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Windlast bei Sechserbar PAR-64 auf L150kg Liften

  • tobias kammerer
  • 5. Februar 2010 um 13:03
  • tobias kammerer
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    • 5. Februar 2010 um 13:03
    • #1

    Hallo liebe Forumsgemeinde,

    ähnliche Probleme wurden ja öfter diskutiert, genauso etwas aber eigentlich noch nicht:
    Wenn ich ein typisches 6er Bar (ich vermute 15 bis 20 kg) auf einen typischen schmalbrüstigen 150kg Lift (z.B. Work LW-155) stellen würde. Wäre das im Freien OK? Tatasächlich haben alle Lifte auch definierte Querlasten, leider sind die praktisch nirgends gut dokumentiert. Bei andern Liften von mir gibt es z.B. die Angabe bei 10 Grad Neigung. Also ist das nicht grundsätzlich ausgeschlossen, die Frage ist nur, ob die Windkräfte zu groß werden.
    Nun sind also die konkreten Fragen:
    - kann ich das ohne weitere Mittel machen?
    - kann ich das nur mit Ballast machen?
    - kann ich das z.B. durch zusätzliches Abspannen machen oder gefährde ich damit bereits die Gesamtbelastbarkeit des Liftes). Abspannungen z.B sind bei richtiger Einbringung extrem belastbar und können auch leicht mal 2 Tonnen Querzug verkraften. Das ist ohne weiteres machbar und nachweißbar. Aber hält das der lift aus oder welchen Seilwinkel muß ich einhalten.
    - kann ich das z.B. bei niedrigerer Höhe machen , denn diese Dinger gehen ja bis 5,35 Meter rauf?
    - Kann ich das beaufsichtigt machen, wenn ich z.B. ab Windstufe XYZ runterkurble?

    Toll wären hier fundierte Antworten, von Leuten, die echte Ahnung von Windlasten haben. Bei Bauchgefühlen wird der Thread endlos. Ich selber habe KEINE Position oder gefühlt würde ich sagen mit 3-Punkt Abspannung kein Problem, aber wie gesagt, das ist gefühlt.

    Vielen Dank
    Tobias Kammerer

  • MRspeaker
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    • 7. Februar 2010 um 10:25
    • #2

    Die Bedienungsanleitung sagt erstmal folgendes;

    If you place the lifter outdoor, insure
    swinging due to the wind....

    http://www.audio2.eu
    Sommercable Gewerbe-Händler, Kabelkonfektion

  • matzepa
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    • 7. Februar 2010 um 14:20
    • #3

    Grundlegend ... erstmal ist eine Angebabe, was der Lift unter 10° Neigung noch trägt ist erstmal wertlos .. denn wenn es sich schon um 5° neigt ist mind. 1 Bein in der Luft und die Kacke am Dampfen - da muss man schon ein bisschen mehr reininterpretieren, um von da aus auf die Querkraft zu kommen.

    Willkommen damit zum Grundlagenseminar Windlasten :)

    Deshalb .. Lösungen:

    1. Berechnen der Kräfte:
    Ich rechne mal den allerschlimmsten Fall .. die 6er Bar ist eine 4-eckige Kiste mit den Maßen 2m breit x 0,5m hoch -> ergibt eine Angriffsfläche von 1m² (ich könnte Lehrbücher schreiben ;)
    Nach DIN 4112 wird Windstärke 10 mit 0,5 kN / m² angenommen.
    Dazu kommt der Zug / Druck Faktor 1,3 (Die Windlast ergibt sich aus 0,8fach Druck und 0,5fach Unterdruck an der vom Wind abgewendeten Seite)
    Und schließlich der Sicherheitsfaktor 1,2.

    Ergibt eine Windlast von: 0,5kN / m² * 1m² * 1,3 * 1,2 = 0,78kN
    Heißt: von der Seite drücken in diesem Fall umgerechnet 78 kg ;)
    (durch die Rundungen der Kannen und die nicht komplette Fläche .. kann man da aber wenns wirklich drauf ankommt, aus dem Bauch heraus 20-30% abziehen.. aber das sollte man erst machen, wenn man mehr Erfahrung mit dem ganzen Thema hat)

    2. Umrechnen auf Hebelarme
    kurbelst du das ganze auf die Max.- Höhe von 5,35m hoch ergibt sich am Basement ein Kippmoment von 5,35m * 0,78kN = 4,17 kNm
    Dem gegenüber steht das Standmoment (also alles, was an dem Stativ als Gewicht wirkt) von
    Eigengewicht + 6er Bar * Beinlänge: 45kg + 25kg * 1m (im besten Fall..) = 0,6 kNm

    ... und da haben wir den Salat wie wir sehen ;)
    Wir haben fast Faktor 7 zwischen Stand- und Kippmoment ... dort darf max 1 stehen.

    3. Gegenmaßnahmen
    3a: mehr Gewicht: Du müsstest die Konstruktion ausreichend ballastieren .. mit wie viel, kannst du aus den Formeln oben ja recht simpel erschließen
    - Problem: das wird viel .. und es ist nicht gesagt, dass der Übergang von Basement zum Holm das aushält - wird er nämlich mit Sicherheit nicht.
    3b: Beine länger machen: Eher ironisch ;) und man hat immernoch das Abknickproblem .. mit dem zusätzlichen Problem, dass die Beine dicker sein müssen, um das Gewicht über die Länge zu tragen etc.
    3c: niedriger Kurbeln: die warscheinlich einfachste Möglichkeit .. auch leicht auszurechnen
    3d: Abspannen. Lustiges Thema ;)
    Generell: geht es natürlich. du hast damit die Knickung recht gut im Griff, weil du die Kraft hauptsächlich durch die Seile ableitest.
    Bechten musst du nur unbedingt: das Seil muss das alles aushalten (Vorspannung + Windkraft), und die Vorspannung musst du von der Nutzlast abziehen !!!!!!!!!!
    Ziehst du wie von dir beschrieben also ordentlich an (z.B. 1ton bei 45°) wirken auf das Stativ von jedem Seil 500kg auch nach unten ..
    Ergebnis: dein Stativ wird schon lange vor dem Wind jämmerlich aufgeben ;) (in der Praxis hat man übrigens Winkel zwischen 30° und 60° ... alles andere macht wenig Sinn.
    Und: die Winkelfunktionen wirken in alle Richtungen ....
    3e: Daneben stehen und warten, bis Wind kommt ... sehr heikel.
    Denn: das schlimmste am Wind sind nicht die konstanten Wehungen, sondern die Böen .. und du am Boden nicht mitkriegst, was 5m über dir ab geht.
    Und: im richtigen Moment zu entscheiden, wann es vorbei ist und es dann auch wirklich direkt durch zu ziehen (ohne noch mal die Meinung des Chefs einzuholen, der grad nicht an sein Handy geht ...) - nicht jedermanns Sache.
    3f: dem Kunden vorschlagen, dass er ein Zelt drumherum bauen soll ;)

    Ich hoffe ich habe dir ein Wenig Licht ins dunkel gebracht .. solltest du es nicht verstehen - melde dich.

    Grüße

    Edit: Rechenfehler beseitigt

  • madmax
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    • 7. Februar 2010 um 15:53
    • #4

    Mich würde mal interessieren, was so ein Lift wirklich aushält.
    Oftmals macht man sich so seine Gedanken; wenn man das 'Rigg' etwas anschiebt, und die ganze Sache 'ne gefühlte Minute bedächtig hin und herschaukelt, obwohl die Lastgrenze noch in weiter Ferne liegt.
    Schonmal einer kontrolliert getestet; Wann und Wo bei Querlasten Was bricht?
    Wieviel kann z.B. ein 150er Lift tragen, bis die Beine hochknicken?
    Wieviel läßt sich mit der Winde hochdrücken?

    Never stop a running System

  • tobias kammerer
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    • 8. Februar 2010 um 21:07
    • #5

    Hallo,

    an der Stelle schonmal danke an Matzepa. Die Momente berechnen ist sicher einfach. Schwieriger ist es eben, die Windlast am Sechserbar korrekt abzuschätzen. Vielleicht gibt es da jemand, der sowas in einem Simulationsprogramm besser rechnen kann (und auch den Nerv dafür hat). Und klar, es geht schon eher um den Materialbruch als um das Umfallen. Vielleicht weiß noch jemand was. Das ist doch Herrn Ebners Spezialgebiet?

    Viele Grüße
    Tobias Kammerer

  • Kracky
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    • 8. Februar 2010 um 21:36
    • #6

    Kurze Zwischenfrage, eigentlich darfst du doch keine PAR Bars Outdoor nutzen weil die Schutzklasse das nicht hergibt. Es gibt allerdings auch IP 66 die dann aber auch entsprechend in der Verkabelung der Schutzklasse entsprechen sollten, wenn dem so ist sollte man das wissen weil diese deutlich schwerer sind was ja bei den Berechnungen mit einfließen muss.

    In meinem Lexikon fehlt das Wort unmöglich!

    ASR Computer & PA Technik
    André Ruhnau
    Rosenstr.6
    78598 Königsheim

  • tobias kammerer
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    • 8. Februar 2010 um 21:55
    • #7

    Hallo Kracky,

    der Einwand ist zwar berechtigt, aber trotzdem Würg! :evil: Was denn noch alles? Auf jedem blöden Festival schüttet es fröhlich hinten in die Kannen und es geht.

    Viele Grüße
    Tobias Kammerer

  • Kracky
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    • 9. Februar 2010 um 14:28
    • #8

    Wenn du das sagst, dann wird das wohl so sein. Ich denk mir dann jetzt einfach meinen Teil.

    In meinem Lexikon fehlt das Wort unmöglich!

    ASR Computer & PA Technik
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  • tobias kammerer
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    • 10. Februar 2010 um 08:40
    • #9

    ...was nicht heißen soll, daß du Unrecht hättest. Vom Prinzip können wir in meinem Szenario von Betrieb bei gutem Wetter ausgehen. Wenn das betreut ist, spricht ja nicht einmal rechtlich etwas dagegen.

    Viele Grüße
    Tobias

  • marcoboy
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    • 12. Februar 2010 um 14:51
    • #10

    Schon mal dran gedacht trotz Ballast und Abspannen das die Lifte abknicken könnten? Man kann alles machen so lange es gut geht. Wenn du einen Zaun rummachst wo niemand in den Bereich der Lifte kommt auch wenn dieser kippt und es ist dein Grund und Boden. Kannst du dein Material ruhig zerstören. So lange niemand zu Schaden kommt. Wenn doch sieht es schwierig aus, bei Personen Schaden geht zu mindestens erstmal der Veranstalter in den Knast. Auch mit Schutzklasse ist völlig Wurst wenn er es als Chef alleine macht. Er sollte nur keinen Schicken der dann am Lift herumtanzt und dann plötzlich um fällt.

    Moral aus der Geschichte, lasse es lieber bleiben! Der Hersteller hat den Betrieb vor Outdoor nicht zugelassen. Das ist keine Bestimmungsgemäße Verwendung. Es lohnt sich nicht dafür zum Schuldner oder in den Knast zu gehen.

  • tobias kammerer
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    • 12. Februar 2010 um 15:04
    • #11

    Hallo,

    genau um die Knicklast gesht es mir ja. Das hätte mich gefrut, wenn da jemand tiefer Bescheid wüßte. Also momentan fehlen praktisch 2 Werte:
    - Wann knickt so ein lift (Querdruck in Newton)
    - Wie hoch ist die Windlast eines 6er Bars bei welcher Windstärke

    Klar, wenn ich keine vernünftigen Angaben dazu bekomme, dann lass ich das bei kritischen Bedingungen. Trotzdem ist das Thema nicht völlig aus der Luft gegriffen. Man muß leicht einmal bei Freiluftveranstaltungen noch irgendwo schnell ein paar Lampen anbringen. Da stellt sich dann die Frage, wie man das mit erträglichem Aufwand macht. Es geht hier mehr um Grundsatzideen als um einen spziellen Job. Bei Filmsets z.B. ist das das normalste der Welt, z.B. große Arris einfach hochzukurbeln. Selbst öffentlich rechtliche Anstalten arbeiten so. Wenn das nun besonders gefährlich wäre, frage ich mich, warum die das seit Jahrzehnten so praktizieren. Es tut sich da bei mir halt die Frager auf, ob die Windlast an so einem rundlichen Ding nur annähernd in die Richtung gehen, wie man es bei negativer Betrachtung immer mal ansetzt (=Rechteckfläche). Vielleicht ist das ja vom fernsehen wirklich leichtsinnig, vielleicht der Veranstaltungstechniker nur Übervorsichtig.

    Bis hierher vielen Dank für die Teilnahme an alle, die was geschrieben haben.
    Viele Grüße
    Tobias Kammerer

  • marcoboy
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    • 12. Februar 2010 um 15:17
    • #12

    Der Admin hatte so einen ähnlichen Ansatz mal auf der Showtec2005 als Quiz. http://www.paforum.de/Infos/showtech/loesungen.html


    um es kurz zu machen

    "Allerdings wäre der Traversenlift nicht in der Lage, solche Momente aufzunehmen - er würde abknicken. (Abgesehen, dass Traversenlifte keinen Vorrichtungen besitzen, mit deren Hilfe Ballast angebracht werden könnte.) Traversenlifte sind also etwas für indoor, outdoor ggf. noch als Aufbauhilfe."

    Du wirst keine Angaben bekommen ab wann so ein Lift knickt. Es sei denn du möchtes deine für einen Versuch zu Verfügung stellen :shock:

  • fabio hermann
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    • 12. Februar 2010 um 21:07
    • #13

    Wende dich an Hersteller bzw Vertrieb, wenn es Werte gibt werden die die am wahrscheinlichsten haben. Wenn nicht sind die unter umständen vll bereit die zu ermitteln, einfach um den Lifte größere Nutzmöglichkeiten einzuräumen.

    Alternativ kauf die einen Lift in schlechtem Zustand für kleines Geld und Probier ist selber aus ab wann das ding abknickt.

    http://www.sound-light-bonn.net/

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