hinteren Bühnenbereich: hängende Mikrofone
    Sitzende Personen: in die Deko eingebaute Kleinkondenser, evtl. auch mal ein Funkmikro (Lavallier mit Taschensender), wenn die Requisite öfters verschoben wird (z.B. ein Tisch)
    Personen im vorderen Bühnenbereich: Grenzflächen / Kondenser an der Bühnenkante
    liegende Personen oder auch kleinere Kinder (die ja oft auch nach unten reden): Grenzfläche

    Es ist zwar schön, viele Mikros aufzubauen, aber gleichzeitig sollte der Tontechniker ein aufmerksames Auge auf die Handlung und einen schnellen Finger für die Regler haben, denn je weniger Mikros gleichzeitig offen sind, desto besser.

    Bei Laientheater ist es zudem noch sehr wichtig, daß sich der Tontechniker bei den Proben auch mit einmischt und mit dem Regisseur entsprechende "Sprechpunkte" entwickelt. Also Bereiche, an denen gut mikrofoniert werden kann und wo sich die Schauspieler auch aufhalten sollen, wenn sie sprechen.

    Erst die ganze Kombination (Mikrofonwahl, Mikrofonplatzierung, Platzierung der Schauspieler, Lautes Reden, aufmerksamer Tontechniker, gute und korrekt positionierte Lautsprecheranlage etc.) führt zum Erfolg.

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  • ewok
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    • 28. September 2009 um 19:01
    • #4

    Hallo,

    danke an Euch beide, das hilft mir schon mal ein ganzes Stück weiter und zeigt, dass meine Überlegungen nicht ganz sinnfrei waren :) Kondensatormikros habe ich selber noch zu wenige, auch da müsste ich zumieten oder kaufen.
    Wenn ich jetzt wüsste, dass es bereits bei den günstigen Grenzflächen brauchbare Modelle gibt, würde ich mir mal 2 anschaffen, um damit zu experimentieren.

    Wenn also jemand zufällig ein Modell aus der "Einsteigerliga" kennt, wäre ich über Erfahrungsberichte sehr dankbar. Thomann hat da ja eine sehr große Auswahl von t.bone über Superlux, Samson, AKG und Beyer gibt es ja schon was für kleines Geld...

    Tom

    http://www.partyontour.de

  • nojunk
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    • 28. September 2009 um 19:27
    • #5

    "guerilla audio" (hab ich schon mal gemacht):
    klebe ein bis zwei lavalier auf dem boden auf - fertig ist die (notfall-)grenzfläche :lol:
    hat tadellos funktioniert, mußt halt ein bisschen rumschrauben...:oops:

    No, it's not too loud. You're just too old!
    winners have parties - and loosers have meetings
    Technik haben viele - WIR können sie auch bedienen :)

    vu.gif

  • audiobo
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    • 28. September 2009 um 21:20
    • #6

    Mal ein anderer Punkt: Wo soll das ganze stattfinden (In-/Outdoor, Beschaffung des Geländes/Saales) und wie gedachtest du das ganze zu beschallen? Das ist mindestens genauso wichtig wie die Mikrofonauswahl. Tendenziell würde ich dir raten ein paar Delaylautsprecher einzuplanen. Dann kannst du, selbst wenn es vorne fast gar nicht funktioniert, wenigstens den hinteren Reihen, welche akustisch erst mal das Nachsehen haben, etwas auf die Ohren geben.

    Zitat von "mringhoff"

    Bei Laientheater ist es zudem noch sehr wichtig, daß sich der Tontechniker bei den Proben auch mit einmischt und mit dem Regisseur entsprechende "Sprechpunkte" entwickelt. Also Bereiche, an denen gut mikrofoniert werden kann und wo sich die Schauspieler auch aufhalten sollen, wenn sie sprechen.

    Ergänzend dazu solltest bei Probe/Soundcheck einschreiten, wenn du merkst, dass die den Text nur vor sich her murmeln - klares, lautes Sprechen ist angesagt, das muss den Akteuren bewusst werden.

    Ich hatte unlängst eine Nummer in der Stadthalle vor, ich glaube, 700 Leuten oder so. Im Vorfeld hieß es "HipHop-Tanz mit Playbacks und Moderation, eine Handfunke und ein Headset". Es entpuppte sich als eine No-Budget-HipHop-Laien-Theatervorführung. Angekommen und nach einer halben Stunde erst mal Grenzflächen + 2 Richtrohre für die Seitenportale bestellt.
    Dann habe ich während der gesamten Probe ALLEN teilnehmenden Jugendlichen mehrfach sagen müssen, dass sie laut, deutlich und vor allem in Richtung Publikum sprechen müssen.
    Als 1 Minute vor "Show"-Beginn die Mikros (1 Beta91 + 2 MD441) und Kabel kamen, konnte ich nur noch die Grenzfläche vorne an die Bühnenkante schmeissen, hochziehen, grob filtern (mit dem Kanal-EQ, da nicht mal ein grafischer vor Ort war) und beten.

    Ein paar von den Kids haben gerafft, was ich ihnen während der Proben zu vermitteln versuchte, sie waren auf den vorderen Lautsprechern einigermaßen (also eher unterstützend) und auf den Stadthallen-eigenen Delays recht gut zu hören. Die anderen Nuschelköppe... sind gnadenlos abgesoffen. Aber das war dann einfach so, Punkt.

  • Nuno
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    • 28. September 2009 um 21:46
    • #7

    Hatten Schultheater, ursprünglich nur mit Beleuchtung und zwei Funken für die Moderation und Einspielungen von der CD.
    Bühne ca. 11m breit und 6m Tief. Dahinter Aula für 500 Personen mit 50% Holzvertäflung und 50% schweren Vorhängen.

    Bei der Generalprobe wird mir dann zugetragen das man die Mädchen ab 5m im Publikum nicht mehr verstehen kann. Tja, saß da und musste die mädels alle Lauter bekommen. Natürlich nix an Aulaausrüstung da. Habe mir dann schnell aus der Band 2 zusätzlcihe Sennheißer-Funkstrecken mit Lavaliermikrofonen besorgt, welche ich den beiden leisesten Mädels im Kostüm bzw der Frisur versteckt habe, und dann noch 5 e845 vor die Bühne gestellt (Kondensatormikros aufhängen ist angeblich zu gefährlich und wurde gleich wieder abmoniert).
    Hat ganz gut geklappt, von dem geraschel der lavaliermikrofone mal abgesehen, welche ich dann aber noch mit nem besorgten gate zum schweigen gebracht habe. War halt immer ziemlich an der Rückkopplungsgrenze und man musste die Mikros entsprechend runter zeihen wenn die zu nahe an den Bühnenrand kamen aber sonst ging es besser als ich dachte.

  • mringhoff
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    • 29. September 2009 um 08:55
    • #8
    Zitat von "ewok"

    Kondensatormikros habe ich selber noch zu wenige, auch da müsste ich zumieten oder kaufen.
    Wenn ich jetzt wüsste, dass es bereits bei den günstigen Grenzflächen brauchbare Modelle gibt, würde ich mir mal 2 anschaffen, um damit zu experimentieren.


    dann würde ich lieber ein paar Kondensatormikros kaufen und die Grenzflächen zumieten. Die Kondenser sind einfach universeller einsetzbar, jetzt mal nicht nur auf deinen kommenden Theaterjob gesehen. Du wirst ja sicherlich auch mal andere Dinge tontechnisch ausrüsten...
    Hier im Forum gibt es einige Threads, die sich mit günstigen und guten Einsteiger-Kondenser beschäftigen, kannst ja mal suchen, falls die Suchfunktion immer noch nicht geht via google ("site:paforum.de suchbegriff")


    Zitat von "ewok"

    Wenn also jemand zufällig ein Modell aus der "Einsteigerliga" kennt, wäre ich über Erfahrungsberichte sehr dankbar. Thomann hat da ja eine sehr große Auswahl von t.bone über Superlux, Samson, AKG und Beyer gibt es ja schon was für kleines Geld...


    Kenne jetzt die günstigen Thomann-Mikros nicht, aber Vorsicht bei zu billigen Dingern. Ausreichend Feedbacksicherkeit, gute Trittschalldämpfung und einen schönen linearen Frequenzgang bekommt man halt nicht bei den Chinabüchsen.
    Am besten ist, Du probierst vorher ein paar Fabrikate aus. Vielleicht gibt Dir Dein Vermieter ein paar zum Testen mit.
    Ansonsten kannst ja beim T ein paar Mikros mehr bestellen, ausprobieren und die nicht so guten Dinger wieder zurückschicken.

    Erfahrungsberichte kann ich Dir nur zum AKG C547BL (VK ca. 370,- brutto) und zum Shure Beta 91 (VK brutto ca. 260,-) geben.
    Grundsätzlich zwei brauchbare, gute Grenzflächen. Das AKG allerdings etwas größer.
    Soundmässig kommt das Shure etwas runder/voller rüber und ist meiner Meinung nach etwas feedbacksicherer als das AKG und bei einem kritischen Theaterstück kann man jedes einzelne dB mehr immer gut gebrauchen :)
    Das Beta91 ist pegelfester und wird gerne auch in der Bassdrum eingesetzt

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