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Burn-Out...

  • dechnikusch
  • 29. April 2010 um 00:09
  • dechnikusch
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    • 29. April 2010 um 00:09
    • #1

    hallo kollegen,

    möchte ein heikles thema hier allgemein zur diskussion stellen

    hintergrund : meine gattin ( auch berufstätig ) hatte vor 2 jahren einen starken burn-out
    mit mehreren monaten nachfolgender berufsunfähigkeit.

    meine subjektive beobachtung :
    da wir alle nicht jünger werden, ist das risiko eines burn-out´s
    speziell bei den ein-personen-unternehmen und sonstigen klein-unternehmern
    hier in dieser branche
    m.e. ab lebensalter 40-45 gegeben.

    mehrere gespräche mit branchenkollegen verleiten mich zu dieser feststellung…

    stecker - drucker - schrauber - horcher - schieber - ...

  • tufkaklto
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    • 29. April 2010 um 00:33
    • #2

    Ist es.

    Mir sind auch speziell ein paar Fälle bekannt.

    Ich glaube aber nicht, das es nur unsere Branche trifft.
    Wir kennen nur sonst wenig Zivilisten von "Ausserhalb"
    Aber ich habe für mich beschlossen, mit fortschreitendem Alter schon auch gerne mal und wenns sein muß auch viel zu arbeiten, aber meine Pausen und mein Privatleben sind mir immer wichtiger.

    Ich will nicht enden und im späteren Alter mal draufkommen, das mir ausser meinem Job nix sonst geblieben ist........

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  • oops
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    • 29. April 2010 um 00:46
    • #3

    burn out ist nicht abhängig vom alter !

    eher von der psychischen stabilität (viele viele komponenten) jedes einzelnen,- ich habs am eigenen leib erfahren und es hat gedauert, sich da wieder rauszuwinden...

    inzwischen bin ich wieder bereit für jede schandtat, tue dies mit dem üblichen bösen grinsen in der fresse und hab unglaublich viel spass an meinem job...

    burnouts kann man schon beim jungvolk implizieren, in dem man jemanden, der unsicher ist, extrem unter druck setzt.

    derjenige hyperventiliert entweder noch vor ort, oder geht nach hause und überlegt, ob er aus dem fenster springt...

    deswegen kann ich nur jedem profi unter uns nahelegen, genau darüber mal nachzudenken !

    ein intaktes soziales arbeitsumfeld und (menschliche) auswertungen im nachhinein können wunder wirken.

    nur leistung FORDERN funktioniert leider nicht so ohne weiteres, FÖRDERN dafür um so mehr !

    ich für mich weiss inzwischen, wie ich mit mir umgehe,- darauf zu kommen, war ein längerer, teils schmwerzhafter prozess...

    Klausi: und ja, ich sag gern mal nein, wenn mir nach freizeit, freundin, mopped und sonne ist... :D

    nebenbei muss man einfach mal feststellen, ist der dienstleister froh, ist es der kunde auch,- das ist die sache mit dem karma...

    eigentlich ganz einfach... :wink:

  • tufkaklto
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    • 29. April 2010 um 01:00
    • #4
    Zitat von "oops"

    Klausi: und ja, ich sag gern mal nein, wenn mir nach freizeit, freundin, mopped und sonne ist...


    Sind auch so in etwa meine Prioritäten, nur das es meine Frau ist, nicht Freundin :D:D

    Ich kenne viele VA Techniker, die sind beziehungsgestört, weil sie nie zu Hause sind.
    Ich kenne auch welche, die können inzwischen schon gar nicht mehr ohne Tour, weil sie Daheim nicht wissen, was sie tun sollen.
    Aber auf Tour kriegen sie auf Dauer auch Koller.

    Burnout ist schlimm, es dauert bei vielen echt lange, das sich das wieder normalisiert.

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  • oops
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    • 29. April 2010 um 01:10
    • #5

    ich gehöre zum glück nicht mehr dazu... und ich war mal `n workaholic...

    ich arbeite immer noch viel und gern, aber in gewissen grenzen,- muss aber auch dazu sagen, dass ich das privileg geniesse, mir freizeit und dinge leisten zu können - das ist keine selbstverständlichkeit !

    ich krieg immer noch das kotzen, wenn ich sehe, dass ausgebildete fachkräfte für teilweise 10-12€ per stunde bezahlt werden und am stück gern mal 18-... stunden knüppeln !

    das ist einfach scheisse !

  • dechnikusch
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    • 29. April 2010 um 01:44
    • #6

    guten morgen,
    danke für die bisherigen diskussionsbeiträge…

    möchte weitere eckpunkte in die diskussion einbringen :

    viele von uns sind keine nur-techniker ( koffer-job ) ,
    sondern sind auch / und / oder
    - verleiher ( mit gewerbeschein ) – oft mit wenig bis keine arbeitnehmer…
    - elektroniker / techniker ( reparaturwerkstätte )
    - techniker in einer kulturstätte ( oft nicht fixangestellt.. )
    u.v.m.

    in diesem spannungsfeld aus sich oft widersprechenden anforderungen
    ( veranstalter / künstler / publikum / mitarbeiter / fremdfirmen / behörden / u.a. )
    muss sich unsereins
    technisch / kohlemäßig / zeitmanagementmäßig / beziehungsmäßig
    behaupten !

    sonst verliert er das haupt / kopf mit all den unerwünschten nebenerscheinungen,

    ich denke, dieser aspekt unserer arbeit wird leider von uns oft nicht oder zu wenig wahrgenommen oder verdrängt, bis es uns dann auf einmal erwischt…

    z.b. unsere wirtschaftskammer in österreich hat für diese spez. problematik
    unserer branche überhaupt keine ahnung !
    - obwohl : als unselbständige würden wir unter die schwerarbeiterregelung fallen.

    diese von uns täglich praktizierte quadratur des kreises fördert m.e. verschiedene geistige und körperliche abnutzungserscheinungen bis hin zum burn-out geradezu heraus.

    stecker - drucker - schrauber - horcher - schieber - ...

  • tufkaklto
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    • 29. April 2010 um 02:44
    • #7

    Es liegt aber auch an uns Technikern, sich um uns selbst zu kümmern.

    Ich kenn die von Dir angebrachte Problematik.
    Aber es geht auch ohne das man sich voll kaputtmacht.

    Man denkt immer nur, das es ohne einen selbst nicht geh.
    man muß auch lernen, ab und an mal loslassen zu können.

    Blödes Beispiel: warum soll ich 20 tage für 200 Arbeiten, wenn ich 12 Tage zu 280 auch so viel verdien??

    Aber dazu muß man sich positionieren.
    Auch wenns blöd klingt.

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  • jogi86
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    • 29. April 2010 um 06:16
    • #8

    @ klauston:

    Bedenke da bei aber das du an dem Punkt bist, an dem du es dir zum Teil (vllt. auch prinzipiell) aussuchen kannst. Du bist da wo andere noch hinwollen. Du kannst wählen ob du zu einem Job ausrückst. Neue, Jüngere in der Branche MÜSSEN, weil da eben ein Rattenschwanz dranhängt (Aufbau der eigenen Existenz, Familie, Haus, Wohnung etc.)

    Versteh es bitte nicht falsch. Auch du hast mit Sicherheit Ausgaben zu bewerkstelligen aber du bist auch jemand der es "einfacher hat" (hast du dir ja mit Sicherheit erarbeitet).

    Ach, und das soll kein Geschleime sein, sondern meine Meinung zum Thema. Ich kenne eine Menge Leute die es nicht schaffen mit dem Arsch an die Wand zu kommen. Zum Teil sind sie daran selbst schuld, zum Teil liegt aber der Grund auch nicht in der Qualität ihrer Arbeit bzw. ihrer Persönlichkeit.

    Gruß

    Johannes

  • daniel heide
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    • 29. April 2010 um 08:58
    • #9

    Das Problem beschränkt sich meiner Meinung nach aber nicht nur auf Unternehmer (einzelne, oder kleine) sondern betrifft auch Festangestellte.
    Ich kenn auch Firmen, wo die Festen (und vor allem gerne die Azubis) derart verheizt werden dass die nach 3 Jahren aussehen als wären sie 10 gealtert. Ich habe auch schon genug Schweinejobs machen müssen um zu wissen, dass sowas zwar Spass machen kann, aber auf Dauer echt auf die Knochen geht und dann irgendwann keinen Spass mehr macht.
    Aber was will man machen? sich mit einem Verweis auf irgendwelche Gesetze weigern? Dann steht man irgendwann da und ist Freier Techniker Nr. 7823 auf dem Markt.
    Als Techniker bin ich immer wieder zwiegespalten sowas mitzumachen oder zu "meckern".
    Wenn ich dann Planer oder Disponent bin, versuche ich ein Auge drauf zu haben, dass eben
    manche Grenzen nicht gesprengt werden.

    Letztendlich bleibt es (wie oben schon erwähnt) an jedem für sich hängen zu entscheiden was man mitmachen will und wo die persönliche Grenze überschritten wird. Das kann bei Leuten die sehr gut gestellt sind schon sehr früh sein und das wird bei Leuten, die nicht wissen wie sie Miete, Essen, etc. bezahlen sollen, erfahrungsgemäß spät bis garnicht geschehen.

    Aber ich denke alles in allem, ist unsere Branche schon ein wenig daüfr prädestiniert sich kaputtzumachen. Es gab bei uns am Lager immer diesen schönen Spruch, wenn jemand zu schwer gehoben hat etc.: "Pass auf, du willst das doch mit 65 auch noch machen."
    Wenn ich mir die Arbeitsbedingungen und den Lebenswandel vieler Vtler (freie und fester) so ansehe fällt mir das teilweise schwer, darüber nachzudenken wie die mit 65 noch Kisten schubsen, Töne hören, Riggs erklettern. Und nicht jeder wird nen Job als Disponent, Kundenberater, Projektleiter oder Meister an einem festen Haus bekommen um sich ab 50 die müden Knochen im Büro zu wärmen.

    Ich denke in diesem Bereich muss und sollte noch sehr viel geschehen was einfach zu großen Teilen von den Unternehmern gewährt oder den Arbeitnehmern erkämpft werden muss.

    Also wie gesagt, ich denke schon, dass unser Berufszweig ein weig dafür gemacht ist, sich einen Burn-Out zu erarbeiten (ich habe natürlich keine Statistik ;) ), aber was meint Ihr woran das liegt?


    Gruß

    Daniel Heide
    Lange Reihe 4
    99755 Hohenstein

    Lass dir von Keinem imponieren der sagt: "Das mache ich schon seit 20 Jahren so!" Man kann etwas auch 20 Jahre lang falsch machen.
    Bildung ist meistens kostenlos, manchmal auch umsonst!

  • tufkaklto
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    • 29. April 2010 um 11:15
    • #10

    jogi86:

    Ich muß genau so zusehen, wie ich zu meinen Jobs komme.
    Das Leben streichelt mich auch nicht :D
    Ich kann auch nicht immer nein sagen, bin nur nicht mehr für jeden Job bereit.
    Und gehe unter einem gewissen Tagessatz nicht mehr ausser Haus ( sonst würd ich mich ja ins eigene Knie schießen, weil die >Firmaen das schon mitbekommen untereinander )

    man muß nur auch Lernen, NEIN sagen zu können.
    Es gibt genug Firmen, die rufen dauernd an, und würde ich immer ja sagen, dann hätt ich auch kaum mehr Schlaf.
    Man glaubt immer nur, alles machen zu müßen, was kommt.

    Die Zeiten, wo ich im Extremfall 3 Jobs an einem Tag hinbiegen konnte , die gab es und da war ich vermutlich auch auf dem Besten Weg zum Burn Out.
    Sowas mache ich heute nur nicht mehr.
    Um 4 in der Früh ins Bett und um 6 wieder auf, ab zum nächsten Job.
    Das kommt manchmal vor, wird aber nicht mehr favorisiert. :P
    Und irgendwann kommt der Punkt, wo einem durch mehr Arbeit kaum mehr Geld bleibt:
    Weil man sich nur mehr von Tankstellen auf der Autobahn ernährt, die Finanz mit einem hämischen Grinser die Hand aufhält, usw.

    Ich denke, ein guter Mix aus verschiedenen Firmen hilft hier weiter.
    man macht sich etwas rarer, weil man ja nicht immer verfügbar ist, die Firmen wissen nicht mehr automatisch, wann man noch Zeit hat, und man bekommt seine Gagen leichter in die Höhe ( ich hab früher oft Preise genannt, weil ich gewisse Jobs für gewisse Firmen nicht machen wollte, und war dann selbst am meisten erstaunt, das die den doch zahlen )

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  • simonstpauli
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    • 29. April 2010 um 11:32
    • #11

    Ich denke es gibt schon gute Ansätze hier, für mich hat das Thema Burn Out nicht nur etwas mit Arbeitszeiten und Geld zu tun sondern auch mit der inneren Einstellung.

    Ich mache meinen Job so gerne (Traumjob, ich kann psychologisch und technisch arbeiten), daß ich schon aufpassen muß, den Job nicht mit dem Leben zu verwechseln. Eine Basis zu Hause und eine Freundin, die meinen Job versteht und unterstützt hilft dabei sehr.

    Christian Tepfer * Monitor-Operator, HF-Betreuer, FOH-Mischer, Klang-Gestalter
    http://klanggestaltung.wordpress.com/

  • Tobias Zw.
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    • 29. April 2010 um 11:40
    • #12

    Auch mir ist das Thema leider mehr als vertraut.

    Das Problem ist sicher bei vielen, dass sie in einer starken Spannung zwischen den (vermeintlichen oder tatsächlichen) Forderungen ihrer Arbeit und den gewollten oder aufgezwungenen Anforderungen ihres sozialen Umfeldes stehen und versuchen, beide Gebiete voll abzudecken. Dies ist bei der heute noch üblichen Arbeitsbelastung eines Veranstaltungstechnikers einfach nicht machbar.

    Tatsächlich kann diese Art von selbstinduziertem Stress ja einige Zeit lang ganz angenehm sein - man fühlt sich wichtig, aktiv, gewollt... und glaubt, die Belastung immer weiter steigern zu können (noch längere Schichten, noch mehr Termine, noch mehr Aktivitäten und Zusagen), bis es halt an einem Tag mal *clic* macht.

    Bei mir war das übrigens in einer laufenden Veranstaltung - am Pult sitzend - und das hat gar keinen Spaß gemacht.

    Meine Strategie: Ich habe mich bewußt für einen Jobwechsel entschieden, der zwar mit einem gewissen "gefühlten Verlust an Ansehen unter Technikern" und dem Umstand einhergeht, dass ich jetzt halt nicht mehr das mache, was ich am liebsten machte (nämlich mischen). Im Gegenzug habe ich mir den Freiraum für meine Familie und mein VA-technik-fremdes Hobby geschaffen und genieße jetzt sehr... und stellt fest, dass die Zuneigung eines Sohnes mehr zählt als die eines Kunden oder Künstlers und auch, dass man als popliger Sanitäter Menschen in manchen Situationen mehr geben kann als der größte aller Mischer beim 120.000-Leute-Festival.

    Vielleicht bin ich da auch ziemlich hinterwäldlerisch oder übersensibel, aber inzwischen sind mir einfach andere Dinge wichtiger als nur und ständig meine Arbeit. Die vernachlässige ich zwar nicht (und vermisse hin und wieder auch das Tourleben), aber es gibt Milliarden kleine Dinge ausserhalb, die einem mindestens genau so viel Befriedigung bringen.

    Im übrigen möchte ich hier noch ein Status-Update einer lieben Freundin (Musikerin und Dr. psych.) posten, das viel Wahres hat:

    "DEPRESSION is not a sign of weakness, it is a sign that you have been trying to be strong for too long."

    MfG Tobias Zw.

    Äch bän wäder do.

    http://www.tobiaszweckerl.de

  • daniel heide
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    • 29. April 2010 um 11:51
    • #13
    Zitat von "simonstpauli"

    Ich denke es gibt schon gute Ansätze hier, für mich hat das Thema Burn Out nicht nur etwas mit Arbeitszeiten und Geld zu tun sondern auch mit der inneren Einstellung.

    Ich mache meinen Job so gerne (Traumjob, ich kann psychologisch und technisch arbeiten), daß ich schon aufpassen muß, den Job nicht mit dem Leben zu verwechseln. Eine Basis zu Hause und eine Freundin, die meinen Job versteht und unterstützt hilft dabei sehr.

    Ich denke gerade, dass es in unserer Branche oft sehr viel mit dem Herzblut zu tun hat, lässt viele Leute eben auch keine Grenzen finden. Oder eben erst zu spät, wenn man merkt ,dass man die Grenze überschritten hat. Ich kann nur jedem wünschen, dass er seine Grenzen findet und darüber nachdenkt was er tut. Aber ich denke aus diesem Herzblut/Spass-Faktor kommen auch einige Probleme mit der Arbeitszeit. Einigen macht es eben so viel Spass, da denken sie über diese Probleme erstmal garnicht nach. (Böse Zungen behaupten auch manche würden sich gar über ihren Job profilieren^^.) Manche von diesen Leuten erleben irgendwann ein Böses Erwachen finanzieller oder körperlicher/seelischer Art.

    Bei mir hat sich im privaten in den vergangenen Jahren viel getan und ich habe für mich feststellen müssen wie befriedigend es sein kann dem Chef der Freitags die Personaldispo fürs Wochenende machen will, zu sagen dass man aber schon was vor hat. Kinder, Freundin, gute Freunde und das ein oder andere Hobby sind doch was feines.

    Gruß Daniel

    P.s.: @ Tobias, danke ein wundertoller Beitrag zu dem Thema.

    Daniel Heide
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  • tufkadib
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    • 29. April 2010 um 14:59
    • #14

    Tja. Burnout gibt es überall, wo Menschen in ihrer Arbeit völlig aufgehen, sich über ihre Arbeit definieren.
    Was hilft dagegen? Gesunde Distanz. Man sollte Arbeit auch als das sehen können, was sie ist: Broterwerb. Sie ist ein Teil des Lebens, aber nicht dessen einziger Inhalt.
    Arbeit war ursprünglich als Strafe gedacht ("Und im Schweiße Eures Angesichts sollt Ihr Euer Brot verdienen", als Adam und Eva aus dem Paradies vertrieben wurden).

    MfG
    DirkB

  • Mechwerkandi
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    • 29. April 2010 um 15:14
    • #15

    Ich arbeite, um zu leben.
    Und nicht umgekehrt...

  • Tobias Zw.
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    • 30. April 2010 um 20:51
    • #16

    Nanu? So wenig Resonanz? Statistisch gesehen müssten wir in einem Forum mit mehr als 14.000 Mitgliedern mindestens 1.750 Mitglieder irgendwann einmal eine Depression erlebt haben, für Burnout habe ich leider keine aktuellen Zahlen.

    Oder gilt es immer noch als ein Zeichen von Schwäche, diese Erkrankung zugeben zu müssen?

    "Sie haben Krebs!" "Gottseidank nichts psychisches!"

    Denkt immer daran: Nur wer einmal gebrannt hat, kann auch verglühen...

    Oder umgekehrt: Wer brennt, erhöht die Gefahr des Ausbrennens.

    MfG TZw.

    Äch bän wäder do.

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  • HaPe
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    • 1. Mai 2010 um 21:40
    • #17

    Naja, bei manch einem lesen die werten Kollegen hier auch, die gleichzeitig gerne Chef sein würden...daher kann es durchaus sein, das manch einer, den es auch betrifft, hier lieber nichts dazu schreibt.

  • simonstpauli
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    • 1. Mai 2010 um 22:56
    • #18
    Zitat von "hpaudio"

    Naja, bei manch einem lesen die werten Kollegen hier auch, die gleichzeitig gerne Chef sein würden...daher kann es durchaus sein, das manch einer, den es auch betrifft, hier lieber nichts dazu schreibt.


    Ich halte das Thema auf allen Ebenen für wichtig, ebenso wie allgemeine soziale Kompetenz. Das Reflektieren der eigenen Schwächen ist für mich eines der Top 3 Auswahlkriterien für Kollegen.

    Ich selbst habe nach 5 Jahren Stadtfest (Saison April bis Oktober, Wochenenden 12h min., Woche unterschiedlich, Catering oft das Übliche vom Schwenkgrill schnell inhaliert, Unmengen von Kaffee und Cola, hektische Umbauzeiten, wer es erlebt hat kennt es) mitten in der Saison die Reißleine gezogen und alle folgenden Termine abgesagt weil es im Kopf nicht mehr ging. Einen Tag später kam ein Job rein, Jazzfestival in Kassel, auf einer Amek Recall eine unbekannte Band mischen. Das ging kopfmäßig super. Hab die Band dann 1 Jahr gemacht und versuche solche Situationen im Folgenden zu vermeiden.

    Meine Strategie für den Tourbetrieb muß ich allerdings noch ausfeilen.

    Christian Tepfer * Monitor-Operator, HF-Betreuer, FOH-Mischer, Klang-Gestalter
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  • niggles
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    • 1. Mai 2010 um 23:19
    • #19
    Zitat von "Tobias Zw."

    Ich habe mich bewußt für einen Jobwechsel entschieden, der zwar mit einem gewissen "gefühlten Verlust an Ansehen unter Technikern" ... einhergeht


    Wenn ich das richtig mitbekommen habe bist du nach langen Jahren R'n'R Vollprogramm und ein paar Jahren Kongress & Konferenz jetzt Bühnenmeister an einem renommierten deutschen Opernhaus.
    Wer da von einem Abstieg redet hat den Knall nicht gehört und wird wahrscheinlich irgendwann zu den viel zu früh gealterten Grauhaarzombies gehören die es mit 50 noch cool finden ständig Kisten zu schieben und Traversen zu dengeln. Bis der Hexenschuß auch dem ein Ende bereitet, wenn es die Psyche nicht vorher tut...

    Economics in eight words: "There ain't no such thing as free lunch."

  • Tobias Zw.
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    • 2. Mai 2010 um 12:46
    • #20

    @ Niggles: Deine Worte waren für mich so wohltuend, als ob mir ein Engel warm über's Herz pinkeln würde...

    :D

    Naja, aber die Grauhaarzombies haben halt - wie jeder auf der Welt - ihre Meinung, und die oft besonders eindeutig und mit Häme vorgetragen...

    Ich kann damit umgehen. Hatte gestern die angenehme Überraschung, dass meine Kollegen aus RnR-Zeiten direkt vor meinem Haupteingang eine kleine Open-Air-Bühne mit PA und Licht am Laufen hatten. Habe mich sehr gefreut, sie wiederzusehen, und es war auch ein großes Hallo, aber als ich dann abends auf den Opernplatz blickte und sah sie im Laternenschein die Traversen dengeln... da ging ich dann rein und schrieb meinen Veranstaltungsbericht.

    Suum cuique, die Sau quiekt, nicht wahr ;)

    MfG Tobias Zw.

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